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    Ich habe das einige Male ausprobiert, allerdings nicht im Rahmen einer Therapie, sondern weil ich von Freunden davon gehört hatte. Grundlegend läuft es so ab, dass man sich zurückzieht und sich das eigene "innere Kind" (in Deinem Fall also das BesagteMädchen) visualisiert.. und dann schaut, was das Kind möchte. Braucht es Trost? Will es spielen? Will es über etwas sprechen?


    Man benötigt dafür einiges an Phantasie und Offenheit sich selbst gegenüber, darum frage ich mich manchmal, wie Menschen mit wenig Phantasie damit umgehen. Ich selbst praktiziere die innere Kommunikation mit Aspekten meiner selbst schon sehr lange, auch schon, als ich noch nicht wusste, dass das eine gute therapeutische Methode ist ;-) Für die einen sind es Engel oder Tiergeister, für für die anderen das innere Kind, das eigene Ich aus der Vergangenheit.


    Für mich funktioniert die Methode (ob nun mit Kind oder anderem) sehr gut: Ich komme so mit meinem Unbewussten in Kontakt und kann es teilweise oder ganz bewusst machen, so das ich mich dann um die Lösung der Probleme kümmern kann.

    @ Kongo-Otto

    Zitat

    dass man sich zurückzieht und sich das eigene "innere Kind" (in Deinem Fall also das BesagteMädchen) visualisiert.. und dann schaut, was das Kind möchte. Braucht es Trost? Will es spielen? Will es über etwas sprechen?

    Ich finde deine Antwort super. Wenn ich mich zurückziehe, dann suche ich mir manchmal noch Musik, die in diesem Moment gut zu mir passt. Oft umgebe ich mit mit einen schönen Duft - meistens Lavendel - oder was ich sonst noch gerne um mich haben möchte.

    Zitat

    Man benötigt dafür einiges an Phantasie und Offenheit sich selbst gegenüber, darum frage ich mich manchmal, wie Menschen mit wenig Phantasie damit umgehen.

    Für mich bedeutet das Kreativität und Lebenslust immer mehr zu erfahren. In meiner schlimmsten Zeit habe ich versucht, alles über den Kopf zu regeln. Funktioniert absolut nicht. Ich habe auch sehr lange gebraucht, bis ich überhaupt visualisieren konnte. Die Visualisierung stellt sich aber nach meiner Erfahrung von alleine ein. Mein Inneres Kind habe ich um Kontakt gebeten und iwann kamen dann Bilder und Farben.....überwältigend.

    Zitat

    Ich komme so mit meinem Unbewussten in Kontakt und kann es teilweise oder ganz bewusst machen, so das ich mich dann um die Lösung der Probleme kümmern kann.

    Ja das ist so, man muss mMn nur aufmerksam bleiben und nichts erzwingen wollen. Ich habe für mich lange Zeit ein Buch geführt mit Datum. So konnte ich oft feststellen was sich schon verändert hatte, ohne es bewusst wahr genommen zu haben.

    Ein schönes Zitat dazu:

    Zitat

    Unabhängig voneinander und aufeinander aufbauend haben sich seit den 1990er Jahren verschiedene Ansätze der "Inneren-Kind-Arbeit" entwickelt und in unterschiedlichen therapeutischen Verfahren manifestiert. Die Vorstellung des "Inneren Kindes" wird je nach Therapieform mit unterschiedlichen anderen inneren Elementen verbunden wie beispielsweise: "Innerer Erwachsener", "Innerer Regisseur", "Hilfreiche Wesen", "guter, sicherer Ort". Gemeinsames Ziel dieser Ansätze ist es, seelische Wunden aus der Vergangenheit und Gegenwart zu heilen, falsche oder dysfunktionale Glaubens- und Lebensmuster zu erkennen, Probleme selbstverantwortlich und selbstkompetent zu lösen sowie liebevollen Umgang mit sich selbst und anderen zu bewirken.

    Quelle: Wikipedia

    @ BesagteFrau

    Zitat

    Gibt es auch negative Erfahrungen?

    Was sind für dich negative Erfahrungen? Hierzu brauchst Du mir nicht antworten, nimm es wenn Du möchtest als Denkanstoss.


    Ich teile nichts mehr in negativ oder positiv ein, weil alles in uns ist. Was sich zeigt ist immer das eigene Muster... die Erfahrungen die jedeR für sich in seinem Leben gemacht hat. Das können schwere Traumata sein, Ängste vor...., aber auch glückliche, schöne Momente oder Zeiten.


    Ein Beispiel von mir: Im ersten Bild was ich bekam, rettete sich ein Menschlein - mit letzter Kraft vor dem tobenden Meer - an Land. Machte mir erstmal Angst. Später verstand ich, das war genau die Situation in der ich steckte. Deshalb: Das vermeintlich Negative zeigte mir, wie es um mich stand. Im Gespräch mit meinem Therapeuten begriff ich dann auch die Zusammenhänge. Durch diese Erkenntnisse lernte ich einen anderen Weg zu gehen, den ich sonst wohl nie gegangen wäre. Einfach war es nicht, aber mit Abstand das Beste was ich erfahren durfte.

    Ich gehe gedanklich zu einem Ereignis zum Beispiel in der Kindheit, was nicht wirklich spaßig war. Meine Eigenen Gefühle dazu weiß ich doch.


    So, nun habe ich in Gedanken einen Konferenztisch, an dem von mir eingesetzte Personen sitzen, von denen ich viel halte und von denen ich weiß, sie haben ein gutes Einfühlungsvermögen.


