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    Ja, das schon, aber es ist doch eben das Problem, dass er seine Krankheit nicht (ein)sieht... Wir als psychisch unbelastete Personen können das so einfach sagen, aber wenn man selbst in der Position ist, ist das denke ich mal, eine ganz andere Situation.

    ich war schon in Therapie, wegen Depressionen. Wenn der Leidensdruck groß ist, bringt eine Therapie etwas.


    Wenn nicht, wird man eher nicht an sich arbeiten.


    Im Grunde, wäre es für ihn sogar gut, wenn sie sich trennt, vielleicht würde er so endlich leidensdruck erfahren (Wenn er weiß, sie trennt sich nur weil sie mit der ständigen Angst und Kontrolle nicht klar kommt) und sich Hilfe suchen....


    Aber dann ist das Kind eben schon in den Brunnen gefallen und der TE würde das dann auch nicht mehr helfen.

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    Kind mit ihm: Himmel hilf. Ganz ehrlich, aber allein die Idee kommt mir vor, als wolltest Du Bauch voran in Höchsttempo mitten ins offene Messer rennen.

    Glaube mir, ein Kind wäre für mich, auch unabhängig von ihm, gerade der Supergau. Ich habe das erwähnt, weil er einen richtig krassen Kinderwunsch hat und mir auch sagte, dass er das in zwei Jahren angehen möchte. Er idealisiert es irgendwie komplett ein Kind zu haben und eine Familie zu gründen. Als ich dann mal nach hackte wie das dann genau aussehen würde, wurde auch klar, dass er nicht in Vaterschaftsurlaub gehen kann, weil er sich selbstständig machen will. Aha. Bei sowas bekomme ich ehrlich gesagt das Kotzen. Ist ja auch alles schön und toll, wenn sich eh die Frau um alles kümmert. Ein Kind bei solchen Schlafproblemen, ja genau. Also nein keine Angst, so naiv schätze ich mich jetzt selbst nicht ein. und wenn ich zum jetzigen Zeitpunkt schwanger werden würde (Gott bewahre), wäre ich die erste beim Abtreibungsarzt :-X

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    Ich seh schon, der Grundtenor hier ist eher, "Lauf solange du noch kannst".

    Die Alternative dazu ist, dass Du Dich eines psychischen Pflegefalls einnimmst, der so tut, als wäre er gesund, was heißt, es wird sich eher verschlimmern als verbessern. Das kannst Du tun, es ist Deine eigene Entscheidung, aber dann musst Du Dir eben auch im Klaren darüber sein, dass die Wahrscheinlichkeit auf ein unbelastetes, normales Leben (und, wenn Du Kinder möchtest, eben auch: Familienleben) damit rapide sinkt beziehungsweise nahezu null ist. Man kann sich auf so etwas einlassen, natürlich, aber es kostet einen sehr, sehr hohen Preis, und ich habe nicht den Eindruck, dass Dir das vollumfänglich bewusst ist.

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    Aber das kanns doch nicht sein, ich kann ihn doch nicht einfach fallen lassen. Ich finde das so egoistisch... Er ist krank und braucht Hilfe.

    Du kannst ihm nicht helfen. Du kannst es ihm nur ein ganz klein wenig bequemer in seiner Höhle machen, wofür Du selbst sehr viel aufgibst.
    Und ja, klar ist es egoistisch, sich zu trennen, was denn sonst? Es ist auch egoistisch, auf seine gute Ernährung zu achten, weil man sich wohlfühlen will. Egoismus nämlich in Form von: Fürsorge für sich selbst. Versuch mal, die Frage von Fairness hintanzustellen und zu schauen, was Du unter den gegebenen Umständen möchtest. Spiel gedanklich durch, wie es wäre, wenn Du Dich trennst. Spiel durch, wie es wäre, wenn Du bleibst (und kein Wunder geschieht) und Du Dich entweder später trennst oder mit ihm gemeinsam alt wirst. Das sind Deine Optionen, und Du trägst die Verantwortung für Deine Entscheidung, und das vor allem Dir selbst gegenüber. Du bist auch eine Person in Deinem Leben, und zwar die einzige, die von Anfang bis Ende bei Dir bleiben wird.

    Außerdem könnte es sein, dass selbst dann erst nach 10 solcher Trennungen der Leidensdruck groß ist...


