Bätsch, ich habe aber mehr erreicht als du

    In der entfernten Verwandtschaft habe ich eine Person, die seit mindestens 15 Jahren nichts anderes tut, als mit ihrer Schwester, ihrer Schwägerin und mir zu konkurrieren. Sie scheint Probleme damit zu haben, dass ich ein abgeschlossenes Hochschulstudium in einem anspruchsvollen Fach und eine Position im höheren Verwaltungsdienst bei einer bedeutenden Behörde habe. Diese habe ich, was sie als Verwandte auch weiß, unter schwierigen Rahmenbedingeungen erreicht: Kindheit mit diversen alten und chronisch kranken Leuten (nicht nur Eltern, auch noch andere Verwandte im Haus) verbracht, Mutter seit meiner Grundschulzeit jahrzehntelang chronisch krank, Vater hatte als Kriegsheimkehrer Alkoholprobleme, Ehe der Eltern schwierig, Geld war knapp (Vater war kleiner Angestellter, ich bin die erste Gymnasiastin und Akademikerin in der Familie, war immer eine gute Schülerin), Vater starb während der Abschlussphase meiner Ausbildung, Schwester erkankte dann noch an Schizophrenie, ist aber uneinsichtig und lässt sich nicht behandeln, Mutter lebte symbiotisch mit meiner Schwester zusammen, nach Mutters Tod musste Elternhaus nur wegen der Uneinsichtigkeit der Schwester, die mit einem Verkauf nicht einverstanden war, teilungsverstigert werden, habe mich über 12 Jahre lang psychisch aufgerieben bei dem vergeblichen Versuch, professionelle Hilfe für die Schwester zu bekommen etc. etc. In Anbetracht dieser Rahmenbedingungen (ich habe mich nur auf die allerwichtigsten Punkte beschränkt!) keinen Partner für Familiengründung gefunden, bin jetzt mit Mitte 50 auch zu alt dazu. Führe jetzt Wochenendbeziehung mit einem Mann, der zwar gutmütig und nett ist, aber leider lebensuntüchtig und beruflich nie wirklich Fuß gefasst hat. Daher kann und will ich ihn weder heiraten noch mit ihm zusammenziehen. Habe mich mit der Situation arrangiert, versuche aber, seine Erfolglosigkeit in meiner Verwandtschaft zu "verschleiern". Mit dem, was ich selbst erreicht habe, kann ich mich ja durchaus sehen lassen, bin versorgt, finanziell unabhängig, habe einen sicheren, angesehenen und abwechslungsreichen Job, wohne trotz guten Verdienstes allerdings zur Miete, weil mir ETWs zurzeit in der Gegend, wo ich wohne, einfach zu überteuert sind.


    Meine besagte Verwandte hatte mehr Glück im Leben als ich: Zwar kein Gymnasium besucht, aber junge, fitte Eltern gehabt, früh geheiratet (da schwanger), mit knapp 21 Kind bekommen, Ehe hat gehalten, Mann tüchtiger Handwerker, der in eine hohe Position bei einem bekannten Unternehmen aufgestiegen ist. Besitzen mehrere Häuser in einem Dorf. Einziger Sohn hat an einer FH studiert, wurde von Eltern und beiderseitigen Großeltern massiv finanziell und praktisch unterstützt, vom Vater ebenfalls in dem genannten Unternehmen untergebracht, wo er inzwischen eine Abteilung leitet. Sohn hat ebenfalls früh geheiratet, mit der Eltern Hilfe ein tolles Haus in dem Dorf gebaut und hat zwei Töchter.


