Anschluss im Studium verpasst

    Hi,


    ich bin klug wie ich bin mit Depressionen und Sozialphobie zum studieren in eine neue Stadt gezogen(wo ich niemanden kenne), weil ich die Krankheit lange ignoriert habe, und dachte in ner neuen Umgebung wird das schon alles. Ich gehe das Problem nun endlich an - mit Medikamenten und hoffentlich so schnell es geht auch mit Therapie.


    Nur sind die ersten 2 Wochen vom Studium nun um und - wer hätte es erwarten können - habe ich verpasst, Anschluss zu finden. (Mit Depressionen ist mir leider der Humor verloren gegangen. Garnicht so einfach, wenn man dann so "langweilig ist".. Ich warte sehnsüchtig darauf, dass die Medis beginnen zu wirken..)


    Die Grüppchen haben sich soweit gebildet, und allein in der Vorlesungen sitze natürlich nur ich.


    Gibt es überhaupt noch irgendeine Chance...? Ich will nicht die kommenden 5 Jahre alleine in der Stadt verbringen, soziale Kontakte nur, wenn ich in die Heimat komme..

  • 10 Antworten

    Hey Tenori,


    Klar gibt es noch eine Chance. :)z


    Egal ob Schule, Ausbildung oder Studium: Man hängt zwischendurch und am Ende selten nur mit denen herum, die man zu Anfang kennengelernt hat. Gerade im Studium knüpfen sich gute Kontakte meist erst ein bisschen später, wenn man z.B. einzelne Leute öfter in gemeinsamen Kursen sieht oder Gruppenarbeiten anliegen.


    Versuch durchzuatmen und dich nicht jetzt schon verrückt zu machen.


    Hast du dir mal das Freizeitangebot deiner Uni/FH angeschaut? Vielleicht ist da etwas dabei in das du gerne mit einsteigen möchtest.


    Wie weit bist du für dein Studium umgezogen?


    Ich finde es mutig das du diesen Schritt gemacht hast und dich nicht aufgibst.

    Zitat

    Egal ob Schule, Ausbildung oder Studium: Man hängt zwischendurch und am Ende selten nur mit denen herum, die man zu Anfang kennengelernt hat. Gerade im Studium knüpfen sich gute Kontakte meist erst ein bisschen später, wenn man z.B. einzelne Leute öfter in gemeinsamen Kursen sieht oder Gruppenarbeiten anliegen.

    Ich wünschte ich könnte das glauben, aber die Leute, mit denen ich öfter was mache, kenne ich schon. Es ist hier so, dass man eine kleine Gruppe hat, mit der man die meisten Veranstaltungen(außer Vorlesungen) zusammen besucht. Ich hoffe, ich baue zu denen noch irgendwie eine Beziehung auf.. Sonst wird es düster..

    Zitat

    Hast du dir mal das Freizeitangebot deiner Uni/FH angeschaut? Vielleicht ist da etwas dabei in das du gerne mit einsteigen möchtest.

    Dafür fehlt mir leider derzeit das Geld, ich muss noch ~2 Monate im Sparmodus leben, bis ich ein regelmäßiges Einkommen habe. Dann wäre das aber vlt. eine Option.

    Zitat

    Wie weit bist du für dein Studium umgezogen?


    Ich finde es mutig das du diesen Schritt gemacht hast und dich nicht aufgibst.

    Zu weit um regelmäßig heim zu fahren, >5 Stunden entfernt. Dass ich mutig sei, dass dachte ich auch erst. So langsam glaube ich, es war nur dumm und realitätsverleugnend.

    Zitat

    Ich wünschte ich könnte das glauben, aber die Leute, mit denen ich öfter was mache, kenne ich schon. Es ist hier so, dass man eine kleine Gruppe hat, mit der man die meisten Veranstaltungen(außer Vorlesungen) zusammen besucht. Ich hoffe, ich baue zu denen noch irgendwie eine Beziehung auf.. Sonst wird es düster..

