Eine Abhängigkeit von einem Zuhälter würde im Sammelsurium von Himbeere noch genau fehlen. Dann ist auch der Traum von der finanz. Gesundung schnell ausgeträumt, denn die Zuhälter und Stundenzimmervermieter werden ihr praktisch die gesamten Einnahmen gleich wieder abnehmen ... Mädchen lass die Finger davon, wie ich (männlich) auch schon vor ein paar Seiten geschrieben habe.

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    was kann man da bestimmen? Den Preis? Die äußersten Grenzen? Ansonsten ist es Dienstleistung, der Kunde bestimmt, was er möchte.

    Ich bin kein Experte, aber ich kann mir schon vorstellen, dass man dort mehr als nur den Preis bestimmt. Man muss bestimmt nicht alle Dienstleistungen anbieten, wenn man einige Sexualpraktiken ablehnt. Da ist es dann egal was der Kunde möchte bzw. der Kunde sucht sich den passenden Anbieter, der seine Wünsche auch umsetzen kann.

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    Du selber hast z.B. das Wort "Nutte" gebraucht; das ist weder ein neutrales noch ein angemessenes Wort...findest du nicht?

    Doch, ist es. Ok, dann schreibe ich nur noch "Liebesdamen" – meinst du, sie nennen sich selbst so?

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    Und was die finanzielle Unabhängigkeit (die auch nur gegeben ist wenn frau ohne Zuhälter arbeitet) betrifft: was tut frau dann wenn sie aus Altersgründen ihren Job nicht mehr ausüben kann ? Wenn sie schon 65 ist bekommt sie vielleicht eine Rente aber was ist wenn mit 40 schon nix mehr geht ?

    Himbeere hat ja nicht mit dem Gedanken gespielt, das lebenslang zu machen. Trotzdem hast du im Grunde Recht. Unabhängigkeit ist das nicht. Wenn ne Woche lang nur Typen kommen, die man persönlich abstoßend findet, dann heißt es nachgeben oder nichts verdienen. Ich warte schon auf das Argument "Das ist in jedem Job so".

    Ob nun zu Prostitution geraten wird oder nur empfohlen wird, alle Optionen offenzulassen:

    @ die MÄNNER:

    Wie ignorant kann man eigentlich sein, was die Lebensgeschichte angeht? Wie kann man daraus auch nur mit ansatzweise ruhigem Gewissen eine Eignung für diesen "Job" ablesen?


    Mich macht das fassungs- & sprachlos. Und ich bin gerade echt geneigt zu schauen, ob die männlichen "Befürworter" sich hier gerne in den Sexforen tummeln und was sie da so für Meinungen vertreten.


    Und das hat meinerseits NIX mit Moral zu tun. Jede(r) kann tun und lassen, was sie/er will.


    Aber jemandem, der auf jedes bisschen Interesse (Chef, der sich Probleme anhört. Männer, die nur Sex wollen. "Väterliche" Freunde, die sicher besser helfen könnten als so) JEDES MAL total naiv reagiert, sich NULL abgrenzen kann und glücklich ist auch über jedes Bisschen UNGESUNDE Aufmerksamkeit. Jemand, der kaum merkt, wann Grenzen überschritten werden und sie selber überschreitet, indem eben jedem Bisschen Interesse/Zuneigung mit erschreckend naivem Totalvertrauen begegnet wird: DIE hat NICHTS, aber auch gar nichs in der Prostitution verloren.


    Wie kann man Aspekte wie frühere Betreuung, gravierende psychiatrische Diagnosen, das Stadium "zwischen Psychiatrie und Tagesklinik" nur so ignorant ausblenden und diesen "Job" als Lösung sehen für mangelnde Abgrenzungsfähigkeit und finanzielle Probleme? {:( :(v

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    Doch, ist es. Ok, dann schreibe ich nur noch "Liebesdamen" – meinst du, sie nennen sich selbst so?

    Nutte ist ein abwertendes Wort, dass kann man überall nachschlagen. Dabei ist es egal, wie sie sich selber nennen. Aber vielleicht wird es dir klarer, wenn du mal überlegst, wie sich Afroamerikaner selber gerne nennen und warum man als Nichtangehöriger dieser Gruppe die gleiche Bezeichung meiden sollte.