    Ich hatte immer wieder schräge beziehungen...erst nach der 4. war ich in Therapie wegen meiner Depressionen. Mein Helfersyndrom hatte mir da irgendwo ein Schippchen geschlagen...ich suchte mir unbewusst "hilfsbedürftige" Männer, erwartete dann aber, dass ich ne Schulter zum Anlehnen finde... Funktioniert so nicht. Ne...

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    Ich habe das erwähnt, weil er einen richtig krassen Kinderwunsch hat und mir auch sagte, dass er das in zwei Jahren angehen möchte.

    Er ist ein selbstsüchtiger Arsch. Sorry, aber wer solche massiven Probleme hat und sich dann so völlig urvergnügt einem Kind als Vater und einer Frau als Partner-mit-gemeinsamem-Kind zumuten will, der hört den Schuss nicht mal, wenn er direkt neben seinem Ohr abgefeuert wird. Du kannst ihn an Selbstsucht gar nicht übertreffen, und wenn Du ihn tausend Mal verlassen würdest.

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    Er ist ein selbstsüchtiger Arsch. Sorry, aber wer solche massiven Probleme hat und sich dann so völlig urvergnügt einem Kind als Vater und einer Frau als Partner-mit-gemeinsamem-Kind zumuten will, der hört den Schuss nicht mal, wenn er direkt neben seinem Ohr abgefeuert wird. Du kannst ihn an Selbstsucht gar nicht übertreffen, und wenn Du ihn tausend Mal verlassen würdest.

    Klingt sicher hart in deinen Ohren, Phenolphtalein, aber genauso ist es. Leider.

    Wird jetzt allerdings bei Phenolphtalein vermutlich den Loyalitäts- und Verteidigungsreflex auslösen. Seufz. Was soll man da machen? Phenolphtalein, ich wünsche Dir, dass Du Dich da heile durchlavierst und Deine Entscheidungen so triffst, dass sie Dir möglichst langfristig guttun. Im Moment ist alles Sodom und Gomorrha, das ist klar, Elend in allen Richtungen und ganz viel Schmerz, wie Du es auch drehst und wendest. Es tut mir sehr leid, dass Du in dieser Situation steckst. Pass gut auf Dich auf, ja?

    Danke an euch alle! Ich helft mir gerade echt weiter, das ganze etwas klarer zu sehen. Ich hab teilweise echt schon als gemein empfunden, weil ich ihm die kalter Schulter zeige, anstatt mich auf einen seiner Psychogedanken ein zulasssen. Jetzt hab ich schon ein schlechtes Gewissen, nur weil dich das wort Psychogedanken verwende :-( Aber ihr bestätigt mir, dass ich da auch auf mich schauen darf und muss. Gott alleine wie ich schon rede, was ist los mit mir...


    Seine Ex, mit der schon Kinder in Planung waren, hat ihn von heute auf morgen verlassen und wollte dann absolut nichts mehr mit ihm zu tun haben. Er meinte sie hat nie gesagt, dass sie was stört. Ich dachte mir am Anfang wie gemein, aber mittlerweile kann ich das soo nachvollziehen. Er war nach der Trennung ziemlich am Ende, aber das war wohl auch noch nicht Leidensdruck genug....


    Ihr hab recht, er ist erwachsen....und ich bin nicht Mutter Theresa. Ich war erst diese Woche mit seiner Mutter was trinken und ich habe kurz sein Sprachproblem angesprochen. Sie wirkte schon mega genervt und meinte nur sie sagt dazu nichts, dass Problem übergebe ich an dich. Ich sags euch ich hab mich echt gefühlt, als hätte man mir 10kg Steine in die Hände gedrückt :°(

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    Wird jetzt allerdings bei Phenolphtalein vermutlich den Loyalitäts- und Verteidigungsreflex auslösen.

    Nö, ihr habt ja Recht. Ich verteidige ihn da bestimmt nicht. Ich greife mir jedesmal an den Kopf wenn er mit dem Thema kommt.


    Danke, dass ich mich hier auskotzen darf. Es geht mir grad echt ein wenig besser. Ich hab jetzt für mich gedacht, dass ich ihm ein wenig Zeit gebe zur Einsicht zu kommen. Aber wenn ich im neuen Jahre keine Veränderungen sehe werde ich mich vertschüssen. Jessas, ich weiß wie ihr jetzt alle denkt. Die schafft niee den Absprung, wenn sie so an die Sache rangeht. Aber wie schlimm es um seine Psyche steht, hab ich selbst erst vor 2-3 Wochen bemerkt, wo er bei mir vorübergehend einzog. Aber mir sitzt nun eh meine Mama im Nacken, die mich gegebenfalls wachrüttelt.


