Das Gefühl komplett wertlos zu sein.

    Hallo,


    Ich bin gerade echt froh mich damals hier angemeldet zu haben, da ich absolut niemanden habe um über meine Probleme zu reden, aber ich fang erstmal von vorne an. Vorab der Text ist ziemlich lang.


    Ich bin 21 Jahre alt (männlich) und habe echt Probleme damit mein Leben zu leben.

    Mir ist bewusst dass das echt dumm klingt aber mir fällt keine andere Bezeichnung ein. Ich habe dieses Jahr meine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten beendet und bin sogar ohne Ärztliche Hilfe von einer knapp 2 Jährigen Medikamentensucht losgekommen (Benzodiazepine). Eigentlich würde man denken das mein Leben jetzt endlich in die positive Richtung verläuft, aber falsch gedacht. Ich bin psychisch gesehen total am Ende. Meine Mutter hatte kurz nach meinem Abschluss eine OP die nicht nach Plan verlaufen ist. Folglich musste ich sie 2 Monate lang pflegen da mein Vater schon verstorben ist und ich sonst keine Familienmitglieder besitze bzw habe, weil diese schon vor einem Jahrzehnt den Kontakt abgebrochen. Keine Frage, ich habe das natürlich gern gemacht, immerhin hat mich diese Frau ganz allein erzogen, aber man könnte sagen dass mich das ganze gebrochen hat. Meine Mutter ist eine sehr starke Frau aber seit dem Krebs und dem Übergewicht hat sie viel von ihrer stärke verloren. Ich habe sie in diesem Jahr so oft qualvoll schreiend weinend erlebt wie noch nie in meinem Leben. Sie ist momentan die Definition von Elend und glaubt mir ich sage das nicht gern. Auf der anderen Seite habe ich auch komplett den Respekt vor mir selbst verloren ich habe zwar meinen ersehnten Abschluss, aber ich wurde innerhalb von drei Monaten nicht zu einem verdammten Bewerbungsgespräch eingeladen, die einzige Rückmeldung bekam ich gestern und das von einer Zeitarbeitsfirma... ich bin am grübeln ob ich diesen Weg gehen soll, da die Klischees ja oft zu stimmen scheinen, und ich bin mir ziemlich sicher das es dann endgültig mit mir Bergab geht ,aber wenigstens hätte ich dann Berufserfahrung vorzuzeigen.

    Mein größtes Problem ist wohl aber meine Sozial Phobie, weswegen ich überhaupt mit den Medikamenten angefangen habe. Ich mache so viele Fehler wegen ihr die ich ohne druck nie machen würde, das ist mir vorallem durch die Medikamente aufgefallen. Ich möchte sogar liebend gerne Arbeiten, aber der Gedanke an Ablehnung und Ausgrenzung lässt mich Nachts nichtmal inruhe, obwohl ich momentan Arbeitslos bin. Aufgrund meiner Probleme habe ich sogar angst mich an einen Therapeuten zu wenden, auch wenn mir bewusst ich das ich einen bräuchte...mir fällt es verdammt schwer mich emotional zu öffnen, was mir auch viele Beziehungen kaputt gemacht hat. Mein Kopf ist so durcheinander dass ich nichtmal weiß warum ich das ganze schreibe. Ich habe nichtmal eine bestimmte Frage, außer ob es hier vielleicht jemanden gibt der aus so einer Situation schon herausgefunden hat.

    Danke fürs Lesen :)

  • 5 Antworten

    Mal eine Frage, hast du deine deine Mutter ganz allein gepflegt, ohne Hilfe von einem Pflegedienst o.ä.?

    Und daß du momentan in dieser Situation keinen Kopf hast zum Bewerbungen schreiben ist ja klar.

    Wenn du sie wirklich alleine den ganzen Tag gepflegt hast, dann steht Dir ja dafür auch Pflegegeld zu, hast du dich da schonmal informiert?

    Wieviel das ist, das kommt auf die Pflegestufe an, die deine Mutter hatte oder immer noch hat.

