Das kann's doch nicht gewesen sein.

    Ich habe seit, fast ununterbrochen, 13 Jahren rezid. depr. Episode mittelgradig, burn-out, Erschöpfungssyndrom und stellenweise Gedanken an Suizid, mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt. Jetzt noch Asthma und vorzeitige Rente bei voller Erwerbsminderung.

    Ich war in 10 Jahren 4x zur Reha, jeweils 6 bzw. 7 Wochen und jedes Mal habe ich mich dort pudelwohl gefühlt. Sobald ich wieder in meine alte Umgebung kam, war es vorbei und ich fühlte mich grottenschlecht. Immer wieder fing ich an, meinen Suizid zu planen. Der einzige Weg für mich dorthin sind Substanzen zum friedlichen, schmerzlosen Einschlafen. Seit das BVG aktive Beihilfe zum Suizid legalisiert hat, wurden meine Hoffnungen diesbezüglich immer größer. Aber mein Psychiater, mein Hausarzt und mein Therapeut lehnten alle rigoros jedwede Hilfe ab.

    Also muss ich mich weiterhin quälen, vollkommen antriebslos mit Übelkeit aufwachen und erst gegen Mittag meinen Tag beginnen ??

    Wie machen das andere? Wie könnt ihr euch Tag für Tag motivieren? Wie könnt ihr Tiefschläge verkraften?

    Noch eins: lt. meiner Frau hat meine Krankheit unsere Ehe zerstört und so verhält sie sich mir gegenüber auch. Ich selbst habe keine Hobbies und keine sozialen Kontakte.

  • 23 Antworten
    Zitat

    Aber mein Psychiater, mein Hausarzt und mein Therapeut lehnten alle rigoros jedwede Hilfe ab.[...] Ich selbst habe keine Hobbies und keine sozialen Kontakte.

    Ohne unsensibel klingen zu wollen: Von "innen" sieht es immer hoffnungsloser aus, als von außen. Das liegt in der Natur der Dinge, bzw. in der depressiv eingeschränkten Sicht.

    Es macht schon Sinn, dass die oben genannten Experten Dir zwar helfen,- aber nicht so, wie Du es Dir wünscht.

    Eine Untersuchung mit depressiven Menschen nach einem erfolglosen Suizid hat gezeigt, dass deutlich über 90% dieser Personen ihren Suizidversuch im Augenblick der Durchführung bereut haben. Bei den restlichen Personen war der Leidensdruck durch andere körperliche und psychische Erkrankungen weiterhin sehr hoch.

    Dennoch zeigt es, dass der Suizid - und damit auch die Sterbehilfe - meistens nur in der Phantasie als ein sinnvoller Weg erscheint.

    Die Tatsache, dass Du keine Hobbies und Kontakte hast, erscheint mir auch nicht unwichtig.


    Zudem suchst Du offensichtlich einen "einfachen" Weg, zu gehen. Das deutet auf einen - zumindest unbewusst - immer noch bestehenden Wunsch hin, weiterzuleben. Es gibt andere, bessere Wege damit umzugehen,- aber die sind an diesem depressiven Punkt definitiv nicht einfach.

    Zitat

    Wie machen das andere? Wie könnt ihr euch Tag für Tag motivieren? Wie könnt ihr Tiefschläge verkraften?

    Dafür gibt es keine Allgemeingültige und pauschale Antwort, die dann automatisch auch bei Dir funktioniert. Das ist etwas, was man gemeinsam mit einem psychologischen Psychotherapeuten herausfinden und bearbeiten muss. Und es ist ein sehr persönlicher, sehr individueller und deshalb langwieriger Prozess.

    Ich hoffe, Du findest Deine Alternative.

    Du schreibst, in Reha hast Du Dich immer pudelwohl gefühlt. Was davon hat Dich so fühlen lassen? Welche der dortigen Gegebenheiten könnten dafür sorgen dass Du Dich auch woanders Pudelwohl fühlst?

    Djune schrieb:

    Du schreibst, in Reha hast Du Dich immer pudelwohl gefühlt. Was davon hat Dich so fühlen lassen? Welche der dortigen Gegebenheiten könnten dafür sorgen dass Du Dich auch woanders Pudelwohl fühlst?

    In der Reha waren "Gleicherkrankte", bei denen ich auf verständnisvolle Gesprächspartner getroffen bin, die wussten, wovon ich rede und deren Erlebnisse fast identisch mit den meinigen war. Im "realen Leben" weis doch keiner was mit Depressiven anzufangen. Ich habe immer wieder im Büro meine Kolle-ginnen und -gen darum gebeten, mich anzusprechen, falls ich mich "unnormal" verhalten sollte. Aber in 10 Jahren habe ich nicht ein einziges Mal ein entsprechendes Feetback bekommen. Aber hintenherum, da wurde getratscht, bis hin zu meinem Chef, ich sei ja nur noch ein "unkontrollierbarer Kostenfaktor".

    Von daher ist es für mich nicht möglich, in der realen Welt wohl zu fühlen.

