Das Leben hat seinen Sinn verloren - tiefe Sinnkrise

    Hallo Zusammen,


    ich habe jetzt schon länger nichts mehr geschrieben. Ich habe versucht die Probleme irgendwie selbst in den Griff zu bekommen, aber bisher ohne Erfolg. In meiner Vergangenheit hatte ich bereits eine tiefe und lange Depression und ich glaube ich stecke schon wieder sehr tief drin.


    Ich weiß nicht so recht wie ich anfangen soll ohne dass es hier zu lang wird und ihr die Lust am lesen verliert, daher versuche ich ein paar Kernprobleme/Dinge die mich belasten zu Anfang zu nennen und granularisiere diese entsprechend aus:


    Job:

    - Mein Job langweilt mich/ich fühle mich unterfordert

    - Entwicklung Richtung Führungsposition, entferne mich dabei immer mehr von dem was mir Spaß macht

    - Ellenbogenmentalität unter Kollegen beim Erklimmen der "Karriereleiter" und Intrigen prägen den Alltag -> es geht teilw. nicht um Arbeitsinhalte


    Privat:

    - im Grunde seit 5 Jahren Single

    - Wünsche mir Familie, aber die Frau fehlt

    - seit 2 Jahren (erstmalig) in eine WG gezogen (zusammen mit einem Mädel) um mein socialskill zu verbessern


    Seelisch:

    - Ich bin teilweise über Wochen extrem müde, komme nach der Arbeit heim und schlafe durch bis zum näcshten Tag

    - Nach einem internen Assesment zur Eignungsfeststellung für die erste Führungsebene wurde ich wohl sehr hart mit der Fremdwahrnehmung meiner selbst aus Psychologen Sicht geerdet - seit dem extrem nah am Wasser gebaut

    - Ich heule wegen meiner Problemchen mind. 1x pro Woche

    - Bis Ende letzten Jahres ging mir täglich der Gedanke durch den Kopf das alles zu beenden (aktuell ist es besser geworden)

    - Kopfmensch die Gedankenspirale ist teilweise kaum auszuhalten


    Was ich bisher getan habe:

    - Veringerung meiner Nebentätigkeiten (Selbstständigkeit bzw. Beteiligung an einer Firma) -> mehr social life

    - Erfolgreich angefangen gesund abzunehmen - bisher 7kg verloren (Start: 116kg)

    - ich mache mittlerweile jeden zweiten Tag Sport (Fitnessstudio) und gehe jeden Tag 1Std. spazieren -> Sport tut mir gut und hilft mir in den ganzen schlechten Phasen nicht vor den nächsten Zug zu springen

    - Meist gelingt es mir die Negativgedankenspirale zu durchbrechen und eine Runde joggen zu gehen -> die Probleme bleiben aber irgendwie

    - Das Feedback aus dem Assesment habe ich angenommen und arbeite daran sogar mit Erfolg


    Privater Background:


    Es ist schon fast bezeichnend dass der Punkt Job an erster Stelle meiner Liste steht. Ich bin vor 5 Jahren in Richtung Stuttgart gezogen wegen der Arbeit und da Freunde von mir während oder nach ihrem Studium auch in andere Städte sind, wollte ich die Erfahrung auch machen. (Nebeninfo: von zuhause aus wurde mir und meinem Bruder vorgelebt dass Arbeit das wichtigste im Leben ist, Liebe und Körperliche Nähe kam irgendwie zu kurz) Ich habe an meinem Bachelor aus verschiedenen Gründen 17 Semester rumstudiert. Ich glaube danach wollte ich es mir, meiner Familie und meinen Freunden beweisen dass ich nicht blöd bin und obwohl meine Noten eher im Mittelfeld liegen gut bin in dem was ich tue. Woran misst unsere Gesellschaft Erfolg? Richtig am Einkommen. Kurz nach Ende meines Studiums hatte sich meine Ex nach 7 Jahren Beziehung getrennt, da sie nun doch nicht mit nach Stuttgart wollte und hatte sofort einen neuen mit dem sie ziemlich direkt Schwanger geworden ist. Ich bin in ein ziemliches Loch gefallen, wollte aber nicht gleich wieder eine Beziehung und die Sache verarbeiten (3 Jahre) und habe die Zeit des Kummers produktiv genutzt und es Hauptberuflich wie in meiner Selbstständigkeit total übertrieben. Okay ich habe knapp mehr als 100k p.a. verdient - habe mich dafür aber nicht um meine sozialisierung gekümmert und nur gearbeitet. In 2017 habe ich glaube ich das Ticket bekommen und fand mich plötzlich mit einer Lungenembolie, dem Tot grad von der Klinge gesprungen auf der Intensivstation wieder. Aus heutiger Sicht hätte ich eine Reha machen sollen ich hatte aber Angst gekündigt zu werden, wenn ich 2 Monate krank bin. In meiner Heimat (neue Stadt) bin ich einerseits mit alten Bekannten und neuen Leuten in Berühung gekommen. Ich wollte aufgrund meiner mangenden Sozialen Kontakte um jeden Preis dazu gehören, also hab ich ein Kapitel aufgeschlagen mit dem ich vorher nie in Berührung gekommen bin (Drogen). Ich dachte da ich bisher nach nichts süchtig war: "was soll passieren". Zudem hatte ich mit den Folgen der Embolie zu kämpfen - ständige Müdigkeit, Energielosigkeit. Aufgrund meiner Selbstständigkeit und dem Selbstbild immer 130% geben zu können hat das alles nicht gepasst. Ich dachte die Droge hilft mir mehr Energie zu haben, aber der Körper holt sich das zurück und wirklich was schaffen tut man auch nicht ganz zu schweigen vom Geld das es kostet. Den einzigen Positiven Nebeneffekt den ich der Sache abgewinnen konnte ist, dass mein Gedankenkarusell und der Drang nach beruflichem Erfolg (höher, weiter schneller) von jetzt auf gleich ausgeschaltet war.