    Außerdem giltst du in dieser Situation ja auch nicht als arbeitslos, denn du warst ja bislang durch die Pflege gar nicht in der Lage, einen Job anzunehmen...

    Geht es deiner Mutter jetzt schon wieder besser?

    Es ist jedenfalls ganz normal, daß die Pflege von so nahen Angehörigen einen körperlich und seelisch fertigmacht, da bist du nicht der einzige...

    Auf jeden Fall solltest du dich nicht noch selber runterziehen, nur weil du noch keinen neuen Job in Aussicht hast. Gerade jetzt geht das ganz vielen Leuten so, schon wegen Corona. Das ist absolut kein Grund dafür, den Respekt vor dir zu verlieren!

    Im Gegenteil, diese monatelange Pflege deiner Mutter ist eine echte Leistung, die längst nicht jeder so bringen könnte...

    Außerdem stehst du ja auch gerade vor einem neuen Lebensabschnitt. Lehre abgeschlossen, das ist ja so ähnlich wie Schule beendet. Da sieht man dann die gewohnten Gesichter der Kollegen nicht mehr, verliert oft den Kontakt zu früheren Freunden und den gewohnten Tagesablauf hat man auch nicht mehr.

    Das ist natürlich gerade für Leute wie dich mit sozialer Phobie besonders schwer...

    Aber du hast ja in der Vergangenheit schon so viel geschafft! Also wirst du es bestimmt auch hinkriegen, Dir Hilfe zu suchen.

    Es gibt ja auch Selbsthilfegruppen für Menschen mit sozialer Phobie. Da solltest du dich mal informieren, das würde dir sicher guttun.

    Gerade das Gefühl, daß man nicht der einzige ist mit solchen Problemen ist, kann einem sehr helfen, daß man sich nicht mehr als unfähig o.ä. vorkommt...

    :)*!!

    Du musst deine Angst überwinden und dich um einen Therapieplatz bemühen - die Wartelisten sind lang! In der Zwischenzeit kannst du im Internet suchen ob es in deiner Nähe eine Selbsthilfegruppe für Soziale Phobien gibt.

    das sind mal berührende worte. wirklich traurig, was du mitmachst in deinen jungen jahren.


    Zitat

    Ich habe sie in diesem Jahr so oft qualvoll schreiend weinend erlebt wie noch nie in meinem Leben. Sie ist momentan die Definition von Elend

    das solltest du natürlich nicht miterleben. wirklich bewundernswert, dass du das mitmachst und durchhälst.


    du brauchst unterstützung, sonst gehst du ein und das Leben zieht an dir vorbei.


    wegen deiner phobie: geh zum psychiater, lass dich medikamentös einstellen und ma che parallel eine psychotherapie.


    es ist nicht alles verloren, aber es wird ein harter weg.


    wünsche dir alles gute und dass du das schaffst. hol dir hilfe, dann kehrt auch ein stück lebensqualität in deinem alltag zurück

    Hallo mein Junge :)


    du hast deine Ausbildung erfolgreich absolviert und darauf kannst du stolz sein ! Schicksalsschläge gehören leider im Leben dazu die einen haben keine und andere wiederum haben die Probleme die du hast. Das mit den Medikamenten hast du doch auch klasse gemeister ! Du hast viel mehr geschafft als manch anderer ! Und darauf kannst Du sehr stolz sein.

    Das mit deinen Eltern tut mir sehr leid und Krebs ... was Soll ich sagen ... damit kennt sich unsere Familie leider auch gut aus.... aber was ich dir eigentlich sagen will : das Leben muss weiter gehen ... man kann trauern ... man kann faul sein aber i-wann muss es wieder weiter gehen und du bist noch so jung und glaub mir das Leben hat viel mehr zu bieten als du vielleicht denkst !
    Such dir Unterstützung beim Psychologen und lass dich nicht von deinem Weg abbringen denn du bist gut so wie Du bist !