Bei mir wars die Aquaristik :-) . Also nicht nur ein popeliges Aquarium mit Guppys, sondern interessante Tiere. Darüber hinaus hab ich voll die Herausforderung darin gefunden die schwierigsten Pflanzen zu züchten und hab die dann auch übers Forum verkauft. Ich hab damals unglaublich viel in solchen Foren gelesen und weißt du was-das hat mich so beansprucht und soviel Spaß gemacht, dass ich gar nicht mehr soviel negative Gedanken hatte. Es war ein Stückchen Lebensfreude zurück. Jetzt hat sich das auf ein normales Level eingependelt-hab ja jetzt ein ganz normales Leben und nicht mehr soviel Zeit. Aber es war ein Teil in den Einsieg eines normalen Lebens.


    Wie wärs mit nem Verein fürs Tanzen? Ich könnte mir gut vorstellen, dass dich da sogar dein Vater unterstützen würde also im Gegenzug zum Internet...

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    Und Emma, du wirst lachen-wenn ich die Zeit hätte, dann würd ich sie holen. Dann würd ich ihr mal einen Tagesablauf geben, der ihr gut tun würde. Sie würde an meinem teilnehmen. Das Selbe hat damals jemand mit mir gemacht und nach 6 schlimmen Jahren bin ich wieder in meiner Freizeit raus anstatt im Bett zu liegen. Und nein, ich würd ihr kein Internet geben, dafür hätte sie keine Zeit. Kontaktlisen ja, denn die bräuchte sie um sich draußen wohlzufühlen und dann würd ich sie hier zu meinem Onkel in den Laden bringen für einige Stunden, dass sie ihre Kontaktlinsen und den Führerschein selbst bezahlen kann. Morgens zur Not Wasser drüber...ich glaub die braucht einfach jemanden, der sie unterstützt und an die Hand nimmt. So lange sie niemand hat weiß sie nicht wo sie ansetzen soll-sie kriegts nicht gebacken. Ich bezweifel leider auch sehr, dass ihr ein stationärer Aufenthalt hilft. Ich glaub das nützt auch nichts. Tagesklinik mit neuen Kontakten wäre schon besser. Raus beim Vater. Raus aus der Stadt. Aber ich werde sie besuchen und ja, wenn sie will kann sie auch mit mir sprechen. Irgendwie hab ich da ein komisches Gefühl...ich weiß nicht warum ich mir da so ne Mühe damit mache-noch nicht.

    Das würdest du tun??! Schade, dass du keine Zeit hast.

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    Hast du dich mal gefragt, ob du wirklich seelisch gesund sein möchtest? Mit allen Konsequenzen?

    Klar will ich das, um jeden Preis.

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    Hast du dir denn schon mal Gedanken darüber gemacht in eine Selbsthilfegruppe für Depressive zu gehen? Das hab ich auch mal gemacht und war echt cool. Man hat gequatscht und auch so privat Konakte geknüpft sich gegenseitig geholfen und ist auch wieder öfter raus aus der Bude. Das will man ja dann mit "normalen" Leuten nicht so gern-weil man sich unwohl fühlt. Zum einen, weil sie ganz anders denken, zum anderen, weil man sie ja auch nicht mit den Hirngespinsten, die man hat vollquatschen will. Da kann man kostenlos hingehen-man muss nicht immer da sein-es steht einem alles frei. Fang doch damit mal an.

    Da war ich ja schon. Und mir hat es auch ganz gut da gefallen und die Leute waren sehr nett. Aber da waren viele, die sich total in den Mittelpunkt gerückt haben und von ihrem total schlimmen Leben, den Suizidversuchen und ihrer Vergangenheit gesprochen haben, sowas hat mich sehr aufgeregt und hat mir nicht gut getan und bei meinen Problemen konnten die mir auch nicht helfen, die haben nur zugehört und mir bei allem zugestimmt. Aber ich würde wieder hingehen.

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    Wie wärs mit nem Verein fürs Tanzen? Ich könnte mir gut vorstellen, dass dich da sogar dein Vater unterstützen würde also im Gegenzug zum Internet...

    Habe ich ihn schon gefragt, er meint 40 € im Monat ist ihm zu teuer. So sind die Preise bei uns in den Tanzstudios.

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    viele, die sich total in den Mittelpunkt gerückt haben und von ihrem total schlimmen Leben, den Suizidversuchen und ihrer Vergangenheit gesprochen haben, sowas hat mich sehr aufgeregt und hat mir nicht gut getan

    Ähm...du bist doch genau so.

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    Ok...der Typ hört sich fast noch schlimmer an als du. Und das heißt was, denn ich überlege seit 2 Stunden hier mal einen Aufsatz zu schreiben.

    Wie einen Aufsatz zu schreiben? Wieso hört er sich schlimmer an als ich?

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    Ähm...du bist doch genau so.

    Im real life bin ich ein sehr schüchterner Mensch, wenn ich Menschen nicht kenne und so war ich in den Selbsthilfegruppen garantiert nicht, ich habe kaum was gesagt.