    Ich lasse mal offen um was es sich handelt. Ich habe es irgendwann komplett übertrieben und würde nach jetzigem Stand sagen, dass ich nicht mehr aufhören konnte. Auf dem Weg von einem Festival bin ich in einer Drogenkontrolle angehalten worden und positiv getestet worden. Ich bin ganz froh darüber dass es passiert ist und jetzt nach über zwei Jahren kann ich mit Sicherheit sagen, dass dieses Kapitel wieder geschlossen ist. Ich habe aber dafür das Umfeld komplett gewechselt, den Job wieder in den Süden verlagert, bin in eine WG gezogen und hatte danach ein sehr hartes Jahr zumindest persönlich. Beruflich hab ich das gut gewuppt bekommen.


    Bis vor 2 Jahren noch habe ich für mein Alter entsprechend normal (aus Gesellschaftlicher Sicht) gelebt: 3-Zimmerwohnung, gut eingerichtet, es fehlte nichts (zumindest aus Materieller Sicht) schickes Auto. Ich war zurück in meine Heimat gezogen da ich damals mit den Leuten hier sozial nicht zusammen gekommen bin (als Rheinländer). Aufgrund der Vorkommnisse und dem Umfeld und vorallem wegen einem Top Job Angebot ging ich zurück. Ich habe aus Studienzeiten eine Eigentumswohnung in NRW und habe dort meine Wohnung hin umgezogen und wohne in Stuttgart in einer WG. Ich fühle mich frei ohne den ganzen Plunder - ich brauche das alles nicht - Besitz belastet.


    Aus heutiger Sicht kann ich Tyler Durden aus Fight Club echt verstehen - er war extrem hat aber seinem Leben einen Sinn gegeben - vielleicht hat der Fight Club ihn sich auch lebendig fühlen lassen.


    Durch die WG habe ich mehr soziale Kontakte und ich denke ich habe mich ein Stück weit auch zum positiven entwickelt. Ich habe hier mittlerweile einen engeren Bekannten und konnte einen meiner guten Freunde dafür begeistern mit seiner Freundin runter zu ziehen. Somit bin ich jetzt nicht vollkommen alleine hier.


    Ich komme alleine mehr oder weniger gut klar. Ich habe für mich entschieden, dass ich ein Herdentier bin und nicht fürs Alleinsein gemacht bin. Vermutlich geht das vielen anderen auch so.


  • 20 Antworten

    Arbeit:


    Mit meinem neuen Job war ich an sich zufrieden, das neue Thema war solange interessant bis ich alles verstanden habe und sich Routine eingeschlichen hat. Ich verdiene so gut, dass ich mich in einem goldenen Käfig wieder finde. Meine Fachliche Expertise wird sehr geschätzt, aber mich interessieren 80% der Themen auf der Arbeit nicht - ich fühle mich total unterfordert. Liegt vielleicht auch daran dass ich beim Ingenieurdienstleister sitze und in vielerlei Hinsicht die richtig spannenden Sachen (Entwicklung) beim Kunden gemacht werden. Irgendwann letztes Jahr kam mein Abteilungsleiter mit der Frage, ob ich mir vorstellen könnte ein Team zu übernehmen und Führungskraft zu werden. Ich habe nach etwas Überlegung zugestimmt konnte mir aber nicht genau vorstellen wie der Arbeitsalltag aussieht. Zudem bin ich kläglich in unserem internen Assessment gescheitert. Ich bin da mit dem Anspruch rein - ehrlich zu sein und denen nichts vorzuspielen, da ich wenn ich schon FK werde es auch gut machen wollen würde - war wohl nicht so gut - ich hätte es wohl eher wie in VG handhaben sollen wo man den Personalern sagt was sie hören wollen - war dumm. Vorallem dass die Psychologin erkannt hat dass ich innerlich recht pessimistisch bin (nicht auf die Arbeit bezogen) allein durch meine Wortwahl (Sie hatte Recht). Ich benutze die Deutsche Sprache nicht bewusst - ich sage oft Dinge die den anderen verletzen ohne dass ich das merke oder mich in den anderen hineinversetzen kann. Ich sage A meine aber B, das hat mir das Genick gebrochen. Ich arbeite aber dran, da ich mit diesem Wissen über die Fremdwahrnehmung meiner Selbst mittlerweile genau drauf achte was ich sage.


    Da ich sehr technikbegeistert bin habe ich allerdings Angst in einer Führungsposition nicht mehr das machen zu können was ich liebe. Und ich merke dass ich mich zusehens davon entferne ein Thema besser zu durchdringen aufgrund der neuen Aufgaben und Projekte die wir aufgrund von Corona bekommen haben. Aus meinem alten Projekt bin ich raus und das was wir jetzt machen wird von meinem Vorgesetzten schlecht kalkuliert, so dass abzusehen ist dass es vom KU schlecht wird aber Hauptsache Umsatz. Zudem gesellt sich Neid und Missgunst meiner Kollegen, dass ich obowhl ich im Assesment durchgefallen bin von meinen Chefs weiterhin gefördert werde. Das Spektrum reicht von Lastereien bei Kollegen oder dem Denunzieren meiner Person beim Chef oder teils offenen Angriffen. Ich habe leider kein so dickes Fell wie ich haben sollte. Ich bin zwar sehr schlagfertig, aber mir geht das auf den Sack. Es werden Entscheidungen zum Schaden der Firma getroffen einfach, um mein Fortkommen in der Firma weiter zu erschweren. Wäre ich nicht gut vernetzt in der Firma hätten die mich bestimmt schon abgesägt. ich kann gar nicht sagen wie sehr mich das ankotzt, dass trotz der größten Krise jeder sich selbst der nächste ist und das Wohl der Firma anhand der Taten verschiedener Beteiligter zweitrangig ist - hauptsache sie kommen weiter oder behindern den Aufstieg anderer.


    Wenn so der Alltag einer Führungskraft aussieht (Machtspielchen, Intrigen, Missgunst) habe ich da keine Lust drauf, aber ich scheine in der Firma da nicht raus zu kommen. Ich habe im Bereich Validierung/Testing angefangen weil ich es interessant fand, wollte aber eigentlich Entwickler werden. Ich überlege auf das hohe Gehalt zu preifen und in die Entwicklung als Einsteiger zu wechseln. Ich weiß nur nicht, ob das die Lösung ist. Ich brauche ein anspruchsvolles Arbeitsumfeld (Kollegen, Aufgaben), damit mir nicht langweilig wird.