    @ Sunflower_73

    Du kannst doch garnicht beurteilen wie sich die Prostitution auf die TE auswirken würde. Genauso wie du so tust, als ob du weißt, wie es ist eine Prostituierte zu sein und mit welchen Problemen man unbedingt keine Prostituierte werden sollte. Wenn man Prostitution als normalen Beruf ansieht, dann sind die von dir angesprochenen Punkte auf alle Berufe übertragbar und sollten von der TE auch nicht ausgeübt werden; weil sie sowieso darin scheitern wird. Der Punkt ist aber, dass man die Sichtweise der TE beachten muss. Wenn sie Prostitution als normalen Beruf sieht, wo wäre dann das Problem mit ihren Problemen?

    %-| Na meinetwegen. Das heißt aber noch lange nicht, dass ICH es abwertend gemeint habe und aus moralischen Gründe nicht pro-Prostitution in diesem Falle bin. Weitere Diskussionen zur Wortverwendung kannst du anderswo und vor allem mit jemand anderem führen, danke.

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    Wenn man Prostitution als normalen Beruf ansieht

    Und in etlichen normalen Berufen ist psychische Stabilität Voraussetzung, um ihn ausüben zu können.

    Einem jungen Menschen mit Rückenproblemen würde man auch davon abraten, auf dem Bau zu arbeiten, nur damit er Kohle machen kann. Das zum Thema: Es wie jeden anderen Job sehen.


    Die TE hat sogesehen psychische Rückenprobleme, sie hat nicht nur Rückenprobleme, sie hat 4 Bandscheibenvorfälle. So. Und wenn so jemand ankommt und sagt:" Der Kalle vom Bau hat aber gesagt, wenn ich da jeden Tag hingehe und ich auch nur so viel machen muss, wie ich kann, dann würde ich trotzdem immernoch locker 2000 Euro bei ihm machen! Das kann ich mir schon total gut vorstellen, weil Kalle mir ja auch helfen will und ich ja auch gucken kann, wieviel geht."


    Dabei geht eigentlich gar nichts und 2000 Euro sind in dem Beispiel utopisch. Gelingt die Übertragung?

    Als Psychologin kennt sich Sunflower schon gut genug aus um das beurteilen zu können. Sie hat nämlich in ihrem Job die verkorksten Fälle vor sich sitzen und da sind auch Frauen dabei, die so einen Job wie Himbeere den vorgeschlagen hat gemacht haben. Kann sein, dass sich hier einige unneutrale Meinungen geäußert wurden, ABER den meisten Schreibern ging es hier um die TE und die Einschätzung, ob sie mit ihrer instabilen Psyche einen solchen Job annehmen sollte und da meinten viele, das dem nicht so ist. Würde es hier um eine normale, psychisch stabile Person gehen, dann würden sich die Anderen weniger aufregen. Hier geht es um eine psychisch kranke Frau, die eigentlich noch ein Kind ist, die weder mit dem Leben noch mit sich selbst klar kommt und da tut es weh, zuzuschauen wie sie sich ins Verderben stürzen will. Daher sind solche Kommentare, die NUR auf das Finanzielle abzielen ( wobei es auch viiieele andere, normalere Wege gibt, Geld zu verdienen), eher fehl am Platz.

    @ blade

    Das Ziel ist ja ein "normaler" Lebensweg, mit Ausbildung und pipapo:


    - Problem 1: Du triffst den Kunden / Chef / Kollegen im FKK-Club


    - Problem 2: Deine Nebentätigkeit wird bekannt - das spricht sich herum und du kannst weit, weit wegziehen, wenn du irgendwo noch die Chance auf eine Arbeit haben willst


    - Problem 3: Man trifft sich mit wildfremden Männern. Die kennen dich nicht. Eine Prostituierte muss diesen Männern klar machen, wo ihre Grenzen liegen, was läuft, was nicht läuft. Himbeere kann keine Grenzen setzen, um ihre Würde zu schützen (siehe den verheirateten Kerl mit Kind, der ihr so imponiert hat)


    - Problem 4: Finanzamt, Steuer, Meldung ect. . Wie will man das vollkommen anonym hinkriegen?


    - Problem 5: Gegen Geld mit Männern zu schlafen, ist wohl kein Faktor, der das Selbstbewusstsein hebt bzw. stabilisiert. Genau das braucht Himbeere - Stabilität. Innerlich und äußerlich


    - Problem 6: Eine Ausbildung ist mühsam und kraftraubend, besonders wenn man einen Hintergrund wie Himbeere hat. Wie will man zwei Jobs stemmen, wenn sie es bisher kaum mit einem geschafft hat (das ist nicht böse gemeint, Himbeere)?


