• Angst vor Übergriffen - Realität und Medien

    Hallo! Ich möchte das Thema eigentlich runter spielen und mir gar keine Gedanken darüber machen müssen... so wie bis vor ein paar Wochen. Jedoch ist vor ein paar Wochen in einem Park nähe meiner Wohnung ein Übergriff auf eine Frau getätigt worden. Wie schrecklich so etwas ist, brauche ich nicht erwähnen. Für sie wird es nie wieder so sein wie…
  • 106 Antworten
    Zitat

    Wer also gerade in Risikoregionen und No-Go-Areas dafür appelliert, Schusswaffen zu tragen, handelt absolut kontraproduktiv und riskiert das eigene Leben mehr, als würde man keine tragen. Weil man den potenziellen Konflikt eskaliert und sich auf ein Terrain begibt, wo der Straftäter viel erfahrener und skrupelloser handelt.

    ansonsten gebe ich dir ja recht, aber das hier ist schlicht unhaltbar. in einer gesellschaft, in der das tragen von schusswaffen unüblich ist, wie eben in deutschland, würde man den konflikt dadurch eskalieren. in einer gesellschaft, in der schusswaffen ohnehin schon weit verbreitet sind, wie zb den usa, gilt das nicht mehr, dort ist man eindeutig im nachteil, wenn man selbst keine schusswaffe hat, das gewaltbereite gegenüber aber schon. sind schusswaffen hinreichend selten, ist dieses risiko vernachlässigbar. sind sie hinreichend verbreitet, leider nicht mehr.


    insofern ist die verbreitung von schusswaffen imho "binär": wenn kaum jemand schusswaffen hat, hat der einzelne auch einen geringen anreiz, sich welche zuzulegen. ist allerdings ein ziemlich niedrigschwelliger "kipppunkt" an waffenverbreitung überschritten, kommt durch den nachteil der unbewaffneten gegenüber den bewaffneten eine dynamik in gang, die zwangsläufig bei zuständen wie in den usa endet. so eine aufrüstungsspirale in gang zu setzen, wäre etwas ganz schlechtes, unsere gesellschaft als ganzes sollte in großes interesse daran haben, das zu verhindern. solange allerdings die innere sicherheit aufgrund politischer, ideologischer und juristischer entscheidungen vor die hunde geht, wird genau diese unselige entwicklung irgendwann unvermeidbar sein. %-|

    Zitat

    wie zb den usa, gilt das nicht mehr, dort ist man eindeutig im nachteil, wenn man selbst keine schusswaffe hat

    Das sehe ich anders. Wenn dir jemand eine Knarre vor die Nase hält und deine Geldbörse fordert ... was glaubst du, wann deine Überlebenschancen höher sind? Wenn du ihm das Geld gibst, oder wenn du auch eine Knarre ziehst?


    Schusswaffen werden in der Regel nicht dazu eingesetzt, den anderen zu töten, sondern als Bedrohung, um einen bestimmten Willen durchzusetzen. Lebensgefährlich wird es erst, wenn auch geschossen wird. Schusswaffen zur Verteidigung sind in den meisten Bedrohungsszenarien eine Illusion. Dessen bin ich mir ganz sicher. Das gilt auch für dein umschriebenes "innenpolitisches Szenario". Mehr legale Waffen bedeutet auch mehr Schwarzmarkt-Waffen. Das wäre ein Fest für depperte Kleinganoven, die heute noch zu bescheuert sind, sich eine illegale Knarre zuzulegen. Deswegen bin ich heilfroh, dass eben nicht aus ideologischen Gründen das Waffenrecht liberalisiert wird.