    Aber selbst solche Gruppen sind doch nicht per Gesetz festgeschrieben. :)_


    Die Frage ist natürlich auch, was du dir vom Studentenleben erwartest. Ob du auf viele Studi-Partys möchtest, ob du viele Leute kennenlernen möchtest oder ob du den gesellschaftlichen Hokuspokus gar nicht haben willst. Ich sage mal, so lange du Kontakten zu anderen gegenüber offen bist, wirst du auch welche knüpfen. :)z Das müssen aber keine Gruppen sein.


    Ich kann dir zu 100% sagen, dass du gerade nicht die Einzige der Erstis bist, die sich noch nicht angekommen fühlt. Da sind noch einige die auch keinen Anschluss haben und gerade darüber brüten.

    Zitat

    Dafür fehlt mir leider derzeit das Geld, ich muss noch ~2 Monate im Sparmodus leben, bis ich ein regelmäßiges Einkommen habe. Dann wäre das aber vlt. eine Option.

    Kostet das bei euch etwas? O.o

    Zitat

    Zu weit um regelmäßig heim zu fahren, >5 Stunden entfernt. Dass ich mutig sei, dass dachte ich auch erst. So langsam glaube ich, es war nur dumm und realitätsverleugnend.

    Fünf Stunden sind schon eine kleine Hausnummer, aber versuch deinen Mut jetzt nicht zu verlieren. Ich meine es übrigens ernst: Du bist sehr mutig! Und damit meine ich nicht wagemutig, sondern generell mutig.


    Wie schaut es am ursprünglichen Wohnort aus? Hast du die Option zurück zu ziehen wenn es dir zu eng wird?

    Zitat

    Dafür fehlt mir leider derzeit das Geld, ich muss noch ~2 Monate im Sparmodus leben, bis ich ein regelmäßiges Einkommen habe. Dann wäre das aber vlt. eine Option.

    Du hast wahrscheinlich noch nicht mal geguckt? Arbeitsgruppen oä sind normalerweise kostenlos, man muss sich halt engagieren. Sportangebote waren an meiner Uni zu gut 80% kostenlos, ganz besonders Mannschaftssportarten. Oder Beträge in Richtung 10€/Semester

    Zitat

    Dafür fehlt mir leider derzeit das Geld, ich muss noch ~2 Monate im Sparmodus leben, bis ich ein regelmäßiges Einkommen habe. Dann wäre das aber vlt. eine Option.

    Bedeutet das, Du fängst einen Nebenjob an? Wenn ja, hast Du ja die Möglichkeit, hier neue Leute kennen zu lernen...?


    2 Wochen sind auch noch zu früh, um "fixe Grüppchen" zu definieren, finde ich. Da kann sich im ersten Semester schnell etwas ändern und sich somit neue Konstellationen bilden. Kannst Du Dich nicht auch mal zu einer Gruppe "einladen" bzw fragen, ob Du Dich zu ihnen setzen darfst?


    Habt ihr an der Uni/FH außer den Vorlesu gen und Seminaren vielleicht auch ein Angebot an Vorträgen und Diskussionsrunden, die allen zugänglich sind? Da trifft man auch immer wieder nette Leute.


    Ich habe während des Studiums einige Freunde beim Lernen/Recherchieren in der Bibliothek gefunden oder auch in der Mensa/Kantine...


    Ich finde Eleonoras Idee mit den Freizeitangeboten auch gut und nicht alle müssen Dich etwas kosten, hoffe ich (Chor, Fremdsprachenaustausch...).


    Ich denke auch, dass Dein Neustart mutig ist :)^ halte durch und alles Gute!

    Nach 2 Wochen ist noch nichts verloren. Ich habe meinen Studienplatz im Nachrückverfahren bekommen und bin erst 6 Wochen später in das Semester eingestiegen. Da hatten sich natürlich auch schon Grüppchen gebildet, ich kannte keinen Menschen, hatte die Einführungswochen verpasst und erstmal kein Anschluss.