    Ja, ich würde das tun-ich tu die unmöglichsten Dinge schon immer. Und ja ich bin auch anders...ziemlich anders wie die meisten. Meine Kollegen und Arbeitgeber wissen nichts davon-ich mache einen komplett anderen Eindruck. Aber Freunde und Familie wissen wie ich bin und nein, ich hab kein allgemeines Helfersyndrom. Aber manchmal überkommt mich ein Gefühl und das sagt mir, das ist es jetzt-das will ich machen. Ich betreue ein Contergan-Mädchen. Sie hat wie die damaligen Contergankinder keine Arme-ihre Hände beginnen an den Schultergelenken. Und ja, ich verbringe meine Freizeit teilweise damit sie zu betreuen-mit ihr Dinge zu unternehmen. Sie ist 13 Jahre alt und nein, ich bekomme da nichts für. Warum ich das mache und nur bei ihr und nicht bei anderen. Ich weiß es nicht-ich hab sie kenengelernt und wollte das. Ich kann das nicht erklären, niemandem. Aber es gibt mir was-ich weiß nicht was-aber es gibt mir was. Ich hock auch viel in der Kinderklinik in Tübingen und mach den Clown, die Prinzessin, die Fee. Ich geh in den Ferien ins Altenheim und lasse mir zum hundersten Mal Kriegsgeschichten erzählen-mich knuddeln und lese Bücher vor. Ich bin im Tierheim Tailfingen und gehe mit den Hunden spazieren.


    Alles erst nachdem ich körperlich krank geworden bin und dann Depressionen bekam. Davor war ich ein anderer Mensch. Ich war egoistisch, eingebildet, arrogant, gefühlskalt und nur auf Aussehen bezogen, Shopping, Partys und Männer waren meine Hobbys. Ich hab viel Geld durchs Modeln verdient. Alles ausgegeben und hatte das tollste Leben. Mit Schönheit stehen einem überall und jederzeit die Türen offen dachte ich. War auch so-ich konnte jeden haben, den ich wollte. Hatte total viele Freunde und einfach ein glänzendes Leben und war kein so guter Mensch-teilweise-natürlich auch kein abgrundböser. Aber schon nicht ohne. Und dann ist alles wie eine Seifeblase zerplatzt, ich stand vor den Scherben meines Lebens. Ich konnte nichts mehr. Hatte unglaubliche Schmerzen, konnte mich nicht mehr selbst schminken, mir selbst die Haare waschen, die Beine rasieren. Da hat sich auch rausgestellt wer wahre Freunde waren. Ich war lange Zeit am Boden, schwer am Boden. Das war ein steiler Fall und ich wollte als "Krüppel" nicht mehr leben. Entweder alles oder nichts. Ich wurde depressiv. Dann irgendwann ging es wieder aufwärts-ein unglaublich schwerer Weg. Leider werd ich nie wieder richtig gesund-bin also chronisch krank-aber ich habs endlich akzeptiert-das hat fast ein Jahrzehnt gedauert. Und jetzt bin ich nicht mehr ich-so lustig sich das anhört-ich bin ein vollkommen anderer Mensch.

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    ich glaub die braucht einfach jemanden, der sie unterstützt und an die Hand nimmt

    Genau das will sie allen weismachen und es wird immer Menschen geben, die darauf reinfallen.


    Sie meint, dass es so sei. Es kann sogar sein, dass sie davon überzeugt ist. Ich bin aber der Meinung, dass es Teil ihres Krankheitsbildes ist und dieses "Unterstützen und an-die-Hand-nehmen" ein Fass ohne Boden ist, weil es die Symptomatik eher verstärkt als vermindert.


    Je bemitleidenswerter sie ist, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt sie. Flauen die verständnisvollen Kommentare hier ab, werden ihre Storys noch dramatischer (siehe "nicht gewaschen seit zwei Wochen"), woraufhin ihr wieder intensiveres Verständnis entgegen gebracht wird. Es geht um's Kümmern, um Abgabe von Verantwortung und bei jemandem einzuziehen, der die volle Verantwortung übernimmt, wäre ja sozusagen das Ideal. Welchen Sinn sollte es dann für Himbeere machen, daran zu arbeiten, dieses Ideal wieder aufzugeben? Meine Vermutung (oder Befürchtung?) wäre eher, dass es schlimmer wird. Wenn du beginnen würdest, sie abzunabeln, indem du ihr voller Hoffnung das angeblich so schöne unabhängige Leben zeigst, hätte sie ganz fix irgendwas anderes. Das sind dann die Menschen, die einem mit Selbstmord drohen, irgendwelche weiteren traumatischen Erfahrungen aus ihrer Kindheit einstreuen, die bisher noch nicht erwähnt wurden oder beginnen, sich halb offensichtlich selbst zu verletzen.


    Und das alles meine ich nicht hämisch, denn wenn es so ist, dann handelt es sich wirklich um eine psychische Störung. Nur ist es eben so, dass vermeintliche Hilfe diese Krankheit füttert.