    Na klar würde ich gerne weiterleben. Aber nicht so ! Psych. + Thera. konnten mir über Jahre keinen vernünftigen Weg aufzeigen und vermitteln. Um so enttäuschter bin ich darüber, dass Ärzte (Allgemeinarzt + Psychiater) nach Legalisierung der aktiven Sterbehilfe durch den Bundesgerichtshof den "Schwanz einziehen". Ich, als psychosomatisch schwer kranker Mensch, habe von oberster Rechtstelle der Bundesrepublik Deutschland, eines freiheitlich, demokratischen Staates, des Recht zugesprochen bekommen, alleine über mein Leben entscheiden zu dürfen. Warum hilft mir dann niemand ?? Ein einfaches Rezept ausstellen reicht, dann wäre ich zufrieden. Aber nein. Statt dessen muss ich mich dann wohl auf das Darknet bzw. den illegalen Schwarzmarkt begeben, um zu horrenden Preisen etwas zu kaufen, nach dessen Einnahme ich anschließend u. U. qualvoll vegetierend dahinsieche .......

    somso schrieb:
    Djune schrieb:

    Du schreibst, in Reha hast Du Dich immer pudelwohl gefühlt. Was davon hat Dich so fühlen lassen? Welche der dortigen Gegebenheiten könnten dafür sorgen dass Du Dich auch woanders Pudelwohl fühlst?

    In der Reha waren "Gleicherkrankte", bei denen ich auf verständnisvolle Gesprächspartner getroffen bin, die wussten, wovon ich rede und deren Erlebnisse fast identisch mit den meinigen war. Im "realen Leben" weis doch keiner was mit Depressiven anzufangen. Ich habe immer wieder im Büro meine Kolle-ginnen und -gen darum gebeten, mich anzusprechen, falls ich mich "unnormal" verhalten sollte. Aber in 10 Jahren habe ich nicht ein einziges Mal ein entsprechendes Feetback bekommen. Aber hintenherum, da wurde getratscht, bis hin zu meinem Chef, ich sei ja nur noch ein "unkontrollierbarer Kostenfaktor".

    Von daher ist es für mich nicht möglich, in der realen Welt wohl zu fühlen.

    Dann wäre doch eine Selbsthilfegruppe für Depressive eine gute Option für dich!

    Momentan natürlich etwas schwierig, Stichwort Corona. Aber in diesen Gruppen wird ja auch weiterhin der Kontakt gehalten, zur Not eben online.

    Ist auf jeden Fall besser als nichts...

    Ansonsten kann ich mir vorstellen, daß die Orts-und Luftveränderung auch eine Rolle gespielt haben, daß du dich in der Reha wohler gefühlt hast.

    In früheren Zeiten, als es noch keine Antidepressiva und Neuroleptika gab, haben die Ärzte der Umgebung eines Kranken mehr Aufmerksamkeit geschenkt, als heute.

    Ich habe hier ein Arztbuch aus den 1920ern, und der Autor meinte, daß eine großstädtische Umgebung Depressiven noch mehr schaden würde.


    Keine Ahnung, ob das stimmt, aber ich kann mir vorstellen, daß da etwas dran ist. Fühlst du dich denn in ländlicher Umgebung oder in der Natur wohler als in der Stadt?

    Was deinen Job angeht, das ist natürlich blöd, daß du da so wenig Verständnis und Unterstützung gefunden hast.

    Aber gar nichts zu machen, so wie du zur Zeit, das ist mindestens genauso schlecht.

    Und in deinem Zustand hast du wohl auch gerade nicht mehr die Kraft, dich um ein neues oder altes Hobby, oder einen kleinen, nicht zu sehr belastenden Nebenjob zu kümmern.

    Wie ist es denn bei dir mit Antidepressiva? Hast du schon welche ausprobiert, und haben die Dir nicht geholfen?

    Antidepressiva sind natürlich kein Allheilmittel, aber sie können zumindest bewirken, daß man ein bisschen „aufwacht“ und wieder anfangen kann, am Leben, an einer Selbsthilfegruppe oder an einer Therapie teilzunehmen.

    somso schrieb:

    Ich war in 10 Jahren 4x zur Reha, jeweils 6 bzw. 7 Wochenund jedes Mal habe ich mich dort pudelwohl gefühlt. Sobald ich wieder in meinealte Umgebung kam, war es vorbei und ich fühlte mich grottenschlecht.

    Bist du in Therapie?

    somso schrieb:

    Wie machen das andere? Wie könnt ihr euch Tag für Tagmotivieren? Wie könnt ihr Tiefschläge verkraften?

    Hast du keine Strategien gelernt, wie du dich motivierst bzw. mit Tiefschlägen zurecht kommst?

    somso schrieb:

    Psych. + Thera. konnten mir über Jahre keinen vernünftigen Weg aufzeigen und vermitteln.

