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    Und die Bedienungsanleitung hätte ich gerne :°(

    Na, Teile davon hast Du ja, aber es ist eben eine Bedienungsanleitung, kein Reparaturhandbuch. Mit ihm zusammenleben wird langfristig heißen, dass seine starken sozialen Einschränkungen auch Dein Sozialleben zumindest zum Teil, vielleicht auch ganz erheblich einschränken, und dass Du einen Großteil eurer gemeinsamen Zeit für die Pflege seiner Macken aufbringen wirst, so wie er sie ja auch pflegt. Er will nicht aus seiner Höhle raus, also musst Du, wenn Du mit ihm zusammen sein willst, in seine Höhle rein. Ich würde mich da keinen Illusionen hingeben. Die Frage ist also: Bist Du längerfristig bereit, Dich von seinen Beeinträchtigungen stark und spürbar mit beeinträchtigen zu lassen? Falls ja, kannst Du an Strategien arbeiten, wie und wo Du Deine Grenzen setzt, damit es erträglich für Dich ist. Falls nein, bleibt vernünftigerweise nur die Trennung.

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    Kann es sein, dass Du Dich von seinem guten Aussehen hast blenden lassen? Die von Dir beschriebenen Macken sind nichts, was man wegdiskutieren oder wegkompromissen kann, da hilft wohl nur ein dickes Fell, viel Nachsicht und Gelassenheit - und eine eigene, ganz starke und belastbare Persönlichkeit.

    Ja er schaut in der Tat verdammt gut aus und ich denke mir echt jedesmal wo ich in ansehe: Wow x:) x:) . Umso tragischer ist sein verzerrtes Selbstbild. Wir haben uns beide im Sommerurlaub kennengelernt. Die Stimmung war gelassen, er nicht gestresst... da hat er auch nicht diese ständige Nervosität ausgestrahlt, wie jetzt. Er hat sich sehr selbstbewusst und bestimmt gegeben. Ich dachte echt ich hab den Jackpot gewonnen. Anfangs fühlte ich mich ihm so nah, weil ich alles mit ihm teilen konnte was in mir vorgeht. Er ist so liebenswürdig, ist immer um mich bemüht, einfach ein echt wundervoller Mensch. Er geht total auf mich ein, aber eben nur soweit es seine Macken zulassen.


    Oh man Asperger, du machst mir Angst. Ich werde mich mal einlesen. Ich glaube ja, dass er eine Schilddrüsenüberfunktion hat. Hier habe ich eh schon mal einen Faden eröffnet. http://www.med1.de/Forum/Stoffwechsel.Hormone/728547/ Aber Stress einen Bluttest zu machen hat er keinen %-|

    Ich bin da ganz bei Xirain und a.fish. Du kannst ihm nicht helfen, wenn er das nicht möchte. Und ich finde auch nicht, dass du zu schroff zu ihm bist. Im Gegenteil, du lässt dich da ganz schön in seine eigene Problematik verwickeln, die faktisch erstmal nicht deine eigene ist.


    Du sollest da gut auf dich aufpassen. Wenn es bereits so anfängst, dass du ihn als Ballast empfindest, aber trotzdem noch weiter versuchst, ihm entgegenzukommen und deine Bedürfnisse zurücksteckst, fürchte ich, bist du schon in einem ungesunden Strudel drinnen. Vielleicht erst mit einem Zeh, aber das kann, wenn man nicht aufpasst, ganz schnell weiter gehen.


    Ich persönlich könnte keine solche Beziehung mehr mit jemandem führen, der psyschische Probleme hat und nicht bereit ist, sie ernsthaft anzugehen. Ich hab mir da selbst schon die Finger ordentlich verbrannt, weil es mir nicht gelungen ist, mich davon abzugrenzen und danach selbst für eine Zeit ziemlich am Ende war.


    Ich würde halt in erster Linie schauen, dass du deine Bedürfnisse aus falschem Mitgefühl ihm gegenüber nicht untergräbst. Glaubst du denn, dass dir sein Entgegenkommen auf Dauer reichen wird?

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    Was nützt es auch zu sagen, hey ich würde so gerne mit dir kuscheln beim einschlafen- geht nicht; ich würde mit dir gerne mit Freunden essen gehen- geht nicht... Damit muss ich klar kommen, weil er es mir eh nicht geben kann. Darüber zu reden, versaut eh nur die Stimmung, die bei uns eh schon mehr schlecht als recht ist. Trotzdem hab ich mich verliebt, anfangs gab er sich als mega selbstbewusst und ich hätte nie nie nie gedacht, dass er so drauf ist. Ich kann ihn ja nicht einfach so aufgeben....

    Das klingt für mich sehr danach, dass er dich für sich ALLEINE haben will und dich komplett von deinen sozialen Kontakten abkapseln möchte.

