Himbeere


    Warum gehst Du nicht auf den Beitrag von sunflower_73 (und grottig/shadowgirl) ein? Ich gebe ihr/ihnen absolut recht: Deine aller- allererste Baustelle ist nicht Arbeit zu finden, bzw. Geld zu "haben" – sondern Deine Gesundheit wieder hinzubekommen. Sonst wird das nicht funktionieren, weil Dir Deine Krankheit immer im Weg stehen wird, Du mußt erst mal lernen mit ihr umzugehen, mit ihr zu leben, sie ihn den Griff zu kriegen oder gar weg zu bekommen. Und das schaffst Du alleine nicht, nicht, wenn Du so weitermachst wie bisher.


    Du scheinst verzweifelt einen "normalen" Weg gehen zu wollen, Wege die Andere von Dir verlangen und stagnierst dadurch zwangsläufig.


    Ich bin auch der Meinung, dass Du zuerst nur eine Aufgabe hast: Deinem Vater und/oder Deiner Mutter (denn sie scheint ja doch nicht so hilfsunwillig zu sein wie Du dachtest) ganz ehrlich zu sagen, wie mies es Dir eigentlich geht, dass Du es einfach nicht schaffst ein eigenverantwortliches Leben hinzubekommen.


    Und ihn/sie klar um Hilfe zu bitten (in der Form, dass er/sie Dir hilft professionelle/therapeutische Hilfe zu bekommen).


    Klar könntest Du es auch alleine machen, aber der Erfahrung nach hilft es schon mal ungemein einen Menschen neben sich zu haben der Einen beim Hilfesuchen unterstützt. Einem ein paar Sachen auch mal abnimmt, das nimmt viel von dem sowieso schon vorhandenen Druck.


    Ich weiß sehr genau wie es ist den ganzen Tag zu Hause zu sitzen. Viele Menschen denken, das sei ja sooooo schön, man sei ja nur faul etc.. Das stimmt einfach nicht. Man steht unter einem ungeheuren Druck und manchmal bemerkt man ihn bewußt schon gar nicht mehr. Das Gefühl habe ich bei Dir. Der Druck ist aber dennoch da und das weiß zumindest Deine Psyche sehr gut.


    Ich kenne das von meinen Kindern als sie noch kleiner waren an einem vereinfachten Beispiel/Metapher: Zimmer aufräumen. Ist das Zimmer nur ein wenig unordentlich, dann klappt es auch. Es ist noch eine Übersicht da, das Kind ist noch in der Lage selbst zu sortieren. Aber schiebt man es hinaus, achtet ein paar Tage nicht darauf, dann ist das Chaos so groß, dass das Kind gar nicht mehr in der Lage ist überhaupt erst mal einen Anfang zu finden. Es ist überfordert. Und als Eltern setzt man es dann noch mehr unter Druck, "bestraft" mit Stubenarrest etc. – weil es für uns Eltern gar nicht erkennbar ist, wie schwer es für das Kind sein kann. Und genauso ist es jetzt bei Dir. Deine Eltern erkennen nicht, wie chaotisch Dein "Zimmer" aussieht, vor allem weil Du es ihnen nicht (mehr) zeigst. Sie sagen: "Räume Dein Zimmer auf" – Du sagst "Mache ich doch, aber....." – sie können Deine "Abers" (Deine Gründe) jedoch nicht nachvollziehen.


    Für sie ist es nicht zu begreifen, dass so etwas wie das Lego in die Schublade zu räumen (z.B. Job) für Dich so schwierig ist – weil sie nicht sehen, dass Dich dabei die Bauklötze, rumfliegenden Zettel, das verteilte Malzeugs, die Puppensachen, die Wäsche....einfach dran hindern.


    Zeige ihnen Dein "Zimmer". Erzähle ihnen, was Du uns hier erzählst – vielleicht sogar den Faden hier. Fasse Vertrauen zu ihnen. Das wäre ein erster Schritt. Nachdem was Du hier erzählst hast glaube ich nicht, dass Deine Eltern Dir dann einen Vogel zeigen und sich rumdrehen.

    @ Isabell:

    Wir wollten uns sowieso heute (ich,mein Vater und meine Mutter) zusammensetzen und besprechen,wie es mit mir weitergehen soll,ich werde euch dann berichten,wie es gelaufen ist und werde mir eure Vorschläge zu Herzen nehmen. :)z

    Schön!