    Aber jetzt mal eine andere Frage: Mal angenommen die Einsicht kommt und er macht eine Therapie. Sind solche Verhaltensweisen denn überhaupt ausmerzbar? Also inwiefern sind solche Komplexe und Macken "heilbar"?

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    Aber jetzt mal eine andere Frage: Mal angenommen die Einsicht kommt und er macht eine Therapie. Sind solche Verhaltensweisen denn überhaupt ausmerzbar? Also inwiefern sind solche Komplexe und Macken "heilbar"?

    Ich weiß es nicht. Meine letzte Beziehung ist auch an den psychischen (und in Folge auch Sucht-) Problemen meines Ex gescheitert. Von meinem Standpunkt aus kann ich nur sagen, dass man von Außen heraus keinen Wandel einleiten kann. Sanfte Worte und und den Kopf tätscheln hilft nichts, sich zurückziehen hilft nichts und auch Arschtritte im übertragenen Sinn helfen nichts. Und irgendwann steht man da und ist ratlos und überfordert, so, als ob man einen dicken fetten (und vielleicht dennoch wohlig warmen) Mühlstein auf die Brust gelegt bekommen hat, der einen in der Bewegung einschränkt und die Luft zum Atmen nimmt. Einer alleine kann nicht dauerhaft stark genug für zwei sein. Nicht wenn es um eine Paarbeziehung zwischen zwei erwachsenen Menschen geht.


    Generell kann ich wunderbar nachfühlen, dass du dich für deinen Partner und sein Wohlergehen verantwortlich fühlst. Aber ich möchte zu bedenken geben dass du ihm, indem du dich für seine Eigenarten so zurücknimmst und diese in euren Alltag integrierst (!), langfristig keinen Gefallen tust. Weil du ihm eine Komfortzone erschaffst, innerhalb derer sein Leidensdruck gar nicht erst groß genug wird, als dass er das Bedürfnis bekäme an sich arbeiten zu müssen.

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    Ich war erst diese Woche mit seiner Mutter was trinken und ich habe kurz sein Sprachproblem angesprochen. Sie wirkte schon mega genervt und meinte nur sie sagt dazu nichts, dass Problem übergebe ich an dich. Ich sags euch ich hab mich echt gefühlt, als hätte man mir 10kg Steine in die Hände gedrückt :°(

    Warum sprichst du überhaupt mit der Mutter deines noch recht frischen Partners über dessen Probleme? Er ist ja kein Hund, um den ihr euch gemeinsam kümmert und euch wegen der Betreuung und Erziehung absprechen müsstet?


    Ihr Sohn, dein Partner, ist offensichtlich ein erwachsener, gebildeter Mann, der im Berufsleben steht.


    Mein Tipp an dich: Zieh dich zurück, sorge dafür dass dein Partner wieder in eine eigene Wohnung verfrachtet wird und stelle (erst mal nur für dich) Bedingungen auf, die erfüllt sein müssen, damit ihr eine schöne und unbeschwerte Zeit miteinander haben könnt. Die restlichen Baustellen sind erst mal sein Problem.


    Du könntest zeitgleich mal deine eigenen Probleme angehen. Mir erschließt sich nämlich nach wie vor auch nicht ganz weshalb DU auf deinem Sofa schläfst. Wenn es ihm mit dir zusammen in DEINEM Bett nicht möglich ist zu schlafen, es ihm auch unmöglich ist auf deinem Sofa zu schlafen und er aus welchen Gründen auch immer nicht in seinem eigenen Bett schlafen kann, dann soll er sich halt ein Hotelzimmer oder eine verdammte schallisolierte Dunkelkammer mieten?


    Warum hast du das Bedürfnis, dass du dich bis zur Selbstaufgabe für ihn aufopfern musst? Was gibt dir das?

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    Aber jetzt mal eine andere Frage: Mal angenommen die Einsicht kommt und er macht eine Therapie. Sind solche Verhaltensweisen denn überhaupt ausmerzbar? Also inwiefern sind solche Komplexe und Macken "heilbar"?

