Apfelkuchen

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    Dachte bisher, dass es ihr zu Hause sehr schlecht geht und sie dort keiner unterstützt.

    Naja...wie gesagt, sie hat oft genug die Gelegenheit gehabt dort rauszukommen, hat diese aber nicht genutzt. Selbst wenn das Eine betreute Wohnen über nicht zu akzeptierende Grenzen gegangen ist, hatte sie noch andere Gelegenheiten.


    Und wenn man das mal zusammengefasst sieht: Sie muß zu Hause nichts machen (soll sie zwar, tut es aber nicht immer – es gab da mal was, da sollte sie für ihren Vater, der wohl den ganzen Tag arbeitet, ein paar Anrufe erledigen und war schon überfordert). Sie hat ihr Zimmer etc., sie hat Internet welches sie ja auch durchaus zu nutzen weiß, sie bekommt den Führerschein bezahlt....ich weiß nicht, inwiefern es Einem in so einer Situation "sehr schlecht" gehen sollte.


    Es sei denn, ihr Vater verprügelt sie regelmäßig oder Schlimmeres. Das aber würde eben wie gesagt, Vielem widersprechen (warum ist sie dorthin zurück?).

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    In einem anderen Faden schrieb Himbeere ja noch von ihrem Bruder, welcher auch psych. Probleme hat, kann ja kein Zufall sein, dass beide Kinder in der Familie psych. Auffälligkeiten haben.

    Wie gesagt, ich tue mich damit sehr schwer über die Eltern zu urteilen. Dass da was schiefgelaufen ist, sehe ich zwar auch so, denn klar kommt ihre Unselbständigkeit und extreme Anspruchshaltung (sich nicht mal minimalst anpassen können) nicht von ungefähr. Deshalb müssen die Eltern aber nicht komplett "Schuld" sein (ich mag dieses Wort nicht). Zumindest nicht in der Form, dass man jetzt sagen kann: "Hey, ich kann nix dafür, meine Eltern haben mich so verkorst". Verstehst Du was ich meine? @:)

    sunflower

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    Traurig ist letztlich, dass DU mit DEINEM Rebellieren gegen Regeln letztlich ein Leben führst, was sehr eingeengt ist. Mit wenig Spielraum. Aber Hauptsache, keine vermeintlich sinnlosen Regeln?!

    :)z


    Das meine ich damit wenn ich sage, dass man die Eigenverantwortung nicht als große Bürden sehen soll/darf, sondern auch als Etwas, was Einem in der Hauptsache (!) eine sehr große Freiheit gibt.


    Die Pflichten von denen ich oben schreibe mögen zwar manchmal unangenehm (oder auch sinnfrei) erscheinen – aber der Freiheit der Eigenverantwortung gegenübergestellt sind sie doch "Peanuts", oder? ;-)

    @ Isabell:

    Positiv formuliert sind es Peanuts. Alltag halt. Willkommen in der Realität.


    Völlig verbohrt betrachtet kann man sich im Leben durchaus auch SEHR fremdbestimmt fühlen und komplett gegen alles rebellieren.


    Abgesehen von der realen Lage ist es IMMER auch stark von der Interpretation abhängig. Man kann gegen "um Mitternacht zurück sein" rebellieren und es nicht tun. Und so wg. 5 Minuten (in denen man wohl nix Großartiges gemacht hat) alles verlieren. Oder einfach zähneknirschend auf die 5 Minuten verzichten und sich seine Perspektive erhalten.


    Ich bin bei Himbeere mittlerweile aber einfach nur zutiefst ratlos, wie man an DER Einsicht arbeiten soll. Und sie entgleitet einem wie ein glitschiger Aal bei so vielen Aspekten...

    @ Isabell

    ja, ich verstehe was du meinst. Ich habe bereits auch geschrieben, dass man sein eigenes Leben selbst in der Hand hat egal was früher war. Nur muss man es selbst wollen. Entweder Himbeere kriegt noch die Kurve oder sie bleibt in dieser Spirale hängen und irgendwo habe ich gelesen, dass bereits neun Klinikaufenthalte nichts gebracht haben.