    Um es mal anschaulich zu machen:


    Würdest du einer Frau, die von einem Stalker verfolgt wird, raten, doch einfach mal mit ihm auszugehen oder ihm ab und zu eine nette SMS zu schreiben, weil er es doch im Grunde nicht böse meint und es dann vielleicht besser würde, wenn man nett zu ihm sei?


    Würdest du dem Partner einer Alkoholikerin raten, für ihren Chef ausreden zu erfinden, wenn sie mal wieder zu betrunken ist, um zur Arbeit zu erscheinen oder ihre Flaschen verstecken, wenn Besuch kommt – mit der Begründung es ginge ihr schon schlecht genug, man müsse sie ja nun nicht noch demütigen, indem das öffentlich würde?


    Du magst meine Beispiele nun hinkend finden, aber es geht mir nur um Eines: Eine Erkrankung kann man nicht immer mit dem gesunden Menschenverstand angehen.


    Mit einem normalen verknallten Kerl kann man reden und ihm in Ruhe erklären, dass kein Interesse besteht. Mit einem Stalker erreicht man das Gegenteil von dem was man möchte.


    Einen Vollrausch nach Tante Ernas 80. Geburtstag kann man decken und den Partner wegen einer Magen-Darm-Grippe abmelden. Für einen Alkoholiker ist das ein Freibrief, das nun regelmäßig so zu machen.


    Eine Freundin mit einer postnatalen Depression kann man bei sich aufnehmen, mit ihr nen Therapeuten suchen und ihr für ein paar Wochen oder Monate eine Stütze sein. Menschen wie Himbeere fühlen sich in ihrer Weltsicht damit bestätigt und haben noch weniger Antrieb, ihre Situation zu ändern.

    Sorry Himbeere, ich würde dir echt gerne helfen, aber der Faden ist mir um diese Uhrzeit etwas zu anstrengend |-o


    Kostenträger für betreutes Wohnen ist bei uns übrigens der Bezirk, oder, wenn du mehr als 2600 € besitzt, du selbst. Nur zur Info @:)

    Bei mir wars aber fast genauso und jetzt hab ich mein Leben wie vor meinem Unfall wieder voll im Griff und bin glücklich. Mich hat auch jemand gepackt und ich hab mich wieder gefangen-es hat gedauert, aber es war das was ich gebraucht habe.

    Emma, du schreibst so sehr interessant und genaus solche Schemen gibt es natürlich auch. Ich muss nochmal intensiver darüber nachdenken. Möglicherweise ist das hier doch der Fall. Ich sah einige Paralellen zu mir und dachte aha-aber ich weiß was ich jetzt beobachte. Danke für den Input!

    Lola, nicht böse sein, aber das hier hat doch alles einen laaaaaangen Bart:

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    Himbeere, gibts denn irgendwas was dich interessiert? Was dir Spaß machen könnte? Ich hab damals ein tolles Hobby gefunden und hatte so viel Freude entwickelt, dass ich gar keine Zeit mehr hatte nur noch im Bett zu liegen.

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    Hast du dir denn schon mal Gedanken darüber gemacht in eine Selbsthilfegruppe für Depressive zu gehen? Das hab ich auch mal gemacht und war echt cool.

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    Wie wärs mit nem Verein fürs Tanzen?

    Hast du alle 147 Seiten gelesen? Hast du dann nicht die gefühlten 1000 Vorschläge und Anregungen zur Kenntnis genommen, die hier schon gegeben wurde?


    Und immer läuft es gleich ab:


    Aufhorchen von Himbeere, Interesse signalisieren, weitere Fragen stellen und dann


    a) entweder direkt sagen, dass es nicht geht/nicht passt/schon ausprobiert, aber gescheitert ist oder


    b) sich etwas Bedenkzeit erbitten und dann


    siehe a) oder


    c) es nicht mehr erwähnen


    Falls dann später noch mal ne Nachfrage kommt, was denn aus Plan XYZ geworden ist:


    - direkt sagen, dass es nicht geht/nicht passt/schon ausprobiert, aber gescheitert ist

    Magst du eigentlich Hunde?


    Zu dem Typ kann ich nur sagen: Das ist ein kranker Psycho (sorry-), der such genau solche "Opfer". Finger weg und wie gesagt, du solltest dir lieber Freundinnen suchen anstatt Typen. Momentan bist du die Letzte, die eine ordentliche Beziehung führen kann-auch wenn du dir das wünschst. Wart mal ab-du kannst wieder dein Leben auf die Reihe kriegen, aber du musst dich endlich mal auf das Wesentliche konzentrieren. Typen gehören da definitiv nicht dazu.

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    Menschen wie Himbeere fühlen sich in ihrer Weltsicht damit bestätigt und haben noch weniger Antrieb, ihre Situation zu ändern.

    Das stimmt doch überhaupt nicht!

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    Möglicherweise ist das hier doch der Fall. Ich sah einige Paralellen zu mir und dachte aha-aber ich weiß was ich jetzt beobachte. Danke für den Input!

    Was willst du mir damit sagen?


    Lola, wolltest du mir mit deinem Post sagen, dass du querschnittsgelähmt bist?