    Bei jedem Kontakt (und sei er bloß per WhatsApp, per E-Mail oder zweimal im Jahr telefonisch) besteht die einzige Unterhaltung der Verwandten darin, mit gegenüber mit ihrem Mann, ihrem Sohn, ihrer Schwiegertochter, ihren Enkelkindern, ihren Häusern, Urlaubsreisen und sonstigen Statussymbolen sowie ihrer Beliebtheit und ihrem großen Freundes- und Bekanntenkreis aufzutrumpfen. Mal ist es ein Artikel in einem bekannten Nachrichtenmagazin über ein Projekt in der Abteilung ihres Sohnes (solche Infos leitet sie mit den Worten "Jetzt muss ich doch mal klotzen" ein), mal der Ballett- und Reitunterricht der Enkelkinder (im Grundschulalter), dann wird wiederum mit den Skiurlauben ihres Sohnes und dessen Famile geprahlt, mit "unseren drei Häusern", der Zahl der Patenkinder und Freunde ihres Sohnes, der Zahl der Geburtstagsgäste etc. Sie hat aber nicht das geringste Interesse an meinem Leben, geschweige denn, dass mal anerkennende Worte zu dem kämen, was ich in Anbetracht meiner schwierigen Lebensbedingungen geschafft habe. Bei den zum Glück höchst seltenen persönlichen Treffen (alle 5-10 Jahre bei Familienfeiern anderer Verwandter, denn freiwillig lade ich diese Typen natürlich nicht zu mir ein und fahre auch nicht dorthin) werden unmittelbar nach der Begrüßung bereits die üblichen primitiven Sprüche gegen Beamte und den öffentlichen Dienst vom Stapel gelassen und Angehörige meines Berufsstandes allgemein abgewertet (in Wirklichkeit soll es natürlich mir gelten). Das tut übrigens auch ihr Mann und prahlt dann ausgiebig mit seinen wichtigen Dienstreisen nach Moskau, China, Schweden und Dubai von vor zehn Jahren, bei denen es natürlich stets um Millionenprojekte ging. Dabei ist das, was ich studiert habe, eindeutig anspruchsvoller als das, was ihr Sohn an der FH studiert hat. Dasselbe gilt für das FH-Studium der Schwiegertochter. Die Verwandte selber und ihr Mann können nicht mal Englisch. Behandelt werde ich aber, als ob ich bei meiner Behörde die Klos scheuern würde (was im übrigen ja auch eine unverzichtbare und nicht ehrenrührige Tätigkeit ist - kein Grund, auf jemanden herabzuschauen!)


    Wie gehe ich am besten mit dieser E-Mail- und sonstigen Angeberei um? Noch mehr auf Distanz gehen? Und wie schaffe ich es, dass es mich nicht so runterzieht? Ich möchte es einfach schneller abhaken können.


    Mit ihrer Schwester, deren Mann und Sohn rivalisiert die Dame genau so wie mit mir; sie verstehen sich daher überhaupt nicht. Die Schwägerin (d.h. die Schwester ihres Mannes) hat sich von der Familie auch seit Jahren zurückgezogen, sie haben ein sehr distanziertes Verhältnis; ich vermute, ebenfalls wegen dieser Angeberei. Wer will schon ständig übertrumpft werden? Probleme und Misserfolge scheint es bei der besagten Dame ja kaum zu geben, wenn man von bestimmten Krankheiten einmal absieht.

  • 83 Antworten

    Meine Oma sagte immer ..Wer angibt, hat's nötig ...


    Und in einem anderen Faden wurde dies wunderbare Aussage zitiert

    Zitat

    Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden

    Reinhold Niebuhr


    Du kannst die Menschen um Dich herum nicht ändern und auch die Angeberei nicht..

    Ach je, ja so Menschen gibt es, leider.


    Habe ich auch in der näheren Verwandschaft.


    Ich irgnoriere das aber seit Jahren gekonnt, sehr zum Verdruss dieser Person. Ich springe darauf einfach nicht mehr an.


    Meine Erfahrung mit solchen Wichtigtuern : die haben die meisten Laichen im Keller vergaben.


    Wenn du nämlich mal genau hinschaust ist da eben nicht alles Gold was glänz. Oft ist die Ehe im Eimer und und und. Habe ich nicht nur einmal in meinem Umfeld erlebt.


    Ich würde den Kontakt zu ihr noch mehr einschränken. Sowas musst du dir nicht geben. :|N

    Zitat

    Wie gehe ich am besten mit dieser E-Mail- und sonstigen Angeberei um? Noch mehr auf Distanz gehen? Und wie schaffe ich es, dass es mich nicht so runterzieht?

