(Corona)-Depressionen und Dopamin-Mangel. Was soll ich machen?

    Hallo zusammen,


    ich versuche mich kurz zu fassen, weil ich selbst lange Texte nervig finde. Verzeiht, wenn es nicht nur drei Zeilen sind.


    Aufgrund einer Hormontherapie bekomme ich u.a. auch ein Antiandrogen (CPA). Dieses Medikament senkt einerseits den Testosteronspiegel, hat aber auch Einfluss auf das Dopamin und vermindert es. Im Ergebnis wirkt es also doppelt auf meine Psyche - nimmt mir deutlich durch das niedrige Dopamin den Antrieb und wirkt durch die Testosteron-Blockade depressiv, außerdem nimmt man zu. Wenn ich das Medikament aber absetze, bekomme ich aber eine schwere Akne und starken Haarausfall. Genau damit kann ich aber nicht leben und bin bereit diese Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen. Auch wenn es schwer ist.


    Bisher hat das relativ gut geklappt, weil ich viel unterwegs war und auch ein Mensch bin, der gern Veranstaltungen besucht. Ablenkung, Dinge machen. Durch meine Fernbeziehung war ich immer irgendwie auf Achse. Nun ist das 2020 alles anders. Sämtliche Veranstaltungen wurden gecancelt und genau jetzt hat auch mein Partner einen Job angenommen, wo er länger im Ausland ist. Er unterstützt mich überall, aber ich bin seit 6 Monaten quasi allein, soloselbstständig und sehe oft nicht mehr als meine vier Wände und bisschen Wald beim Sport. Tag für Tag.


    Ich weiß gerade nicht, was ich tun soll. Mich quälen wieder Suizdgedanken. Wenn ich ein Antidepressiva bekomme, nehme ich noch weiter zu, was mir nicht gut tut. Soll ich ein dopaminsteigerndes Medikament beim Arzt anfragen? Eine Psychotherapie halte ich für sinnfrei, da mein Problem maßgeblich auch medikamentenbedingt ist. Außerdem wird da vor 6-12 Monaten keine Therapie zu bekommen sein. Hilfe bräuchte ich jetzt.

    Ich bin ratlos mit dieser Zwickmühle! :°(

  • 16 Antworten
    Zitat

    Mich quälen wieder Suizdgedanken. Wenn ich ein Antidepressiva bekomme, nehme ich noch weiter zu

    Sei vernünftig und such deine Ärzte auf, auch einen Psychiater.


    Es gibt keinen Grund so elendig zu leiden, deine negativen Gedanken lösen sich leider nicht in Luft auf.

    @TE

    frag Mal deinen Arzt ob in deinem Fall so genannte L-Dopa sinnvoll sind.

    Das ist eine Vorstufe von Dopamin.

    Ich würde dir aber auch den Gang zum Psychiater empfehlen.

    Es gibt auch AD die nicht so stark in den Stoffwechsel eingreifen.

    Hallo! Ich gebe dir Recht, die Wartezeiten auf einen Therapieplatz sind extrem lange. Ich würde dir raten, deinen Hausarzt zu konsultieren, dieser kann für dich bei einem Neurologen anrufen und den Termin auf Grund deiner Suizidgedanken dringend einstufen. Levodopa ist ein Medikament zur Therapie von Morbus Parkinson und zugelassen für RLS - restless legs. Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Antidepressiva, darunter auch welche, wo du nicht von zunimmst. Bedenke, ein AD wirkt nicht sofort, mit mindestens 3 Wochen mußt du rechnen, bis diese Medikamente die volle Wirkung zeigen. Bitte gehe, wenn möglich noch heute zu deinem.Hausarzt, damit die richtige Therapie eingeleitet wird, du kannst nicht weiter mit Suizid Gedanken zu Hause sitzen. Ich wünsche dir alles Gute!

    @TE:

    Hast du wirklich niemanden, den du mal persönlich unter Einhaltung aller Abstandsregeln treffen kannst? Klar kann man alles auch auf die hormonelle Ebene schieben, aber ich wäre ungefähr nach vier Wochen schon durchgedreht, wenn ich nicht jemanden gehabt hätte, mit dem ich mich treffen konnte.


