Das Leben erdrückt mich - Wie schalte ich ab?!

    Hallo Ihr,


    zurzeit belastet mich enorm viel. Teilweise eher unnötig.


    Meinen Eltern geht es nicht gut, weil sie 1. einem Traum den sie vor einem Jahr verwirklicht haben, wieder aufgegeben mussten und 2. zwar die Möglichkeit haben, den Traum neu aufleben zu lassen, es aber schwerer ist als gedacht. Tag und Nacht denke ich an sie, versuche zu helfen. Aber es wurmt mich, dass ich kaum helfen kann.


    Als ich beide weinen sah, fiel ein enorm großer Stein auf mein Herzen/meine Brust, welchen ich nicht wegbekomme. Dazu kommt, dass ich weit weg wohne und auch nicht einfach mal spontan bei ihnen vorbei schauen kann.


    Kann nicht schlafen, bin gedanklich immer bei ihnen. Eigentlich müsste es mich nichts angehen, es könnte mich kalt lassen. Aber dennoch macht es mich fertig. Meine Geschwister sind da viel "härter".


    Meinem Opa geht es auch nicht gut - gesundheitlich. Ob es lebensbedrohlich ist, weiß man noch nicht. Dennoch gehe ich schon vom schlimmsten aus.


    Mein Wunsch wäre, dass ich einfach härter werde. Ich hasse es, so ein Weichei zu sein. Immer belastet mich etwas, seit ich denken kann, mal mehr, mal weniger. Zurzeit ist es eben wieder sehr schlimm.


    Ein dickeres Fell würde mich sehr gut tun - nur wie komme ich daran?


    Antidepressiva nehm ich,... weiß aber nicht ob sie diesbzgl helfen können. Wäre es vielleicht ohne noch schilmmer?!


    Wie schaffe ich es mich abzulenken? Das ich mich wieder mehr meinem Leben widme?


    Egal was ich mache, die Gedanken sind in meiner Heimat, bei meinen Eltern und Großeltern.

  • 4 Antworten
    Zitat

    Tag und Nacht denke ich an sie, versuche zu helfen. Aber es wurmt mich, dass ich kaum helfen kann.

    Darum kreist du vermutlich. Deine Eltern sind erwachsene Menschen, die schon vieles im Leben gestemmt haben. Schlechte Zeiten gibt es immer, auch Rückschläge oder geplatzte Träume. Das passiert deinen Eltern, es passiert dir, deinen Freunden und Geschwistern. Und mitunter fließen auch Tränen.


    Versuche mal, die Situation rumzudrehen. Denk mal an eine Situation, wo du total enttäuscht warst, wo es dir schlecht ging, wo du Tränen vergossen hast. Und jetzt stelle dir vor, deine Eltern säßen zuhause und hätten keine ruhige Minute, weil sie dir nicht helfen können. Und es macht sie völlig fertig, dass sie keinen Spaß im Leben haben und immerfort an dich denken müssen. Wie würdest du darüber denken? Fändest du das toll oder hilfreich? Oder würdest du nicht eher denken: hey, mein Problem, aber ich komme damit klar - das Leben geht weiter?


    Du solltest deine Eltern nicht unterschätzen und dir immer vor Augen halten, wie oft du solche Situationen auch schon durchlebt hast. Mach dir nicht zu viele Sorgen. Du kannst dich erkundigen, Mitgefühl zeigen, aber häng dir die Probleme nicht an, wo du nicht helfen kannst. Im Gegenteil: mit der nötigen emotionalen Distanz und einer positiven Stimmung kannst du ihnen vermutlich viel konstruktiver helfen und würdest keine Telefonate führen, die euch alle runterziehen, sondern Objektivität oder sogar positive Laune vermitteln. Ich glaube, damit wärst du in solchen Momenten die größte Hilfe. :)^

    Hallo,


    ich kann dich gut verstehen, mir geht es oft ähnlich, dass ich mich für das Glück meiner Familie verantwortlich fühle und mir dadurch selbst das Leben schwer mache.


    Hast du schon die Ursachen deiner Ängste erkundet? Vielleicht helfen dir die folgenden Fragen dabei, deine Gedanken etwas zu sortieren?

    Zitat

    Tag und Nacht denke ich an sie, versuche zu helfen. Aber es wurmt mich, dass ich kaum helfen kann.

    Haben deine Eltern überhaupt gesagt, dass sie deine Hilfe möchten? Oder nimmst du automatisch an, dass du ihnen helfen musst, dass es deine Aufgabe ist? Ich glaube gerade Menschen, die sich schnell für andere verantwortlich fühlen, interpretieren oft sehr viel in Gesagtes/Ungesagtes hinein. Möglicherweise wollten sich deine Eltern nur bei dir auskotzen und ihre Sorgen los werden? Wissen deine Eltern, dass du dir schnell Sorgen um deine Familie machst und dass dich das belastet?

    Zitat

    Als ich beide weinen sah, fiel ein enorm großer Stein auf mein Herzen/meine Brust, welchen ich nicht wegbekomme.

    Ich kann nachvollziehen, dass es hart ist, die eigenen Eltern weinen zu sehen. Aber sie sind auch nur Menschen und sie trauern ihrem Traum hinterher, sie verabschieden sich davon. Weinen muss nicht unbedingt etwas Schlimmes sein, sondern kann befreiend wirken und hilft deinen Eltern möglicherweise, besser mit der ganzen Sache klar zu kommen.

