• Neu

    Benzos als Langzeitmedikament

    Ich habe eine Angststörung und nichts hilft so richtig. Eine Freundin von mir, die ebenfalls eine hat riet mir zu Benzos. Sie meint, man kann es sich so einteilen, dass man auch über einen längeren Zeitraum nur eine Tablette am Tag nimmt ohne das dieser Teufelskreis zu Stande kommt, bei dem man die Dosis immer weiter erhöhen muss und das sie sehr gut gegen Angststörung helfen.

  • 9 Antworten
    • Neu

    Wenn Dir eine Tablette am Tag reichen sollte, dann bekommst Du Deine Angststörung auch mit Antidepressiva in den Griff. Auch sonst solltest Du eher zum AD greifen, als regelmäßig Benzos zu nehmen.

    Im Akutfall ist ein Benzo Gold wert. Es bringt schon was, wenn Du immer Benzos zur Hand hast. Also einfach die Gewissheit, dass Du im Fall der Fälle sofort eine Tablette nehmen könntest.

    • Neu

    Die Wahrscheinlichkeit, dass das nicht klappt ist sehr hoch. Und selbst wenn, wird es sehr schwer, da wieder rauszukommen. Ich kenne einen Menschen, der schon nach drei bis vier Wochen regelmäßiger Tavoreinnahme akute Probleme beim Absetzen hatte. Und der Entzug soll ziemlich furchtbar sein. Deswegen wird das wahrscheinlich auch kein verantwortungsvoller Arzt unterstützen und dir das Zeug langfristig verschreiben. Hier im Forum hat auch mal einer davon geschrieben, wie es ihm mit dem Absetzen ging, vielleicht findest du den Faden mit der Suchfunktion.

    Gegen Angststörungen gibt es Antidepressiva, die nicht dieses Risiko beinhalten und in einer begleitenden Therapie lernt man mit den Ängsten besser umzugehen. Das ist vielleicht auf den ersten Blick nicht ganz so einfach und vielleicht nicht so schnell wirksam wie ein Benzo, erspart dir aber auf lange Sicht eine Menge Leid und Ärger...

    • Neu

    Also ich kann aus persönlicher Erfahrung sagen, dass ich über Jahre hinweg in sehr niedriger Dosis alle zwei Tage Bromazepam eingenommen habe. Ich habe nie gesteigert, ich wurde auch nicht süchtig, denn ich habe das Medikament dann einfach so absetzen können.

    Anders war es bei mir mit den Antidepressiva, die ebenfalls versucht wurden. Bei denen hatte ich wirklich übelste Absetzungserscheinungen und Nebenwirkungen.

    Anlass war bei mir ein dekompensierter Tinnitus, aufgrund dessen ich nicht mehr schlafen konnte. Nichts hat geholfen, nur das Bromazepam. Ich bin heute noch dankbar dafür, dass der Arzt mir das so verschrieben hat. Ich habe es auch nie "missbraucht".

    Heute habe ich mich an den Tinnitus gewöhnt und kann auch so wieder schlafen.

    • Neu

    Benzos sind definitiv kein Langzeitmedikament. Die Suchtpotential ist sehr hoch und die meisten Leute entwickeln eine Toleranz - es wird immer mehr gebraucht, um eine Wirkung zu erzielen. Von die am Ende runterzukommen ist auch nicht ganz ohne.

    Sie stumpfen auch die Emotionen ab, was auch zu zwischenmenschliche Probleme führen kann.

    • Neu

    Auf keinen Fall. Zumal deine Toleranzgrenze ganz woanders sein kann als bei der Freundin. Auch wissen wir nicht, ob sie nicht bereits abhängig ist.

    Ein Entzug von Benzos kommt einem immensen Horrortrip gleich (so die Aussagen von Menschen, die diesen Entzug bereits machen mussten - Dauer des Entzugs jewelis mehrere Monate)


    Bei Angststörungen ist Verhaltenstherapie angezeigt, dort erlernt man Skills wie man mit der Angst umgeht. Auch körperliche Ursachen der Ängste sollten ausgeschlossen werden.

    Rein medikamentös bekommt man Ängste nicht in den Griff (es sei denn sie haben eine körperliche Ursache, die medikamentös behandelbar ist , dann wären die Ängste auch "nur" ein Symptom)