Corona-Tief und „Neid“

    Hallo,

    ich halte mich an alle Vorschriften und Ratschläge bzgl Corona, weil ich glaube, dass wenn jeder Verantwortlich handelt, bald der Virus wirklich im Griff ist und man wieder reisen etc kann. Um mich herum gehen die Leute viel lockerer damit um, treffen sich unbeschwert irgendwo zuhause, umarmen sich wieder, genießen ihr Leben. Ich bin in einem ganz schönen Tief, weil ich die Regeln für wichtig halte, sie mich aber sehr einschränken (besonders was soziale Kontakte und Freiheit angeht). So einschränken, dass ich dazu neige aggressiv zu werden und wütend auf Leute, die so locker damit umgehen. Ich quäle mich für die Gemeinschaft und ein großer Teil der Gemeinschaft (zumindest um mich rum), scheisst darauf! Ich bin regelrecht neidisch! Und ich komme mir langsam wie ein Spinner vor. Wozu mache ich das? Bin ich ein Corona-Spießer?


    Was kann ich tun? Mir geht es wirklich nicht gut...

  • 175 Antworten

    Ich gestehe, ich sehe das Problem nicht.
    Triff dich draußen mit Freunden, Bekannten, Verwandten. Haltet einfach Abstand.

    Und mittlerweile hat man ja doch wieder viele Möglichkeiten. Essen gehen, generell raus in die Natur.

    Du bist neidisch auf Leute, die sich in deinen eigenen Augen falsch verhalten?

    Ansonsten könntest du alles tun, was die auch tun. Willst du eben nur nicht, weil du es nicht richtig findest.

    Ich bin neidisch auf Leute die sich meiner Meinung nach (und auch per Gesetz) falsch verhalten. Und ich frage mich: wozu tue ich mir das eigentlich an? Warum halte ich mich an Corona Regeln, wenn andere drauf scheissen? Ich tue das für die Gemeinschaft für die Gesellschaft. Und die Gesellschaft (zumindest teile davon) treten das mit Füßen, was ich versuche für alle zu erreichen... indem sie sich treffen, feiern, sich umarmen usw. ich würde das auch gerne wieder. Aber ich finde es zur Zeit falsch und es ist teilweise auch einfach nicht erlaubt.

    Ich weiß nicht wo du wohnst, aber sich treffen ist nicht (mehr) verboten.

    Und was spricht dagegen, wenn du das machst? Mit Abstand? Ohne Umarmung?

    Alias 973469 schrieb:

    Ich bin neidisch auf Leute die sich meiner Meinung nach (und auch per Gesetz) falsch verhalten. Und ich frage mich: wozu tue ich mir das eigentlich an? Warum halte ich mich an Corona Regeln, wenn andere drauf scheissen? Ich tue das für die Gemeinschaft für die Gesellschaft. Und die Gesellschaft (zumindest teile davon) treten das mit Füßen, was ich versuche für alle zu erreichen... indem sie sich treffen, feiern, sich umarmen usw. ich würde das auch gerne wieder. Aber ich finde es zur Zeit falsch und es ist teilweise auch einfach nicht erlaubt.

    nun ja du tust es ,weil du die Gesetze einhalten möchtest. Das ist erstmal sehr richtig. Das tu ich auch.

    Bei allem anderem mach ich das, was ich richtig halte und was ich für mich und meine Famile verantworten kann.


    Ich bin selbst Risikoperson. Heute beim Einkaufen sah mehrere Leute, die beim Einkaufen Handschuhe trugen.

    Find ich übertrieben, mach ich nicht. Kann es aber respektieren und akzeptieren, dass Menschen das tun.


    Ich sehe anhand WhattsappStatus und Posts bei FB mehrere Bekannte/Freunde, die über Pfingsten in den Urlaub fahren . Einige posten schöne Bilder von Nord und Ostseestränden . Das macht mich aber nicht neidisch, weil ich das (obwohl ich das Meer liebe) im Moment nicht wollte.


    Sprich: ich mache aus dem ganzem Mist hier irgendwie das Beste draus. Neid oder Wut über andere konnte ich noch nicht feststellen.


    Und das würde ich dir auch raten: schau, wie du aus der jetzigen Situation für dich das Beste ziehen kannst. Vielleicht kannst du , anstatt dich mit Freunden zu treffen , auf ein besonderes Hobby konzentrieren? Ein schönes Buch auf dem Balkon lesen, eine nette Wanderung durch die Natur (Wald See) machen und dabei feststellen, wie schön es doch ist, dass du alles dafür tust, um dich und andere vor der Krankheit zu bewahren.

    Alias 973469 schrieb:

    Was kann ich tun? Mir geht es wirklich nicht gut...

    Regst du dich immer über andere auf, wenn sie die Dinge nicht so sehen, wie du?



    Alias 973469 schrieb:

    Ich bin in einem ganz schönen Tief, weil ich die Regeln für wichtig halte, sie mich aber sehr einschränken (besonders was soziale Kontakte und Freiheit angeht).