    Zitat

    Dazu kommt, dass ich weit weg wohne und auch nicht einfach mal spontan bei ihnen vorbei schauen kann.


    Kann nicht schlafen, bin gedanklich immer bei ihnen.

    Kann es sein, dass du ein schlechtes Gewissen hast, weil du weit von deinen Eltern weg wohnst(?). Du schreibst, dass deine Geschwister viel "härter" sind. Bist du die Älteste von euch Geschwistern? Wohnen deine Geschwister in der Nähe eurer Eltern? Ältere Geschwister wachsen oft schon damit auf, dass sie Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister, für ihre Familie übernehmen. Vielleicht spielt das bei dir auch hinein.

    Zitat

    Wie schaffe ich es mich abzulenken? Das ich mich wieder mehr meinem Leben widme?

    Mir hilft es beispielsweise, wenn ich mich anderen Menschen anvertraue, z.B. meinem Partner. ??Meinem Opa geht es gesundheitlich auch sehr schlecht und ich hatte sehr, sehr große Angst ihn zu besuchen, weil ich nicht wusste, ob ich damit umgehen kann, ihn so zu sehen. Bei dem Gedanken bekam ich Bauchschmerzen und wollte am liebsten weinen. Also ist mein Mann mitgefahren. Der Gedanke, dass ich diese Situation nicht allein durchstehen muss, hat mir schon sehr geholfen.?? Er ist dann für mich da und tröstet mich und er hat auch die nötige Distanz und Objektivität, weil er mit meiner Familie emotional nicht so stark verbunden ist, wie ich.


    Vielleicht hilft es dir auch, wenn du dir klar machst, dass deine Familie sicher nicht möchte, dass es dir schlecht geht, dass du ihre Sorgen zu deinen Sorgen machst?


    Arbeiten lenkt mich auch immer ab oder fernsehen, lesen, kochen oder auch ein Malbuch ausmalen ??das gibt es auch für Erwachsene??, allgemein Dinge, bei denen ich mich konzentrieren muss.


    Ich wünsche dir alles Gute, dass du deine Sorgen und Ängste in den Griff bekommst und dass dein Opa nichts Schlimmes hat @:)

    Was dich im Moment fertig macht, ist ganz klar der Stress und die Sorgen, die du dir um deine Familie machst. Das ist normal und schlägt bei jedem Menschen früher oder später aufs Gemüht. Solche persönliche Schicksalsschläge sind oft die Ursache für innere Unruhe wie du sie hast. Pflanzliche Mittel gibt es viele, die dagegen helfen. [...]


    Du schaffst es damit wieder deine innere Stärke und Belastbarkeit zu finden. Dadurch kommst du auch besser zur Ruhe, wirst entspannter und bekommst deinen Kopf auch einmal frei, um über etwas anderes nachzudenken. Lass dir helfen, es gibt Möglichkeiten!


    Meditation ist auch ein sehr guter Helfer für solche Probleme. Natürlich muss man sich erst herantasten und es "lernen" aber wenn man sich einmal fallen lassen kann, dann ist es ein guter Weg um zu sich selbst zu finden.

    Zitat

    Haben deine Eltern überhaupt gesagt, dass sie deine Hilfe möchten? Oder nimmst du automatisch an, dass du ihnen helfen musst, dass es deine Aufgabe ist? Ich glaube gerade Menschen, die sich schnell für andere verantwortlich fühlen, interpretieren oft sehr viel in Gesagtes/Ungesagtes hinein. Möglicherweise wollten sich deine Eltern nur bei dir auskotzen und ihre Sorgen los werden? Wissen deine Eltern, dass du dir schnell Sorgen um deine Familie machst und dass dich das belastet?

    Es fühlt sich an, als wäre es meine Aufgabe. Ich helfe gerne, aber ich kann bei weitem nicht das leisten, was ich leisten könnte/möchte, wenn ich bei ihnen wäre.


    Meine Eltern wissen wie sensibel ich bin und wie schnell mich etwas belastet. Aber diesmal ist es ihnen, glaub ich, nicht so bewusst.

    Zitat

    Kann es sein, dass du ein schlechtes Gewissen hast, weil du weit von deinen Eltern weg wohnst(?). Du schreibst, dass deine Geschwister viel "härter" sind. Bist du die Älteste von euch Geschwistern? Wohnen deine Geschwister in der Nähe eurer Eltern?

    Ein schlechtes Gewissen hab ich, ja. Es gab schon so einige Momente, an denen ich bei ihnen hätte sein müssen.


    Der schlimmste war, als mir meine kleinste Schwester schrieb, dass sie ihren Tasche gepackt hat und von zuhause abhauen will. So hilfhlos fühlte ich mich noch nie. :°(


    Ja, ich bin die Älteste und meine Geschwister wohnen in der Nähe. Die Kleinste wohnte bis vor kurzem noch zuhause.

    Zitat

    Vielleicht hilft es dir auch, wenn du dir klar machst, dass deine Familie sicher nicht möchte, dass es dir schlecht geht, dass du ihre Sorgen zu deinen Sorgen machst?

    Das versuche ich :)_ Danke!! @:)

    @ junidepression

    Zitat

    [...]

    Vielen Dank, gelegentlich nehme ich Lioran, aber das von dir empfohlene werde ich auch gerne mal probieren. @:)