Bupropion 150mg. absetzen

    Guten Abend zusammen,

    bevor ich jetzt hier weiiiit aushole einfach nur im kurzen geschrieben:


    Letztem Jahr erhielt ich Sertralin aufgrund meiner Depression - hat nicht gewirkt daher bekam ich danach Venlafaxin da bin ich dann bis 150mg hoch gegangen - Dann versuchte umstellung von Venlafaxin auf milnacipran was total in die Hose ging daher wieder zu Venlafaxin ... vor ein paar Wochen bin ich umgestiegen auf Bupropion und habe Venlafaxin langsam abgesetzt - so Bupropion wirkt bei mir genauso wenig ...Ich habe einfach die Schnauze gestrichen voll von dem Mist ich will das ganze nicht mehr - Ich will mir auch nichts mehr anhören vom Arzt oder sonst wem ich setze das jetzt ab und Basta ...

    Die Absetzerscheinungen sind bei mir seit einigen Tagen sehr schlimm ... kann kaum reden geschweige denn laufen oder richtig denken - Ich habe ohne Arzt abgesetzt also von heut auf morgen keine mehr genommen, ich dachte entweder ganz oder gar nicht - ich kenne die Absetzerscheinungen schon sehr gut - sie sind sehr heftig ...

    Muss ich auf was aufpassen ? Ab wann sollte ich doch einen Arzt hin zu fügen ? Bzw bei welchen Sympthomen - Ist es bzw kann es doch Lebensbedrohlich werden ?



    Mfg

    Michaela

  • 27 Antworten

    Du müsstest sehr langsam ausschleichen.

    Und ja, was du gemacht hast, könnte lebensgefährlich werden.

    Schau mal ins ADFD Forum, da werden die Ausschleichschritte sehr gut erklärt.


    Ich hoffe, du kriegst die Kurve.

    Ich nehme sehr viel länger als du ein AD, davon 40mg täglich. Seit 18 Monaten schleiche ich aus und bin jetzt bei 30mg.


    Es könnte bei dir natürlich schneller gehen weil du es noch nicht so lange nimmst.

    Du musst den AD schon ein bisl Zeit geben damit sich eine Wirkung einstellt. Immer gleich umstellen halte ich nicht für sinnvoll. Was willst Du denn jetzt noch nehmen nachdem Du alle möglichen Varianten durch hast? Sertralin wirkt auf den Serotoninhaushalt, Venlafaxin auf den Serotonin- und Noradrenalinhaushalt und Bupropion auf den Dopamin- und Noradrenalinhaushalt. Wenn das Bupropion in retardierter Form vorliegt (der Wirkstoff wird nach und nach freigesetzt), kann man es soweit ich weiß sowieso nicht ausschleichen, bzw. sollte die Tabletten nicht teilen. Das kann dann erst recht zu unerwünschten Wirkungen führen da der gesamte Wirkstoff dann sofort freigesetzt würde.

    Ich wechsel die Tabletten ja nicht weil ich das möchte sondern weil der Psychologe das gesagt hat bzw mir ja die Tabletten verschreibt.

    Ja aber muss ich wirklich fast ein ganzes Jahr warten immer neue Medikamente nehmen um irgendwann dann wenn überhaupt mal einen positiven effekt zu bekommen ?

    Ich möchte das wirklich nicht mehr nehmen das Zeug - Ich bin jetzt am 5 Tag wo ich keine Tabletten mehr nehme, ja mir gehts sehr schlecht durch die Absetzerscheinungen .. aber sobald ich jetzt wieder zum Psychologen gehe wird er mir eh wie jedes mal entweder andere Tabletten verschreiben oder gleich sagen Absetzen ist nicht gut daher nehme ich das ja jetzt alles selber in die Hand.

    Vorab: Psychologen verschreiben keine Medikamente. Dürfen sie gar nicht.