    Indem du einmal mehr auf dich, auf deine Sichtweise achtest. Wenn man das so liest was du hier beschreibst, dann könnte man von einer Vier-jährigen ausgehen, die zu wenig Schokolade abbekommen hat und dann mit dem Fuß aufstampft.


    Es bist nämlich du, die auf andere sieht und mit dem moralischen Zeigefinger fuchtelt. Leb dein Leben und gut isses. Das ist doch nicht so schwer. Bleib locker und schau doch mal, ob du wirkliche Probleme hast.


    Z.B. wie Krankheit, hohe Schulden, kriminelles Kind, Arbeitslosigkeit ect pp

    Du kannst Menschen nicht ändern ... aber Deine Einstellung zu ihnen!


    Es gibt Menschen, die selbst ein geringes Selbstwertgefühl haben und sich ausschließlich über vermeintliche Erfolge definieren. Gerne auch über die Erfolge des Partners oder der Kinder.


    - mein Kind hatte aber den ersten Zahn schon mit 3 Monaten


    - Was? Dein Kind läuft noch nicht mit 1 Jahr, meiner konnte schon mit blablabla Monaten laufen


    - mein Kind geht aufs Gymnasium, er ist klassenbester


    - mein Mann fährt so ein tolles großes teueres Auto


    - mein Mann ist so erfolgreich usw. usw


    Für mich ist das alles Blablabla, ist wie damals in der Werbung: Mein Haus, mein Auto, mein Boot ... Für mich sind das ganz arme Würstchen, mit ihrem Geld können sie sich nämlich nicht das kaufen, was wirklich wichtig im Leben ist: Gesundheit und Zufriedenheit.


    Bleib mehr bei Dir, sei zufrieden mit dem was Du hast und lass sie reden oder texten. Geht es Dir zu sehr auf die Nerven, blockiere sie. Aber verschwende nicht noch mehr Lebensenergie.

    Zitat

    Dabei ist das, was ich studiert habe, eindeutig anspruchsvoller als das, was ihr Sohn an der FH studiert hat. Dasselbe gilt für das FH-Studium der Schwiegertochter. Die Verwandte selber und ihr Mann können nicht mal Englisch.

    Vielleicht spüren sie deine herablassende Haltung? Du fährst nämlich die gleiche Konkurrenzschiene wie sie auch, vergleichst, wer unter welchen Umständen was erreicht hat. Wenn du diese Schiene verlässt, dich auf anderes, Wesentlicheres konzentrierst, dann treffen dich wahrscheinlich auch die Prahlereien anderer weniger.

    Zitat

    Das tut übrigens auch ihr Mann und prahlt dann ausgiebig mit seinen wichtigen Dienstreisen nach Moskau, China, Schweden und Dubai von vor zehn Jahren, bei denen es natürlich stets um Millionenprojekte ging. Dabei ist das, was ich studiert habe, eindeutig anspruchsvoller als das, was ihr Sohn an der FH studiert hat. Dasselbe gilt für das FH-Studium der Schwiegertochter. Die Verwandte selber und ihr Mann können nicht mal Englisch.

    Warum stört dich das so? Man muss unterscheiden zwischen Intellekt und spannenden Geschichten. Ich persönlich höre mir lieber spannende Geschichten von Projekten in Moskau an, als wenn mir jemand etwas vom höheren Verwaltungsdienst erzählt. Aber das hat ja nichts mit der Anerkennung irgendwelcher Laufbahnen zu tun, sondern mit dem Erleben an sich. Der Ton macht die Prahlerei - du empfindest es so, aber ich war ja nicht dabei und kenne den Wortlaut nicht. Aber ich entnehme deinem Beitrag schon, dass du genau das tust, was du der Verwandten ankreidest: du heischst nach Anerkennung. Dass du hier tatsächlich von 15 Jahren sprichst, die du das erlebst, spricht für sich. Nach 15 Jahren solltest du deutlich darüberstehen und nicht einfordern, dass dir nach dieser Zeit Anerkennung für deinen Bildungsweg entgegengebracht wird. Der ist Schnee von gestern - was zählt ist der Mensch im Moment.


