Nun kommt es noch darauf an, wie hoch Dein Wert ist, um den Verdacht auf Asperger-Syndrom zu erhärten. Mein Aspie-Wert bewegt sich um 175, der NT-Wert um 30. Das ist schon recht eindeutig. Bei aspergia gibt es noch einen weiteren interessanten Test: http:www.aspergia.de/index.php?cat=Tests&page=EQ-Test und http:www.aspergia.de/index.php?cat=Tests&page=SQ-Test und schließlich http://www.aspergia.de/index.php?cat=Tests&page=Auswertung%20EQ-SQ

    Kurz und knapp und nur nach der Lektüre Deines Eingangsbeitrags:


    1. Ja, das würde passen. Und Asperger ist nicht Psycho, sondern lediglich eine Bezeichnung für etwas, was eh da ist. Aber gerade dieses "Dekodieren"; dieses "Erlernen": Das könnte durchaus Asperger sein.


    2. Vor- oder Nachteile: Weder noch bzw. es hängt doch von Dir ab. Wenn die Diagnose hilft, für ggf. vorhandene Schwierigkeiten (ob es welche gibt, bestimmst DU) noch bessere Strategien zu entwickeln. Basierend auf dem, was Du schilderst, machst Du intuitiv aber schon genau die Dinge, die man Asperger-Betroffenen bspw. in einer speziellen Therapie beibringt. Wenn Du es als "Psycho-Diagnose" siehst, durch die andere Erkrankungen nicht mehr ernst genommen werden könnten: Dann ist es ein Nachteil. Wenn Du in Situationen, wo ein einfühlsames und interessiertes Gegenüber ein mögliches "Anderssein" bemerkt und Du völlig souverän sagen kannst "Ich bin Asperger-Autist, tue mich mit Blickkontakt und XYZ schwer, aber das beeinflusst nicht meine Fähigkeite zu XYZ" - dann kann es den Alltag erleichtern.


    Es liegt an Dir.

    Zitat

    das Abstempeln zu einem "Psycho", was ich mit Sicherheit nicht bin (tatsächlich musste ich zwangsläufig in all den Jahren eine große mentale Stärke entwickeln, sonst wäre ich nicht mehr hier). Überhaupt sehe ich Asperger nicht per se als Behinderung an.

    Eben. Du hast ggf. eine Erkrankung, die mit bestimmten Symptomen/Schwierigkeiten einhergeht. Deren Management im Alltag eine Menge Disziplin, Aufwand, Stärke etc. erfordert. Du scheinst sie zu haben; andere Asperger-Betroffene nicht. Wir sind alles Individuen - und Du bist eines davon, mit ganz einzigartigen Erfahrungen, Fähigkeiten, Einschränkungen,...i


    Ich sehe die Diagnose auch nicht per se als Behinderung. Aber als ein spezielles Merkmal, welches ggf. im Kontakt mit anderen zum Problem werden kann (siehe Dein Beispiel bzgl. des Arztes). Dann ganz gelassen betonen zu können, was der Grund ist... (s.o.).


    Welche Bücher mich zu dem Thema besonders fasziniert haben (da auch an Behandler gerichtet) sind die von Christine Preißmann. Selber Asperger-Autistin und psychotherapeutische tätige Ärztin.

    sunflower

    Das Asperger-Syndrom ist keine Erkrankung, sehr wohl aber eine Behinderung. Der Alltag dreht sich logischerweise um die Mehrheit, und unsereins gehört nun mal nicht ganz dazu. Vieles, was Normalos als unwichtig oder normal empfinden, ist für unsereins einfach nur grausam. Es bedarf viel Energie, sich der NT-Welt soweit anzupassen, dass man nicht als Störfaktor wirkt. Über Jahre mag das halbwegs funktionieren, aber irgendwann lässt die Kraft nach, sei es aufgrund des Alters oder aufgrund schwererer körperlicher Erkrankungen. Bei mir ist beides der Fall.


    Heute bin ich so weit, dass mir das Theaterspielen zu anstrengend geworden ist und ich damit billigend in Kauf nehme, dass sich meine intensiveren sozialen Kontakte mittlerweile auf sehr wenige Menschen beschränken.