    Ich drücke Dir die Daumen und wünsche Dir den Mut, klar auszusprechen was in Dir so "rumort"...trau' Dich! Damit meine ich: Lasse Dich nicht auf Kompromisse ein von denen Du selbst schon weißt, dass Du sie nicht einhalten können wirst – das bringt nichts :)* :)* :)*

    Zitat

    Wir wollten uns sowieso heute (ich,mein Vater und meine Mutter) zusammensetzen und besprechen,wie es mit mir weitergehen soll,ich werde euch dann berichten,wie es gelaufen ist und werde mir eure Vorschläge zu Herzen nehmen

    Da würde ich nicht all zuviel Einsicht erwarten. Nicht immer sind Eltern der beste Ansprechpartner. Du solltest dich um eine stationäre Therapie kümmern.

    Grottig

    Zitat

    Da würde ich nicht all zuviel Einsicht erwarten. Nicht immer sind Eltern der beste Ansprechpartner. Du solltest dich um eine stationäre Therapie kümmern.

    Es geht ja erst mal darum, dass sie es versucht. Damit sie vielleicht Jemanden hat, der sie in ihrem Vorhaben unterstützt.


    Sollten die Eltern dies nicht tun, dann muß sie da natürlich -leider- alleine durch.

    Zitat

    Es geht ja erst mal darum, dass sie es versucht. Damit sie vielleicht Jemanden hat, der sie in ihrem Vorhaben unterstützt.

    Das ist mir schon klar. Nur wenn ich überlege, was die TE bisher über ihre Eltern geschrieben hat, sehe ich da wenig Sinn drin. Eher eine erneute Enttäuschung.

    @ Himbeere,

    bzgl. der Finanzen:


    Beim Jobcenter nicht wegschicken lassen, sondern Antrag stellen. Alles zusammen sammeln an Unterlagen und einreichen. und dann schauen, was passiert. Wenn ein ablehnender Bescheid kommt: Einspruch einlegen.


    Ich habe den Verdacht, dass Du an dem Punkt Dich einfach hast abfertigen lassen, weil es Dir schwerfällt. Aber da MUSST Du mal durch.


    Hast Du mal über en sozialpsychiatrischen Dienst nachgedacht? Oder hast Du da auch schlechte Erfahrungen gemacht (und waren die wirklich schlecht, oder kam da evtl. Deine Problematik in die Quere?).


    Es ist alles einen Versuch wert... Was konkret möglich ist, kann ich nicht sagen, weil es von Alter, Einkommen der Eltern, Status bei der ArGe,... abhängt.


    Drücke Dir die Daumen für das Gespräch mit Deinen Eltern... aber erhoffe Dir nicht zu viel davon. Es ist gut möglich, dass nur Druck kommt bzgl. Geld verdienen, Ausbildung suchen,...


    Versuche, Dich nicht gleich angegriffen zu fühlen. Deine Eltern VERSTEHEN Deine Probleme vermutlich nicht, sind so gesehen "dumm". Also erkläre ruhig und mit viel Geduld, was FÜR DICH JETZT WICHTIG ist. Und das ist Klinik/Therapie.


    Du brauchst nicht noch einen Misserfolg. Und Du brauchst nicht noch einen Job, den Du nur mit ungesunden Hilfsmitteln überstehst.


    Und sollte es gut laufen... dann bitte vielleicht Deine Eltern um ein kleines, regelmäßiges Taschengeld... Versucht, best. Dinge SCHRIFTLICH festzuhalten. Frage nach, was sie bereit sind, un Unterstützung (nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch) zu leisten.


    HÖRE ZU, auch wenn Du mit dem Gesagten nicht einverstanden bist. Bemühe Dich, auf gesagte Dinge einzugehen (das fällt mir hier auf: Es kommt immer was Neues, aber auf viele Dinge gehst Du NULL ein. Kein Angriff, nur eine Beobachtung).

    Zitat

    Beim Jobcenter nicht wegschicken lassen, sondern Antrag stellen. Alles zusammen sammeln an Unterlagen und einreichen. und dann schauen, was passiert. Wenn ein ablehnender Bescheid kommt: Einspruch einlegen.

