Zitat

    Ja, aber mehr hatte ich doch nicht gesagt.

    Doch, denn du sagtest

    Zitat

    Von daher haben Psychosen immer auch organische Ursachen

    Und das war falsch!

    @ Richard61

    Ich bin selbst der größte Feind dieser Stigmatisierung und würde mir wünschen, dass man Irgendwann dahin kommt, den Psychiater als normalen Arzt anzusehen, den man wie jeden anderen Arzt als "normaler" Patient konsultiert.


    Natürlich sind Kopfschmerz und Schlaganfall organische Störungen. Aber:

    Zitat

    Wenn man "psychisch" erkrankt ist und bekommt ein Mittel, daß auf den Hirnstoffwechsel (organisch) wirkt und das Mittel hilft einem wieder gesund zu werden, dann war es doch klar ein organisches Leiden, zwar mit psychischen Auswirkungen, aber die Ursache des Leidens ist organisch.

    Ein klares NEIN. Ich habe oben beschrieben, wo der Denkfehler liegt. Dopamin und Co sind Ursache, der abweichenden Wahrnehmung (Bsp: Der Halluzination) aber NICHT unbedingt auch Ursache der psychischen Erkrankung! Einen Patienten als gesund oder fertig behandelt zu bezeichnen, weil man seine Halluzinationen medikamentös abgestellt hat, ist gefährlich kurz gedacht! Ein Beispiel aus der eigenen Praxis:


    Eine junge Frau mitte 20 wurde zu Beginn ihrer Pubertät von einem Fremden sexuell missbraucht. In den folgenden Jahren hatte sie keine weiteren "Beschwerden", dann stellten sich zunehmend Alpträume ein, in denen Sie das Gesicht des Peinigers sah. Dies weitete sich zu einer manifesten Störung Mit Halluzinationen aus, wobei sie im Gesicht jedes Menschen auf der Strasse ihren Peiniger sah.


    Sie wurde medikamentös eingestellt und ist nun diese Halluzinationen los, ist aber nicht gesund! Die eigentliche URSACHE ist nämlich das erlebte Trauma.


    Nun ist nicht jeder Fall so offensichtlich und viele Patienten fühlen sich auch "geheilt", wenn die ihren Alltag ohne Halluzinationen oder Zwangshandlungen meistern. Es muss Arzt und Patient aber klar sein, dass mehr dahinter stecken kann!


    Gruß!