    Es ist doch deine Entscheidung, dass du dich auf etwas verzichtest.


    Alias 973469 schrieb:

    Ich quäle mich für die Gemeinschaft und ein großer Teil der Gemeinschaft (zumindest um mich rum), scheisst darauf! Ich bin regelrecht neidisch!

    Und du siehst den Zusammenhang zwischen deinem Verhalten und der anderen wo? Was ist der Grund, dass du neidisch bist? Klingt auch irgendwie alles nach wenig selbstbewusstsein. Egal, was der Grund ist, so tust du letztlich alles für dich selbst, auch wenn es anderen Menschen etwas bringen sollte. Die Gemeinschaft besteht aus Menschen, die alle unterschiedliche Meinungen haben und viele bringen das, was du entscheides nicht im geringsten mit sich in Verbindung.


    Alias 973469 schrieb:

    Und die Gesellschaft (zumindest teile davon) treten das mit Füßen, was ich versuche für alle zu erreichen... indem sie sich treffen, feiern, sich umarmen usw. ich würde das auch gerne wieder.

    Wie kommst du auf die Idee für andere etwas erreichen zu können und dass das andere auch wollen?

    Alias 973469 schrieb:

    Aber ich finde es zur Zeit falsch und es ist teilweise auch einfach nicht erlaubt.

    Dann lasse es. Ich mache es z. B. auch so und wüsste nicht, warum ich da auf andere neidisch oder wütend sein sollte. Die haben doch dasselbe Recht zu entscheiden, was für sie richtig ist.

    Ich glaube, dass momentan eben eine besondere Schwierigkeit darin besteht, einen goldenen Mittelweg zu finden. Den musst du für dich definieren, lass einfach all die Menschen außen vor, die sich wirklich daneben benehmen (Verweigern von Sicherheitsmaßnahmen wie Masken, vorbei-Quetscher im Supermarkt, First Minute-Mallorca-Urlauber).

    Werde kreativ und versuche die Dinge, die dir am meisten fehlen, durch verantwortungsbewusstere Alternativen zu ersetzten. Triff dich Menschen, aber auf der Terasse falls möglich, achtet auf Abstand und Hygiene beim Essen. Du kannst nicht weiter weg in den Urlaub? Mach Tagesausflüge, schau dich in deiner Region um.

    Ich beobachte das bei super vielen Menschen um mich herum: es heißt alles oder nix. Mein Urlaub musste abgesagt werden? Ich versauere Zuhause allein auf dem Sofa! Versuche für dich ein Gleichgewicht aus sozialer Verantwortung und Verantwortung für dein eigenes Wohlbefinden zu finden. Die nächsten Monate werden (zumindest für Personen die zu abstraktem Denken fähig sind) aus einem ständigen Abwägen bestehen.

    mnef schrieb:

    Du bist neidisch auf Leute, die sich in deinen eigenen Augen falsch verhalten?

    Das ist ein essenzieller Punkt über den man nachdenken kann:


    Entweder Du bist nicht überzeugt, dass die Regeln sinnvoll sind und Du bist neidisch, dass die anderen sich trauen das zu tun, was Du innerlich auch für richtig hälst.


    Oder Du findest es wirklich falsch was sie tun und dann ist es nicht "Neid" sondern Du bist sauer auf sie, weil sie in Deinen Augen was falsch machen und damit das, was Du tun willst, hinauszögern. Dann willst Du nicht das tun was die tun sondern Du willst nicht, dass die es tun. Das ist aber auch keine Missgunst, denn Du könntest es ja auch machen, sondern Du bist sauer, dass sie es für Dich hinauszögern und damit gegen Dein Ziel arbeiten.

    Also: ich gehöre aufgrund diverser Vorerkrankungen zur Risikogruppe und sehe das mittlerweile auch sehr locker.


    Ich muss arbeiten gehen, habe Kontakt mit Mandanten und kann nicht einfach zu Hause bleiben, Homeoffice ist bei meinem Chef -selbst Risikogruppe- nicht gewünscht, bisher kamen alle Mandanten ohne den Fummel im Gesicht in die Kanzlei. Die Infektionszahlen sind quasi nicht mehr existent und die Politiker schert es auch nicht- warum soll ich dann verzichten ?


    Ich kenne selbst zwei Ex-Infizierte, die hatten beide absolut keine Symptome, genau wie 90% aller gemeldeten Fälle. Schlimmer noch: die beiden haben während der Zeit im Krankenhaus regulär weitergearbeitet, weil es für symptomfreies Pflegepersonal Ausnahmeregelungen gibt. Insofern denke ich mir, sooooo schlimm kann es dann auch nicht sein.


    Wenn du dich an die Beschränkung hälst können doch andere nix dafür, da brauchst du nicht neidisch zu sein.

