• Das kann's doch nicht gewesen sein.

    Ich habe seit, fast ununterbrochen, 13 Jahren rezid. depr. Episode mittelgradig, burn-out, Erschöpfungssyndrom und stellenweise Gedanken an Suizid, mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt. Jetzt noch Asthma und vorzeitige Rente bei voller Erwerbsminderung. Ich war in 10 Jahren 4x zur Reha, jeweils 6 bzw. 7 Wochen und jedes Mal habe ich mich dort pudelwohl…
  • 23 Antworten
    Melete schrieb:

    Bist du in Therapie?

    Ja


    Melete schrieb:

    Hast du keine Strategien gelernt, wie du dich motivierst bzw. mit Tiefschlägen zurecht kommst?

    Nein

    somso schrieb:

    Du kannst mir schon glauben, dass ich mir die, für mich Frage kommenden, Möglichkeiten sehr genau überlegt habe.

    Doch, das glaube ich Dir absolut.

    Das ist genau der Punkt. Du planst Deinen Suizid, Du beschäftigst Dich -so wie es rüberkommt- rund um die Uhr damit.

    Du fragst weiter oben,

    Der Gedanke, dass Du ja "sobald Deine Möglichkeit Dir gegeben wird ist es vorbei" sowie der Kampf den Du da führst, steht Dir aber dabei im Weg etwas ändern zu können.

    somso schrieb:

    Wie machen das andere? Wie könnt ihr euch Tag für Tagmotivieren? Wie könnt ihr Tiefschläge verkraften?

    Aufstehen und weitermachen.

    Ändere doch mal Deinen Tagesablauf. Mache Dinge die Du bisher nicht getan hast.

    somso schrieb:

    Noch eins: lt. meiner Frau hat meine Krankheit unsere Ehezerstört und so verhält sie sich mir gegenüber auch.

    Das klingt so als könntest Du sie nicht verstehen? Als sei Dir nicht klar wie stark Deine Lage und Dein Umgang damit andere Menschen belastet?

    somso schrieb:

    Im "realen Leben" weis doch keiner was mit Depressiven anzufangen.

    Was sollen die Anderen den mit Dir "anfangen"? Inwiefern könnten sie Dich unterstützen, Dir helfen?

    somso schrieb:

    In der Reha waren "Gleicherkrankte", bei denen ich auf verständnisvolle Gesprächspartner getroffen bin, die wussten, wovon ich rede und deren Erlebnisse fast identisch mit den meinigen war.

    Das geht doch Jedem so, der eine große Baustelle im Leben hat. Egal ob positiv oder negativ. Unter Gleichgesinnten fühlt er sich am Wohlsten. Nur ist es nun mal so, dass Dein normales Umfeld auch ein Leben hat und es sich für diese Menschen nicht Tag und Nacht Alles um Dich und Deine Probleme drehen kann. Selbst - auch der Partner nicht. Das heißt ebenso, dass Dein Umfeld nicht ständig auf Dich und Deine Befindlichkeiten Rücksichtnehmen kann.

    Lerne das zu akzeptieren. Gehe mehr auf andere Menschen und deren Befindlichkeiten ein, beschäftige Dich mal mit etwas oder Jemand Anderem als nur mit Dir.

    Das klingt für Dich jetzt sicher wieder anklagend oder angreifend, ist aber als ernsthafter Ratschlag gemeint.

    somso schrieb:

    Na klar würde ich gerne weiterleben. Aber nicht so ! Psych. + Thera. konnten mir über Jahre keinen vernünftigen Weg aufzeigen und vermitteln.

    Erwartest Du, dass Dir etwas präsentiert wird? Auf dem Silberteller, möglichst ohne wenig Anstrengung? Auch wieder nur eine Frage, keine Anklage.


    Und zuletzt: Sei Dir klar, dass die meisten die hier schreiben (mir inklusive) selbst psychische Probleme hatten (oder haben), die meisten also genau wissen wie schwer es sein kann sich da raus zu kämpfen.


    Du kommst hier leider ein wenig wie ein trotziges, egoistisches Kind rüber. Ein Kind, dass gewaschen werden will aber dabei doch bitte nicht nassgemacht! Das Eine funktioniert nicht ohne das Andere.


