Sie ist jung-ja, unsere Liebe ist jung-kann mal vielleicht auch noch behaupten, ich bin jung-würde ich eher verneinen wenn man es im Verhältnis zu meiner Freundin betrachtet.


    Mir ist sowas durchaus bewusst,aber deshlab werde ich sie nicht verlassen. genau deshalb habe ich ja den thread hier gestellt um mich mit anderen auszutauschen und Ratschläge einzuholen wie man sich am besten in extremen Situationen verhalten sollte.

    Noch ein Buchtipp: "Weg aus dem Chaos- das Hans mein Igel-Syndrom oder die Borderlinestörung verstehen" von Heinz Peter Röhr.


    Das Buch beschreibt sehr gut und verständlich die Störung und deren Ursachen, auch die Situation von Angehörigen ("gezeichnet für's Leben")- es macht aber auch Hoffnung und Zuversicht.


    Und ja, es gibt solche und solche. Es gibt sehr schwierige, unreflektierte Persönlichkeiten, aber auch Menschen, die sich entwickeln und aus der Störung "herauswachsen"- auch wenn ein gewisser Anteil immer bleiben wird. Es hängt eben von den persönlichen Möglichkeiten der Betroffenen ab, aber auch vom Umfeld und wie weit dieses stabil ist.

    schnecke


    :)^


    bob


    Du bist nicht die Person ihr zu helfen, das ist ihr Therapeut. Du musst dich entscheiden ob du, ganze ohne helfen zu können, eine Beziehung ist dieser Frau so wie sie ist führen willst. Eine Beziehung in der ein Partner versucht den Therapeuten zu miemen ist zum scheitern verurteilt denn selbst wenn er Erfolg hat muss in jeder Therapie die Phase kommen in der man sich vom Therapeuten löst oder dann eben vom Therapeuten-Partner...

    Ich kann sie nicht einfach alleine lassen. Ich liebe sie ja und möchte auf jeden Fall mit ihr zusammenbleiben. Nur ich denke, dass ein Leben zu führen wie man es sich so vorstellt,ganz "normal" mit ihr nicht möglich ist. Das ist irgendwo frustrierend.

    Zitat

    Ich kann sie doch nicht verlassen nur weil sie BPS hat

    "nur" ist gut, außerdem hat sie auch noch ne Essstörung, oder nicht? wenn eine Partnerschaft einen Partner nur runterzieht dann sollte man sich trennen.


    ein Freund von mir war 6(!) Jahre mit einer Borderlinerin zusammen, es wurde von Jahr zu Jahr schlimmer, nach den 6 Jahren , also jetzt, ist er ein totales Wrack und fast schlimmer dran als seine Ex..........sowas kann einen kaputt machen, grade wenn die psychische Störung so schwerwiegend ist wie bei deiner Freundin.


    es sagt auch keiner dass du sofort schluss machen sollst, aber vor lauter Verliebtheit selbst in ein Loch zu fallen - davor solltest du dich selbst bewahren und im Notfall ist es am besten man trennt sich

    Hmpf – wenn ich Borderline schon höre rollen sich mir die Zehennägel auf. Problematisch ist, dass Borderline in den letzten Jahren zur Modeerkrankung wurde. Ein Label, was jeder zweite, bei dem man nicht ganz sicher war oder der ein paar Schlüsselsymptome hatte, aufgedrückt bekam und immernoch bekommt. Man stigmatisiert und katalogisiert immernoch viel zu viel.


    Borderline ist keine festes Krankheitsbild, sondern mehr eine Anhäufungen von vielen Dingen, von denen einige bei den Betroffenen besonders oft (manchmal aber auch gar nicht) auftreten. Gleichzeitig weist Die BPS viele Parallelen zu anderen psychischen Erkrankungen auf, so das eine Diagnose oft falsch ist oder einfach nur ungenau. "Borderline und so wird das behandelt" führt oft zu mehr Problemen als es nötig wäre.


    Ob eine Behandlung erfolgreich ist hängt oft davon ab, wie sehr das Therapieangebot auf den einzelnen Betroffenen zugeschnitten ist. Natürlich haben sich gerade in den letzten Jahren bestimmte Therapiearten als zumindest hilfreich erweisen können.


    Naja – darum ging es eigentlich gar nicht.


