Bin ich retraumatisiert?

    Gibt es hier jemanden der ein Trauma erlebt hat und vielleicht auch eine Retraumatisierung?

    Ich stehe seid 7 Wochen völlig neben mir. Eine zahnärztliche Behandlung, die ohne weitere Aufklärung durchgeführt wurde und ich keine Ahnung hatte von der schwere des Eingriffs hat mich völlig aus der Bahn geworfen. Eine Wurzelbehandlung wurde durchgeführt ohne das ich darüber informiert wurde was das ist und wohin das führt, welche Folgen usw., also z.b. frühzeitiger Verlust von diesem Zahn. Da es ein Frontzahn ist, ist das für mich eine Katastrophe. Noch dazu hat sich im Nachhinein herausgestellt das diese Behandlung unnötig war und die Diagnose toter Zahn falsch.

    Ich komme nicht weg von den Gedanken alles dreht sich nur noch darum. Ich habe zusätzlich eine Trigeminusneuralgie (Schmerzen Gesichtsnerv) entwickelt. Nun hatte ich vor fünf Jahren einen Unfall mit einer Operation wo es Komplikationen gab. Vor neun Jahren einen unerwarteten Sterbefall direkt miterlebt, von einem Augenblick auf den nächsten war alles anders. Damals hatte ich einige Gespräche mit einem Psychologen und einem Seelsorger. Irgendwie habe ich gelernt mit dem erlebten weiter zu leben. Jetzt ist aber alles präsent, damals und heute vermischen sich, da sind so viele Bilder in meinem Kopf, die ich nicht will. Nichts scheint mehr Sicherheit zu geben. Ich finde keinen freien Therapieplatz, ein Psychiater bei dem ich angefragt hatte, lehnt eine Behandlung mit Medikamenten ab, er meinte zu erst muss eine Therapie stattfinden. So bleibt mir nur die Hausärztin und die ist mir gerade keine große Hilfe. Alles was mir in der Vergangenheit geholfen hat, sich mal selbst etwas gutes tun oder an einen schönen Ort fahren nützt nichts. Ich kann nicht weinen nur schreien, wenn ich irgendwo abseits bin und sicher das es keiner hört. Ich starre an die Wand oder Decke und weiß nicht weiter.:-(

  • 4 Antworten

    Du hast also nicht selbst nachgefragt, was eine Wurzelbehandlung ist? Du hast nicht nachgefragt, was da weiter auf dich zukommt?


    Da sehe ich einfach etwas, was dich vielleicht selbst ärgert, was in dir bohrt.


    Kein Zahnarzt macht eine Wurzelbehandlung nur mal so, er wird vorher sagen, was ihn dazu veranlaßt. Etwas muß an dem Zahn ja gewesen sein, weshalb du den Zahnarzt überhaupt aufgesucht hast.


    Und da du dich ja nicht wirklich informiert hast, frage ich mich nun, woher die Weisheit nimmst, dass so ein Zahn früh verlustig gehen könnte. Ich habe seit 50 Jahren wurzelbehandelte Zähne, die tun immer noch ihren Dienst.... Überkront, die Kronen mussten altersbedingt allerdings mal neu gemacht werden.


    Du wirfst nun alles Lebenselend in einen Topf und rührst dabei kräftig um. Das ist fatal, aber die Fixierung darauf macht alles nur schlimmer, als erst einmal bei dem jetzigen Ereignis zu bleiben, denn die anderen Sachen haben, Fakt, damit als Sache nichts zu tun.


    Was genau an dem Zahn ist nun, nach der Behandlung, wirklich so dramatisch. Wer hat die Diagnose gestellt, die Behandlung wäre unnötig gewesen, warst du bei einem 2. Zahnarzt, bei einem Gutachter? Oder wie kommst du darauf? Das sollte man hier erst einmal erfahren.


    Und sich bei einem Therapeuten auf die Warteliste setzen zu lassen, um Traumata zu bewältigen, ist immer ein guter Entschluss.


    Aber ich denke, im Kopfkino züchtest du nun schon einen verlorenen Zahn, der aber, (Fakt) gar nicht existiert. Bleib da erst mal im Hier und Jetzt.


    Und gerade im Fontbereich bekommt man immer Ersatz, sei es eine Brücke, gibt ein Verfahren, wo so ein Ersatzzahn auch geklebt werden kann, oder eben ein Implantat. Hast du eine Zahnzusatzversicherung? Lohnt sich immer, wenn solche Fälle tatsächlich eintreten sollten. Sollten wohlgemerkt.


    Trigeminus habe ich auch öfter mal, besonders eben nach Zahnbehandlungen. Mir hilft Euminz, äußerlich immer aufgetragen, dann nach einer Zahnbehandlung allgemein Hekla lava D 6 und um den Nerv zu beruhigen, Hypericum D 12. Diese Globulis alle 2 Stunden, einnehmen.


    Damit bin ich solche Probleme nach spätestens 3 Tagen wieder los.

    Hallo, ich war bei zwei anderen Zahnärzten. Die beide bestätigt haben das da etwas falsch gelaufen ist. Ich habe mich bei einer Patientenberatungsstelle informiert und den Vorfall mittlerweile der Krankenkasse gemeldet.

    Die Trigeminusneuralgie habe ich jetzt fast 7 Wochen, brennen, stechende Schmerzen, Taubheitsgefühle. Schmerzmittel helfen nicht. Ich muss noch zum Neurologen aber mittlerweile habe ich vor jeder Art von Arzt Angst.

    Die Gedanken kann ich mehr kontrollieren sie sind alle da. Deshalb meine Frage ob hier jemand mit Retraumatiesierung sich auskennt. Es selbst erlebt hat.

    Lisan3 schrieb:

    Gibt es hier jemanden der ein Trauma erlebt hat und vielleicht auch eine Retraumatisierung?

    Ja, hier.



    Lisan3 schrieb:

    So bleibt mir nur die Hausärztin und die ist mir gerade keine große Hilfe.

    Nicht nur. Du hast die Erfahrung, wie du damals dein Trauma aufgearbeitet hast und kannst es nun wieder tun. Ob dann noch ein Therapieplatz notwendig sein wird, wenn du dran kommst, wird sich ja dann zeigen. Es kann ja sein, dass du es bis dahin selbst hinbekommst.


    Lisan3 schrieb:

    Alles was mir in der Vergangenheit geholfen hat, sich mal selbst etwas gutes tun oder an einen schönen Ort fahren nützt nichts

    Das war ja wohl nicht alles, was du damals getan hast, oder?

    Damals hatte ich Psychologe und Seelsorger. Die aktuelle Situation ist insgesamt anders, ich fühl mich hilflos und kann nicht mal einige Mails absenden um bei weiteren Psychologen nach freien Terminen zu fragen.