    Ist mein Anspruch falsch, dass Arbeit Spaß machen muss?


    Beziehung/Familie:

    Ich denke wenn man Glücklichsein möchte, dann muss man seine Anerkennung auf die Bereiche: Arbeit, Soziales Umfeld, Partnerschaft, Kinder/Familie, Hobbies aufteilen. Falls einer der Bereiche mal nicht gut läuft, dann zieht man sein Glück aus den anderen.


    - Arbeit: schwankt bei mir macht aber einen immernoch zu großen Teil aus.


    - Soziales Umfeld: hat sich bereits mit dem Umzug aus der Heimat zum Studienort erheblich dezimiert, mit dem Umzug nach Stuttgart erneut. Meine 5 guten Freunde sind mir aber nach wie vor geblieben. Nur an Bekannten wie zu Schulzeiten harpert es dann doch und alle Freunde sind in Deutschland verstreut und einer lebt im Ausland.


    - Partnerschaft: Früher in meinen 20gern war ich hier echt erfolgreich. Bis zu meinem 29. Lebensjahr war ich mit Pausen immer in Beziehungen, oder hatte in Pausen die ein oder andere Frau. Seit meiner Ex vor 5 Jahren hatte ich zwar Dates (erstmals vor 2 Jahren) aber da war ich so verunsichert aufgrund der langen Singlezeit, dass sich die Unsicherheit auch auf die Frauen übertragen hat -> war nicht so erfolgreich. Letztes Jahr hatte ich auf der Arbeit eine nette Frau aus einer anderen Abteilung auf dem Sommerfest kennengelernt. Entgegen meinem Prinzip niemals etwas mit jemandem anzufangen der in der gleichen Firma arbeitet tat ich es doch. So richtig laufen wollte das aber nicht. Ich hatte immer im Kofp was will so eine Frau wie nennen wir sie Pia, mit so einem dicken Typen wie mir? Außerdem fand sie dass meine Wohnsituation nicht der eines 33 jährigen entspricht und hatte regelrecht verlangt, dass wenn mehr laufen soll ich mir bitte eine normale Wohnung suchen soll (ich lebe jetzt nicht spartanisch). Meine Prämisse ist/war aber das nächste Mal wenn ich in Deutschland umziehe, dann nur in Eigentum. Naja ich habe da dann nach vielem probieren nen Strich drunter gemacht. Naja das wars.

    Was mich depressiv verstimmt ist, dass mein Erfolg bei Frauen einfach nicht mehr existent ist - nicht so wie ich das mal kannte. Ich schätze das liegt am Übergewicht. Ich bin nur in sofern Wählerisch, dass ich nicht mit einer Raucherin zusammen sein könnte, Sie sollte nicht dicker als ich sein und man sollte sich gut verstehen. Es ergibt sich aber nichts - früher hatte ich meinen Social Circle heute nicht mehr. Als ich weniger gewogen habe wurde ich von Frauen wahrgenommen jetzt nicht mehr. Seit ich 40-50 Stunden / Woche arbeite muss ich sagen weiß ich auch gar nicht was ich tun soll um Frauen kennen zu lernen. Tinder hab ich probiert, hatte auch zwei Dates wovon ich mich mit beiden öfter getroffen habe, aber die waren echt krass auf Sex fixiert - geradezu fordernd ohne Vorspiel und so - nicht meins, also Tinder hab ich nen Hacken dran gemacht. Bisher habe ich Frauen immer im Real Life kennengelernt - online ist nicht so meins, obwohl ich ITler bin :D

    In meinen 20gern habe ich 27kg weniger gewogen und ich muss ehrlich sagen ich fühle mich nicht wohl damit, also habe ich wieder angefangen Sport zu machen (3 Jahre nach der Lungenembolie geht das auch wieder, wenn auch nicht mehr mit der Performance wie davor) und habe meine Ernährung umgestellt. Ich habe jetzt für 7kg bei gleichzeitigem Aufbau von Muskelmasse etwa 3 Monate gebraucht. Irgendwie sind 7kg was wenig, aber ein Erfolg. Immerhin schon eine Kleidergröße weniger:)

    Ich vermisse eine Partnerin für gemeinsame Zärtlichkeiten/Kuscheln, Unternehmungen, Urlaube, Familie.


    Ist das vielleicht der Grund warum ich mich nirgendwo zuhause fühle? Ich kann leider nicht mal sagen, ob ich in Stuttgart sesshaft werden möchte.

    - Familie: In meinen 20gern haben mich Kinder nicht die Bohne interessiert. Aber so seit 3 Jahren grob geht mir das Herz auf, wenn ich Kinder im Supermarkt sehe oder ich mit den Kindern meiner Freunde spiele. Ich finde die richtig niedlich und hätte auch gerne Kinder. Selbst hab ich früher über Frauen in ihren 30gern gelacht die Torschlusspanik haben - jetzt schlägt das Karma zu und ich habe Torschlusspanik. Es ist einerseits schön mit den Kindern meiner Freunde Ausflüge zu machen, oder zu spielen, wenn ich danach aber zuhause bin, bin ich tief traurig dass ich keine Partnerin habe mit der ich in naher Zukunft eine Familie gründen kann.


    Aus meiner Sicht läuft das Leben in Phasen abhängig vom Alter ab. Wenn man nicht studiert bekommen viele Kinder mit 25/26, wenn man Studiert später so mit Anfang 30. Ich habe vielleicht aufgrund meines längeren Studiums den Richtigen Zeitpuntk verpasst. Meine Ex wollte Kinder mit mir - ich wollte nach dem Studium zumindest erstmal einen Job, um wirklich Verantwortung übernehmen zu können. Nachdem ich einen etwas holprigen Start hatte hat sie sich getrennt und hat direkt mit dem nächsten Kinder bekommen... ich frage mich manchmal, ob ich da zu verkopft an die Sache gegangen bin.



    Hobbies: Meine Selbstständigkeit und Beteiligung an einem Startup zusammen mit zwei Freunden nehmen viel Freizeit ein. Sonst fahre ich gern MTB, gehe Squashen im Verein und gehe gern Schwimmen. Leider habe ich keine klassischen Hobbies, da ich mein Hobbie zum Beruf gemacht habe.