    Ideologisch sind in meinen Augen eher die Argumente der Waffenlobby, die tatsächlich am Beispiel Kanada erklären wollen, dass mehr Waffen nicht zu mehr Toten führen. Ich habe es oben schon erklärt: man darf die Anzahl Waffen nicht in Verhältnis der Menschen setzen, sondern in Verhältnis der Besiedelungsdichte. Nur wenn Menschen aufeinandertreffen, entstehen gewalttätige Konflikte. Die Brennpunkte belegen dies auch in deutschen Städten. Die Besiedelungsdichte der USA ist 10x so hoch wie in Kanada - was ein Wunder! Ich könnte noch sarkastisch Spitzbergen nennen. Da war ich mal in Longyearbyen. Waffen gibt es da normal im Supermarkt, pro Haushalt gibt es im Schnitt 8 Gewehre wegen der Eisbären (vermutlich Weltrekord). Aber keine Schießereien. Was aber nicht an den Waffen liegt, sondern an der Tatsache, dass Spitzbergen als Land weniger Einwohner hat als Wanne-Eickel.


    Dass man das nicht sehen will, ist mir ein Rätsel. Und mit der Berücksichtigung der Bevölkerungsdichte wird auch ein Schuh draus.

    @ comran:

    was ist dann mit der schweiz? die schweiz hat eine deutlich höhere bevölkerungsdichte als die usa, aber ähnlich viele waffen pro kopf. dennoch kaum probleme mit waffengewalt.


    nein, es liegt nicht so sehr an der besiedelungsdichte sondern an sozialen spannungen und ungleichheit. in ländern, in denen es den menschen gut geht und auch die ärmeren teile der gesellschat ein zufriedenstellendes maß an sozialer absicherung und teilhabe besitzen, ist die gewalt generell niedriger - ganz gleich wieviele schusswaffen im umlauf sind. auch die kultur und erziehung spielt eine rolle. nicaragua hat eine gewaltaffinere gesellschaft als die usa, und die wiederum haben eine verrohtere gesellschaft als kanada oder norwegen.


    imho liegen probleme mit gewalt so gut wie immer an sozialen spannungen und sozialer ungleichheit. tja, und wenn es nun in einem land eine gesellschaftliche entwicklung gibt, die frauen dazu bringt sich zu fragen, ob sie sich am hellichten tag noch trauen können durch einen park zu joggen ohne vergewaltigt und krankenhausreif geprügelt zu werden, dann würde ich das durchaus als den anfang "sozialer spannungen" bewerten. ??aber vermutlich brauchen die meisten noch etwas länger bis sie bereit sind das zu begreifen.?? :=o

    Zitat

    Schusswaffen werden in der Regel nicht dazu eingesetzt, den anderen zu töten, sondern als Bedrohung, um einen bestimmten Willen durchzusetzen.


    Comran

    Tja dummerweise weißt du aber nicht bei einem Überfall, wie das kriminelle Subjekt konkret tickt. Ich möchte nicht darauf angewiesen sein, dass derjenige einigermaßen normale Aggressionshemmungen hat und ihm daran gelegen ist, mich möglichst nicht zu verletzen. Alleine, dass der den Überfall/Angriff begeht, deutet schon darauf hin, dass mein Wohlergehen keine Priorität für denjenigen haben kann.


    Die Joggerin in Leipzig war dem Täter zB körperlich unterlegen, er hatte das Überraschungsmoment und sie hat sich laut Berichten wohl nicht gewehrt; trotzdem hat er ihr Gesicht zu Brei geschlagen, sodass sie notoperiert werden musste, und sie vergewaltigt. Das Paar in der Siegaue (Camper) hat sich auch nicht gewehrt (dort wurde die Waffe eingesetzt, um die Vergewaltigung zu erzwingen und Widerstand zu brechen - das Paar hatte seinerseits keine Waffe dabei, um sich verteidigen zu können). Maria L. wurde anschließend praktisch im Fluss ersäuft, "obwohl" auch dort der Täter bekommen hat, was er wollte (die Vergewaltigung). Der 40-Jährige, der neulich totgeschlagen wurde, hat die Tätergruppe seinerseits nicht angegriffen - sie aber ihn.


    Die hier waren auch sogar zu zweit unterwegs und haben die Angreifer nicht provoziert, trotzdem haben die Angreifer ihnen massive Gesichtsverletzungen zugefügt - und man kann sich ja mal überlegen, wie gut sich gerade am Kopf/im Gesicht auch mit den heutigen Möglichkeiten der Chirugie das ursprüngliche Antlitz - ganz zu schweigen von der Gesundheit und dem Wohlbefinden - wiederherstellen lässt.

