Beschäftige ich mich zu viel mit der Vergangenheit?

    Ich bin recht viel alleine mit dem Auto unterwegs. Dabei drehen sich meine Gedanken eigentlich immer um die Vergangenheit und auch sonst wenn ich alleine bin. Ob das die Geburt meines Sohnes, sein Schulanfang, oder ein Urlaub (das kann der vom vorigen Jahr sein, oder auch ein früherer) ist, ist eigentlich egal. Ich fühle dann so eine wohlige Wehmut. Es sind zwar meistens schöne Erinnerungen, aber ich hadere dann damit, dass die Zeit so schnell vergeht, dass z.B. mein letzter Geburtstag nun fast ein Jahr her ist, obwohl es mir vorkommt als wäre es vorige Woche gewesen.;-)

    Ich bin auch schon in die Stadt gefahren, in der ich meine Lehre gemacht habe, das war ungefähr eine Stunde Fahrt, nur um mein Lehrlingswohnheim und die Berufsschule mal wieder zu sehen.

    Ich besuche gerne "die Städten meines Wirkens", nur um wieder mal dort zu sein, und den Gedanken nachzuhängen.

    Ich fühle mich dabei auch nicht schlecht oder so, aber ich habe mit Freunden versucht darüber zu reden, aber da ich hatte das Gefühl, die haben nicht mal verstanden was ich wollte :=o

    Meine Frage: Machen das andere auch? Ist das normal?

    (Es könnte auch sein, dass ich einer von wenigen bin, der sich an fast alles in seinem Leben erinnern kann, sogar an meine Kindergartenzeit (über 40 Jahre her) , an meinen Schulanfang etc. Mindestens einer meiner Freunde kann das nämlich nicht.)

  • 4 Antworten

    Liebe TE,


    na klar ist das normal ...mach dir keinen Kopf. Ich bin auch ein Mensch der sehr in der Vergangenheit hängt.


    Als ich zum Beispiel vor einigen Jahren ein Urlaubsziel an der Ostsee suchte, habe ich immer wieder nach dem Zeltplatz im Internet gegoogelt auf dem ich vor fast 20 Jahren mit meine ersten Jungenserfahrung gesammelt habe. X-\

    Oder fahre auch manchmal so in der Gegend umher.


    Ich glaube das ist auch so wenn man merkt das man langsam älter wird. Bei mir wurde es mehr als mein großer immer selbstständiger wurde.

    Man erinnert sich an die schöne Zeit, fragt sich ob man alles richtig gemacht hat, ect.

    Shelby T. schrieb:

    Meine Frage: Machen das andere auch? Ist das normal?

    Hin und wieder, wenn sich ein Gespräch ergibt und hin und wieder auch, wenn ich alleine bin, aber sehr oft ist das nicht, dass ich mich mit der Vergangenheit beschäftige, es sei denn, es sei denn, dass ich eine Ursache für ein heutiges Verhalten oder heutige Denkweise analysiere, aber auch das begrenzt. Ich bin jetzt sehr lange von meinem Geburtsort weg und war da schon jahrzehnte nicht mehr. Wenn es sich ergibt, dann würde ich schon noch einmal hin fahren, aber wenn nicht, dann nicht. Ich erlebe lieber die Gegenwart. Es gibt zu viele Dinge, die mich interessieren und mit denen ich mich noch nicht befasst habe oder die ich machen und lernen will. Da wäre es mir zu schade um die Zeit der Vergangenheit nachzusinnieren, anstatt diese Dinge zu machen.

    Shelby T. schrieb:

    (Es könnte auch sein, dass ich einer von wenigen bin, der sich an fast alles in seinem Leben erinnern kann, sogar an meine Kindergartenzeit (über 40 Jahre her) , an meinen Schulanfang etc. Mindestens einer meiner Freunde kann das nämlich nicht.)

    Ich kann mich sehr gut an Dinge auch aus meiner Kindergartenzeit erinnern oder auch Schulzeit. Eben, wenn das Thema aufkommt und dann irgendwelche Dinge erzählt werden, tue ich das auch.

    sunni11984 schrieb:

    Ich glaube das ist auch so wenn man merkt das man langsam älter wird. Bei mir wurde es mehr als mein großer immer selbstständiger wurde.

    Älter werde ich ja immer, mit jeder Sekunde. War für mich noch kein Grund mich mehr in der Vergangenheit aufzuhalten, als im Jetzt.


    sunni11984 schrieb:

    Man erinnert sich an die schöne Zeit, fragt sich ob man alles richtig gemacht hat, ect.

    Ich kann mich erinnern, ob ich etwas für richtig oder falsch gehalten habe, was ich gemacht habe. Wenn ich etwas falsch gemacht habe, dann habe ich die Erkenntnisse mitgenommen. Deswegen finde ich solche Fragen heute nicht interessant.

    Ich glaube das nennt man Nostalgie und das ist absolut nichts schlimmes und viele Leute genießen das sehr. 🙂


    Oder keine Ahnung ob Nostalgie der richtige Ausdruck ist aber dieses zurück erinnern an vergangene Tage ist glaube ich ganz normal. 😅

    Zitat

    ich hadere dann damit, dass die Zeit so schnell vergeht, dass z.B. mein letzter Geburtstag nun fast ein Jahr her ist, obwohl es mir vorkommt als wäre es vorige Woche gewesen

    könnte sein dass du auch deswegen das Gefühl hast dass das Leben an dir vorbeischießt weil es das ja tut wenn du geistig nicht an deinem momentanen/jetzigen Leben teilnimmst sondern die Vergangenheit abspulst.

    Zitat

    Machen das andere auch?

    ziemlich viele glaub ich, manche machen auch das gleiche mit der Zukunft, also mehr in ihr, bzw in Vorstellungen von ihr, statt in der Gegenwart zu leben. Die schlimmste Variante für beide Versionen ist wenn die Träumerei zusätzlich auch noch unangenehm ist. Wohlige Wehmut, hm, kann ich nachvollziehen, ob es sinnvoll ist ganz generell und gewohnheitsmäßig (im Gegensatz zu nostalgischen Anflügen die ich schon für normal und unbededenklich halte) viel Zeit damit zu verbringen bezweifel ich. Da kann schon ungesunde Intension drin stecken (Flucht vor dem Jetzt und/oder dir selbst (kann dem Ganzen sogar deutlichen Suchtcharakter verpassen), oder Festhalten an und übermäßige Identifikation mit der Vergangenheit. (Vorsicht übrigens mit Alk, regelmäßiger Konsum hat meiner Beobachtung nach für viele Menschen auf das "in der Vergangenheit leben" höchst ungünstigen/verschlimmernden Einfluss)


    Wenn du wirklich wissen willst ob das, wie du es praktizierst, schädlich für dich ist verzichte testweise doch mal darauf und schau einfach was passiert (wenn du kannst, vermutlich ist es mindestens schwierig).