Angststörung (Krebsphobie) nach Trauma

    Hallo,


    ich komme einfach aus diesem Teufelskreis nicht mehr raus...


    Vor 7 Wochen entdeckte ich einen Knoten in meiner Brust. Der fühlte sich gutartig an und folglich ging ich auch mit einem "ist sicher alles ok"-Gefühl zum Arzt. Ich wurde dann aber total verunsichert, sollte ins Brustzentrum... und die Gedankenspirale begann. Schlauerweise fing ich dann natürlich auch mit exzessiver Internetrecherche an. Es half auch nichts mehr, dass die Ärztin mich im Brustzentrum beruhigte, dass bei der Biopsie bestimmt nichts schlimmes rauskommen wird. Ich war nur noch am Heulen, hatte keinen Appetit mehr, bekam Angstanfälle, mein Umfeld wusste nichts mehr mit mir anzufangen.


    Biopsieergebnis: gutartig. Ich war kurz erleichtert, aber dann ging der Film in meinem Kopf weiter und das Angstgefühl blieb. Und durch diese mittlerweile zwanghafte Internetrecherche auf irgendwelchen Krebsseiten landete ich natürlich auch noch bei viel schlimmeren Krebsarten und persönlichen Geschichten usw. Und das alles hat sich nun in meinem Kopf eingebrannt.


    Ich habe nur noch Angst, in meinem Kopf gibt es nur noch "Krebs"... ich wache nachts zigmal von Alpträumen auf. Ich kann mich mit nichts anderem mehr beschäftigen. Diese Angst, es könnte mich morgen, in ein paar Monaten, in 3 Jahren treffen... sie lässt mich keine Minute mehr los. Mein ganzes Leben fühlt sich total fremd an, ich habe an nichts mehr Freude, kann keine Pläne für die Zukunft machen. Es fühlt sich an wie ein Alptraum.


    Körperlich zeigt sich das auch immer mehr. Dazu kommt, dass ich Hashimoto und eine Nebenierenrindeninsuffizienz habe und das alles ein riesiges Chaos geworden ist.


    Vorher habe ich darüber im Grunde nie nachgedacht. In meiner Familie ist Krebs nicht sonderlich verbreitet... es wurden/sind alle alt. Probleme gab es eher bzgl. Herzgeschichten. Auch kenne ich persönlich keine jungen Menschen, die Krebs haben/hatten. Es war immer "weit weg". Und nun schwebt das Damoklesschwert bedrohlich über mir und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.


    Nachdem ich mich über Traumata informiert habe, hatte ich die Hoffnung, mein Kopf regelt das alleine... aber durch diese Internetrecherche habe ich die Angst immer wieder und immer mehr genährt und bin nun völlig ratlos.

  • 8 Antworten

    Hallo! Du und Deine Ärzte haben alles richtig gemacht: Knoten ertastet, Mamografie in Kompetenzzentrum und Biopsie - und das Ergebnis war und ist eindeutig gutartig. Damit kannst Du vollkommen beruhigt sein. Leider ist es so, dass solche Untersuchungen, vorallem die Mammografie dazu dienen Brustkrevs frühzeitig und mit Sicherheit zu erkennen. Aber bei Dir wurde eindeutig und mit Sicherheit erkannt, dass es sich nicht um Krebs sondern um eine normale, unschädliche Verhärtung handelt! Du brauchst also definitiv keine Angst vor Brustkrebs zu haben und auch nicht danach zu googeln.


    Hier im Forum werden immer Frauen mit einem "Knubbel" in der Brust ind Blaue hinein und ohne Gewissheit einfach nur beruhigt, dass es schon nichts schlimmes sein wird. Hoffentlich verpassen die dann nicht die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen... Aber Du hast diese Untersuchungen schon hinter Dir, Du warst sehr tapfer und hast besonnen und richtig reagiert und kannst jetzt mit dem Befund wirklich ganz beruhigt sein, denn Du hast da nichts gefährliches. Freu Dich, denn Du hast es verdient! :)^

    Ja, grundsätzlich hast du Recht. Das hätte sicherlich die normale Reaktion sein sollen. Aber dann kam ich von Brustkrebs zu Leukämie und Hirntumoren und allen anderen Krebsarten... Nicht dass ich aktuell irgendwelche entsprechenden Symptome hätte, aber schon morgen könnte es ja so weit sein... und diese Angst, die lässt mich nicht mehr los. Ich habe mich in den letzten Wochen nur noch mit diesem Thema beschäftigt, aus meinem Kopf ist alles andere verschwunden.