    Mir erscheint es hier so als ob Himbeere den Startschuss ins Erwachsene Leben verpasst hat. Alle um sie herum in ihrem Alter sind losgelaufen und sie ist dann zurückgeblieben. Und nun leben die anderen jungen Menschen ein gutes Leben, sind zufrieden, glücklich, nat. auch mit Verpflichtungen – aber sie steht immer noch am selben Platz und bewegt sich nicht vorwärts.


    Es scheint als ob sie noch ganz viele Sachen aufarbeiten müsste, nur um es zu tun, müsste sie auch wirklich selbt wollen. Bloß anscheinend erscheint ihr ein solches , ich schreib jetzt mal " Kinderzimmer-Leben" angenehmer als ein erwachsenes Leben, in welchem sie selbst alles regeln muss. Irgendwie als hätte sie Angst, alleine nichts auf die Reihe zu kriegen und komplett zu scheitern, also sie traut es sich selbst nicht zu und ist dann zuerst in betreute Wohnen und diese Kliniken gegangen, weil sie sich erhofft hat, dass ihr dort Verantwortung abgenommen wird und sie es dort leichter hat – das hat dann nicht geklappt, WEIL Regeln hier und da und keiner ist nett und niemand nimmt Rücksicht, so ist sie dann zurück nach Hause.


    Aber meiner Meinung nach könnte sie es auf jeden Fall schaffen, ein eigenes unabhängiges Leben zu führen. Sie würde zwar später als Andere damit anfangen, aber mit kleinen Schritten würde es dennoch vorwärts gehen und irgendwann bräuchte sie dann keinen Vater mehr oder einen Fraund, der sie beschützt usw. Sie hätte dann einfach Selbstvertrauen in sich, aber dieses muss ja erst aufgebaut werden durch viele Schritte und (Klein-) Erfolge, die sie machen würde, wenn sie sich trauen würde auf eigenen Beinen zu stehen.

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    oder eben auf den Punkt gebracht: Klar erkennbar die Grenzen eines/dieses Forums.

    Oder eben auch in der Realität?!


    Ich hänge einfach an dem ach-so-bösen desinteressierten Vater fest, der kein Geld rausrückt. Aber den Führerschein zahlt. Nur um zu erleben, dass auch so was "Nettes" nicht funktioniert. Ich glaube, da ist auch in der Realität eine Menge Hilflosigkeit...

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    Ich finde Deine Ansicht auch ein wenig befremdlich. Jemandem zu raten, er soll ins Berufsleben mit Lügen einsteigen? Lügen sind nie gut, auch oder gerade im Arbeitsleben sollte man aufrichtig sein. Das heißt nicht gleichzeitig, dass man dem Arbeitgeber Alles auf die Nase binden muß. Aber dass man noch bei einem anderen potentiellen Arbeitgeber am Start ist, sollte man unbedingt sagen. Deshalb habe ich auch nachgefragt.

    :)z :)^

    Eine Weisheit von Tagore:


    Ich schlief und träumte, das Leben wäre Freude.


    Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht.


    Ich handelte und siehe, die Pflicht war Freude.


    Wenn man es schaffen könnte, das zu verinnerlichen, wäre vieles im Leben leichter.

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    Also wonanders übernachten, geht bei uns im betreuten Wohnen z.B. nur nach Absprache. Das muss angekündigt und "genehmigt" werden, aber dann ist das ab der Volljährigkeit gar kein Problem, sollte man ansonsten zuverlässig und vertrauenswürdig sein.


    Dass du allerdings auch niemanden in deine Wohnung lassen durftest, verstehe ich nicht, denn auch das war nach Absprache kein Problem, das durfte ich sogar schon im betreuten Wohnen für Minderjährige. Also das ist seltsam. ":/

    Da sieht man's mal wieder! Bei uns war es einfach viel strenger als in anderen Einrichtungen, das hab ich auch schon bemerkt...

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    Sicher, dass du nur einmal einen Termin versäumt hast ;-) ?

    Nein, es waren zwei Termine.

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    Sie hat ihr Zimmer etc., sie hat Internet welches sie ja auch durchaus zu nutzen weiß, sie bekommt den Führerschein bezahlt....ich weiß nicht, inwiefern es Einem in so einer Situation "sehr schlecht" gehen sollte.

    Bitte? Nur deswegen heißt es nicht, dass man wegen einem ach so schönen Leben nicht depressiv sein kann. Eine Depression ist eine Krankheit, bei der man nicht weiß, warum es einem nicht gut geht.