    Zitat

    Ihnen kamen in der Dunkelheit zwei Männer entgegen. Als sie die Männer erreichten, schien es, als machten sie den Frauen zunächst Platz. "Doch bei der Vorbeifahrt griffen sie die Geschädigten dann unvermittelt an, woraufhin diese zu Boden stürzten. Die beiden Männer schlugen auf die am Boden liegenden Geschädigten ein und zerrten sie in einen Grünstreifen. Die weiteren Handlungen der beiden Täter waren offensichtlich sexuell motiviert", beschreibt ein Polizeisprecher die brutale Szenerie.(...)


    Die beiden Frauen erlitten massive Gesichtsverletzungen.

    https://www.welt.de/regionales/hamburg/article165462867/Als-sie-vorbeifahren-wollen-reissen-die-Taeter-sie-vom-Fahrrad.html


    (Dass die beiden Frauen die doppelte armlänge Abstand hier nicht eingehalten haben und im Dunkeln unterwegs waren ohne männliche Begleitung, war natürlich fahrlässig von ihnen aus Sicht der neuen Sicherheitslage. Aber sie waren immerhin nicht bewaffnet und haben ihre Angreifer braverweise nicht provoziert durch Gegenwehr - mit Ausnahme der Schreie. [...] /ironie)


    Es läuft nicht friede-freude-eierkuchenmäßig ab, nur weil man sich als Opfer nicht wehrt und brav seine Wertsachen herausgibt oder sich eben vergewaltigen lässt. Was weiß denn das Opfer, was im kranken Hirn des Täters oder der Täter vor sich geht. Das sind in den seltensten Fällen skrupulöse, empathisch-mitfühlende und höfliche Zeitgenossen, die einen in Gentlemen-Manier bloß um Wertsachen erleichtern möchten.


    [...]

    Zitat

    was ist dann mit der schweiz? die schweiz hat eine deutlich höhere bevölkerungsdichte als die usa, aber ähnlich viele waffen pro kopf. dennoch kaum probleme mit waffengewalt.

    "Ähnlich viel Waffen pro Kopf" sind Fake-News, man muss auch den genauen Wortlaut der Statistiken lesen. Es gibt ähnlich viel Haushalte, die überhaupt Waffen haben, ja - aber in den USA gibt es doppelt so viel Waffen pro Kopf wie in der Schweiz.


    http://www.watson.ch/Schweiz/U…ergleich-in-drei-Grafiken


    Dazu hat die Schweiz die hohe Waffenverbreitung vor allem durch das Armeesystem und fast nur Gewehre in den Haushalten und kaum Handfeuerwaffen - über die Hälfte der registrierten Waffen in der Schweiz sind Armeewaffen in Privathaushalten. Und mit einem Gewehr gehst du nicht abends Joggen oder in die Kneipe. Insofern ist das Äpfel mit Birnen verglichen.


    Die Schweiz rangiert auf Platz 4 bei der Tötungsrate durch Schusswaffen. Das ist nicht gerade ein rühmliches Ergebnis. Wenn du den Anteil der Handfeuerwaffen in der Schweiz im Verhältnis zu den USA betrachtest und in der Statistik berücksichtigst, bin ich mir sehr sicher, dass da eine ähnliche Tötungsrate bezogen auf die Bevölkerungsdichte herauskommt. Ich bleibe daher bei meiner Einschätzung.

    Zitat

    nein, es liegt nicht so sehr an der besiedelungsdichte sondern an sozialen spannungen und ungleichheit.

    Dann die Gesellschaft also keine Waffen, sondern höhere Bereitschaft zu teilen. Oder woher kommen soziale Spannungen und Ungleichheit? Bekämpfen Waffen die Wurzel des Übels? Sicher nicht. Überleg nochmal deine Argumentationskette. :)z


    BTW: hat das einen besonderen Grund, dass du dich Black Gun nennst, oder ist das Zufall? Nur mal so aus Interesse.

