Hallo Jutta,


    ich kann deine Verzweiflung gut nachempfinden. Mein Neffe lag letztes Jahr 4 Wochen in einem künstlichem Koma, und anschließend reagierte er ca. 3 Wochen gar nicht. Er konnte keinen Blick halten, ab und zu bewegte er die Hände etwas ... könnten auch muskelreflexe sein ... aber dann ging es wieder. Er erhielt dann sogar eine Trachialkanüle und die Magensonde. Er wurde dann auf eine neurologische Kinderreha verlegt, und da wurde dann langsam einiges besser.


    Obwohl ich sogar selbst 2 Jahr als Therapeutin auf einer Frühreha für Schädelhirnverletzen arbeitet und daher einiges an Fachwissen habe, standen wir ständig vor der Frage wie wirds, was kommt noch ...


    Ich hab meinen Neffen mindestens 1 mal in der Woche dort besucht (er ist jetzt seit guten 6 Wochen) wieder zuhause. Aber die Angst, die Unsicherheit und wie's weiter geht die bleibt ...


    Mein Neffe kann heute mit Sprechkanüle wieder sprechen und wir haben uns erst vor einpaar Tagen unterhalten wie er die Zeit im Koma erlebt hat, und er konnte sogar einpaar kleine Bruchstücke wiedergeben. Ich war so froh, das wir ihn die ganze Zeit spüren ließen, er schaffts , ich bin mir sicher ohne seine Familie würde er nicht mehr leben ... Das wichtigste ist für ihn dazusein und ihn spüren zu lassen er gehört zu euch, wie es dann weitergeht, wird sich zeigen ...


    Dir viel Mut und Kraft , ich hab in der Zeit der Besuche von meinem Neffen, Kinder erlebt die auch aus dem Wach-Koma "aufgewacht" sind und mit einem hab ich mich über Fußball unterhalten:-)

    Vielen Dank schnuck8 für deinen Erfahrungsbericht. Es ist sehr hilfreich wenn man von anderen liest wie und das sie es gemeistert haben. Du hast ja dann Ahnung von dem Fach. Darf ich dir einige Fragen stellen?


    Z.B: Was meinst du, Timo ist nun 11 Wochen im Koma, hast du auch solche Patienten gehabt die solange " weg " waren und dann wieder aufgewacht sind? Gibt es wohl Hoffnung auf ein relativ normales Leben wenn er aufwacht? Was können wir noch tun ausser bei ihm zu sein, mit ihm zu reden, singen, vorzulesen und Videos abzuspielen? Es gibt doch bestimmt Eltern die auch etwas in der Zeit des Komas getan haben was einem kleinen Patienten vielleicht geholfen hat wieder wach zu werden? Und diese Bewegungen die er macht können das auch "nur" Muskelreflexe sein?


    Sorry, aber ich bin für jede Information dankbar die uns etwas Hoffnung machen könnte.


    Und wie alt ist dein Neffe wenn ich fragen darf?


    Eine Magensonde hat Timo auch, aber keine Trachialkanüle, das atmen klappt sehr gut.


    Du musst nicht alles beantworten wenn du nicht magst, aber wie erwähnt bin ich für jede Info dankbar.


    Ganz liebe Grüsse,


    Jutta

    Ich habe früher ( arbeite jetzt in einem Behindertenheim) im heilpädagogische Bereich mit Erwachsenen gearbeitet. In erster Linie hatte ich Patienten im appalischem Durchgangssyndrom (Wachkoma) in dieser Zeit haben wir mit allem möglichen versucht die Leute ( meine Patientengruppe waren meist junge Erwachsene 18 - 30 Jahre ) wieder ins richtige Leben zurückzuholen. Zum beispiel haben wir die Patienten nach dem Konzept der Basalen Stimulation (Andreas Fröhlich) gewaschen, haben ganz viele Körperwahrnehmungsübungen gemacht und auch Tonbandaufnahmen von Zuhause vorgespielt.


    Bei meinem Neffen, haben wir übrigens auch meist die Pflege übernommen, wir haben ihn mit einem Igelball stimuliert. Er erhielt Fußmassagen ect...


    Aber das mit der Musik, den Filmen ect. ist eh das beste was ihr machen könnt.


    Eine Prognose für Timo, kann und will ich nicht abgeben, denn das weiß nur der Liebe Gott. Aber ich habe in meiner Praxis wirklich schon einiges Positive erlebt.


    In der Regel heißt es, je schneller ein Mensch erwacht, umso besser. Es hört sich zwar dumm an, aber 11 Wochen sind bei dieser schwere an "Krankheit" noch keine Zeit. Mein Neffe war zum Beispiel über 6 Monate in der Reha und das ist für eine Reha eher kurz.


    Also wenn er immer wieder stärkere Reaktionen zeigt, dann ist es bestimmt kein Reflex mehr.


    Ach ja, ich habe vor kurzem mit einer Frau geredet, deren Tochter mit 14 für 2 Jahre in einem Wachkoma war und erst dann hat deutlich was gemacht. Dieses Mädchen ist jetzt 18 und lernt gerade das gehen wieder. Das hätte auch keiner mehr gedacht.


    Wie du siehst gibts berechtigte Hoffnung und die darfst und sollst du nicht verlieren...


    Mein Neffe ist 16 Jahre alt und hatte vor dem Koma Krebs, daher weiß ich wahrlich was Angst um ein Kind heißt, das "nur " der Neffe ist.

    Schnuck8,


    ich danke dir recht herzlich für die Informationen :)_. So wie es aussieht gibt es ja doch berechtigte Hoffnung. Jetzt ist mir gleich leichter ums Herz. Ich habe gerade erstmal geweint vor Erleichterung, die Hoffnung war ganz schön in den Keller gegangen bei mir.


    Es ist egal wie lange es dauert und wie schwer der Weg werden wird, das wichtigste ist uns allen das er wieder aufwacht und langsam ins normale Leben zurückfindet. Das es nicht einfach werden wird das wissen wir inzwischen.


    Ich schicke dir ganz liebe Grüsse,


    Jutta

    Hey Lavati


    Nur nicht die Hoffung verlieren,der kleine schafft das!:)-


    Der Unfall meiner schwster ist jetzt 1 jahr her..(koma,wachkoma,durchgangssyndrom,...)und ich muss sagen ich hätte nie gedacht das wir sie nochmal so "gut" zurückbekommen.


    Ich wünche dir/euch viiiel Kraft&Mut..


    Gemeinsam schafft ihr diesen schweren weg,davon bin ich überzeugt.


    liiiebe Grüsse:)*:)*


    Tickyla

    hallo zusammen,


    ich war heute fast den ganzen Tag in der Klinik. Es hat sich nichts geändert, alles beim Alten.


    Es wurde mit ihm " gearbeitet " aber es ist alles gleich geblieben. Leider kann ich Euch nicht mehr erzählen.


    Ich wünsche Euch allen eine gute Nacht und bis morgen,


    eure Jutta