    Ich weiß ja nicht, zu welchen Veranstaltungen du gehen wolltest. Aber vielleicht lässt sich ja da etwas machen.

    Mittlerweile kann man ja schon wieder viel unternehmen, auch wenn natürlich viele Großveranstaltungen wegfallen.


    Hast du ein paar Leute mit denen du was unernehmen kannst?


    Oder kleine Veranstaltungen, die du auch alleine besuchen könntest?

    marblemadness schrieb:

    Im Ergebnis wirkt es also doppelt auf meine Psyche - nimmt mir deutlich durch das niedrige Dopamin den Antrieb und wirkt durch die Testosteron-Blockade depressiv, außerdem nimmt man zu. Wenn ich das Medikament aber absetze, bekomme ich aber eine schwere Akne und starken Haarausfall.

    Kann man auch nur die Dosis reduzieren, so dass der Testorsteronspiegel nicht zu sehr in den Keller geht? Und bist Du Dir mit dem Dopaminmangel sicher? Am Ende liegt es "nur" am zu niedigen Testosteron...

    AB01 schrieb:
    marblemadness schrieb:

    Im Ergebnis wirkt es also doppelt auf meine Psyche - nimmt mir deutlich durch das niedrige Dopamin den Antrieb und wirkt durch die Testosteron-Blockade depressiv, außerdem nimmt man zu. Wenn ich das Medikament aber absetze, bekomme ich aber eine schwere Akne und starken Haarausfall.

    Kann man auch nur die Dosis reduzieren, so dass der Testorsteronspiegel nicht zu sehr in den Keller geht? Und bist Du Dir mit dem Dopaminmangel sicher? Am Ende liegt es "nur" am zu niedigen Testosteron...

    Der Dopaminspiegel ist mittels einem Bluttest kontrollierbar. Ist dieser tatsächlich erniedrigt, kann man selber etwas dafür zu, daß dieser steigt, es braucht dazu nicht sofort Levodopa ( M. Parkinson und RLS - restless legs, zugelassen ). So wenig Zucker wie möglich und Tyrosin, sowie Phenylalaninreiche Nahrungsmittel zu sich nehmen. Diese sind in proteinreichen Lebensmittel enthalten. Fleisch, Eier, Bananen, Äpfel, Wassermelonen u.v.a.

    Hyazynthe schrieb:

    Der Dopaminspiegel ist mittels einem Bluttest kontrollierbar.

    Das mag ja sein. Aber ist das 1:1 auf den Dopamingehalt im synaptischen Spalt übertragbar? Wenn das so einfach wäre, bräuchte man doch bei Depressionen etc.einfach nur den Neurotransmitterspiegel im Blut bestimmen und "nachjustieren".

    Es gibt auch AD, von denen man nicht zunimmt. Erkundige dich unbedingt bei einem guten Psychiater oder HA.


    Du kannst nicht alles von einem einzigen Menschen abhängig machen. Der Mensch braucht soziale Kontakte. Isolation macht krank und depressiv. Spazieren gehen mit einem Kollegen, in einem Strassencafé einen Freund treffen, etc. - das ist doch alles möglich. Bitte öffne doch für andere Menschen!

    AB01 schrieb:
    Hyazynthe schrieb:

    Der Dopaminspiegel ist mittels einem Bluttest kontrollierbar.

    Das mag ja sein. Aber ist das 1:1 auf den Dopamingehalt im synaptischen Spalt übertragbar? Wenn das so einfach wäre, bräuchte man doch bei Depressionen etc.einfach nur den Neurotransmitterspiegel im Blut bestimmen und "nachjustieren".


    AB01 schrieb:
    Hyazynthe schrieb:

    Der Dopaminspiegel ist mittels einem Bluttest kontrollierbar.

    Das mag ja sein. Aber ist das 1:1 auf den Dopamingehalt im synaptischen Spalt übertragbar? Wenn das so einfach wäre, bräuchte man doch bei Depressionen etc.einfach nur den Neurotransmitterspiegel im Blut bestimmen und "nachjustieren".

