• Angst vor Klinikaufenthalt

    Hallo, Ich bin 15 männlich und werde.morgen in eine psychosomatische Klinik gehen. Ich habe ziemliche Angs davor.... Kann mir irgendjemand was darüber sagen? Tipps? Eure Erfahrungen? Beruhigung? Danke. LG Pascal
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    Ich weiß nicht, wie weit die Klinik von Dir weg ist und ob das auf der Psychosomatik auch so ist, aber wir durften - wenn wir stabil genug waren (also nach einigen Wochen, aber auch das ist individuell) - Belastungserprobungen machen. Ist ja auch eigentlich sinnvoll, man soll ja im Endeffekt auch in seinem Alltag ohne die Käseglocke Klinik wieder zurecht kommen. Da durften wir dann zunächst einen Tag zwischen Frühstück und Abendessen weg bleiben und nach einer gewissen Zeit sogar eine Nacht - also von Samstagmorgen bis Sonntagabend.

    Pascal

    Du kannst sicher sein, dass die Angst während Deines Klinikaufenthalts weniger wird. Damit lässt dann auch die Benommenheit nach. Außerdem brauchst Du Deine Ängste in der Klinik nicht verstecken, zumal es den anderen ja überwiegend genauso geht wie Dir. Allein schon zu wissen, dass man nicht der einzige mit riesigen Ängsten ist, kann sehr erleichtern. In der Klinik bist Du sozusagen in einem "geschützten Raum".


    Wie Du weißt, war ich schon zweimal in psychosomatischen Kliniken, einmal in Deutschland und einmal in Österreich. In beiden Kliniken lief es ähnlich ab. Jeden Morgen war Gruppentherapie (da sind immer die gleichen zusammen), mehrfach in der Woche gab es Einzeltherapie, Musiktherapie, Maltherapie, Ergotherapie (z.B. Körbe flechten und/oder töpfern), Massagen, Bäder, Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen. Jeden Tag kommen ca. 5-6 Stunden zusammen. Der Rest ist Essen und Freizeit. Samstag und Sonntag ist meist frei. In der österreichischen Klinik gab es am Samstag für 3 Stunden frei wählbare Therapieeinheiten (z.B. Gartengruppe, Kochgruppe, Wandergruppe, Malgruppe, Tanzgruppe ...).


    Beim Essen konnte man beim Mittag- und Abendessen unter mehreren Hauptgerichten wählen. Salate, Dressings und Suppen gab es an einem Buffet. Beim Frühstück gab es ebenfalls ein reichhaltiges Buffet. Ich denke, das wird in Deiner Klinik auch so sein.


    In den psychosomatischen Kliniken für Erwachsene gibt es i.d.R. auch die Möglichkeit, die eigene Wäsche zu waschen, zu trocknen und zu bügeln.


    Da ich eine Langschläferin bin, war für mich ein Wecker immer besonders wichtig! ;-D


    Ich wünsche Dir jetzt einen nicht nur schönen, sondern auch hilfreichen Klinikaufenthalt!!!

    Pascal

    Die Dauer des Aufenthalts muss Dich gewiss nicht schrecken. Wirst sehen, die Zeit vergeht unheimlich schnell. Die erste Woche ist gefühlt noch relativ normal, aber dann rast die Zeit. Plötzlich sind 6 Wochen rum. Wirst sehen, Dir wird es genauso gehen.

    Flying without wings ja belastungsproben haben wir auch.... ich gehe ja mittwoch hin (morgen) dann bleibe ich das Wochenende dort und dann übernächstes Wochenende darf ich samstag morgen bis sonntag abend nach hause....


    Ich hoffe es so.... will nicht von den andern blöd angeguckt werden.... wenn ich benommen bin.


    Und danke :)

    Du wirst sehen, dass es da sehr schön ist. Dort sind Menschen, die verstehen, was es heißt, Angst oder Panik zu haben. Du wirst dort viel weniger erklären müssen als sonst irgendwo. Meiner meinung nach fühlt man sich dort schnell sehr gut verstanden. Wenn du sagst, dass dir irgendetwas zu viel ist und du deine Ruhe brauchst, wirst du nicht komisch angeschaut. Auch wenn du benommen sein solltest, kennen die sowas. Ich war zweimal in solchen Kliniken und es war jedesmal eine ganz wunderbare Zeit. Die anderen dort sind auch normale Menschen mit ähnlichen Problemen. Glaub mir, du wirst da bestens aufgehoben sein.

    Zitat

    Ich hoffe es so.... will nicht von den andern blöd angeguckt werden.... wenn ich benommen bin.

    Das ist das schöne an der Klinik. Wenn es dir nicht gut geht wirst du nicht blöd angeschaut sondern bekommst sogar noch Mitgefühl und Verständnis von den anderen!


    Nach einer Woche wirst du nicht viel merken. Psyche braucht zeit. Wie ich dir in deinem anderen Thread geschrieben habe gibt es oft auch die sog. Erstverschlimmerung. Das heißt es kann sein das es dir in der ersten Zeit etwas schlechter geht. Das ist aber der normale Prozess und Verlauf und zeigt an, dass was passiert.


    Die Angst kann dir keiner nehmen und ist ja auch nachvollziehbar, aber warte es ab, es ist nichtmal halb so schlimm wie du denkst. Du hast da auch nicht nur mit Therapeuten zu tun, die mit dir sprechen. Mit hat die Musiktherapie (wir konnten uns zwischen Musik und Malen entscheiden) fand ich spitze und die Sporttherapie (ging um Bewegen und wieder in Schwung kommen) fand ich auch super. Haben da immer witzige Gruppenspiele im Freien gemacht. Mit den anderen haben wir uns in unserer Freizeit dann noch beschäftigt und ich habe echt witzige Spiele gefunden (z.B. Wikingerschach haben wir häufig draussen gespielt).


    Das wird, und es lohnt sich :)^ :)^ :)^

    Pascal

    Na, dass es sooo ein Horror ist, glaube ich Dir einfach nicht. Hast Du einen netten Zimmergenossen? Morgen stehen bestimmt schon die ersten Therapien hat. Heute hattest Du wahrscheinlich nur Untersuchungen und Erstgespräche, oder?


    In der letzten psychosomatischen Klinik, in der ich war, durfte man - außer an der PC-Station - kein Internet benutzen. Viele Seiten waren gesperrt, z.B. Facebook. W-lan gab es im Haus natürlich auch nicht. Damit wollte man verhindern, dass die Klienten stundenlang zocken, auf Facebook agieren oder fragwürdige Seiten aufrufen. War natürlich Quatsch, weil inzwischen (2014) die Smartphones üblich wurden. Diejenigen, die ein Smartphone hatten, kamen problemlos ins Internet. Ich nicht, denn ich hatte damals noch kein Smartphone, sondern nur ein einfaches Nokia-Handy und ein Notebook.


    Bin schon auf Deinen morgigen Bericht gespannt! Bis dahin --> :)* :)* :)*