    Teilweise, in einem langen Prozess. Wenn er es wirklich, wirklich will. Es ist halt eine schweineharte Arbeit, und es bleibt immer was "übrig". Grundsätzlich haben alle Menschen ihre Macken, ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass es keinen Menschen auf der ganzen weiten Welt gibt, der nicht sein persönliches Set von Schwachpunkten und Beklopptheiten mit sich trägt.
    Du musst aber auch noch ein Stück weit unterscheiden (auch wenn es faktisch nicht möglich ist, aber zumindest als vagen Ansatzpunkt), was seine Krankheit ist und was sein Umgang damit. Er scheint ein intelligenter Mann zu sein, aber er verwendet seine Intelligenz darauf, es sich schönzureden, nicht darauf, das Problem einzukreisen und zu lösen oder es wenigstens zu benennen. Dass er eher wegschaut, als dass er hinschaut, dass er tendenziell eher andere leiden lässt, als sich unangenehmen Fragen zu stellen und seinen Anteil dran zu suchen, dass er wenig Gefühl für die Bedürfnisse anderer hat: Das, würde ich mal vermuten, sind eher charakterliche Tendenzen als "Macken", und eine Therapie hilft ja nur, sich anders zu kanalisieren, anders mit dem umzugehen, was vorhanden ist, sie ändert aber nicht die Persönlichkeit.

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    Seine Ex, mit der schon Kinder in Planung waren, hat ihn von heute auf morgen verlassen und wollte dann absolut nichts mehr mit ihm zu tun haben.

    Kinder oder auch nur ein konkreter Kinderwunsch können ein Katalysator für schon vorher vor sich hin schwelende Probleme sein. Weil es dann nämlich tatsächlich nicht mehr nur um zwei Menschen geht, die mit sich selbst irgendwie klarkommen müssen, sondern weil es auch darum geht, dass mit Kind Verantwortung nicht nur für das Kind, sondern auch für sich selbst übernommen werden muss.


    Mein Ex und ich hatten uns irgendwann auch im Alltag irgendwie eingegrooved, nach Maßstäben anderer Menschen sicher nicht perfekt, aber es lief. Wir haben uns dann entschieden die Verhütung wegzulassen und rate was passiert ist.. Wenige Wochen später hat er seinen Teilzeitjob gekündigt, hat sich um nichts mehr gekümmert, nur mehr absurde unumsetzbare Zukunftspläne geschmiedet und die Tage, an denen er nüchtern geblieben ist, wurden auch sehr, sehr viel seltener. (Eine erneute) Therapie hat er zu dem Zeitpunkt auch nicht eingesehen, schließlich war es ja ich, die ihm so viel Druck gemacht hat, dass er total blockiert war. Die Beziehung ist dann zerbrochen, zum Glück ohne dass ich schwanger geworden wäre. Rückblickend betrachtet wäre das eine absolute Katastrophe gewesen. Für uns alle. Inzwischen ist er übrigens wieder in Therapie, wegen dem Leidensdruck und so.

    Ich denke es gibt eigenarten, die man nicht mit therapie behandeln sollte...


    Wenn jemand impulsiv ist oder sehr emotional...kann man lernen damit umzugehen. Man kann innerlich bis 10 zählen...oder sich der Situation entziehen für 10 minuten um dann konstruktiv weiter zu streiten ohne zu schlagen zbsp. Das geht.


    Im falle deines freundes denke ich mit therapie könnte er an seinem selbstbild arbeiten, lernen seine prioritäten anders zu setzen, eventuell auch den zwang des um 11 muss ich im bett sein sonst schlaf ich nicht. Er könnte Techniken lernen die in so einem moment die angst mindern sodass er doch schlafen kann.


    Wenn er aber einfach ein mensch ist, der nicht gerne party machen geht...sollte man ihm das lassen...man kann aber an seiner sozialen angst arbeiten. Also eben entspannte sachen trotzdem mit andren leuten machen ohne dass er angst dabei hat.


    Ihr könnt daran arbeiten dass jeder sich selbst zuerst liebt und dann auch euch einander. Dass ihr kompromisse findet...vielleicjt getrennte betten, aber dafür vorher eine halbe stunde kuscheln zum tagesablauf damit auch deine Bedürfnisse gestillt sind.


    Aber all das ist ein wirklich langer prozess...das wird wenn dann ich denke...fast....jahre dauern.