Bin ich eine narzissstin? Betrug verheiratet

    Ich schreibe das erste Mal in einem. Forum aber ich brauche dringend andere Meinungen und habe deshalb diesen Schritt gewählt. Ich würde euch gerne meine Geschichte erzählen und dann eure Meinung dazu hören.

    Ich bin Mitte 30, verheiratet und habe 3 Kinder. Ich bin behütet aufgewachsen, habe eine gute Beziehung zu meinen Eltern und Geschwistern.

    Mit 16 hatte ich ein negatives Erlebnis mit einem Mann, darüber habe ich mit niemandem gesprochen. Zwei Jahre später trat mein jetziger Mann in mein Leben. Ein bodenständiger ruhiger Mensch der immer für mich da war. Es passt zwischen uns, wir kamen zusammen und waren glücklich. Wir reisten viel, zogen zusammen, studierten gemeinsam, bauten ein Haus und bekamen drei Kinder. Perfekt oder? Ich war nie unglücklich. Nach dem dritten Kind aber ging es los. Ich war bis dato ein Mensch der für jeden da war. Jeder redete über mich als Liebe Person, die immer hilft. Und das stimmte, genau das machte mich aus. Eine gute Freundin die zuhört, die enkeltochter die die Oma zum Arzt fährt, die Mama die mit den kindern bastelt, backt, die perfekten kindergeburtstage.... Etc... Und dann kam ein Mann in mein Leben.. Ein richtiger A...der mir aber Komplimente machte, mich körperlich so ansprach und der mir in die Seele schaute. Der mit mir sprach wie kein anderer. Dem ich plötzlich weinend von dem Erlebnis mit 16 erzählte und mit dem ich in eine Affäre rutschte. Diese Affäre beendete ich aus schlechtem Gewissen. Dann startete sie aber wieder.... Das ging ein paar Mal so. Im Moment ist es beendet, diesmal denke ich endgültig. Aber ich brauche Bestätigung. Ich schreibe mit anderen Männern im Bestätigung zu bekommen. Ich weiß auch dass ich mit diesem Mann nur geschlafen habe im Bestätigung zu bekommen. Mir ist auch klar dass ich nur so lieb bin um von anderen gemocht zu werden. Das alles ist mir die letzten Wochen klar geworden und ich frage mich nach dem Warum....

    Ich fühle mich so schlecht...... Könnt ihr mir helfen???

  • 48 Antworten

    Mach eine Therapie, komm den Dingen auf die Spur...

    Und dann entscheide, ob du dir selbst verzeihen kannst oder ob du das Leben neu und ehrlich starten willst oder kannst....

    Wie sollen wir helfen? Händchenhalten geht nicht. Bringt auch nichts. Das Problem liegt in dir und nur du kannst es lösen. Ich würde professionelle Hilfe annehmen.

    Die Suche nach Bestätigung ist eine ganz natürliche Sache, Bestätigung braucht jeder.

    Allerdings kann man dabei auch auf die schiefe Bahn geraten.

    Es gibt Menschen, die haben ein Gespür dafür, wonach andere Menschen suchen und sind ziemlich gut darin, solche Bedürfnisse zu bedienen. Da sollte man gut auf sich aufpassen können.

    Dein Ehemann ist wohl, so wie viele andere Menschen auch, ein Gewohnheitstier. Da wird man nicht jeden Tag mit Dankeschön, Blumen, Bestätigung und Freundlichkeiten überschüttet. Mit den Jahren wird leider vieles als selbstverständlich betrachtet.

    Es sich woanders zu holen ist leider oft der einfachere Weg. Man sollte aber das, was man schon hat wertschätzen und nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Sprich mit deinem Mann über deine Bedürfnisse, redet über euer beider Bedürfnisse. Wenn man sich liebt, verschließt man sich nicht gegenüber den Bedürfnissen des anderen.

    Ich kann aus dem ersten Beitrag nicht herauslesen, dass das Verhalten des Ehemannes ihr Verhalten ausgelöst hat.

    wie kommst Du auf Narzissmus?

    Ich sehe das pragmstisch: Du hast bis jetzt ein Leben 'nach Plan der spiessigen Gesellschaft' und bist nach all den Jahren jetzt gelangweilt. Mein vollstes Verständnis, wäre ich auch. Nix erlebt als konservative Werte, alles 'perfekt', wie Du selbst schreibst. Offenbar gelüstet es Dich aber auch mal nach Abenteuer, erleben, ausbrechen. Das kann und sollte man im Leben auch tun, nur nicht auf Kosten anderer. Entweder - oder. Menschen betrügen ist nicht der richtige Weg, aber das weisst Du selbst. Überleg Dir, wie der Rest Deines Lebens aussehen soll.

    Pathologischen Narzissmus les' ich da erstmal nicht raus; und inwieweit innerhalb des normalen Spektrums deine narzisstischen Anteile nun ausgeprägt sind, ist das wirklich so wichtig? Man kann Dinge auch ordnen, ohne jeder Eigenschaft oder jedem Handeln einen Namen zu geben.

    Lara841 schrieb:

    Ein richtiger A...der mir aber Komplimente machte, mich körperlich so ansprach und der mir in die Seele schaute. Der mit mir sprach wie kein anderer. Dem ich plötzlich weinend von dem Erlebnis mit 16 erzählte und mit dem ich in eine Affäre rutschte. Diese Affäre beendete ich aus schlechtem Gewissen. Dann startete sie aber wieder....