    Mir fehlen einfach Umarmungen und Unbeschwertheit mit Freunden. Und genau DAS ist zur Zeit nicht möglich (bzw möglich, aber verboten). Andere tun das. Ich finde das sehr falsch. Würde aber auch gern, weil es mir wirklich fehlt und ich immer trauriger werde.


    wenn ich höre das sich meine Freunde treffen und sich zur Begrüßung umarmen, dann löst das in mir Wut und Neid aus. Sowas fehlt mir, ich mache es aber nicht. Ich bin psychisch ziemlich down zur Zeit.

    auf Abstand mit Menschen treffen, die ich gern mag, bringt mir gar nichts. Das fühlt sich für mich immer so an, als hätte man sich gestritten. Man ist verhalten (und nicht ausgelassen), distanziert, achtet darauf das man sich nicht anfasst. Ich gehe meist unglücklich nach den Treffen nach Hause...

    Alias 973469 schrieb:

    auf Abstand mit Menschen treffen, die ich gern mag, bringt mir gar nichts. Das fühlt sich für mich immer so an, als hätte man sich gestritten. Man ist verhalten (und nicht ausgelassen), distanziert, achtet darauf das man sich nicht anfasst. Ich gehe meist unglücklich nach den Treffen nach Hause...

    Wegen 1,5m Abstand? Wie nah bist du denn sonst mit deinen Freunden?

    Alias 973469 schrieb:

    auf Abstand mit Menschen treffen, die ich gern mag, bringt mir gar nichts. Das fühlt sich für mich immer so an, als hätte man sich gestritten. Man ist verhalten (und nicht ausgelassen), distanziert, achtet darauf das man sich nicht anfasst. Ich gehe meist unglücklich nach den Treffen nach Hause...

    Natürlich fehlt etwas. Aber Du kannst versuchen die Gelegenheit zu nutzen, weitere zwischenmenschliche Signale wahrzunehmen als ausschließlich den körperlichen Kontakt. Es gibt Sprache, Mimik, etc. Man merkt einem Menschen auch so an ob man sich mit ihm im Streit befindet oder tiefe Verbindung besteht. Dazu bedarf es keiner Umarmung. Umgekehrt gibts Menschen die können jemanden umarmen den sie hassen. Vielleicht kannst Du die Situation nutzen die anderen Sinne zu schärfen und so wenigstens auch etwas positives mitnehmen. :)^

    Alias 973469 schrieb:

    Mir fehlen einfach Umarmungen und Unbeschwertheit mit Freunden. Und genau DAS ist zur Zeit nicht möglich (bzw möglich, aber verboten). Andere tun das. Ich finde das sehr falsch. Würde aber auch gern, weil es mir wirklich fehlt und ich immer trauriger werde.

    Du hast also niemanden in der Familie oder sonst jemanden, der dir nahe steht und der dich ab und zu umarmt? Keine einzige Person?


    Alias 973469 schrieb:

    wenn ich höre das sich meine Freunde treffen und sich zur Begrüßung umarmen, dann löst das in mir Wut und Neid aus. Sowas fehlt mir, ich mache es aber nicht. Ich bin psychisch ziemlich down zur Zeit.

    Ich sehe da keinen Grund zum Neid, da ich es für falsch halte zu Umarmungen überzugehen.. Also die sporadische Freundschaftsumarmung pflege ich nicht mit allen Freunden und sie fehlt mir auch nicht. Sie sagt ja überhaupt nichts über die Nähe der Freundschaft aus. Ich kann mir auch vorstellen, dass es da noch die nächsten Wochen zu einer Distanz zu dem einen oder der anderen führen wird, weil ich auch da nichts an meinem Verhalten ändern werden. Ich werde es schade finden, wenn dann eine Freundschaft vielleicht nicht mehr so tief sein wird oder ein Kontaktabbruch entsteht, aber ich werde nicht unzufrieden werden. Das ist nunmal die Konsequenz von Entscheidungen und wenn ich hinter meinen Entscheidungen stehe, dann tut mir auch nichts leid, was an Konsequenzen kommt und Neid schon gar nicht.


    Alias 973469 schrieb:

    auf Abstand mit Menschen treffen, die ich gern mag, bringt mir gar nichts. Das fühlt sich für mich immer so an, als hätte man sich gestritten. Man ist verhalten (und nicht ausgelassen), distanziert, achtet darauf das man sich nicht anfasst. Ich gehe meist unglücklich nach den Treffen nach Hause...

    Ich hatte immer schon gerne mein Gegenüber im Auge und dafür ist einfach ein Abstand von mindestens einem Meter nötig. Ich hätte einfach auch nicht das Gefühl, dass ich die Person vollständig wahrnehme, wenn sie mir direkt vor meinem Gesicht sitzen würde.


    Wenn du eine Lösung finden willst, wirst du deine Entscheidung überdenken müssen oder deine Einstellung. Ein - ich bin so down, wird nichts an deiner Situation ändern.