Bruder nimmt seit Tagen keine Nahrung mehr auf

    Hallo


    Mein Bruder isst seit Tagen nichts mehr und da bin ich mir sicher. Er will auch nichts essen, er trinkt nur und ich weiß nicht was ich machen soll. Seine Arme und Beine sind richtig dünn geworden, er schaut langsam aus wie ein Skelett. Vielleicht geht das auch schon über 1 Woche so, bin mir nicht sicher. Es ist wirklich hart, sonst würde ich es nicht schreiben.


    Er ist auch psychisch krank, will aber weiter daheim wohnen und mit niemanden reden. Er hatte mal ein Gespräch mit einem Psychologen, aber da hat er nur geschwiegen.


    - Jetzt die Frage wie kann man ihn zum Essen zwingen, wenn er es weiter verweigert? Rettungsdienst anrufen und einen Krankentranporter bestellen und ihn einliefern lassen, damit er zwangsernährt wird?


    - Ich meine wenn das so weitergeht und er stirbt, ist das doch unterlassene Hilfeleistung? Obwohl man alles macht, leckeres Essen aber er lässt alles stehen. Getränke trinkt er schon, da gibt es kaum Probleme.


    Aber Essen will er nicht und langsam schaut er aus wie Frankenstein kurz vorm Abflug.

  • 20 Antworten

    Es gibt Menschen, die fasten, die trinken allerdings, klar sie nehmen ab, aber deshalb müssen sie kein Skelett sein.


    Wenn der Bruder aber psychisch krank ist, würde ich den psychosozialen Dienst alarmieren, damit der die entsprechenden Maßnahmen trifft.


    Du selbst wirst ihn nicht zwingen können. Zu essen oder sonstwas.

    Er hat seid seiner Erkrankung nie wirklich viel gewogen, aber mittlerweile ist er sehr dünn. Und zwar so dünn, dass es auf mich gefährlich wirkt.


    Deswegen mach ich mir sorgen um meinen Bruder und um meine Familie. Sollte er daran kaputt gehen, ob wir uns damit strafbar machen?


    Danke für den Tipp mit dem psychosozialen Dienst, werde da am Montag anrufen und die um Hilfe bitten. Mittlerweile gerät das außer Kontrolle

    Wenn er wirklich nichts mehr isst, dann ist Fresubin keine Dauerlösung!


    Er muss zum Arzt, oder besser noch in die Psychiatrie.


    Was wurde denn schon alles von Seiten deines Bruders unternommen, damit e ihm besser geht?


    Hängt er seit Monaten zu Hause rum und macht nichts?


    Bekommt er Hartz 4 oder Rente? War er schon mal in Therapie oder in der Psychiatrie?

    Mein Bruder macht nichts, er steht manchmal mehrere Stunden im Flur und starrt gegen die Wand. Oder schläft im Badezimmer auf dem Boden oder im Treppenhaus.


    Daheim ist er seit ca. 5 Jahren und nein er bekommt weder Hartz 4 noch Rente. Meine Eltern zahlen die AOK Versicherung und von anderen Kosten weiß ich nichts.


    Er war mal bei einem Psychologen, aber er hat dort kein Wort gesagt und der Herr meinte dann, so kann er nicht arbeiten. Wenn von ihm nichts kommt, kann man nichts machen.

    5 Jahre zu Hause und nichts passiert??


    Würde er eingewiesen, würde er Medikamente bekommen die dann dafür sorgen könnten dass er therapiefähig werden würde. Was soll denn mal werden, wenn die Eltern mal nicht mehr sind?


    Was genau liegt denn bei deinem Bruder vor? Depressionen?


    Dieses an die Wand starren könnte es das hier sein?


    https://www.netdoktor.de/symptome/stupor/

    Zitat

    Er war mal bei einem Psychologen, aber er hat dort kein Wort gesagt und der Herr meinte dann, so kann er nicht arbeiten.

    Manche psychischen Störungen bedürfen, wie schon gesagt wurde, einer Behandlung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Ein Psychologe, der "nur" Therapeut ist (aber nicht Arzt), kann diese Mittel nicht verordnen...