    Ich glaube wirklich, dass du zwei Dinge vermischst und dich in deinem Ego gekränkt fühlst. Du verweist darauf, dass die Verwandten nicht einmal Englisch können - was impliziert, dass sie sich gefälligst in Bescheidenheit üben sollen. Aber sie haben nun mal die Häuser und die Kinder sind nun mal in Nachrichtenmagazinen. Ist doch egal, welchen Bildungsweg alle haben. Du solltest als erwachsene Frau genügend Selbstbewusstsein in der Kommunikation haben, um den Übergang von der reinen Information oder einem natürlichen Stolz auf die Leistung hin zur Prahlerei rechtzeitig zu unterbinden und das Gespräch anders zu lenken. Wenn das nicht klappt, richte dir eine größere Distanz ein. Aber wenn es dich

    wurmt, dass diese Familie spannender lebt, dann reicht es nicht, auf deine Position in der Verwaltung zu pochen. Entweder musst du dann anerkennen, dass sie tatsächlich spannender leben (bei einer normalen Kommunikation könnte man sich sogar für sie mitfreuen), oder du musst mehr Kraft aus deinem eigenen Erreichten schöpfen, ohne dies von anderen abzuverlangen.

    So wie meinen "Vorschreibern" kommt es auch mir so vor, als ob dieses gegenseitige "Konkurenzdenken", wer nun die tolleren Karrieren hingelegt hat, mindestens auf Gegenseitigkeit beruht. Du scheinst sehr stolz darauf zu sein, aus bescheidenen Verhältnissen bildungsmäßig aufgestiegen zu sein. Möglicherweise lässt du das in deiner Verwandschaft mehr durchblicken als es dir bewusst ist. Das löst dann natürlich Gegenreaktionen aus. Und mal ehrlich - so ganz selbstbewusst erscheinst du nicht. Warum "verschleierst" du z. B. die Lebensart deines Freundes? Weil es das Gesamtbild, das du bei Anderen von dir erzeugen möchtest, stören könnte?


    Ich habe in der weiteren Verwandschaft auch so eine Dame, die in ihrer engeren Familie die erste Akademikerin war und plötzlich sehr von oben auf alle herabgeschaut hat. Andere Familienteile, in denen bereits die Eltern akademische Berufe hatten, sind dagegen mit ihrem Studium und den darauf folgenden Karrieren ganz easy und natürlich umgegangen. Hier war es auch kein Problem, wenn der spätere Ehepartner dann kein Hochschulstudium vorzuweisen hatte.

    Liebe TE,


    ich schließe mich der Meinung von EllaPropella an. Und das Zitat, kann ich nur wiederholen ;-D

    Zitat

    Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden

    Du kannst das nur mit Humor nehmen und über die Person lächeln. Sie hat das Problem, sie hat die Neurose....

    Wenn dich das so sehr nervt und der Kontakt nur noch aus solchen Unterhaltungen besteht ... dann breche ihn doch ab.


    Reagiere nicht mehr auf Mails oder sage konkret, dass du keinen Sinn in der "Freundschaft" siehst und dich dich lieber mit anderen Menschen unterhälst.


    Ich hatte mal einen guten Bekannten, der sich immer mit Dingen wie Urlaub oder neue Haushaltsgegenstände brüsten musste - die er nicht mal selbst gezahlt hat, sondern von Schwiegereltern bekommen hat. Nach einigen Antworten ala "aha" meinerseits habe ich den Kontakt mittlerweile ganz eingestampft.

    Ich möchte mich auch distanzieren.


    Werde von mir aus keinen Kontakt mehr aufnehmen und nichts mehr von mir mitteilen und auf deren Prahlereien bestenfalls nit "Aha" und Desinteresse reagieren. Wenn es zu Einladungen bei gemeinsamen Verwandten kommt, werde ich mir allerdings leider Notlügen erfinden müssen. Ich möchte nicht in der ganzen Verwsndtschaft herumpisaunen, dass ich diese Leute nicht ausstehen kann und sie deshalb nicht treffen will.