    Hallo,


    Jeder Schreck, der uns eine unliebsame Realität erleben lässt, kann eine ganze Weile nachwirken. Aber ich möchte Dir tröstend sagen, meist verliert sich das früher oder später wieder, wenn wir nicht dauernd darüber nachgrübeln.


    Warnungen, also auch Berichte jeder Art, helfen uns aber höchstens, soweit sie uns sinnvoll dazu bringen, vorsichtig zu sein, z. B. nicht morgens um Sechs schon oder nachts durch einsame Gebiete zu streifen.


    Im übrigen machen sie dafüer anfällige Menschen übersensibel und helfen Null. Ich ignoriere wüste Berichte lieber mal, statt mir das nutzlos alles reinzuziehen.


    Gruß, Sviva

    Ich bin hier raus.


    Suhlt euch doch weiter in euren Untergangsphantasien und träumt von Bewaffnung.


    Wie schon gesagt, ich kenne niemanden persönlich, der nicht mehr vor die Türe geht sondern lese immer nur in Foren von Leute, die sagen sie würden das nicht mehr tun. Im Gegesatz zu euch arbeite ich Nachts und die meisten Leute, die ich kenne auch, habe also seit 30 jahren einen Vergleich, wie es ist als Frau alleine unterwegs zu sein. Zu unterschiedlichsten Zeiten.


    Aber schön, dass Männer das besser wissen als ich und all die anderen Frauen, die Nachts arbeiten, sei es in Schicht, in der Kneipe, in der normalen Gastro, im Theater etc.pp.


    Ich hab den Faden meiner brasilianischen Freundin gezeigt, die gestern zu Besuch war. Und während sie am Anfang noch viel Mitgefühl für die TE hatte war zu den letzten paar Seiten ihr einziger Kommentar, dass es sie nun mal wieder nicht mehr wundere, dass "German Angst" inzwischen in weiten Teilen der Welt als Synonym für überzogene Hysterie steht. Ich meine, eure eigenen zitierten Statistiken zeugen jetzt auch nicht unbedingt davon, das es in D bald eine "Ausgangssperre" geben wird.


    Aber wenn ihr meint.


    Und weil immer wieder LE auftaucht: Hypezig hat in den letzten 15 Jahren über 60.000 mehr Einwohner bekommen, da steigt auch die Kriminalität, wie in allen Städten, die hip sind.


    Auf dem Kaff mit abnehmender Bewohnerzahl wohl eher nicht.

    @ Comran

    Zitat

    Polarfuchs, lies das Presse-Zitat doch nochmal in Ruhe. Was hätte eine Waffe geändert, wenn du unmittelbar angegriffen wirst?

    Eine Schusswaffe oder Pfefferspray ist im unmittelbaren Nahkampf eher unpraktisch, darin dürften wir übereinstimmen. Deshalb geht die erste Maßnahme auch dahin, dass man Nahkämpfe vermeidet, z. B., indem man auf einen größeren Abstand zu Fremden achtet unterwegs, soweit möglich, und zusieht, die nicht im Rücken sondern im Auge zu haben. Das wäre so mit die banalste Vorsichtsmaßnahme und diesbzgl. verstehe ich viele Mitmenschen nicht, die so gar keine Skepsis gegenüber Fremden unterwegs haben.


    Da man andere natürlich nicht auf bloßen Verdacht hin seinerseits angreifen darf, sondern erst das Eintreten der Notwehrlage (sprich idR deren Erstangriff) abwarten und seinerseits die Situation überhaupt richtig erkennen muss, hat man nur sehr wenig Zeit, um zu reagieren im Falle des Falles. Aber griffbereite Waffen können sehr wohl lebensentscheidend sein, wenn es zum Nahkampf kommt. Und sei es auf sekundärer Ebene. (Wenn man wirklich völlig unvermittelt angegriffen wird, bleibt einem zur Abwehr primär vermutlich nur eine waffenlose Schutztechnik, wenn man die Reflexe dazu hat. ... Man lernt deshalb bei der Selbstverteidigung auch als Erstes, seinen Kopf zu schützen. Weil es das sonst war. Da reicht wie einige Fälle gezeigt haben leider im Zweifel ein Schlag oder Tritt gegen den Kopf.)