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    Kannst Du Dich eher aufgeben?

    Ich seh schon, der Grundtenor hier ist eher, "Lauf solange du noch kannst". Mir zerreißt es das Herz auch nur beim Gedanken ohne ihn zu sein :°( Im Sommer gings mir soo gut, ich kam auch super ohne Mann klar. Ich bin eine selbstbewusste Frau, aber nun merke ich wie er mich zunehmend runterzieht. Ich bin jedenfalls nicht so glücklich, wie man es am Anfang einer Beziehung sein sollte.


    Aber das kanns doch nicht sein, ich kann ihn doch nicht einfach fallen lassen. Ich finde das so egoistisch... Er ist krank und braucht Hilfe. Ich bin mir so sicher, wenn er das hier so lesen würde, dann würde er aus allen Wolken fallen. Weil er sich eben als absolut nicht krank einstuft. Ich hab auch grad niemanden, außer meine Mutter, mit dem ich wirklich darüber reden kann. Weil ich mich ehrlich gesagt schäme. Wenn ich meinen Mädels von seinen Macken erzählen würde, weiß ich eh schon, dass sie ihn mir komplett ausreden würden. Sie meinen es ja eh nur gut.


    Ich weiß gerade echt nicht was ich machen soll.... Meine Mutter meinte ich soll es an die Bedingung knüpfen, dass er eine Therapie macht. Aber wie hier eh schon gesagt, ohne Selbsteinsicht bringt das eh nichts....

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    Aber das kanns doch nicht sein, ich kann ihn doch nicht einfach fallen lassen. Ich finde das so egoistisch... Er ist krank und braucht Hilfe.

    Puh, und du glaubst, dass du die Einzige bist, die ihm diese Hilfe zukommen lassen kann? Ich würde sagen: Überlass das mal lieber Fachleuten...


    Er ist frei und erwachsen genug eben solche aufzusuchen.

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    Ich weiß gerade echt nicht was ich machen soll.... Meine Mutter meinte ich soll es an die Bedingung knüpfen, dass er eine Therapie macht. Aber wie hier eh schon gesagt, ohne Selbsteinsicht bringt das eh nichts....

    Deine Mutter hat da recht. Anders bringt es dir nichts, im Gegenteil - wie schon mehrfach geschrieben - wirst du mit in den Strudel gezogen und bist da schon teilweise drin. Und das, obwohl ihr erst knapp ein halbes Jahr zusammen seid, wo ja eigentlich noch alles durch die Herzchen-Brille gesehen wird.

    Meiner Meinung nach bewegst du dich gerade selbst in Richtung eigene psychische Probleme (Depression, Burn Out, was auch immer).


    Du selbst würdest wollen, dass dein Bruder bei dir schläft, es ist räumlich möglich, aber du lehnst ihm zu liebe ab. Du guckst also nur nach ihm.


    Klar er ist an dem Abend bei dir...aber das ist ein fauler Kompromiss aus dem er sich schon vorher rausschmuggelt indem er auf einmal nicht da ist.


    Dann könnte dein Bruder ja doch bei dir schlafen...


    Er ist mir suspekt... Ängste schön und gut, ich weiß es ist schwer, aber du forderst ihn ja auch nicht dir entgegen zu kommen.


    Lies mal das hier, es könnte dir helfen eine neue Sicht auf die Situation zu bekommen:


    http://www.schoen-kliniken.de/ptp/medizin/psyche/angststoerung/angst/alltag/art/03248/


    Nimm diesen Absatz hier besonders ernst:

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    Vergessen Sie nicht, für sich selbst zu sorgen – eventuell auch mit professioneller Hilfe. Behalten Sie Ihre eigene Meinung und ihre eigenen Bedürfnisse. Ordnen Sie nicht ihr ganzes Leben dieser Störung unter.

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    katiafox 18.11.16 12:49


    Er ist frei und erwachsen genug eben solche aufzusuchen.

    Ja, das schon, aber es ist doch eben das Problem, dass er seine Krankheit nicht (ein)sieht... Wir als psychisch unbelastete Personen können das so einfach sagen, aber wenn man selbst in der Position ist, ist das denke ich mal, eine ganz andere Situation.

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    Er ist frei und erwachsen genug eben solche aufzusuchen.

    Ja. Er liegt nicht blutend am Boden oder ist psychotisch oder anderweitig nicht in der Lage, sich Hilfe zu holen. So viel Selbstbestimmung musst Du ihm schon lassen, Phenolphtalein, er ist ein erwachsener Mann und auch psychische Probleme zu haben macht einen nicht automatisch unzurechnungs- oder handlungsunfähig. Du entmündigst ihn, wenn Du Dich zu seiner Retterin (oder Mutter) aufschwingst. Er kann sich sein Leben selber aussuchen und er wählt dieses.