    @ Monsti:

    Ich habe das Syndrom schlichtweg als Erkrankung bezeichnet, da es nun mal einen ICD-10 Code hat. Und Behinderung: Klr, faktisch ja. Aber die TE mit der fraglichen Diagnose sagt selber, dass es nicht per se eine Behinderung für sei darstellen würde.


    Das ist wohl sehr individuell...

    Eine Behinderung ist für mich nur etwas, das ich nicht auf irgendeine Art und Weise ändern kann. Wie eine schwere körperliche Erkrankung. Auch der beste Umgang damit hat irgendwo seine Grenzen. Ein Asperger-Autismus kann sicherlich, wenn entsprechend stark ausgeprägt, zu einer nicht therapierbaren vollständigen sozialen Inkompatibilität mit der Gesellschaft und deren Normen führen; das wäre dann auch für mich eine Behinderung.


    Intuitiv habe ich ich in meinem bisherigen Leben im Übrigen fast nichts gemacht. Die Strategien, die Asperger-Autisten in einer Therapie erlernen können, sind schlicht das Resultat von analytischen Beobachtungen und Überlegungen sowie eingehender Selbstreflexion - und das von Beginn an.

    Zitat

    Allerdings fiel im Rahmen meiner neurologischen Vorstellung wegen meiner metabolischen neuromuskulären Systemerkrankung einmal mehr auf (und ich wurde darauf angesprochen, was mir etwas unangenehm war), dass ich schwer Blickkontakt halten kann und nicht aktiv suche gerade bei fremden Menschen.

    Wie genau heißt deine MuskelErkrankung?

    @ CTX

    Zitat

    trotzdem könnte dein Eröffnungsbeitrag ein Kapitel aus dem Buch sein.

    Hm - inwiefern? Wegen des Inhalts bzw. meines Lebenslaufes, oder wegen der Art und Weise, wie ich schreibe?

    @ Surferin

    Das weiß man noch nicht genau, es gibt aber eine Vermutung, eben eine neuromuskuläre Stoffwechselerkrankung. Ich habe aber nicht nur diese Systemerkrankung, die auch wieder mehrere schwere und seltene Erkrankungen beinhaltet, sondern noch eine weitere, sehr schmerzhafte und bei mir schwer ausgeprägte Erkrankung, die mir das Leben seit vier Jahren zur Hölle macht. Genaueres kann/mag ich öffentlich nicht nennen, da ich sonst nicht mehr anonym wäre. Hat es einen besonderen Grund, warum du fragst?

    @ blucapart

    Das kommt doch ganz auf dich an. Ich selbst halte von diesen Selbsttests, auch wenn sie im Rahmen von einer Studie entstehen, eher weniger bis nichts. Denn letztlich basieren die Tests doch auch auf Stereotypen und können einer individuellen Situation keine Rechnung tragen. So werden sicherlich introvertierte Menschen als potenzielle Asperger-Betroffene entlarvt, die keinen Asperger haben, und umgekehrt. In meinem Fall ist der Test nutzlos, weil ich bei ganz vielen Fragen in meiner heutigen Situation ein Fragezeichen setzen müsste, was aber allein meiner Lebenssituation mit der schweren Erkrankungen geschuldet wäre. Die meisten Menschen existieren eben nicht nur aus sich selbst heraus, sondern können bis zu einem gewissen Grad sich an durch äußere Faktoren aufgezwungene Lebensumstände anpassen (und in bestimmten Situationen führt daran kein Weg vorbei). Sicher wird ein Mensch mit einem schwer ausgeprägten Asperger daran scheitern, aber nicht ein Asperger, der weniger schwer betroffen und nicht per se behindert ist, aber mit einer hohen Intelligenz.

    Zitat

    Die meisten Menschen existieren eben nicht nur aus sich selbst heraus, sondern können bis zu einem gewissen Grad sich an durch äußere Faktoren aufgezwungene Lebensumstände anpassen (und in bestimmten Situationen führt daran kein Weg vorbei)

    ...und das verändert natürlich auch zu einem gewissen Grad die Ausprägung von Persönlichkeitszügen und Verhaltensweisen, wenn es auch meiner Erfahrung nach nichts grundlegend an ihrer Art ändert.