    Ich habe dafür momentan keinen Nerv,dann muss ich wohl doch erst mal ohne Geld auskommen aber ich denke,ich würde sowieso nichts bekommen,da mein Vater über 2000€ netto im Monat rausbekommt und ich bin 21 Jahre alt.

    Zitat

    Hast Du mal über en sozialpsychiatrischen Dienst nachgedacht? Oder hast Du da auch schlechte Erfahrungen gemacht (und waren die wirklich schlecht, oder kam da evtl. Deine Problematik in die Quere?).

    Ich war bis jetzt nur mal beim Diakonischen Werk und auch in der Tagesstätte von dort.


    Das Gespräch hat gestern leider doch nicht stattgefunden,da meine Mutter keine Zeit hatte.


    Sie musste sich um meinen Bruder kümmern und mit ihm lernen,da er heute eine wichtige Prüfung hat.

    Doch, schon wieder. Es wird so weiter gehen weil Du Dich nur im Kreis drehst. In einem sehr kleinen Kreis.


    Wenn nicht Jobcenter – dann Arzt. Oder Klinik. Gehe hin und mache es dringend. Sage, dass es Dir beschissen geht, dass Du so nicht weitermachen kannst, willst.


    Höre endlich damit auf Dir etwas vorzumachen!


    Du schaffst es mit einem Job nicht – ok, dann geht es eben nicht. Doch die Konsequenz ist, einen anderen Weg zu finden. Den Weg, wie Du es irgendwann eben doch schaffst, Dein Leben eigenverantwortlich auf die Reihe zu bekommen.


    Das willst Du nicht? Dann bleibe da wo Du jetzt bist, lüg' Dir selbst weiter in die Tasche, dass Du ja "eigentlich arbeiten willst...**aber*....[hier die 1000 Gründe einsetzen die Du bisher schon gebracht hast]" – doch beschwere Dich nicht.


    Nicht mißverstehen: diese "1000 Gründe" mögen ihre Berechtigung haben, aufgrund Deines unaufgeräumten "Zimmers" – das bestreitet hier Keiner, im Gegenteil, es wird Dir absolut zugestanden. Nur mußt Du es endlich auch Dir selbst eingestehen.


    Nur zu sagen: "Ich bin krank, ich bin Borderlinerin etc." aber nicht auch dementsprechend zu handeln, das ist ein schlichtes Ausruhen auf der/einer Krankheit und nichts Anderes.


    Wenn Du Dein Leben verbessern willst hilft nur Eines: SELBST etwas tun.

    Zitat

    Wenn Du Dein Leben verbessern willst hilft nur Eines: SELBST etwas tun.

    Genau so ist es, auch wenn es viel Kraft und Überwindung kostet, du musst was machen.


    Und bei Anträgen wird dir geholfen wenn du selber nicht alles ausfüllen kannst, das müssen die machen.


    Also erst mal um die Gesundheit kümmern, dann ums Geld, oder von mir aus anders rum.


    Von alleine passiert nichts, da musst du schon selber ran.

    Ich kann Sunflowers und Isabells Beitrag nur zustimmen. Ich denke du wünschst dir wen der dir die Verantwortung für dein Handeln abnimmt aber so weh das jetzt vielleicht tut du musst dir selber helfen. Solange du es nicht schaffst zu erkennen dass du für dein Leben selber Verantwortung übernehmen kannst und wirklich etwas ändern willst, solange wird das so weitergehn. Denk doch mal positiv. Du hast jetzt die Chance dein Leben zu gestalten und du kannst dir selbst beweisen wie selbstständig du sein kannst. Das Leben ist doch so schön :)* fang doch an dich ein bisschen zu mögen. Du bist liebenswert und ein einzigartiger Mensch :)_ Geh mal in dich und überlege dir genau ob du in der Lage bist zu arbeiten oder ob eine Therapie jetzt besser wäre, danach fang Schritt für Schritt an dein "Zimmer" aufzuräumen (wie Isabell gesagt hat)


    Ich kann dich verstehen und ich kenne das Gefühl wenn man denkt dass die Probleme einen erdrücken aber ich habs geschafft und bin verdammt stolz drauf!! Man darf sich niemals unterkriegen lassen sondern muss kämpfen.