    Waffen sind aber bei solchen Blitzangriffen interessant, bei der Frage wie es weitergeht, wenn man den Erstangriff irgendwie abwehren oder ihm ausweichen konnte. Die wenigsten sind kleine Bruce Lees, die es ganz ohne Waffe mit einem oder mehreren Angreifern aufnehmen können. Für Menschen mit körperlichen Gebrechlichkeiten bzw. körperlich angeschlagene oder einfach nur sehr unsportliche Menschen gilt das umso mehr. [...] ... Klar, es gibt ein paar Sachen, die auch gut gegen einen größeren und stärkeren Angreifer funktionieren und ich bin sportlich und für mein Körpergewicht relativ stark, aber in der Summe bleibt trotzdem ein deutlicher Nachteil aufgrund des Größen- und Gewichtsunterschieds sowie des Kräfteunterschieds. ... Ich weiß ja nicht, wie du körperlich gebaut bist - mit 1,80m und 100 kg Muskelmasse und 5 Jahre Krav Maga o. ä. würde ich mich vielleicht auch eher auf den waffenlosen Kampf verlassen.


    [...]


    Zu Pfefferspray im Nahkampf noch als Ergänzung:


    Auch wenn das eigentlich für mittlere Distanzen gedacht ist, gibt es genügend Fälle, in denen selbst relativ unsportliche Frauen sich im Nahkampf damit wehren und sich dadurch eine Fluchtmöglichkeit schaffen konnten. In meiner Stadt z. B. 2016, als eine Frau von zwei Männern in der Innenstadt bedrängt und gegen eine Hauswand gedrückt wurde und versucht wurde, sie zu entkleiden. ... Pfefferspray, Messer etc. sind keine Wundermittel und alles hat Nachteile im Leben neben den Vorteilen, aber ich mag es nicht, wenn Aufrüsten immer als böse und ohnehin nutzlos dargestellt wird und so, dass man dann Schuld an einem brutalen Vorgehen oder steigender Brutalität bei bestimmten Straftaten hätte als Opfer. Die Rohheitsdelikte steigen bytheway auch so und man könnte auch den Schluss ziehen, dass es genau umgekehrt ist: Die Bürger rüsten auf, weil die Täter immer brutaler werden im Durchschnitt.


    [...]

    @ kleiner_Drachenstern

    Zitat

    Wie schon gesagt, ich kenne niemanden persönlich, der nicht mehr vor die Türe geht sondern lese immer nur in Foren von Leute, die sagen sie würden das nicht mehr tun. Im Gegesatz zu euch arbeite ich Nachts und die meisten Leute, die ich kenne auch, habe also seit 30 jahren einen Vergleich, wie es ist als Frau alleine unterwegs zu sein. Zu unterschiedlichsten Zeiten.

    Das ist schön für dich. Zum Glück sind ja nicht alle Gegenden gleich stark negativ betroffen. Da ich auch immer schon gerne zu allen möglichen Uhrzeiten unterwegs war und regelmäßig zu Fuß von Feiern etc. durch die Innenstadt sowie auch abgelegenen Wegen auf dem Land nach Hause gelaufen bin, gerne abends im Wald Laufen gehe, es in allen (Klein-)Städten, in denen ich gelebt habe Unterkünfte gab, und wir das gleiche Geschlecht haben, habe ich einen anderen Eindruck. Natürlich gehe ich auch weiterhin vor die Tür, alleine wohlgemerkt, aber Lust auf Stadtfeste oder (Silvester-)feiern in der Innenstadt hier habe ich absolut keine mehr, weil es da in den letzten Jahren Veränderungen zum Negativen hin gab, und diese Veränderungen ziehen sich immer mehr durch alles durch. Für manche ist es aber auch erst dann schlimm, wenn man wirklich nicht mehr das Haus verlassen kann ohne überfallen zu werden. Das ist aber nicht einmal in Afghanistan, Syrien oder in den Slums in Brasilien so. Auch dort gibt es einen normalen "friedlichen Alltag", es passiert nur häufiger etwas als anderswo usw..