    Sicher, dass er dir in die Seele schaute?

    Lara841 schrieb:

    Ich schreibe mit anderen Männern im Bestätigung zu bekommen. Ich weiß auch dass ich mit diesem Mann nur geschlafen habe im Bestätigung zu bekommen.

    Dass es dir bei dem nur um Bestätigung geht, widerspricht aber dem oben?


    Und was genau bestätigen dir die Affäre? Dass du körperlich für ihn attraktiv bist.
    Das bist du für deinen Mann ja offenbar auch.
    Und die Schreibereien bestätigen bei näherem Hinsehen auch nichts.

    Überhaupt ist dieses "Bestätigung holen" oft eine ziemliche Seifenblase.

    Die größere Bestätigung ist doch, dass da jemand ist, der seit eurem 18. mit dir zusammen ist und gemeinsam leben will.
    Läuft bei euch sexuell gar nichts mehr oder wieso meinst du eine Affäre wäre nötig?



    Gewagte These: Du holst dir da gerade nur die Bestätigung, dass jemand anderes mit dir Sex will, obwohl du das auch so wissen könntest. Gleichzeitig baust du dir ein unschönes Selbstbild auf ("Ich bin gar nicht lieb, ich bin eigentlich soundso und tu alles nur für Bestätigung"), gewinnst ein schlechtes Gewissen dazu und führst dir immer wieder vor Augen, dass du doch nicht deine Affärenbeendigung durchhältst.

    In der Gesamtschau holst du dir sexuelle Bestätigung und demolierst die Bestätigung deiner Person als Gesamtes selbst gehörig.

    Mit Narzissmus hat das Ganze wirklich nichts zu tun.

    Ich sehe das wie BenitaB, du brauchst professionelle Hilfe um das Muster zu durchbrechen.

    Sonst wird früher oder später deinen Mann verlieren und dein Haus aufgeben müssen.

    Ich glaub auch immer mehr dass ich professionelle Hilfe brauche.

    Aber wie? Mein Mann würde das ja mitbekommen und fragen warum? Für ihn ist alles perfekt.

    Und warum? Ich war doch immer glücklich, warum bin ich so?

    Ich bin so verzweifelt

    Da hilft nur ein ehrliches Wort mit deinem Mann zu reden.

    Oder hinter seinem Rücken heimlich zur Therapie zu gehen.

    Ohne Hilfe von außen dürfte es für dich sehr schwer werden werden diese Ehe langfristig am Leben zu erhalten.

    Bist du denn mit deinem Leben grundsätzlich zufrieden, oder hast du Angst was verpasst zu haben?

    Gibt ja auch Frauen die irgendwann denken, hätte ich noch etwas gewartet hätte ich vielleicht noch einen besseren Mann gefunden.

    Deine Problem scheint unter anderem ein mangelndes Selbstbewusstsein zu sein.

    Gehst du zur Zeit einer Arbeit nach, oder bist du zu dem mutiert was man umgangssprachlich Heimchen am Herd nennt?

    ich plädiere auch für Therapie. Wegen des negativen Ereignisses mit 16.


    Und falls dein Mann fragt, warum zum Therapeuten, dann würde ich es erklären, das Ereignisses

    Sapient schrieb:

    wie kommst Du auf Narzissmus?

    Ich sehe das pragmstisch: Du hast bis jetzt ein Leben 'nach Plan der spiessigen Gesellschaft' und bist nach all den Jahren jetzt gelangweilt. Mein vollstes Verständnis, wäre ich auch. Nix erlebt als konservative Werte, alles 'perfekt', wie Du selbst schreibst. Offenbar gelüstet es Dich aber auch mal nach Abenteuer, erleben, ausbrechen. Das kann und sollte man im Leben auch tun, nur nicht auf Kosten anderer. Entweder - oder. Menschen betrügen ist nicht der richtige Weg, aber das weisst Du selbst. Überleg Dir, wie der Rest Deines Lebens aussehen soll.

    Ich sehe das genau so.

    Warum alle nach "mach Therapie" schreien, ist mir ein Rätsel. Man kann Dinge im Leben auch ohne Therapie lösen, eigentlich meistens. Eine Therapie ist die absolute Ausnahme und bei hohem Leidensdruck indiziert.


    Die Frage ist aber tatsächlich: Was willst du im Leben, wie soll es weitergehen, willst du deine Familie riskieren, etc. Dafür hat man eigentlich gute Freunde, um das zu diskutieren.

    Grundt schrieb:

    Eine Therapie ist die absolute Ausnahme und bei hohem Leidensdruck indiziert.

    Mittlerweile ist man ein Niemand, wenn man keinen Therapeuten hat. So kommt mir das immer häufiger vor!

    Verhueter schrieb:
    Grundt schrieb:

    Eine Therapie ist die absolute Ausnahme und bei hohem Leidensdruck indiziert.

    Mittlerweile ist man ein Niemand, wenn man keinen Therapeuten hat. So kommt mir das immer häufiger vor!

    ;-D;-D;-D Jedenfalls hier im Forum. Ohne Therapeut, kein Leben...

    Also ich bin grundsätzlich glücklich, habe einen tollen teilzeitjob, Freunde etc. Ich will meine Familie nicht zerstören. Aber ich habe tatsächlich das Gefühl etwas verpasst zu haben.

    Das Ereignis mit 16 hat vielleicht dazu beigetragen. Das weiß ich nicht. Ich habe darüber nie nachgedacht... Erst jetzt wieder.