    Das ist richtig. Ein Mangel an Serotonin kann zu Depressionen führen. Therapie: Antidepressiva aus der Gruppe SSNI, z.b. Citalopram.

    Skolka schrieb:

    Es gibt auch AD, von denen man nicht zunimmt. Erkundige dich unbedingt bei einem guten Psychiater oder HA.


    Du kannst nicht alles von einem einzigen Menschen abhängig machen. Der Mensch braucht soziale Kontakte. Isolation macht krank und depressiv. Spazieren gehen mit einem Kollegen, in einem Strassencafé einen Freund treffen, etc. - das ist doch alles möglich. Bitte öffne doch für andere Menschen!

    Trevilor - Venlafaxin.

    • Neu

    Danke für Eure Antworten und Rückmeldungen.


    Die Depressionen sind leider maßgeblich durch das Medikament induziert, aber sicherlich kommt eine persönliche Komponente oben drauf. Gar keine Frage. Letztes Jahr ging es mir richtig super, weil ich ständig unterwegs und "auf Achse" war. Dieses Jahr habe ich das Gefühl allein auf einer Mondbasis zu leben. Meine Suizidgedanken habe ich schon seit 4 Jahren - die sind nicht akut, aber ich habe sie halt täglich. Leider.


    luomaren schrieb:

    @TE:

    Hast du wirklich niemanden, den du mal persönlich unter Einhaltung aller Abstandsregeln treffen kannst? Klar kann man alles auch auf die hormonelle Ebene schieben, aber ich wäre ungefähr nach vier Wochen schon durchgedreht, wenn ich nicht jemanden gehabt hätte, mit dem ich mich treffen konnte.

    So alle 3-4 Wochen klappt das schon mal. Irgendwie habe ich aktuell aber eine Art Schutzbedürfnis und ziehe mich auch zurück. Im September soll es ein Konzert geben und wenn das stattfindet, werde ich dort teilnehmen. Nächste Woche treffe ich meine Eltern. Ich hoffe, dass es die nächsten Monate wieder regelmäßiger wird.


    AB01 schrieb:

    Kann man auch nur die Dosis reduzieren, so dass der Testorsteronspiegel nicht zu sehr in den Keller geht? Und bist Du Dir mit dem Dopaminmangel sicher? Am Ende liegt es "nur" am zu niedigen Testosteron...

    Ich habe die Dosis schon halbiert und weiter runter möchte ich nicht gehen. Über die Jahre habe ich da meine Wirkgrenze sehr akribisch beobachtet. Auch habe ich andere Medikamente (z.B. Bicalutamid) probiert, was überhaupt nicht gut war.

    Prolaktin ist ja der Gegenspieler zum Dopamin und meine Werte sind seit Jahren zu hoch. War deshalb auch schon zweimal beim MRT. Umgekehrt bedeutet das aber, dass ich zu wenig Dopamin habe und ich merke das ja auch. Es gibt wohl Dopamin-Medikamente für sowas (also nicht L-Dopa), aber ich kenne mich da zu wenig aus und ich befürchte, dass unsere Provinz-Ärzte hier damit überfordert sind. Ich möchte keine erneuten Rückschlag kassieren. Davon gab es die letzten 10 Jahre einfach viel zu viel.

    • Neu
    Hyazynthe schrieb:
    Skolka schrieb:

    Es gibt auch AD, von denen man nicht zunimmt. Erkundige dich unbedingt bei einem guten Psychiater oder HA.


    Du kannst nicht alles von einem einzigen Menschen abhängig machen. Der Mensch braucht soziale Kontakte. Isolation macht krank und depressiv. Spazieren gehen mit einem Kollegen, in einem Strassencafé einen Freund treffen, etc. - das ist doch alles möglich. Bitte öffne doch für andere Menschen!

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    Das notiere ich mir mal. Es hat wohl auch eine dopamine Wirkung. Das wäre natürlich genial.