    Jobangebot USA: Zu allem Überfluss habe ich ein Jobangebot aus den USA bekommen. Es würde sich um eine Traumstelle (Entwicklung) in einem interessanten Bereich handeln. Das Gehalt ist okay für San Francisco, man wird davon als Single gut leben und etwas sparen können, aber kein Vergleich zu dem was die Ammis verdienen. Ich würde das machen wollen, weil es schon immer ein Traum war für eine längere Zeit in Ausland zu gehen ich aber damals im Studium kein Geld für ein Auslandssemster hatte und dafür keinen Kredit aufnehmen wollte.


    Ich habe irgendwo was von Luxus-Problemen geschrieben - das ist so ein Luxusproblem. Ich würde es gerne machen, habe aber Angst, wenn ich nach 3 Jahren nach Deutschland zurück komme, dass ich für Partnersuche und sesshaft werden in Deutschland mit 38 zu alt bin. Allerdings gibt es auch keine Garantie dafür dass ich in Deutschland in den nächsten 3 Jahren mehr Erfolg habe. Zudem hat das Startup mit meinen beiden Freunden das Potenzial in 2-3 Jahren groß zu werden., allerdings hätten beide Verständnis dafür wenn ich das Angebot annehme. Ganz genau wäre es in Mountain View im Mekka der Informatik/Elektrotechnik - ja ich habe einen romantischen Hang zu meinem Beruf.



    Eigentlich hätte ich den Text auch auf vier Probleme kürzen können:

    - Unzufriedenheit im Job

    - Unzulänglichkeiten meiner Selbst aufgedeckt durch das Assesment

    - Keine Freundin

    - Torschlusspanik als Mann


    Diese drei Dinge treiben mich um. Und es geht soweit dass ich letztes Jahr den Gedanken nicht losgeworden bin der Sache ein Ende zu setzen. Schon länger beschleicht mich das Gefühl dass eh alles sinnlos ist. Für wen soll ich hart arbeiten? Damit ich viel Geld verdiene? (die Möhre vor der Nase). Wenn man mal 3,5 Mrd. Jahre weiter geht leuchtet die Sonne 40% stärker als heute, vermutlich ist die Menschheit davor oder spätestens dann ausgelöscht. Weitere 3,5 Mrd Jahre später fällt die Erde in die Sonne, also hat alles was ich mache eigentlich keine Bedeutung. Alles was passiert ist und passieren wird ist bedeutungslos. Die Frage ist, ob sich die Menschheit aufgrund ihres Umgangs mit Ressourcen und kriegerischen Aktivitäten bis dahin nicht selbst ausgelöscht haben wird.


    Ich weiß dass es in jeder Partnerschaft Probleme gibt und viele nicht so glücklich sind wie sie zu sein scheinen, aber dennoch sind in meinem Umfeld ausnahmslos alle vergeben und haben bis auf 2 Pärchen Kinder. Der Partnermarkt in den 30gern ist aus meiner Sicht nicht vorhanden. Vielleicht ändert sich das, wenn ich mich wieder wohler mit mir selbst fühle.


    Ich weiß nicht wo ich anfangen soll, um da auch hin zu kommen. Vorallem suche ich nach einem Sinn für mein Leben. Ich habe mich nicht gefunden - geht es anderen auch so? Was mache ich falsch? Der Text ist leider lang, aber ich denke es ist nicht unwichtig Randinfos zu haben. Der der mich kennt und das liest kann mich fast in meinem RL identifizieren - das ist es mir wert Unabhängige Meinungen zu bekommen.


    Danke fürs Lesen :)

    • Neu
    Zitat

    Ist mein Anspruch falsch, dass Arbeit Spaß machen muss?

    Naja, du hast ja selbst gemerkt, was passiert, wenn sie es nicht tut. ;-)


    Aber an der Front hast du ja nun mehrere Optionen.


    1. Im Unternehmen bleiben und eventuell Führungskraft werden. Irgendwie klingt mir deine derzeitige Arbeitssituation aber nicht so optimal. Und wenn du mit der vorherrschenden Führungskräftementalität nicht so richtig warm wirst, dann ist das eventuell nicht der richtige Weg für dich. Ich finde das nicht schlimm. Wenn deine derzeitigen Vorgesetzten das gerne sehen würden, dann ist das ihr Problem. Es ist dein Leben und deine Entscheidung. Wenn das nichts für dich ist, dann ist das eben so.


    2. Den Job in den USA annehmen. Was hindert dich? Du bist ungebunden und nirgends richtig erfüllt sesshaft. Meines Erachtens sind das ideale Bedingungen für einen Tapetenwechsel. Du hast hier scheinbar kein so mega stabiles Umfeld und mit der Liebe haperts auch. Über den großen Teich herrscht eben auch eine andere Mentalität. Vielleicht passt das ja besser zu dir.


    3. Selbstständigkeit/Startup weiter verfolgen. Du hattest geschrieben, dass du diese Nebentätigkeiten stark eingeschränkt hast, um Zeit für dein Sozialleben zu haben. Kann ich nachvollziehen. Zeitgleich hast du aber die Führungskräftelaufbahn im Unternehmen ins Auge gefasst. Und so richtig zu passen scheint es in der aktuellen Arbeit auch nicht.

    Da würde es in meinen Augen mehr Sinn machen eher die Nebentätigkeiten zu verfolgen und sich selbst was aufzubauen, was einen glücklich macht. Zumal du dann auch in einer Führungsrolle wärst, die du eher nach deinen Vorstellungen gestalten könntest als das als angestellte Führungskraft in einem Unternehmen möglich wäre.


    Die Reihenfolge ist zufällig. Das ist wirklich ein Luxusproblem.

    • Neu

    Was das Familienthema angeht:


    Das kann man nicht erzwingen. Und die Zeit zurückdrehen kann man auch nicht. Es bringt nichts sich darüber zu grämen.