    Wie geht man mit psychisch kranken Partnern um? Ich kenne beide Seiten der Medaille.


    Man darf den kranken Partner nicht stigmatisieren, nicht zu sehr bedauern. Man darf sich nicht selbst aufgeben, wenn man aggressiv behandelt wird oder ungerecht. Man muss für sich selbst einstehen und darf dem Gegenüber – trotz, oder vielleicht gerade deswegen – Krankheit nicht alles mit "ach naja ihr geht es ja so schlecht, sie meint das nicht so" durchgehen lassen. Man muss, trotz Mitgefühl auch mal sagen "So, jetzt gehst du einfach zu weit."


    Man darf sich desweiteren nicht in die Helferrolle pressen lassen. Der Betroffene muss selbst den Antrieb besitzen etwas zu ändern. Man kann ihn nur beglkeiten, und auch die Hand halten.


    Eine glückliche Beziehung mit einer kranken Person ist einfach ein ganz schmaler Grat für beide Personen. Man muss irgendwie in der Lage sein, die Beziehung auch losgelöst vom Problem des kranken Partners sehen zu können. Die Krankheit darf die Beziehung nicht total vereinnahmen. Gerade das ist für die kranke Person sehr wichtig, weil dazu eine Menge Reflexion benötigt wird, die gerade in akuten Phasen oft nicht möglich ist.


    Das ist meine Meinung, ein kleiner Teil davon zumindest. Es gibt keine Leitfäden für sowas. Man muss wissen, worauf man sich einlässt. Beide Seiten. Es ist unglaublich schwer, und für viele einfach nicht möglich.

    Find ich ne gute Einstellung von dir :)^


    Ich bin auch betroffen und mein Freund hatte die ersten Jahre ne harte Zeit mit mir (bei mir kamen noch SVV, Depressionen und Medikamentenabhängigkeit dazu), aber er hat es "über sich ergehen" lassen und immer zu mir gehalten.


    Momentan hab ich ne ganz gechillte Phase, ohne diese Heftigkeit...er weiss wie er mit mir umzugehen hat (und es war ne lange lange Zeit bis er es "gelernt" hat, weil er es halt nicht kannte) und alles is gut zwischen uns x:)

    Ich meine mit dem "nur" nicht, dass es nicht schlimm sei, das habe ich schon erfahren und erlebet,aber dass sie eben nicht schuld daran ist. Ja, soweit ich gelesen habe bis jetzt gehört das doch aber auch bei manchen mit dazu oder nicht? (Anorexie und Bulimie meine ich).


    Ich denke, dass ich psychisch ziemlich gut gefestigt bin. ich denke zwar oft über sie nach und wenn ich nicht bei ihr bin frage ich mich ob alles in ordnung ist, aber im Allgemeinen würde ich sagen, dass es mich teilweise belastet, aber nicht so sehr, dass ich selber psychisch angeschlagen werden könnte.

    Wielange seid ihr denn zusammen ?


    Einige Zeit kann ja vieles bedeuten ;-D .


    BPS kann viele Begleiterscheinungen haben...muss aber nicht.


    Wenn man z.B. nach diesem ganzen Selbsttestgedöns geht, hat irgendwann jeder Mal in seinem Leben BPS.


    SVV is zb nicht gleichbedeutend mit BPS genauso wenig wie mit dem Wunch sich umzubringen.


    Wie gesagt, ich find deine Einstellung gut das du sich nicht verlassen willst weil sie BPS hat, aber du weisst auch nicht wie es sich weiterhin entwickeln wird und ob du diese Belastung auf Dauer aushalten wirst.


    Geht sie schon lang zur Therapie ?


    Zeigt sie Eigeninitiative...also das sie was ändern will ?

    Allgemein zur Situation des Partnes:


    Man muss sich als Betroffener bzw. als Partner klar sein, dass eine Beziehung keine Therapie sein kann und soll!

    Zitat

    Eine glückliche Beziehung mit einer kranken Person ist einfach ein ganz schmaler Grat für beide Personen. Man muss irgendwie in der Lage sein, die Beziehung auch losgelöst vom Problem des kranken Partners sehen zu können. Die Krankheit darf die Beziehung nicht total vereinnahmen. Gerade das ist für die kranke Person sehr wichtig, weil dazu eine Menge Reflexion benötigt wird, die gerade in akuten Phasen oft nicht möglich ist.