    Übrigens haben auch sie ihre Anschaffungen des öfteren von ihren Eltern oder Schwiegereltern tüchtig gesponsert bekommen. Wie man mit sowas prahlen kann, verstehe ich nicht. Es ist doch kein persönliches Verdienst, wohlhabende bzw. großzügige Eltern zu haben. Höchstens ein Grund zur Dankbarkeit.

    Zitat

    Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.


    Sren Aabye Kierkegaard (1813 - 1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

    Lebe lieber Dein Leben und gestalte es so, dass es Dich mit Glück und Stolz erfüllt! Und starte mal den Versuch, anderen ihr Glück zu gönnen und sich für sie zu freuen, anstatt mit Neid und Missgunst auf sie zu blicken!

    Mir fällt da dieser Werbespruch ein: "Mein Haus, mein Auto, mein Boot".


    Wie kommt das bei Dir an?


    Bei mir kommt es so an wie bei der Oma von EllaPropella: Wer angibt, hat's nötig ...


    Also, wenn ich es so aus der Distanz sehe, habe ich eher Mitleid mit der Verwandten, als dass ich mich darüber aufregen könnte.


    Aber ich kann auch verstehen, wenn Du Dich darüber aufregst, weil Du persönlich sehr viel näher dran bist.


    Insofern könnte ich mir vorstellen, etwas mehr Distanz könnte Dir gut tun.


    Vielleicht kannst Du Dir dazu einige Fragen wie diese beantworten: Warum lässt Du so etwas so nah an Dich heran, obwohl sie eine entfernte Verwandte ist? Was löst sie bei Dir aus? Was spricht sie in Dir an?


    Ich könnte mir vorstellen, die Antworten helfen Dir, Abstand zu gewinnen.


    Was meinst Du?

    Zitat

    habe mich über 12 Jahre lang psychisch aufgerieben bei dem vergeblichen Versuch, professionelle Hilfe für die Schwester zu bekommen etc. etc.

    12 Jahre?? :-o


    Bei meinen zwei Bekannten hat die Einweisung in die Psychiatrie keine 2 Monate gedauert.


    Die Eine habe ich unter einem anderen Vorwand zum Arzt geschickt und der hat ihren Zustand erkannt und alles weiter veranlasst.


    Bei der Anderen hat die Tochter zusammen mit dem sozialpsychiatrischen Dienst alles weitere veranlasst.

    @ Plüschbiest:

    Schön für dich. Meine Schwester ist aber phasenweise völlig unauffällig. Außerdem hochintelligent und kann sich meisterhaft verstellen. Ich habe ihretwegen immer wieder bei Ärzten, beim Sozialpsychiatrischen Dienst, beim Ordnungsamt etc. vorgesprochen. Selbst ein Richter in einem zivilgerichtlichen Verfahren, in dem sie Beklagte war (Kläger war die Person, die das Haus ersteigert hat) und in dem ich in ihrer Abwesenheit als Zeugin geladen war, hat gemerkt, dass sie nicht richtig tickt. Aber auch er hat nicht veranlasst, dass sie einen Betreuer bekam. Auch ihr eigener Rechtsanwalt hält sie für psychisch krank.


    Überall bekam ich zu hören: "Ja, ich habe auch den Eindruck, dass Ihre Schwester psychisch krank ist und eine verzerrte Realitätswahrnehmung hat. Wir glauben Ihnen auch, dass sie phasenweise Wahnvorstellungen hat. Aber solange sie nicht sich selbst oder andere schwer und akut gefährdet, sind uns die Hände gebunden."


    Nach 12 Jahren immer wiederkehrender Erlebnisse dieser Art habe ich den Kontakt zu meiner Schwrster abgebrochen, weil ich die ständige psychische Anspannung ihretwegen und den jahrelangen Psychoterror während der Erbauseinandersetzung nicht mehr ausgehalten habe. Ich war total erschöpft.


    12 Jahre sind genug.


    Die angeberische Verwandte weiß dies alles, deshalb nehme ich ihr die Angeberei besonders übel.