    Die meisten Frauen finden es wahrscheinlich nicht so toll, wenn der vermeintlich Auserwählte in einer WG wohnt. Aber es nützt dir jetzt auch nichts, wenn du in deine Eigentumswohnung ziehst und dort Trübsal bläst, weil du allein bist. Wenn dich das WG-Leben glücklich macht, dann leb das. Es gibt so viele Menschen, die irgendwie "gesellschaftliche Makel" haben und trotzdem einen Partner finden.

    Du hast eher chronischen Zeitmangel, weil du sehr fixiert auf die Arbeit wirkst. Das wird durch eine andere Wohnsituation jetzt auch nicht besser.

    Du hast für dich ja erkannt, dass Besitz nur belastet. Also macht viel verdienen nicht unbedingt Sinn. Gleichzeitig scheinst du deine Arbeit zu lieben. Naja, wenn da automatisch viel Gehalt bei rumkommt, dann ist das so.

    Theoretisch hättest du ja dann bei der Partnerwahl genug Auswahl. Das geht von Einer, die es total toll findet, dass du dir so viel leisten kannst, bis zu der, der das egal ist und die dich auch mit deinem WG-Zimmer nimmt. Letztere möchte wahrscheinlich dann aber auch jemand, der Zeit für sie und die potentiellen Kinder hat. Erstere ist wahrscheinlich mit dem Besitz zufrieden. Und es gibt dazwischen auch noch welche. Aber das ist erstmal irrelevant. Was willst du von einer Partnerschaft?

    Und wenn es da in deinem Leben etwas gibt, was du ändern kannst, um dieses Ziel zu erreichen, dann tu es. Kaum jemand kann alles haben. Irgendwo muss man Prioritäten setzen und eben auch auf was verzichten.

    • Neu
    CrazyFox schrieb:

    von zuhause aus wurde mir und meinem Bruder vorgelebt dass Arbeit das wichtigste im Leben ist, Liebe und Körperliche Nähe kam irgendwie zu kurz

    das ist der knackpunkt.


    du lebst nicht "dein leben" sondern folgst der programmierung durch deine eltern, das selbstwertgefühl ist dafür desolat.


    befreie dich, lebe "dein leben".


    therapie?

    • Neu

    melb1985 : Zu den Luxusproblemen


    Zum ersten Punktt:

    Es sollte eigentlich einen Kulturwandel geben. Man hatte die Erfahrung gemacht, dass Leute bis zur Temleiterebene technisches Verständnis haben sollten. Jetzt hat man in verschiedenen Abteilungen die letzten Jahre mehrere alte entlassen, hat versucht neue externe zu holen, diese wieder entlassen und jetzt macht man wieder die gleichen Fehler. In dem Sinne hast du Recht. In diesem Umfeld kann ich nicht nach meinen Vorstellungen wachsen.


    Zum zweiten Punkt:

    In Summe war ich schon 12 Mal in den USA. Ich habe alles durchgerechnet und würde wenn ich die Zelte hier abreiße meine Wagen verkaufen und etwa 5k Verlust machen. Firma dicht machen ist nicht wild - vielleicht muss ich nochmal 8k an Steuern nachzahlen, wegen Abschreibungen die ihr Ende nicht erreichen.

    Mein Umfeld ist an sich stabil, aber verstreut. Ich pflege meine Freundschaften zu meinen Freunden, aber ja in der Liebe haperts.

    Ein Tapetenwechsel wäre genau das Richtige.


    Die Frage die sich mir dabei stellt ist, ob ich dabei nicht vor irgend etwas wegrenne? Ich schätze dass ich in der ExPat Community in SF bestimmt auch neue Leute kennen lernen werde und generell meinen Horizont erweitere. Wenn ich zurück nach Deutschland komme werde ich das Problem des "Anschlusses" ja immernoch haben. Ich stelle mir die Frage, ob ich zum auswandern mit 34 nicht schon etwas alt bin?


    Zum dritten Punkt:

    Ein Unternehmensberater aus meinem Freundeskreis hat uns bereits drei große Kunden vermittelt und wir sind gerade dabei ein eigenes Produkt auf den Markt zu bringen. Der Unternehmensberater hilft uns bei den Unternehmerischen Angelegenheiten. Im Moment sparen wir einfach nur Geld, um uns den Start zu erleichtern, wenn ich gehe wird das für die anderen beiden schwierig, das ich der "Hardwaremensch" bin, aber aus der Ferne steuerbar, da ich beiden Vertraue und sie fachlich sehr gut sind.

    In meinem tiefsten Inneren weiß ich jetzt schon dass das Angestelltenverhältnis nicht mein Ding ist und das ich etwas eigenes aufbauen möchte.

    Ich dachte, dass mir die Führungslaufbahn bei meiner Arbeit das nötige Wissen/Handwerk vermittelt wie ich größere Teams leiten kann und wie ich größere Projekte an Land ziehe und nicht nur Kostendeckend kalkuliere, sondern auch Gewinn mache. Wie man mit dem Einkauf verhandelt (wenn man das verhandeln nennt) und wie ich mit Kunden umgehe bei Millionenaufträgen, um ein Gefühl dafür zu bekommen wie hoch übliche Tagessätze sind. Die beiden anderen haben Familie, daher wäre ich der erste der Vollzeit selbstständig arbeitet - die beiden anderen würden dann nachrücken.


    Zu deiner zweiten Antwort bzgl Partnerschaft:

    Es ist richtig erwzingen kann man es nicht. Und wenn man sich zu sehr drauf versteift wirkt man bestimmt verkrampft. Ich versuche eine gewisse Gelassenheit dem Thema gegenüber zu wahren - diese wird immer dann erheblich erschüttert, wenn ich wieder ein Wochenende in der Heimat war und Freunde oder dessen Frauen/Freundinnen mich fragen wie es an der Frauen-Front läuft und ich immer das gleiche sage. Ich werde abgestempelt als ewiger Single (obwohl das früher lange nicht so war und ich es mir selbst anders aussuchen würde) man dichtet mir an ich sei zu wählerisch (was ich auch verneinen kann) und am Ende werde ich regelrecht bemitleidet (ist natürlich aus ihrer Sicht immer einfacher sie haben ja einen Partner). Diese fehlende Akzeptanz in der Gesellschaft dafür dass es halt auch mal nicht läuft und dass ich zum Ende meiner letzten Beziehung halt nicht sofort eine neue wollte.