    Ich stelle mich diesen Personen mit den Gefühlen vor, auch die dazu auslösende Person vor.


    Es wird dann diskutiert, so lange, bis sich mein Gefühl eindeutig verändert ist oder sich sogar aufgelöst hat.


    Das kann man mit allen Situationen machen, die einem einfallen.


    Zumeist kommen ganz erstaunliche Dinge dabei raus. Besonders, wenn man die auslösende Person fragt, ob sie genau diese Beschimpfungen oder Respektlosigkeiten selbst kennt, was zumeist ebenfalls der Fall ist. Und in dem Moment tut es dieser Person leid, so zu sein.


    Es kommt zu einem Versöhnungsprozeß, oder sogar zur Vergebung.


    Und dann ist man wirklich von dem belastenden Gefühl befreit.

    Zitat

    Was sind für dich negative Erfahrungen? Hierzu brauchst Du mir nicht antworten, nimm es wenn Du möchtest als Denkanstoss.

    Das sehe ich genau so. Ich habe in meinen Phantasiereisen (oder wie immer man es nennen will) schon einige beängstigende und unschöne Dinge gesehen - aber nur, weil all das in mir ist. Und mich diesen Dingen zu stellen, mich mit ihnen auseinanderzusetzen und selbst hinter den schlimmsten Bildern noch die Bedutung herauszufinden, hat mich unglaublich weitergebracht, genau, wie Benita das beschreibt.


    Allerdings ist hier für mich auch eine Grenze erreicht: Wer gerade in einer labilen Phase ist oder wen die Bilder schlicht und einfach überfordern, sollte sich professionelle Unterstützung suchen. Für manche Türen ist man leider noch nicht breit :-(

    @Kongo-Otto

    Zitat

    Grundlegend läuft es so ab, dass man sich zurückzieht und sich das eigene "innere Kind" (in Deinem Fall also das BesagteMädchen) visualisiert.. und dann schaut, was das Kind möchte. Braucht es Trost? Will es spielen? Will es über etwas sprechen?

    Ja, diesen Teil finde ich schwierig, aber vielleicht braucht es einfach etwas Übung.

    Zitat

    Gemeinsames Ziel dieser Ansätze ist es, seelische Wunden aus der Vergangenheit und Gegenwart zu heilen, falsche oder dysfunktionale Glaubens- und Lebensmuster zu erkennen, Probleme selbstverantwortlich und selbstkompetent zu lösen sowie liebevollen Umgang mit sich selbst und anderen zu bewirken.

    Danke, das finde ich eine gute Erklärung.

    @Andrusch

    Jo, so geht es mir auch.

    @ Fizzlypuzzly

    Zitat

    Was sind für dich negative Erfahrungen? Hierzu brauchst Du mir nicht antworten, nimm es wenn Du möchtest als Denkanstoss.

    Ich mache mir Gedanken, ob es einem hinterher schlechter gehen kann, als vorher, wenn man seine Gefühle so kopfungefiltert von der Leine lässt.

    @ Benita

    Oha, das klingt ja noch komplizierter. Respekt, dass dir das gelingt. Klingt auch sehr spannend. Allerdings bin ich glaube ich schon froh, wenn es mir gelingt meinem inneren Kind zuzuhören. :-)


    Danke, für deine Schilderung.


    Danke an alle für eure Schilderungen. Ich glaube das Thema kann sehr vielschichtig sein. Auf jeden Fall sehr spannend.

    @ Besagte Frau

    Zitat

    Ich mache mir Gedanken, ob es einem hinterher schlechter gehen kann, als vorher, wenn man seine Gefühle so kopfungefiltert von der Leine lässt.

    Hm, schwer dir darauf genau zu antworten, weil eine eigene Erfahrung ja nicht 1 zu 1 übertragbar ist. Deshalb: Wenn jemand seine eigenen Gefühle noch nie gezeigt hat, zeigen konnte, kann einen das schon "umhauen" im Sinne von überwältigt sein. Für mich hatte ich den Ausdruck "Schönheit". Wenn der Hintergrund der nicht gelebten Gefühle, z.B. durch Missbrauch oder auch über lange Jahre der Gewalt evtl. von Kindesbeinen an, diese noch nie gefühlt hat, braucht oft länger bis zur Veränderung. Und es macht natürlich auch Angst, wenn man nicht weiss wie sich Gefühle zeigen, wie es sich anfühlt.


    Das wird sich allerdings mMn niemals so schrecklich auswirken, weil das Unterbewusstsein - das Innere Kind - nur das zeigt, was auch bewältigt werden kann. Wenn man sich z.B. blockiert fühlt und sich absolut lange Zeit nichts verändert, ist das nach meinen Erfahrungen eine Schutzfunktion von Körper, Geist und Seele.


    Kann aber auch das (aufgeblähte) Ego - der Kopf, die Gedanken - sein, die die Oberhand behalten wollen. Wie im richtigen Leben, koste es was es wolle.


    Dann kommt man aber u. U. an einen Punkt in seinem Leben, wo es noch tiefer an die Substanz geht.


    Versuche die Übungen spielerisch anzugehen. Das Innere Kind ist der Teil für die Freude, es will im wahrsten Sinne des Wortes spielen. Wer als Kind nie spielen durfte/konnte hat es als Erwachsener zu Beginn etwas schwerer, den Einstieg zu finden. Und es geht nur darum, das Gleichgewicht wieder herzustellen zwischen Ego und Inneres Kind.