Angstzustände - Bitte um kurzfristige Ratschläge

    Guten Abend zusammen,


    zunächst möchte ich vorab sagen, dass ich mir bewusst bin, dass in meiner aktuellen Gefühlslage psychologische Hilfe angebracht wäre und beansprucht werden sollte.


    Ich hatte vor einigen Jahren bereits verschiedene Erfahrungen mit Angstzuständen. Das fing im November 2008 an, als ich u.a. eine Art HIV Phobie entwickelte, die mich etwa 4-5 Monate intensiver beschäftigt hat (auch mit Phasen zwischendurch, die gar nicht oder weniger intensiv waren) und anschließend wieder weggegangen ist.


    Im Sommer 2014 sind mir die Gedanken wieder in den Kopf gekommen und haben mich längere Zeit nicht verlassen. Daraus hat sich dann eine Angst entwickelt, an Depressionen erkrankt zu sein, die in zwei Wochen im September sehr intensiv war, und anschließend mit einigen intensiveren und weniger intensiveren Phasen (von zumeist wenigen Tagen) ca im November/Dezember (durch Ablenkung) wieder weggegangen sind.


    Nachdem ich die letzten 4 Jahre keinerlei schlimme Gedanken etc hatte und sehr sorgenfrei unterwegs war, sind mir die Gedanken am letzten Montag (1. Oktober) urplötzlich wieder in den Kopf geschnellt und ich konnte sie seitdem nicht verdrängen. Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich für derartige Depressionsängste nicht mehr anfällig bin, und habe seit letztem Montag auch keine wirklich intensiven Angstgefühle gehabt, sondern lediglich die Gedanken nicht aus dem Kopf bekommen können.


    Gestern Abend haben sich diese Ängste allerdings kurzzeitig relativ stark intensiviert. Zwar konnte ich anschließend wieder einigermaßen entspannen, ich hatte allerdings doch eine einigermaßen unerholsame Nacht. Heute hatte ich tagsüber starke Angstschübe, wie ich sie bisher noch nicht kannte. Die Angstschübe kamen immer, wenn ich mich in meinen Gedanken in die Ängste sehr stark hineingesteigert habe, d.h. schlimmst mögliche Folgen (d.h. ich könnte verrückt werden bzw dauerhaft diese Angstzustände erleiden, wie das meine Familie mitnehmen würde, etc.) ausgemalt habe. Ich finde das absurd, wenn ich überlege dass ich vor 10 Tagen noch ganz sorgenfrei unterwegs war, allerdings fällt es mir aktuell schwer, länger als ein paar Minuten rational zu bleiben.


    Ich wäre sehr über Eure Ratschläge dankbar, wie mit solchen Gedanken und Angstzuständen kurzfristig (d.h. in den nächsten Tagen) umgegangen werden kann. Wie gesagt habe ich diese Gefühle eigentlich erst seit heute, möchte allerdings vermeiden dass ich mich in den nächsten Tagen wieder in solche Dinge hineinsteigere.


    Vielen Dank schonmal !!!

  • 7 Antworten
    Zitat



    Ich wäre sehr über Eure Ratschläge dankbar, wie mit solchen Gedanken und Angstzuständen kurzfristig (d.h. in den nächsten Tagen) umgegangen werden kann.

    Wirklich Helfen kann dir aber nur ein Psychologe oder das du ein eine Klinik gehst.

    Ohne fachliche Hilfe kannst du das alleine und auch hier so online nicht in den Griff bekommen.

    Hyperion schrieb:
    Zitat



    Ich wäre sehr über Eure Ratschläge dankbar, wie mit solchen Gedanken und Angstzuständen kurzfristig (d.h. in den nächsten Tagen) umgegangen werden kann.

    Wirklich Helfen kann dir aber nur ein Psychologe oder das du ein eine Klinik gehst.

    Ohne fachliche Hilfe kannst du das alleine und auch hier so online nicht in den Griff bekommen.

    Sorry... hatte eigentlich erwähnen wollen, dass ich aktuell nicht zu Hause bin und dementsprechend das für mich sehr schwierig ist.

    Vielleicht gibt es auch ganz andere Einflußfaktoren, die Dir gar nicht bewusst sind. Besondere Ernährung, Getränke. Ich hatte vor kurzem ganz massive Ängste beim Versuch, den Konsum von Weizenmehl zu unterlassen, war wirklich sehr erstaunlich. Also, die Frage ist, gibt es andere Dinge in Deinem Leben, die eine gewisse zeitliche Parallelität zeigen?