    Bzgl. Partnerwahl würde ich eine Bodenständige Frau mit ähnlichen Vorstellungen (Kinder und Familie) wie ich toll finden. Ich lese aus deinem geschriebenen heraus, dass eine WG für mein Alter anscheinend wirklich einen Makel darzustellen scheint. Ich möchte eine Frau bei der gerade der Anfang wie ich es bisher kenne einfach abläuft ohne Spielchen, ohne sich zu verstellen. Jemand der über meine Ecken und Kanten hinweg sieht, so wie ich das bei ihr auch tun werde. Ohne Kompromisse auf beiden Seiten würden nur die wenigsten Beziehung funktionieren.


    In meinen alten Beziehungen war ich zu bedürftig, habe teils geklammert, war eifersüchtig und mich trieben Verlustängste um. Damit habe ich immer die gleichen Frauen angezogen. Frauen denen ich es nicht Recht machen kann. Wo ich nie genug bin. Wo ich mir liebe verdienen muss. (das hat mich viel Arbeit gekostet das zu erkennen) Ich möchte das Muster brechen und durch das zuviele hinterfragen bin ich echt unsicher geworden. Ich möchte so etwas nicht nochmal.


    Jemand hier im Forum hat in einem anderen Beitrag zum Thema Selbstliebe geschrieben. Die Metapher ging um einen leeren Eimer den man mit Dingen füllt die einen selbst erfüllen, so dass der Partner nicht dazu dient diesen Eimer (leere) zu füllen sondern eine Bereicherung für mein Leben darstellt. Diesen Zustand mit Selbsttherapie zu erreichen habe ich bisher nur teilweise geschafft. Wenn man zuviel alleine ist wird man unsozial und man verschließt sich neuen Bekanntschaften - habe ich selbst erlebt und ist wieder besser geworden. Ich möchte für mich selbst diesen Eimer füllen und selbst glücklich sein - ich würde mich gerne von Gesellschaftlichen zwängen lösen, aber es ist sehr schwer.


    In dem Assesment sagte man mir, ich würde mich besser fühlen, oder mich höher stellen als mein Umfeld. Nach einiger Selbstrefektion muss ich sagen die Psychologin hatte Recht. Ich mache das tatsächlich nur, um in diesem Kompetitiven Umfeld beim Kunden seelisch zu überleben - anscheinend trage ich das aber so sehr nach außen, dass ich Arrogant rüber komme - was ich nicht will.


    Ich möchte erstmal meine Baustellen beseitigen. Ich erwarte nicht dass eine Partnerin das für mich tut, denn das wird sie nicht. Diese ungelösten Probleme werden eher für Konflikte in der Beziehung sorgen. Dieses Baustellen beseitigen dauert nun schon 5 Jahre und bevor ich nicht mit mir selbst glücklich sein kann fühle ich mich nicht bereit für eine Beziehung zu einer ebenso mit sich selbst im Gleichgewicht stehenden Frau.


    Dieses von einer Beziehung in die nächste stolpern ohne die letzte wirklich verarbeitet zu haben (was andere so machen) fand ich bisher immer höchst fragwürdig.


    Also was stelle ich mir unter einer Partnerschaft vor? (falls ich meine Baustellen zu 95% gelöst habe)


    Was mache ich gerne: Reisen, Wandern, Mountain Bike Fahren, Schwimmen, Squashen, Badminton, Filme gucken (Netflix, Kino), Musik hören, schnelle Autos Fahren, Joggen, leidenschaftlich Kochen, gerne Essen, Skifahren, Tiere.


    Ich liebe den Sommer, Herbst und Winter. Ich bin gerne draußen . im Herbst lasse ich gern Drachen steigen. Ich mag im Winter schöne Spaziergänge und die Entspannung vor dem Kamin.


    Es wäre vollkommen okay, wenn Sie nur ein paar Dinge auch mag und ich sie ggf. für den Rest begeistern kann. Oder dass sie mir neue Dinge zeigt die ich bisher nicht kannte, mit mir in Länder reist in denen ich bisher nie war. Jemand der aufgeschlossen neuen Dingen gegenüber ist und ganz wichtig: eine große Portion Humor hat. Ich lache gerne und reiße gerne eine Menge Witze.


    Ich mag Festivals, Konzerte, Theater allerdings gehe ich nicht mehr in die Disco.


    Ich habe nicht DEN Typ Frau - man muss sich einfach verstehen von Anfang an. Jeder der das schonmal erlebt hat weiß was ich meine - und das kann man nicht erzwingen. Richtig. Ich mag Menschen mit Tiefe.


    Wenn sie dann noch Kinder möchte wäre das Top und ich habe auch kein Problem damit, wenn sie bereits ein Kind mitbringt.


    Mir fehlt eine Frau ganz allgemein. Mir fehlen gemeinsame Unternehmungen, Zärtlichkeiten, Kuscheln, Küssen und Sex. Ich wollte Anfang des Jahres gerne eine Polarlicht Wanderung und Übernachtung in einem Eishotel in Norwegen machen - sowas macht man halt nicht mit seinem guten Kumpel und alleine ist das echt doof. Ich würde mich freuen, wenn ich mit ihr gemeinsame Pläne schmieden und diese verfolgen könnte. Ich würde gerne wieder morgens aufwachen und neben meiner "liebsten" aufwachen.


    Ich denke eine normale Sehnsucht.


    Ja alles haben kann ich nicht. Dann tausche ich weniger Arbeit lieber gegen einen Menschen den ich mag und mit dem ich eine Familie haben kann :)


    rr2017 : Dieses "sein Leben leben" ist leicht gesagt. Da muss man sich aktiv hinterfragen, ob das was man tut man selbst will, oder man nur den Wünschen anderer gerecht werden will. Ich möchte mich befreien - ich suche regelrecht nach dem was ich will . habe es aber noch nicht gefunden.


    An eine Therapie habe ich bereits gedacht. Wie sieht sowas aus oder wie läuft das ab? Kann ich diese Therapie auch in Form von Arztbesuchen wahrnehmen? Geht man zum Psychologen oder Psychater? Ich hab keine Erfahrungen damit.

