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    Nicht unbedingt. Statistiken können u.U, helfen, Risiken zu relativieren, wenn man sie mit anderen Statistiken z.B. bzgl. der Wahrscheinlichkeit gegenüberstellt.

    Die relativierte Wippe kippt aber sofort wieder wenn einzelne Taten einer bestimmten Tätergruppe diese immer wieder durch ihr entgrenztes

    Gewaltpotential ins Rampenlicht rücken. Das füttert dann dieses hässliche Das sind DIE, das ist NEU hier, das war früher nicht so Gefühl.

    Also generell finde ich auch, dass wir in wesentlich sicheren Zeiten leben als z.B. noch in meiner Jugend in den 80ern, da ist nachweislich wesentlich mehr passiert, vor allem im Bereich der Gewaltdelikte.


    Ich denke aber auch, dass das der TE jetzt erst mal gar nichts nützt, weil ihr subjektives Angstempfinden ja durch objektive Fakten wahrscheinlich nicht besser wird.


    Ich würde dir auf jeden Fall raten, liebe TE, dich auf keinen Fall ängstlich zu Hause zu verbarrikadieren, da wird es nämlich nur noch viel schlimmer. Du hat in deiner nahen Umgebung eine Gewalterfahrung gemacht, wahrscheinlich die erste deines Lebens, und bis jetzt auch traumatisiert. Kann passieren, du musst nur was dagegen tun.


    Also geh raus, aber nimm am Anfang jemand mit, eine Freudin, einen Freund, damit du nicht alleine bist.


    Mach wirklich einen Kurs in Richtung Selbstverteidigung o.ä., das scahfft ein wesentlich besseres Gefühl.


    Ähnliches kannst du auch erreichen, in dem du einen Alarm, Pfefferspray o.ä. mit dir führt, ist gut für die Nerven (für mehr meist sonst nicht).


    Und ja, es kann immer was passieren, das ist eine Tatsache! Du kannst ausrutschen und dir auf der Treppe den Hals brechen, krank werden, mit dem Auto verunglücken und du kannst auch Opfer einer Straftat werden.


    Das kann man nicht verhindern, das ist ein ganz normales Lebensrisiko, die meisten Menschen neigen nur dazu das zu verdrängen, weswegen der Schock dann um so größer ist, wenn dann was passiert.


    Und es wurde ja schon geschrieben: Deine Nachbarin hat umgehend reagiert, das ist doch toll und nicht usus in jeder Gegend.


    Schlimm finde ich, dass du dich wegen etwas, dass außen stattfand, offensichtlich auch in deiner Wohnung nicht mehr sicher fühltst, hab ich das richtig verstanden?


    Wenn sich das nicht ändert, solltest du wohl mal einen Psychologen aufsuchen, denn das ist ja kein Zustand.

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    Das füttert dann dieses hässliche Das sind DIE, das ist NEU hier, das war früher nicht so Gefühl.

    OK.


    Es könnte aber auch helfen, Probleme zu erkennen um diese zu lösen. Probleme löst man immer erst dann, wenn man sie als solche benennt und erkennt. Verharmlosung oder Übertreibung ist keine Problemlösung.

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    Die relativierte Wippe kippt aber sofort wieder

    Die Wippe kippt erst gar nicht, wenn man feststellt, das eine bestimmte Tätergruppe unterdurchschnittlich in der Statistik vorkommt: Ein schweizer Journalist hat sich die Mühe ml für Taschendiebstähle gemacht. Es kam heraus dass Deutsche, Österreicher und Syrer (!) nicht häufiger als Täter ermittelt wurden wie Schweizer. Andere Nationalitäten waren deutlich häufiger ermittelt.

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    Es kam heraus dass Deutsche, Österreicher und Syrer (!) nicht häufiger als Täter ermittelt wurden wie Schweizer.

    Bürger aus Syrien zählen auch zu den diesbezüglich unauffälligen Bürgern. Bürger mit realen Asylgründen zählen in der Regel nicht zu kriminell besonders auffälligen Bürgern.