    Zu allem Überfluss war ich das komplette erste Semester kaum an der Uni und wollten weder in dieser Stadt sein noch irgendwelche Menschen kennenlernen sondern war lieber zuhause bei meinen alten Freunden.


    Trotzdem hab ich im Laufe des Semsters Anschluss gefunden. In Seminaren, Übungen etc. ist man ja meistens in kleineren Gruppen und kommt schon mal eher mit Leuten ins Gespräch.


    Und von den Gruppen, die sich zu Beginn gebildet haben, war Ende des Semesters nicht mehr viel übrig. Sind am Anfang ja hauptsächlich Zweckgemeinschaften, will ja keiner alleine sein. Und wenn man sich dann im Laufe des Semesters kennenlernt, werden die Karten oft nochmals neu gemischt.


    Und man lernt immer wieder neue Leute kennen. Ich bin jetzt im 10. Semestern und treffe immer noch neue Leute in der Uni. Man muss sich natürlich schon ein bisschen einbringen und. ich nur still in der Ecke sitzen. Aber wenn man sich ein bisschen Mühe gibt, findet man schon Kontakt.

    Grüppchen bilden sich immer schnell und wenn sich die ersten schon irgendwie zusammengeschlossen haben, ist klar, dass du dich erstmal als Außenseiter fühlst. Ist aber nicht so. Du hast noch tausende Möglichkeiten dich anderen anzunähern. Und die, die in den ersten Schul-/Uni-Tagen (ist bei beidem ähnlich) direkt mal best friends sind, sind meistens auch nicht für ewig ne eingeschworene Truppe, wo keiner mehr rein passt. In dem Punkt schließe ich mich absolut Eleonora an.


    Ich habe übrigens freiwillig allerlei Vorlesungen flöten lassen, gerade am Anfang. Ich weiß, wovon du sprichst. Aber eben auch, dass nur weil man eventuell erstmal "der/die ist, den man bisher gar nicht gesehen hat", heißt das nicht viel.


    Heißt aber, wenn man darauf wert legt, auch:


    Nicht künstlich nachlaufen aber auch nicht einigeln (dann wird man nämlich irgendwann wirklich als nicht greifbarer Einzelgänger abgehakt)

    Danke allen für die Antworten. Ich war beim Erstellen des Threads ziemlich mies drauf, ich kann nun wenigstens ein bisschen glauben, dass das alles noch etwas wirkt. Auch wenn ich tierischen Schiss davor habe, dass es nicht klappt. Selbst wenn ich mich nicht "einigel", wenn ich dann aufgrund der blöden Depression oder der Sozialphobie einfach nichts zu sagen habe und Leere in meinem Kopf habe, wird es sau schwer..


    Bei Freizeitangeboten habe ich jetzt automatisch an Unisport gedacht. Und der kostet hier was. Niciht viel, aber mein Budget ist für die nächste Zeit sehr streng durchgeplant, da ist auch der kleine Betrag nicht drin. Habe nicht dran gedacht, dass es da vlt. noch mehr Möglichkeiten gibt. Muss ich mir erstmal klar darüber werden, was mich interessiert, im Moment ist einfach alles grau.

    Es ist nicht zu spät. Am Anfang habe ich schnell eine Gruppe gefunden. Nach 2 Semestern haben alle ausser ich abgebrochen.


    Durch Seminaren mit Kleingruppenarbeit habe ich schnell neue Leute kennengelernt- bei die Referatvorbereitungen hat man viel mit einander zu tun. In manche Seminaren mussten wird die ganze Semester in unsere Gruppe bleiben.


    Vielleicht ist es für dich einfacher erst in eine kleinere Gruppe Leute kennenzulernen, als in eine riesigen Menge in eine Vorlesung.


    Glaub mir, es wird auch andere Leute die allein sind geben.