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    rr2017 : kleiner Nachtrag zu dem "sich befreien" und die suche nach "dem eigenen Leben": Ich bin zwar ein bequemer Mensch, aber Veränderungen habe ich nie gescheut. Jede Veränderung ist zwar hart hat mich aber immer weiter gebracht. Für mich ist Stillstand - Rückschritt, daher stehe ich dem Thema USA auch sehr offen gegenüber.


    Vielleicht trifft man jemanden der einem die Augen öffnet, oder der meine Haltung verändert und ich finde "mich".


    Wenn mir eine Therapie dabei helfen könnte - wieso nicht?

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    Du musst wirklich mal deine Familiengeschichte genauer unter die Lupe nehmen. Vermutlich ist das Problem auf psychologischer Ebene viel größer als Du bisher ahnst.

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    Entschuldige, wenn ich dir das so direkt vor den Latz knalle, aber deine Beiträge hören sich zusammengefasst ungefähr so an: "Leistung... Viel Geld... Ansehen... Status... Karriere... Bestätigung von außen." Arg viel mehr Substanz finde ich da nicht. Sympathisch - im Hinblick auf Freundschaft oder Beziehung - geht auch anders.


    Wie rr2017 völlig zurecht anmerkt: Arbeite deine Familiengeschichte auf. Die Glaubenssätze daraus, die dich daran hindern, dein Leben zu leben, hast du zu Hauf selbst geliefert. Einen gewissen Leidensdruck hast, also, was hindert dich an der Aufarbeitung?

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    Zitat

    Jetzt hat man in verschiedenen Abteilungen die letzten Jahre mehrere alte entlassen, hat versucht neue externe zu holen, diese wieder entlassen und jetzt macht man wieder die gleichen Fehler. In dem Sinne hast du Recht. In diesem Umfeld kann ich nicht nach meinen Vorstellungen wachsen.

    Ja, neue Besen kehren gut. Aber die alten wissen, wo der Dreck liegt. :-)

    Also ist der Drops doch eigentlich gelutscht.

    Zitat

    Ein Tapetenwechsel wäre genau das Richtige.

    Das sagt doch eigentlich alles. Auswandern wäre finanziell kein Drama und der Freundeskreis ist zwar da, aber so mega dran zu hängen scheinst du nicht.

    Zitat

    Die Frage die sich mir dabei stellt ist, ob ich dabei nicht vor irgend etwas wegrenne? Ich schätze dass ich in der ExPat Community in SF bestimmt auch neue Leute kennen lernen werde und generell meinen Horizont erweitere. Wenn ich zurück nach Deutschland komme werde ich das Problem des "Anschlusses" ja immernoch haben. Ich stelle mir die Frage, ob ich zum auswandern mit 34 nicht schon etwas alt bin?

    Aber was genau hält dich hier vor dem du wegrennen könntest? Keine Partnerin, keine Kinder, Job ist auch eher durchwachsen, Freunde weit verstreut. Materielles kann man ja entweder mitnehmen oder dort neu erwerben.

    Und wer sagt denn, dass du zurückkommen musst? Du wirst ja in den USA nicht nur berufliche sondern auch private Kontakte haben. Möglicherweise könnte man ja auch jemand mitbringen.

    Und altersmäßig hast du wenigstens noch 50 Jahre vor dir. Und dann sitzt du hier in Deutschland auf deiner Couch und bereust, dass du den Schritt nicht gegangen bist.

    Ich kann deine Zweifel verstehen, aber neue Leute kennen lernen und Horizont erweitern klingt schon mal nach einem guten Plan für den Anfang. Und du hast ein Jobangebot. Du wirst also definitiv nicht auf der Straße schlafen.

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    CrazyFox schrieb:

    Ich habe versucht die Probleme irgendwie selbst in den Griff zu bekommen, aber bisher ohne Erfolg. In meiner Vergangenheit hatte ich bereits eine tiefe und lange Depression und ich glaube ich stecke schon wieder sehr tief drin.

    Also, ich machs mal wirklich kurz und schmerzhaft. Wenn man über längere Zeit ohne Erfolg irgendwie selbst versucht etwas in den Griff zu bekommen, dass ist es angezeigt, dass man sich Hilfe sucht. Eine tiefe und lange Depression kuriert sich i.d.R. nicht von selbst, dafür gibt es spezialisierte Ärzte. Hättest du solche in Anspruch genommen, wüsstest du auch wie das mit begleitender Therapie und all sowas läuft.

    CrazyFox schrieb:

    Ich weiß nicht so recht wie ich anfangen soll ohne dass es hier zu lang wird und ihr die Lust am lesen verliert, daher versuche ich ein paar Kernprobleme/Dinge die mich belasten zu Anfang zu nennen und granularisiere diese entsprechend aus:

    Nette Einleitung. Im Ernst, wer soll sich das antun, alles zu lesen? Kriegst du auch mal etwas auf den Punkt? Kannst du Prioritäten setzen, wenn ja, die Richtigen?


    Wie gesagt, nimm professionelle Angebote in Anspruch. Das ist sehr viel effektiver (da hast du ja auch so einen Fetisch) als noch länger erfolglos an dir herumzudoktern.

    Wenn du dann mal bei einem Therapeuten gelandet bist, kannst du immer noch entscheiden, ob dich der jetzt weiterbringt oder nicht. Ich wünsche dir, dass du den Passenden für dich findest, das ist die eigentliche Schwierigkeit.

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    Ein Unternehmensberater aus meinem Freundeskreis hat uns bereits drei große Kunden vermittelt und wir sind gerade dabei ein eigenes Produkt auf den Markt zu bringen. Der Unternehmensberater hilft uns bei den Unternehmerischen Angelegenheiten. Im Moment sparen wir einfach nur Geld, um uns den Start zu erleichtern, wenn ich gehe wird das für die anderen beiden schwierig, das ich der "Hardwaremensch" bin, aber aus der Ferne steuerbar, da ich beiden Vertraue und sie fachlich sehr gut sind.