    - Problem 7: Missbrauch arbeitet man sicher nicht dadurch auf, dass man sich für Geld missbrauchen lässt. Letztlich ist es ja eine Überlegung aus finanzieller Not heraus - inwiefern man da von Freiwilligkeit sprechen kann, ist für mich mehr als fraglich. Verzweiflung ist selten ein guter Ratgeber


    ....

    Sorry aber Prostitution IST KEIN "normaler" Beruf.


    Aber wenn man diesen Beruf – egal ob haupt- oder nebenberuflich – ergreifen möchte dann sollte man auch realistisch sein, sei es dass man das Gewerbe anmelden muss (Stichwort: ich bin anonym) sei es ob man psychisch belastbar ist...


    Und dieser Fall hier – angedachter Nebenjob am WE – hat imho den Haken dass die TE eben NICHT unabhänig ist sondern emotional abhängig von dem Typ. Und das stört mich hier vor allem.

    @ schnecke1985

    Ich sehe es auch skeptisch, aber ich finde trotzdem, dass man darüber reden kann und auch sollte; genauso wie ich finde, dass es nicht verwerflich ist auch die pro-Argumente anzusprechen und gerade im Bezug auf den Faden-Titel, wäre es zumindest eine vorübergehende finanzielle Lösung.


    Als Contra-Argumente hast du dir ja die Mühe gemacht eine Liste zu erstellen und die Argumente sind durchaus auch stichhaltig/nachvollziehbar. Problem 4 kann man wohl umgehen, wenn man sich als Masseurin anmeldet, zumindest meine ich davon gehört zu haben, als diese ganze Prostitutionsdebatte im TV lief, dass das die bevorzugte Meldeform von Prostituierten sei.


    Letztendlich geht es aber darum die Argumente zu gewichten und das ist halt etwas was die TE selber tun muss. Ich denke, dass das auch ein wichtiger Punkt ist, dass man lernen muss selber wichtige Entscheidungen zu treffen. Weil ss ist auch keinem geholfen, wenn das Forum der TE "vorschreibt" was sie zu tun hat.

    @ Apfelkuchen

    Ich kenne Sunflower nicht, aber du solltest folgende Aussage bedenken: "Sie hat nämlich in ihrem Job die verkorksten Fälle vor sich sitzen und da sind auch Frauen dabei, die so einen Job wie Himbeere den vorgeschlagen hat gemacht haben."


    Jmd. der nur die "faulen Äpfel" sieht, weiß deswegen nicht automatisch was mit den "gesunden Äpfeln" ist und wird wahrscheinlich auch kein Fan von Apfelkuchen sein.

    @ mnef

    Das Finanzielle ist aber auch der Hauptpunkt, weil dadurch eben mehr Möglichkeiten entstehen. Dadurch wäre sie mitunter wirtschaftlich unabhängig, könnte mitunter ihre Schulden bezahlen, könnte mitunter ausziehen, könnte mitunter selbstständiger sein. Und diese Punkte könnten sich dann wiederum positiv auf ihre psychische Labilität auswirken. Vielleicht findet sie in diesem Beruf auch ihre Berufung; vielleicht hilft ihr auch die (negative?) Erfahrung ihren Weg zu finden.


    Mag für dich alles wilde Spekulation sein, ist aber genauso Spekulation wie hier Szenarien ausgemalt werden, dass sie in eine Abhängigkeit gegenüber einem Zuhälter gerät oder das sich dadurch ihre psychische Labilität noch verstärkt.

    Das ist kein Argument für Prostitution. Geld verdienen kann sie auch auf anderem Wege und mit weniger Contra-Argumenten.

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    vielleicht hilft ihr auch die (negative?) Erfahrung ihren Weg zu finden.

    So eine negative Erfahrung braucht es nicht, um seinen Weg zu finden.

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    ist aber genauso Spekulation wie hier Szenarien ausgemalt werden, dass sie in eine Abhängigkeit gegenüber einem Zuhälter gerät oder das sich dadurch ihre psychische Labilität noch verstärkt.

    So wild ist diese Spekulation nicht.