    Tut mir leid, dass ich heute nur so knapp und nicht auf jeden Beitrag geantwortet habe. Ich fühle mich gerade extrem kaputt und schwebe zwischen Müdigkeit und Aufregung. Ich glaube, ich sehe grad aus wie eine Drogenabhängige, wie ich hier grad sitze und auf den Bildschirm starre. Das Probearbeiten ist echt härter als gedacht. Und es wird von Tag zu Tag härter, heute fiel es mir noch schwerer aufzustehen als am Montag, ich denke morgen wird es noch schwieriger. :°(


    Was es Positives zu berichten gibt, dass ich heute pünktlich in der Kanzlei war und die beiden Anwälte sehr, sehr zufrieden mit mir sind. Ich werde alle paar Minuten gelobt und sie sagen selbst, dass sie sehr zufrieden mit mir sind und das man merkt, dass ich in Deutsch eine Eins hatte. ;-D


    Mir geht es auch echt gut dort und ich fühle mich wohl und geborgen. Heute war auch ein schöner Tag. Ich habe mich in einer anderen Fahrschule angemeldet, da mein Fahrlehrer von der anderen Fahrschule wegen versäumten Fahrstunden nicht mehr mit mir fahren wollte. Leider muss ich noch mal in die alte Fahrschule, um meine Überlandfahrten bestätigen zu lassen, das mag ich ja gar nicht. :|N Anschließend war ich mit meinem Papa beim Griechen essen und danach waren wir noch Eis essen. Morgen ist auch ein guter Tag. Da muss ich nur von 10 bis 14 Uhr arbeiten. Sind top Arbeitszeiten! :)^ ;-D Die Anwälte sind soo nett zu mir, ich habe mir schon gedacht, dass sie vielleicht diesen Faden hier gelesen hätten und wissen, dass ich das bin und deshalb so zu mir sind. :-o Aber ich hoffe ja mal nicht.

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    Bitte? Nur deswegen heißt es nicht, dass man wegen einem ach so schönen Leben nicht depressiv sein kann. Eine Depression ist eine Krankheit, bei der man nicht weiß, warum es einem nicht gut geht.

    Nee so war das sicher nicht gemeint. Depressiv kann man immer werden, auch ohne traumatische Vergangenheit.


    Ich denke dieses "gute Leben" war eher darauf bezogen, das du ja am Anfang öfter mal betont hast das du zu Hause nix bekommst, alles selber kaufen musst etc.


    Dabei ist es ja gar nicht so...dein Vater bezahlt dir ne ganze Menge und da kannst bzw sollest du froh und dankbar drüber sein.


    In diesem Punkt geht es dir nicht schlecht...viele Eltern können es sich gar nicht leisten ihre Kinder so "durchzufüttern", auch wenn ihre Kinder depressiv sind und ihnen manche Sachen schwerer fallen.


    So und nun ab ins Bett...die Nacht ist kurz ;-D

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    und die beiden Anwälte sehr, sehr zufrieden mit mir sind. Ich werde alle paar Minuten gelobt und sie sagen selbst, dass sie sehr zufrieden mit mir sind

    Falls du morgen darüber nachdenkst nicht aufzustehen lese dir diesen Satz durch und steh trotzdem auf! :-)


    Gut dass du dich auch trotz der für dich ungewohnten Anstrengung auch um den Fahrschulwechsel bemüht hast!


    Bleib dran Himbeere!


    Und nun ab ins Bett und Augen zu :-)

    Himbeere

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    Bitte? Nur deswegen heißt es nicht, dass man wegen einem ach so schönen Leben nicht depressiv sein kann. Eine Depression ist eine Krankheit, bei der man nicht weiß, warum es einem nicht gut geht.

    Diese Aussage von mir hatte doch einen ganz anderen Bezug – schau noch mal nach ;-).


    (Spiegelbild hat es ja schon gesagt...)

    Du könntest vielleicht in einem Pflegeheim einfache Dienste erledigen oder im tierheim ..Die sind oft sehr froh und es macht dir auch spass, bestimmt. Und sei nicht so oft im Netz und reg dich schon gar nicht drüber auf was da alles so steht


    Nutze deine Zeit produktiv. :)^ Alles liebe


    PS: Das gute kommt von oben ;-)