    Ich finde den Rat zur Aufrüstung nach wie vor kontraproduktiv und nicht hilfreich für die TE und ihr Problem. Ich konnte auch bisher nicht erkennen, wie in den angesprochenen Überfallsituationen eine Waffe helfen soll. Einen Einbrecher überraschen ist eine Sache. Mit geladener Waffe durch den Park zu joggen, falls mal jemand unvermittelt angreift, eine ganz andere (oder sollen die Damen schon defensiv die Waffe im Anschlag halten?).


    Was ist das für eine Welt, die ihr euch da wünscht? Ich hoffe, dass solche Ansichten weiterhin eine Minderheitenmeinung bleiben.


    Ja, es haben sich Dinge messbar verschlechtert. Aber wir wollen mal die Kirche im Dorf lassen. Die Bedrohungssituation war in Kriminalitätshochburgen wie Frankfurt schon immer hoch. Anfang der Nuller-Jahre war die Vergewaltigungsquote in Deutschland auf einem Rekordhoch. Kein Mensch hat jemals geraten, sich deswegen zu bewaffnen, wenn man durch Frankfurt läuft oder im Park joggen geht.


    Aber jetzt, wo man einen insgesamt einstelligen prozentualen Anstieg von sexuellen Übergriffen auf Zuwanderer zurückführen kann, ist plötzlich der Ruf der Waffen da.


    Die Motivation ist da für mich sehr deutlich. Ich finde das durchschaubar, da es Macht- und Rachegelüste wiederspiegelt, die man in dieser Form vor 15 Jahren nie gehört hatte. Und ich finde es weder gut noch konstruktiv, den Frauen deswegen die totale Bedrohung einzureden, die gar keine totale Bedrohung ist. Sie ist nicht einmal viel anders geworden als sonst. Aber es schürt Stimmung statt nüchterne Auseinandersetzung mit dem Thema - und diese Stimmung ist hier vornehmlich gewollt. Der Schutz der Frauen nur ein Mittel zum Zweck. Ich hoffe, dass die Frauen hier in diesem Faden ausreichend dahintersehen und sich in der Angst nicht instrumentalisieren lassen.

    Zitat

    Was ist das für eine Welt, die ihr euch da wünscht?

    ... in eine Welt mit erhöhtem Bedrohungspotential, mit Rache und Selbstjustiz, mit erhöhter Bedrohung für unbeteiligte und unschuldige Bürger.


    Nicht vergessen sollte man, dass eine Waffe Risiken nicht unbedingt verringert (eine Schußwaffe z.B. ist für Nahdistanzen meistens ungeeignet, weil man zuviel Zeit benötigt, um sie bereit zu haben), sondern auch erhöhen kann- insbesondere, wenn die Verteidigerin mangels Geschick die Waffe an den Täter verliert und den Täter damit stärkt, für angegriffene Personen kann das mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit auch den Tod bedeuten..


    Kriminalität bekämpft man nicht mit Aufrüstung, da gerade Gewaltkriminelle sich dann genauso aufrüsten (können)- das halte ich für fatal.


    Kriminalität bekämpft man am besten mit erhöhter Aufklärungsrate und mit besserer vor allem sozialer Bildung von Menschen, gerade auch für diejenigen, die neu in Deutschland sind und aus sozial "verwahrlosten" Gegenden kommen, wo Frauen als minderwertig gelten,

    , wo Menschen eine unterentwickelte Haltung zu Recht und Gesetz haben, wo das Gesetz des Stärkeren gilt, wo Gewalt zum kommunikativen Standard gehört.

    Zitat

    Aber jetzt, wo man einen insgesamt einstelligen prozentualen Anstieg von sexuellen Übergriffen auf Zuwanderer zurückführen kann, ist plötzlich der Ruf der Waffen da.

    Diese Denkweise ist mir auch vollkommen unklar.