    @ sensibelmann:

    Du verkennst meine Botschaft: Wenn die "Ausländer" tatsächlich nicht krimineller sind als die Einheimischen, dann kann man das prima mit einer Statistik belegen. Nur wenn man Angst hat, dass Ausländer krimineller sind, dann sollte man das natürlich nicht veröffentlichen. - Insofern vielsagend, dass Migrationsbefürworter sich sehr stark dafür einsetzen, dass solche Statistiken nicht veröffentlicht werden.

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    Du verkennst meine Botschaft: Wenn die "Ausländer" tatsächlich nicht krimineller sind als die Einheimischen, dann kann man das prima mit einer Statistik belegen.

    OK.

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    Insofern vielsagend, dass Migrationsbefürworter sich sehr stark dafür einsetzen, dass solche Statistiken nicht veröffentlicht werden.

    Ich bin Migrationsbefürworter und ich bin für eine Veröffentlichung der Statistiken. Wer Migration befürwortet, sollte auch vor den damit einhergehenden Problemen (Sozialisation, Kriminalität) nicht die Augen verschließen. Wer Migration befürwortet und vor den damit einhergehenden Problemen die Augen verschließt, bekommt am Ende die Probleme mit voller Wucht vor den Latz geklatscht. Migration sollte meines Erachtens keineswegs bedingungslos erfolgen.

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    honeymooon


    Das Problem an Angst ist, dass man sie rational oft nicht greifen kann. Du hast einen gewalttätigen Übergriff in deiner Wohnumgebung miterlebt und ich kann verstehen, dass dich das nachhaltig erschreckt hat.


    Da nützen erstmal auch keine Statistiken, dass Deutschland im Gesamten sicherer geworden ist und es weniger Gewaltverbrechen gibt. Vielleicht sind sie für manche ein guter Ansatz um subjektives Unbehagen mit der Realität abzugleichen, aber wenn man nah dran an so einem Vorfall war und er im persönlichen Lebensraum, in deinem Fall vor deiner Haustüre, stattfand, ist das schon eine andere Nummer.


    Ich würde Medien mal beiseite lassen und den Fokus darauf legen, wie man dein Sicherheitsgefühl wieder stabilisieren kann.


    Ich finde Selbstverteidigung und ähnliche Maßnahmen gar nicht so verkehrt. Natürlich kann man sich nicht gegen alle Eventualitäten wappnen, so viel Realismus muss einfach sein, aber so ein Grundrepertoire an Verhaltensweisen in brenzligen Situationen oder Reaktionen auf versuchte Übergriffe, kann nicht schaden.


    Was du dir auch zulegen kannst, ist ein Taschenalarm. Den kannst du bei dir tragen, wenn du unterwegs bist und in einer Notsituation auslösen. Meine Freundin geht regelmäßig abends oder frühmorgens joggen und klemmt ihren an die Kleidung. Wir haben das Ding einmal ausprobiert und der Alarm ist derart laut und schrill, dass er nicht nur die Aufmerksamkeit aller Leute im Umkreis auf sich zieht, sondern einen Täter, der mit so etwas vermutlich nicht rechnet, vielleicht so sehr erschreckt, dass dieser sofort das Weite sucht.

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    Da nützen erstmal auch keine Statistiken, dass Deutschland im Gesamten sicherer geworden ist und es weniger Gewaltverbrechen gibt.

    Das ist richtig. Deshalb fällt es ja auch auf, dass seit 2015 die Zahlen wieder steigen. Der Zeitartikel ist gut recherchiert.

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    Statistiken können u.U, helfen, Risiken zu relativieren, wenn man sie mit anderen Statistiken z.B. bzgl. der Wahrscheinlichkeit gegenüberstellt.

    Statistiken sind relativ abstrakt, und wenn du eine Statistik findest, aus der du das rauslesen kannst was du willst, wird ein anderer eine Statistik finden aus der er was anderes rausliest. Das finde ich müßig. Ich mache das konkreter, indem ich riskante Situationen zu vermeiden versuche. Wenn ich in der Zeitung lese, dass jemand überfallen wurde, lese ich, wann und wo und ggf von wem, und dann stelle ich häufig fest, dass mir das vermutlich nicht passiert wäre.