    Zitat

    Diese Angst, es könnte mich morgen, in ein paar Monaten, in 3 Jahren treffen... sie lässt mich keine Minute mehr los. Mein ganzes Leben fühlt sich total fremd an, ich habe an nichts mehr Freude, kann keine Pläne für die Zukunft machen. Es fühlt sich an wie ein Alptraum.

    Das heißt, die Angst hat sich verselbständigt, du hast einen Schock, der nachwirkt. Dazu auch noch die Erkenntnis, dass wir alle mit einer kostbaren und fragilen körperlichen Gesundheit leben. Und das ist real. Es kann aber schnell krankhaft werden, sich darauf zu konzentieren. Nimm dir fest vor, dich davon wieder zu lösen. Erster Schritt: Nicht mehr googlen, nicht mehr das Thema in den Fokus nehmen.

    Ja, das Ganze hat sich definitiv verselbständigt. Und ich neige sowieso eher zu Ängstlichkeit und nicht unbedingt zu einem positiven Denken.


    Wobei ich eigentlich eine Kämpferin bin. Ich hatte schon viele harte Zeiten in meinem Leben... auch gesundheitlich ging es mir oft sehr schlecht. Und ich habe immer wieder die Kurve bekommen, aber gerade stehe ich dem so hilflos gegenüber.


    Dazu kommt, dass ich seit vielen Jahren schon panische Angst davor habe, irgendwann nicht mehr da zu sein. Ich habe mich bis jetzt immer damit getröstet, dass ich ja wohl noch viele Jahre leben werde. Meine eine Oma wurde über 100, die andere ist über 90... sowas in der Richtung hatte ich eigentlich auch angestrebt ;-D Und nun ist das alles wie ein Kartenhaus zusammengefallen.


    Dazu kommt in der Tat, dass mein Leben bisher nicht so war, wie ich das gerne gehabt hätte. Auch vor dieser Sache jetzt habe ich mich nur gestresst und nicht richtig gelebt. In der Woche vor der Biopsie dachte ich mir noch: "Wenn du da heil rauskommst, dann änderst du alles". Und was ist? Seit dem Ergebnis vor 5 Wochen bin ich wie gelähmt und habe nichts davon umgesetzt.

    Zitat

    Meine eine Oma wurde über 100, die andere ist über 90... sowas in der Richtung hatte ich eigentlich auch angestrebt ;-D Und nun ist das alles wie ein Kartenhaus zusammengefallen.

    Das ist nur in deiner Vorstellung so! Du hast diese Vorstellungen bloß in der Phantasie, und damit willst du dir doch nicht dein Leben versauen, oder?

    Hallo,


    ich kann dich sehr gut verstehen. Ich hatte Anfang Februar eine Routineuntersuchung bei der Frauenärztin. Obwohl meine Mutter vor einigen Jahren Brustkrebs hatte, ging ich relativ unbedarft und entspannt zu dieser Untersuchung. Bei der Untersuchung tastete sie meine Brust ab und meinte plötzlich einen Knoten festzustellen. Ohne ein weiteres Wort, während mein Herzschlag sich bereits um ein zigfaches beschleunigt hatte, machte sie noch Ultraschall und kreiste auf dem Monitor besagte Stelle ein. Nachdem ich wirklich fast gestorben war vor Schock und Angst, sagte sie mir plötzlich, dass diese kleinen Knoten so kurz vor der Periode ganz normal seien.


    Ich solle meine Brust daher immer nach der Regel abtasten.


    Danach war ich echt paralysiert. Inzwischen ist es so, dass ich jedes Mal beim Duschen Angst habe, wenn ich mich einseife, weil ich fürchte, einen Knoten so ertasten.


    Ich bin inzwischen so ängstlich, dass ich demnächst nicht in Erwägung ziehen werde, nochmal zum Frauenarzt zu gehen. Ich bin so wütend auf diese Frau, dass sie nicht gleich erklärt hat, es wäre normal, anstatt mich mehrere Minuten in dem Glauben zu lassen, es könnte Brustkrebs sein.


    Ich leide ohnehin immer wieder an Depressionen und einer Angsterkrankung, so dass das für mich die Hölle ist.


    Vielleicht lässt das Trauma aber auch bei dir in einigen Monaten wieder nach. Gib dir Zeit!