    Was hast du denn bisher alles probiert, das nicht funktioniert hat?

    somso schrieb:

    Seit das BVG aktiveBeihilfe zum Suizid legalisiert hat, wurden meine Hoffnungen diesbezüglichimmer größer. Aber mein Psychiater, mein Hausarzt und mein Therapeut lehnten allerigoros jedwede Hilfe ab.

    Das habe ich auch noch nie gehört, dass wegen Leid bei einer psychischen Erkrankung Sterbehilfe geleistet wird. Allein die Äußerung sterben zu wollen, führt eigentlich zu einer Einweisung, um das zu verhindern.

    quarksalber schrieb:

    Allein die Äußerung sterben zu wollen, führt eigentlich zu einer Einweisung, um das zu verhindern.

    Dann hast du auch nicht verstanden, warum das BVG so entschieden hat. Schade. Würde deinen Horizont erweitern.

    somso schrieb:

    Würde deinen Horizont erweitern.


    somso schrieb:

    Immerwieder fing ich an, meinen Suizid zu planen. Der einzige Weg für mich dorthinsind Substanzen zum friedlichen, schmerzlosen Einschlafen. Seit das BVG aktiveBeihilfe zum Suizid legalisiert hat, wurden meine Hoffnungen diesbezüglichimmer größer.

    .. und die Erweiterung Deines Horizontes besteht darin, Deinen Suizid zu planen und dies mit der Absolution des Verfassungsgerichts.. ?

    somso schrieb:

    Dann hast du auch nicht verstanden, warum das BVG so entschieden hat. Schade. Würde deinen Horizont erweitern.

    ;-DCool, du wirst sicher sehr viele Beiträge erhalten.

    Verstehe ich das richtig?

    Du willst Suizid begehen, aber doch bitte behördlich, rechtlich genehmigt?

    Du schließt also die 100erten von anderen Möglichkeiten die es sonst so gibt für Dich aus?


    In der ReHa hast Du Dich pudelwohl gefühlt weil da andere Menschen waren die Dir nach dem Mund geredet haben? Deine Kollegen sind "doof" weil sie zwar hinter Deinem Rücken über Dich reden, Dich aber nicht ansprechen? Vielleicht wollen sie das nicht?


    Du willst Hilfe in der "realen" Welt anzukommen? Mit ihr zurecht zu kommen?


    Deine Frau kommt mit Deinem Zustand nicht zurecht? Du hast keine Hobby und Kontakte?


    Auf mich macht das Alles nur einen Eindruck:


    Du selbst willst mal so gar nichts (für Dich selbst) tun. Das sollen doch bitte Andere erledigen, zur Not das BVG.


    Selbst wenn Du eine rechtlich genehmigte Sterbehilfe bekommen würdest bezweifle ich stark, dass Du sie auch durchführen würdest. Du willst nicht sterben, Du suchst nach etwas ganz Anderem.

    Zitat

    Ich habe mein Abitur mit 1,5 abgelegt und würde gerne Medizin studieren, jedoch liegt der NC hier bei 1,0 - 1,2.

    Aus deinem Faden von August 2009.

    Was ist in der Zwischenzeit gelaufen? Du schreibst von 13 Jahren Leidenszeit.

    Da hast du leider weder den richtigen Therapeuten kennengelernt, noch eine optimale Medikamention bekommen - oder?

    Dass dir niemand deinen Suizidwunsch erfüllen will, ist für mich mehr als nachvollziehbar.

    Du hättest noch einige Jahrzehnte, in denen dein Leben Spaß machen könnte.

    Bellaisadonna schrieb:

    Du willst Suizid begehen, aber doch bitte behördlich, rechtlich genehmigt?

    Du musst schon richtig lesen, bevor du mich anpampst. Diese Substanzen gibt es in Deutschland nur gegen Rezept. Und das kann nur ein Arzt ausstellen. Im I-Net, auf dem Schwarzmarkt bzw. in Osteuropa ist es unsicher, was man dort bekommt (für sehr viel Geld übrigens). Oder kennst du einen anderen Weg?

    Bellaisadonna schrieb:

    Du schließt also die 100erten von anderen Möglichkeiten die es sonst so gibt für Dich aus?

    Du kannst mir schon glauben, dass ich mir die, für mich Frage kommenden, Möglichkeiten sehr genau überlegt habe.

    Bellaisadonna schrieb:

    Auf mich macht das Alles nur einen Eindruck:


    Du selbst willst mal so gar nichts (für Dich selbst) tun. Das sollen doch bitte Andere erledigen, zur Not das BVG.


    Selbst wenn Du eine rechtlich genehmigte Sterbehilfe bekommen würdest bezweifle ich stark, dass Du sie auch durchführen würdest. Du willst nicht sterben, Du suchst nach etwas ganz Anderem.

    Kannst du auch was Produktives beitragen? Oder nur leere Phrasen, ohne Inhalt, ohne konkret zu werden.

    GastFrau schrieb:

    .. und die Erweiterung Deines Horizontes besteht darin, Deinen Suizid zu planen und dies mit der Absolution des Verfassungsgerichts.. ?

    Du verstehst wirklich rein gar nichts, tust mir leid.