    Ansonsten: Von jetzt auf gleich aufhören ist keine gute Idee, Du merkst es selber. Man muss langsam ausschleichen und bei Retard-Tabletten ggf. vom Arzt immer geringere Dosierungen verschreiben lassen und irgendwann auch nicht retardierte Form wechseln. Die einzelnen Reduktionsschritte muss man auch überlegen und immer in Abhängigkeit von Deiner Reaktion darauf weiter entscheiden.


    10 mg Reduktion in 18 Monaten, wie gesternwars es beschreibt, sind allerdings das andere Extrem. I.d.R. gibt man sich einige Wochen bis Monate, eben abhängig davon, wie gut man mit den einzelnen Reduktionsschritten zurecht kommt.

    Ich bin in ambulanter Behandlung in einer Psychatrischen Tagesklinik - also denke ich mal das dort Psychologen sind und mir mein Arzt halt Psychologe dort halt die Tabletten verschreibt

    Ja aber wenn ich jetzt ausschleichen soll was man bei Bupropion ja gar nicht kann, müsste ich ja wahrscheinlich wieder andere Medikamente nehmen und das ist ja genau das was ich nicht möchte

    Könnt ihr mir denn sagen worauf ich achten muss ? Wegen den Absetzerscheinungen

    Das kann der verschreibende Art Dir sagen und das solltest Du auch in der Tagesklinik/Institutsambulanz besprechen. Nur dort kennt man Deinen gesamten gesundheitlichen Zustand und kann es im Detail beurteilen.

    Auch gehören die Zweifel und der Frust bzgl. der Medikamente in die Therapie.

    Bei dem Medikament ist halt das Problem, dass ausschleichen sehr schwer ist, weil es nur 300 und 150mg gibt...

    Ich habe es auch abgesetzt, von 300 auf 0 und es ging mir sehr schlecht... ich glaube, knapp eine Woche lang war es schlimm und wurde danach langsam besser.

    Kann grad nicht so viel schreiben, weil ich auf dem Sprung bin, aber hast du explizite Fragen? Dann antworte ich mal in Ruhe ;)

    Da streiten sich halt die Geister, ob die Methode gut ist, aber ja, deshalb würde ich da auch unbedingt mit einem Arzt sprechen!

    Ich habe nicht so ganz bewusst abgesetzt, sondern zwangsläufig, weil ich meine Medikamente nicht bei mir hatte und sturmbedingt für ein paar Tage nicht nach Hause kam.

    Zufälligerweise hatte ich aber kurz darauf einen Termin beim Arzt, nur leider war der so inkompetent und wollte mir einfach nicht helfen.

    Auch, wenn du denkst, es ist fast geschafft. Ich habe bis heute teilweise noch richtig Probleme und frage mich manchmal, ob das ein wenig darauf zurückzuführen ist, dass es SO schnell war.

    Ich war übrigens auch sehr suizidal (aber konnte das diese Intensität zumindest irgendwie darauf zurückführen und bins ja mittelmäßig sowieso sehr häufig) und habe mich tatsächlich viel im Bett verkrochen, weil ich körperlich gar nichts konnte. Ich habe meine alte Lieblingskinderserie geschaut, Menschen um mich herum Bescheid gesagt und meiner Familie erklärt, was ich da tue und dass sie mich im Notfall ins Krankenhaus bringen sollen (und schon welche mit Psychiatrie rausgesucht).

    Das körperliche waren wirklich so 7-10 Tage relativ extrem, emotional kann ich nicht genau sagen, ob ich da teilweise immer noch deshalb zwischendrin so massive Probleme habe oder ob es die Krankheit ist.

    Ich würde es wohl nicht noch einmal so tun, sondern mich aufraffen und einen anderen Arzt suchen.

    Das war SO fahrlässig und ich hätte es eh nie so gemacht, wenn ich nicht so weit von Zuhause in einer anderen Stadt festgehangen hätte ohne Medis. Das waren knapp 4 Tage ohne und dann habe ich - so aus der Laune raus ganz spontan - beschlossen, es zu versuchen.


    Sprichst du mal mit deinem Arzt?