    Ansonsten klingt das so, als ob das hirn-interne Grübelnetzwerk Dich in den schlimmen Phasen einholt und zu Fall bringt. Das Gegenteil dazu sind Gedanke, die zukunftsgerichtet, planend, optimistisch sind. Also was vielleicht hilft, ist ein konkretes Ziel, ein Vorhaben, welches Du planend und handelnd angehen und in den Fokus der Gedanken bringen kannst, um Dich aus der Grübelecke rauszuholen.


    Und Sport. Sport, Sport, Sport.. ganz schlecht hingegen ist Alkohol.

    Ganz kurzfristige Strategie, hast du Papier und Zettel? Oder deinen PC? Schreib, schreib Geschichten, je abgedrehter, desto besser, Zauberer, Hexen, Dinos, Vampire, alles ist erlaubt, niemand muss den Quatsch lesen! Und immer, wenn deine Angst übermächtig wird, nimm dir einige Minuten und überlege dir intensiv, wie es mit deinen Figuren weiter geht. Hilft dem Hirn, die Spirale aufzubrechen.

    Langfristig such dir bitte einen guten Therapeuten.

    Erstmal: es tut mir leid zu lesen, dass es dir so geht. Diese Angstgefühle können wirklich furchtbar sein, ich fühle da wirklich mit dir.


    Du solltest dich auf jeden Fall körperlich durchchecken lassen. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann zum Beispiel Angst/Panik und Depressionen etc. auslösen, wenn sie unbehandelt ist.


    Als kurzfristige Lösung empfehle ich dir, dir zu den worst-case-Szenarien, die du dir sowieso ausmalst, mögliche Lösungen auszudenken. Als Beispiel: "Was wenn ich meinen Job verliere, oh mein Gott?!". Lösungen: "Wir haben einen Sozialstaat, im Grunde kann doch gar nichts schlimmes passieren. Im schlimmsten Fall werde ich für eine Zeit Alg1 oder 2 beziehen müssen. Oder meine Familie/Freunde oä können mir für eine Zeit etwas unter die Arme greifen. Im schlimmsten Fall kann ich auch erstmal einen schlechteren Job annehmen usw usf." Wenn dann Folgeängste zu z.B. obiger Situation kommen wie in dem Fall dann z.B. "was wenn ich aber dann meine Wohnung nicht mehr zahlen kann?" "Bleib ruhig (beruhige dich ruhig selbst), kein Vermieter kriegt einen so schnell aus der Wohnung. Ggf. kann man die Miete für einen kurzen Zeitraum verringern bzw. Raten vereinbaren für den Rest. Oder man zieht eben in eine kleinere Wohnung oder oder oder."

    Was ich damit sagen will, beruhige dich so gut es geht selbst. Es gibt für alles eine Lösung. Sag dir das immer wieder selbst. Wenn kommt "oh Gott, vlt habe ich Depressionen..oh Gott oh Gott", dann sag dir selbst, es wird wieder besser. Es wurde auch vorher schon wieder besser. Und wenn es nicht bald weg geht, dann gibt es Ärzte, die dir helfen. Dann gibt es Antidepressiva etc. pp. Sag dir immer wieder, dass du das schaffst. Es gibt so viele Lösungsmöglichkeiten, die du ausprobieren kannst. Verzage also nicht=)


    Vielleicht hilft es dir ja auch zu hinterfragen, wieso du diese Ängste hast. Quasi, was bringen dir diese Ängste? Was für einen Zweck erfüllen sie. Das klingt erstmal merkwürdig, aber unser Körper erfüllt ja damit einen Zweck. Hast du vielleicht Depressionen und verdrängst das bisher? Schau da mal genauer hin (aber das dann vielleicht besser mit Unterstützung).

    Vielleicht hilft es dir auch, wenn du dir gezielt Zeiten zugestehst, wo du dich mit den Ängsten auseinander setzt, aber dich zu anderen Zeiten gezielt ablenkst und versuchst, die Gedanken nicht zuzulassen. Dann haben sie einen Raum, aber zu deinen Bedingungen.

    Ich wünsche dir viel Glück und hoffe, du findest eine schnelle Lösung. Du schaffst das!=)

    Achso, der Hinweis mit der Ernährung ist auch ein guter Ratschlag, finde ich. Ich hatte in der Vergangenheit auch schon mit Magendarm-Problemen zu kämpfen, bei denen sich manchmal auch ein sehr beklemmendes Gefühl einstellte, wie Angst. Also eine Art Mischung aus Angst und Übelkeit. Als die Übelkeit weg war, war auch dieses Gefühl weg. Hast du z.B. öfter mal Sodbrennen?
    Ich meine auch mal gelesen zu haben, dass auch ein eingeklemmter Nerv oä Beklemmungen etc. auslösen können.

    Will sagen, es kann auch körperliche Ursachen geben. Lass dich am besten mal gründlich durchchecken um vorher körperliche Ursachen ausschließen zu können.