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    Ich mache das konkreter, indem ich riskante Situationen zu vermeiden versuche.

    Ja. Ich habe schon von vielen Freundinnen gehört, dass sie abends nicht mehr alleine ausgehen.


    Alleine durch den Park zu joggen sollte man, so die Polizei, ja als Frau auch nicht mehr in Deutschland machen.

    Ich gehe schon alleine Abends weg. Kommt halt drauf an, wohin, mit welchen Verkehrsmitteln usw. Meine Lebensqualität lasse ich mir durch eine vernünftige Vorsicht nicht nehmen. Ist immer eine Frage der Abwägung. Ich will alleine weggehen, aber ich muss zB nicht Nachts durch einen Park joggen. Letzeres mache ich daher nicht.

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    , aber ich muss zB nicht Nachts durch einen Park joggen. L

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    Vergewaltigung Leipzig: Frauen sollen nicht alleine joggen

    https://www.morgenpost.de/vermischtes/article211790533/Joggerin-am-hellichten-Tag-in-Leipziger-Park-vergewaltigt.html


    Die Tat fand am Vormittag statt.

    Hallo Zusammen!


    Vielen Dank für eure Unterstützung.


    Mit einem Schmunzeln schwanke ich zwischen "Ok, ich gehe einfach nicht mehr raus" und "was soll - ich kann morgen aus dem Bett fallen und mir das Genick brechen".


    Ihr habt mit allem Recht, jeder auf seine Weise. Aber dennoch muss ich noch einmal sagen, Statistik hin oder her, egal ob die Zahlen steigen oder nicht, in so einer Situation ist es nicht hilfreich. Selbst wenn das Risiko 1 zu 1 Mio ist, einen wird es treffen. Was wenn man es selber ist?


    Es kann immer etwas passieren, aber man rechnet einfach nicht damit, dass es vor der eigenen Türe passiert. Soll man sein Leben jetzt einschränken? Provoziert man damit etwas? Hat man nicht das Recht? Wer gibt dem "Bösen" das Recht, solche Eingriffe zu tätigen?


    Was die Zivilcourage betrifft - stimmt, da hat meine Nachbarin reagiert - aber auch nur eine von ?? Ich muss mich hier selbst bei der Nase nehmen, weil ich nichts gemacht habe. Mein erster Gedanke war, es hat eine Person reagiert. Nur eine! Wenn einem etwas zustoßen sollte, kann man sich anscheinend auf keinen mehr verlassen.


    Ich habe einfach Angst. Die Ursache ist der Vorfall. Der Trigger ist Schreien. Das ist für mich mal klar. Ob mir selbst etwas passiert oder nicht, ist eine andere Frage. Meide ich solche Gefahrenbereiche? Nur wo fängt das an, wo hört es auf? Schon Morgens um 9 in einem Park?


    Das "Ausländerthema" kommt wie mir scheint, automatisch mit auf. Ich merke selbst, wie ich mir die Menschen genauer anschaue und auch anders reagiere. Einfach weil in den Medien kaum etwas anderes berichtet wird. Wobei ich mir sicher bin, dass "alle" (bezogen auf die Herkunft), Dreck am Stecken haben können.


    Ich habe selbst auch schon eine Trillerpfeife, auch Kampfsport habe ich "hobbymäßig" trainiert. Aber wenn so ein Monster lauert, oder lasst es mehrere sein, dann hilft glaube ich der beste Kurs nichts.


    Im Moment weiss ich nicht, ob ich mich weiter damit beschäftigen soll, Zahlen und Artikel zu lesen, die Zeigen, wie es sich entwickelt (wie oben schon geschrieben, wenn es blöd läuft, kann man auch genau der 1 Fall sein) oder schließt man die Augen und beschäftigt sich mit etwas anderem, bis die Angst langsam nachlässt?