    Sehr richtig formuliert.


    Zur Diagnose Borderline: Es ist einfach wahnsinnig stigmatisierend, sich als Borderliner zu outen. Es herrschen enorm viele Vorurteile und Unaufgeklärtheit in der Öffentlichkeit (im Gegensatz dazu ist Burn Out ja schon fast positiv besetzt). Ich hatte meine Beziehung schon vor der Diagnose (damals 4 Jahre) und dann damit klarzukommen, dass man im Grunde beziehungsunfähig, sprunghaft und tückisch sein soll ist nicht gerade aufbauend und erschwert die Akzeptanz der eigenen Krankheit.


    Ich war z.B. fast krankhaft zurückhaltend mit meinen wirklichen Emotionen. Nach Außen war ich immer die Selbstbewusste, die Fröhliche, die Kontaktfreudige. Ich wollte auch weiter so gesehen werden und habe all meine negativen Emotionen mit mir ausgemacht – teilweise auch durch selbstschädigendes Verhalten kompensiert. Ich habe mich schon selbst verletzt, als ich noch nichtmal wusste, dass ich mich selbst verletze, dass es andere Menschen gibt, die das tun. Und doch wird man als aufmerksamkeitsgeiler Emo mit aufgeschnittenen Pulsadern dargestellt – das tut weh.


    Auch hier im Forum schon gelesen: Borderliner sind beziehungsunfähig, bösartig, manipulativ. Nein! Wir sind normale Menschen, mitten unter euch, die viel Leid ertragen mussten, so dass sich ihre Seele gespalten hat. Über 90 Prozent der Borderliner haben sexuellen Missbrauch in der Kindheit erlebt. Als Kinder wurden sie missbraucht – körperlich, emotional. Die Volksseele ist schnell dabei, Pädophile aufzuhängen, aber die geschädigten Kinder sollen bitte Maltherapie machen und dann wieder normal sein :-/


    Weil wenn man erwachsen ist, dann ist man nicht mehr Opfer, sondern wird auch noch zum (Beziehungs)Täter stilisiert.

    Zitat

    Zur Diagnose Borderline: Es ist einfach wahnsinnig stigmatisierend

    das stimmt! es wäre interessant wie sich eine Therapie entwickeln würde, wenn man der betroffenen Person einfach verheimlicht dass sie Borderline hat, bzw. andere Diagnosen stellt...........die Diagnose allein kann ja schon einiges anrichten, ich war heilfroh als ich hörte "nur" Depressionen zu haben

    Zitat

    das stimmt! es wäre interessant wie sich eine Therapie entwickeln würde, wenn man der betroffenen Person einfach verheimlicht dass sie Borderline hat, bzw. andere Diagnosen stellt...........die Diagnose allein kann ja schon einiges anrichten, ich war heilfroh als ich hörte "nur" Depressionen zu haben

    Ich kannte die Krankheit theoretisch schon aus dem Internet. Mein erster Therapeut hat die Diagnose bei mir sehr schnell gestellt und das hat mich auch erstmal umgehauen: Einerseits sah ich mich damals selbst – bis auf gelegentliche Selbstverletzung – überhaupt nicht in den Borderline-Kriterien, dann auch noch die Konfrontation mit dem negativen Bild des Borderliners (denn wir sind ja nur Borderline und kein bisschen Persönlichkeit ;-) ) – das war schon eine heftige Erschütterung meines Selbstbildes und daran hatte ich lange zu knabbern.

    PS: Man fragt sich dauernd "Bin ich das oder das Borderline"?, man verliert durch die Diagnose (zumindest temporär) auch das Vertrauen in die eigene Urteilskraft, fühlt sich als Person als Solche in Frage gestellt. Wo ist schnecke, wo ist die Persönlichkeitsstörung? Was entscheide ich in meinem Leben, entscheide ich überhaupt selbst in meinem Leben oder meine Krankheit?


    Man wird praktisch von heute auf morgen damit konfrontiert, dass die eigene Wahrnehmung irgendwie krankhaft bzw. "falsch" ist und das reißt erstmal den Boden unter den Füßen weg.