    Als ganz kurzfristige Maßnahme könnt ihr versuchen, ihm kalorienreiche Getränke zu geben - Limonade, Cola (nicht "light" oder "zero"), Fruchtsaft, Tee mit Zucker - fast alles ist bei einem stark abgemagerten Menschen besser als reines Wasser. Milch bzw. Kakao wäre auch ganz gut, sofern er es akzeptiert.


    Jedenfalls, so bald wie irgend möglich sollte ein Arzt ihn sehen. Das kann auch erst mal der Hausarzt sein oder ggfs. der ärztliche Bereitschaftsdienst.

    Zitat

    Mein Bruder macht nichts, er steht manchmal mehrere Stunden im Flur und starrt gegen die Wand.

    Das hört sich alles sehr bedenklich an.


    Ich würde beim Gesundheitsamt anrufen, dort gibt es den sozialpsychiatrischen Dienst.


    Schildere bitte alles, was du hier geschildert hast (auch das Abmagern).


    Die Leute dort kümmern sich dann darum, dass dein Bruder in Behandlung kommt.

    Meine Eltern wollen ihn auch nicht weggeben, weil er in gewohnter Umgebung bleiben soll. Ich habe schon oft gesagt das er ins betreute Wohnen gehört oder wenigstens in Behandlung. Wollen sie aber nicht und ich war damit einverstanden. Aber seid neuem starrt er wie abwesend nur noch in die Ecke und nimmt keine Nahrung mehr zu sich. Früher hat er wenigstens vor dem Fernseher gesessen und gegessen, aber seit kurzem ist er völlig abgedreht und macht nichts mehr ausser starren und schlafen.


    Früher ist er wenigstens noch im Wohnzimmer hin und hergelaufen, aber jetzt völlig antriebslos. Und das schlimme ist das Abmagern. Habe gestern eine Pizza gemacht und ihn gefragt ob er die will. Er hat richtig gierig auf die Pizza geschaut, dann doch den Kopf gesenkt und ein verneinendes Brummen von sich gegeben. So ein mhh mhh und das wars. Aber ich habe ihm angesehen, dass er hunger hat, irgendwas stimmt langsam nicht mehr.


    Werde am Montag dafür sorgen, dass er in Behandlung kommt. Ich weiß nur nicht wie meine Eltern darauf reagieren werden, die rasten bestimmt total aus.

    Hi,


    manchmal hilft man einem Kranken nicht wenn man ihn einfach lässt. In so einem Fall heißt nichts tun das die Krankheit sich verschlechtert und im schlimmsten Fall jemand stirbt.


    Die Variante etwas zu tun ist allerdings leider auch unschön. Deine Eltern und dein Bruder wollen ja nicht das sich was ändert.


    Tatsache ist, es gibt psychische Erkrankungen da braucht es Medikamente, Fachleute und eine Klinik. Hier wegzuschauen geht also nicht.


    Vor vielen Jahren habe ich meine schwer depressive Schwiegermutter gegen den Willen ihres Mannes einweisen lassen, und gegen den Willen meines Mannes. Nach 6 Wochen hat mein Schwiegervater sie auf eigene Verantwortung wieder mit nach Hause genommen. Danach wurde vor mir "versteckt" wie schlimm es ist.


    Einige Monate später habe ich meine Schwiegermutter nochmal eingewiesen und dann einen Antrag gestellt der verhindert hat das sie sich selbst entlassen konnte. Wie das Ding jetzt juristisch wirklich heißt bin ich überfragt.


    Bei dieser zweiten Einweisung ging es ihr sehr schlecht. Ich hab sie ins Auto gepackt und bin in ein Krankenhaus mit Psychiatrie gefahren und dort in die Notaufnahme. Der Anpfiff des Arztes war heftig - sie war so abgemagert das akute Gefahr des Verhungerns bestand.


    Meiner Familie hat es nicht gut getan, ich hab mich einige Monate später von meinem Mann getrennt. Meine ExSchwiegermutter lebt auch 10 Jahre später noch und ist heute besser drauf als damals. Einfach deshalb weil sie Medikamente und eine Therapie bekommt.


    Und wenn ich wieder vor der Frage stehen würde was ich tun soll: ich würde wieder in die Psychiatrie fahren!


    LG


    Karima