    Also mach "Dich nass", Springe über Deinen Schatten, ändere etwas. Fang beim Tagesablauf an, gehe spazieren oder fange an zu puzzeln, zu malen, Schlagzeug zu spielen....was auch immer. Damit machst Du einen guten Anfang.

    Gehe auf Dein Umfeld zu und höre auf zu erwarten, dass sie auf Dich zugehen (müssen). Lebe mit Deinen Umständen, nicht für sie.

    Zitat

    Kannst du auch was Produktives beitragen? Oder nur leere Phrasen, ohne Inhalt, ohne konkret zu werden.

    Was ist denn für dich produktiv? Tipps für einen problemlosen Suizid, wo andere Dir noch helfen sollen?

    Auf wirklich produktive Dinge gehst du ja gar nicht ein.

    Z.B. habe ich dich gefragt, ob eine Selbsthilfegruppe für Depressive was für dich wäre. Da könntest du doch zumindest mal online nach schauen, wenn Dir der Umgang mit Gleichgesinnten so wichtig ist...

    Sei mal ganz ehrlich, du hast dich wahrscheinlich auch deshalb in der Reha so wohl gefühlt, weil du dort nicht viel selber tun musstest, außer die Anweisungen der dort Beschäftigten zu befolgen, stimmt’s?

    Zitat

    somso

    Was hast du denn bisher alles probiert, das nicht funktioniert hat?


    somso schrieb:

    Ja

    Und was hat der Therapeut oder die Therapeutin konkret gesagt?


    somso schrieb:

    Nein

    Wie kommt das?

    Zitat

    Wie machen das andere? Wie könnt ihr euch Tag für Tag motivieren? Wie könnt ihr Tiefschläge verkraften?

    20+ Jahre Depressionserfahrung: Struktur in den Tag bringen (idealerweise Arbeit). Körperlich bewegen, auch wenn es noch so schwer fällt. Und wenn man trotz Medikation und allem know-how und passender Anwendung zusammenbricht: kreativ werden (nicht öffentlichkeitsgeeignet).


    Schlicht, recherchieren, sich immer einen Notfallplan bereithalten. Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen, nicht mit Homöopathie eine ernsthafte Erkrankung kurieren. Es ist ein Tanz auf einem erloschenen Vulkan, und man mag nicht tanzen, und man mag noch nicht einmal gehen bzw. stolpern. Aber vielleicht brennt das Ding irgendwann wieder. Also vorwärts.


    Life is not fair. Kill yourself, or get used to it.

    Freidreher schrieb:

    kreativ werden (nicht öffentlichkeitsgeeignet).

    Weis nicht, was genau du damit meinst. Bitte erklär es mir. Danke.

    Freidreher schrieb:

    Es ist ein Tanz auf einem erloschenen Vulkan, und man mag nicht tanzen, und man mag noch nicht einmal gehen bzw. stolpern. Aber vielleicht brennt das Ding irgendwann wieder. Also vorwärts.

    :)^

    Bellaisadonna schrieb:

    Also mach "Dich nass", Springe über Deinen Schatten, ändere etwas. Fang beim Tagesablauf an, gehe spazieren oder fange an zu puzzeln, zu malen, Schlagzeug zu spielen....was auch immer. Damit machst Du einen guten Anfang.

    Bitte sei nicht böse, dass ich erst jetzt antworte, aber dein post war schon recht umfangreich und sehr gehaltvoll. Ich wollte ihn auch nicht nur lesen, sondern durcharbeiten. Das hat halt ein paar Tage gedauert. Du hast dir damit sehr viel Arbeit gemacht und mir auch viele Impulse gegeben und positive Anregungen gegeben. Vielen, vielen Dank.

    somso schrieb:

    Bitte sei nicht böse, dass ich erst jetzt antworte,

    Quatsch, warum denn?

    Ich erwarte keine Antwort, freue mich aber wenn eine kommt - egal wann.

    somso schrieb:

    mir auch viele Impulse gegeben und positive Anregungen gegeben. Vielen, vielen Dank.

    Das freut mich aufrichtig auch ohne, dass wir uns kennen.