Antriebslosigkeit oder Disziplinlosigkeit?

    Ich bin eigentlich ein sehr ehrgeiziger Mensch, der sehr viel Wert auf persönliche Leistungen legt. Nun ist es aber seit Jahren so, dass ich nur das Nötigste erledige und nicht wirklich in meinem Leben vorankomme.


    Ich schaffe es einfach nicht mich zu gewissen Dingen aufzuraffen, obwohl ich meist voller Tatendrang bin. Da macht es keinen Unterschied, wie viel freie Zeit und Energie ich zur Verfügung habe. Nur eine gewisse Betreuung mit zeitlichem Rahmen, in dem ich etwas Produktives erledigen MUSS, hilft mir.


    Meine Eltern vertreten die Ansicht, dass ich einfach nur faul bin. Allerdings habe ich keinerlei Probleme damit zu arbeiten, wenn mir von außen Struktur vorgegeben wird. Nur wenn ich alleine bin, klappt es nicht wirklich. Also immer dann wenn ich mich selbst regulieren muss. Ich kann auch leider überhaupt nicht mit Geld umgehen und komme schnell über mein Budget.


    Ich habe gewisse Ursachen ausgemacht wie etwa mein Perfektonismus oder zwanghafte Rituale. Manchmal kosten auch die Überwindung gewisser Ängste und persönlicher Unsicherheiten viel Energie.


    Oft geht es aber um ganz banale Dinge, etwa einen Arzttermin auszumachen, etwas zu sortieren oder etwas abzugeben. Teilweise erscheint es mir unglaublich viel Aufwand und mich schon im Vorneherein überfordert; teilweise kann ich einfach nicht die Energie aufbringen und fühle mich kraftlos. Also verbringe ich meine Zeit lieber damit, mich im Internet abzulenken. Ich beruhige mich aber damit, dass ich es eben später erledigen würde und schiebe alles immer weiter nach hinten - dabei geht es mir aber nie wirklich gut. Ich habe Schuldgefühle und ärgere mich über mich selbst. Ich weiß ja, dass ich letztlich nur wertvolle Lebenszeit verschwende, schaffe es aber auch nicht aus dem Kreislauf auszubrechen.


    Ich bin seit Jahren in psychologischer Behandlung und die verschriebenen antriebssteigernden Antidepressiva halfen nie wirklich. Eine Depression würde auch nie diagnostiziert, allerdings war meine Antriebslosigkeit auch nie wirklich Thema in meiner Therapie.


    Hat jemand eine Ahnung, woran das liegen könnte? Oder sogar Tipps, wie ich meine Lethargie besiegen und Selbstdisziplin erlernen kann? Ich bin mittlerweile einfach nur ratlos. Ich bin nun Anfang 22 und habe kaum etwas in meinem Leben erreicht.

  • 7 Antworten

    Jetzt noch mal etwas ausführlicher, wäre es möglich dass du mit den anstehenden Aufgaben unbewusst etwas negatives verbindest?

    Beispielsweise, wenn du nicht zum Arzt gehst kann er dir auch keine Krankheiten diagnostizieren. Ergo du kannst dich fälschlicherweise in Sicherheit wiegen, weil ja eben noch nichts bestätigt ist.

    Warst du jemals bei einem Endokrinologen?

    Extreme Antriebsarmut kann auch ein Zeichen einer Stoffwechselstörung sein.

    Hast du noch andere Beschwerden wie Gewichtszunahme, ständige Müdigkeit,

    phasenweise viel Durst, Schwindel, Benommenheit?

    Plüschbiest schrieb:

    Warst du jemals bei einem Endokrinologen?

    Extreme Antriebsarmut kann auch ein Zeichen einer Stoffwechselstörung sein.

    Hast du noch andere Beschwerden wie Gewichtszunahme, ständige Müdigkeit,

    phasenweise viel Durst, Schwindel, Benommenheit?

    Nein, ich sah nie die Notwendigkeit. Ich habe mich vor einigen Jahren auf eine Schilddrüsenunterfunktion 'testen' lassen, da ich auch stark übergewichtig bin, meine Werte waren aber im Normalbereich. Ich halte mein Gewicht auch seit Jahren konstant, zumal es sich ohnehin auf meine mangelnde Disziplin und simples Frustessen zurückführen lässt.


    Manchmal werde ich sehr durstig, allerdings trinke ich auch tendenziell zu wenig.


    Eine Untersuchung scheint trotzdem sinnvoll zu sein. Ich werde mich um eine Überweisung kümmern. Danke für den Tipp! @:)

    Plüschbiest schrieb:

    Hast du noch andere Beschwerden wie Gewichtszunahme, ständige Müdigkeit,

    phasenweise viel Durst, Schwindel, Benommenheit?

    Meine Müdigkeit würde ich als normal einstufen. Ich fühle mich allerdings oft so, als würde ich in einem Traum leben und alles fühlt sich so irreal an. Ich habe das bisher aber für normal gehalten.

    Du kannst auch ohne Überweisung hingehen. Meine Ärztin wollte jedenfalls keine.

    Falls du Untersuchungswerte deiner Schilddrüse da hast könntest du sie mal im entsprechenden Forum posten.

    Gerade Hausärzte sind da oft nicht auf dem neusten Stand und sagen schnell mal dass alles okay ist, obwohl es nicht so ist.

    Bei dir könnte eventuell auch eine Insulinresistenz vorliegen.

    Ist jetzt bei Übergewichtigen Menschen gar nicht mal so selten.