    Das klingt doch erstmal gut. Rein fachlich bekämen das deine Freunde auch alleine hin. Und es ist durchaus dir gegenüber nicht negativ gemeint, wenn ich sage, dass sie Ersatz für dich finden können. Ich würde mir die Frage stellen, ob dein Herzblut an diesem Startup hängt oder doch eher an dem Jobangebot in den USA. Vielleicht kannst du aus der Ferne noch ein bisschen mitwirken, bis für dich adäquater Ersatz gefunden ist. Aber mach deine Entscheidungen nicht von anderen abhängig. Es ist in erster Linie dein Leben. Grundsätzlich geht das Leben für alle weiter, auch wenn einer sein eigenes Ding macht.

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    In meinem tiefsten Inneren weiß ich jetzt schon dass das Angestelltenverhältnis nicht mein Ding ist und das ich etwas eigenes aufbauen möchte.

    Im Grunde ist also das Thema mit dem Job hier in Deutschland also abgehakt?

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    Ich dachte, dass mir die Führungslaufbahn bei meiner Arbeit das nötige Wissen/Handwerk vermittelt wie ich größere Teams leiten kann und wie ich größere Projekte an Land ziehe und nicht nur Kostendeckend kalkuliere, sondern auch Gewinn mache. Wie man mit dem Einkauf verhandelt (wenn man das verhandeln nennt) und wie ich mit Kunden umgehe bei Millionenaufträgen, um ein Gefühl dafür zu bekommen wie hoch übliche Tagessätze sind. Die beiden anderen haben Familie, daher wäre ich der erste der Vollzeit selbstständig arbeitet - die beiden anderen würden dann nachrücken.

    Du hast in deinem Eingangspost geschrieben, dass die vorherrschende Führungsmentalität nicht so deins ist und du dir das anders vorgestellt hast. Ist bei mir zumindest sinngemäß so angekommen. Theoretisch weißt du also, wie du es machen möchtest. Du wirst dazulernen. Grundsätzlich sehe ich da aber nicht, warum du da erst umständlich jahrelang eine Führungskräftelaufbahn einschlagen musst. Hier kann sich jeder Handwerker selbstständig machen und Leute einstellen. Führungskraft sein kommt auch aus einem selbst heraus. Die Theorie des Ganzen kann man klassisch erlernen. Dann gibt es Menschen, die sich von der Ausbildung her mit bestimmten Themen auskennen oder das schon jahrelang praktisch machen und daher Bescheid wissen. Die kann man fragen oder mit ins Boot holen. Habt ihr ja mit dem Unternehmensberater gemacht. Langfristig braucht ihr vielleicht auch Investoren. Die bringen nicht nur Geld sondern auch Know-how mit. Und es kann sowieso niemand alles machen. Du musst nicht alles können. Du musst nur wissen, wo du das was du nicht weißt herbekommst.

    Da ist auch viel Trial and Error dabei. Du wirst das Risiko eingehen müssen, auch mal auf die Schnauze zu fallen. Solange du wieder aufstehst, wird das schon.

    Über Millionenaufträge muss man am Anfang vielleicht auch noch nicht nachdenken. Erstmal kostendeckend arbeiten und sich an die Gewinnzone rantasten. Wenn nicht gerade von außen der große Geldsegen kommt verbunden mit dem entsprechenden Know-How, dann kann ein Unternehmen auch organisch wachsen. Das dauert halt. Willst du von heute auf morgen Millionär werden oder Unternehmer sein?

    Zur Unternehmensgründung gehört vor allem Mut und Zuversicht. Der Rest ergibt sich zwar nicht von allein, aber es ist machbar.


    Wenn du diesen Schritt gehst, würde ich das aber auch ganz genau vorher mit den anderen abklären. Kannst du das Ganze theoretisch auch langfristig "allein" stemmen?

    Nun kenne ich deine Freunde nicht und will ihnen auch nichts unterstellen, aber Familienanhang ist da so eine Sache. Kannst du ausschließen, dass die beiden einen Rückzieher machen, wenn es ernst wird? Selbstständigkeit hat mit geregelter 40-Stunden-Woche nichts mehr zutun. Und noch steht das Unternehmen nicht auf festen Beinen, wenn ich das richtig verstanden habe. Selbstständigkeit, Vollzeitjob und Familie ist erstmal ne Menge. Und irgendwann muss man den Schritt wagen und den Vollzeitjob aufgeben. Bist du dir sicher, dass die Familienmenschen das auch tatsächlich machen?

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    Ich versuche eine gewisse Gelassenheit dem Thema gegenüber zu wahren - diese wird immer dann erheblich erschüttert, wenn ich wieder ein Wochenende in der Heimat war und Freunde oder dessen Frauen/Freundinnen mich fragen wie es an der Frauen-Front läuft und ich immer das gleiche sage. Ich werde abgestempelt als ewiger Single (obwohl das früher lange nicht so war und ich es mir selbst anders aussuchen würde) man dichtet mir an ich sei zu wählerisch (was ich auch verneinen kann) und am Ende werde ich regelrecht bemitleidet (ist natürlich aus ihrer Sicht immer einfacher sie haben ja einen Partner). Diese fehlende Akzeptanz in der Gesellschaft dafür dass es halt auch mal nicht läuft und dass ich zum Ende meiner letzten Beziehung halt nicht sofort eine neue wollte.

    Wieso ist das eigentlich ein Thema, wenn du bei deinen Freunden bist? Ergibt sich das so, weil bei den anderen Familie physisch vorhanden ist?

    Es gibt doch sicher genug anderes worüber man reden könnte.


    Vielleicht ist auch Gelassenheit nicht die richtige Strategie. Das man rausgehen muss, um jemand kennen zu lernen ist ja logisch. Selber aktiv werden eben. Mir erscheint eher, dass es bei dir mit dem hapert, was danach kommt. Du hast mega viele Interessen. Das ist gar nicht schlimm. Da findet sich bestimmt jemand, der zumindest ein paar mit dir teilt. Aufgeschlossenheit für ihre Interessen hast du ja auch signalisiert. Und dann ist da noch dein ausgefülltes Arbeitsleben. Hast du denn überhaupt die Zeit, jemand in Ruhe kennen zu lernen? Damit meine ich wirklich im Alltag abseits von irgendwelchen Aktivitäten. Denn da ist langfristig vor allem Alltag. Und der gestaltet sich mit Partner anders als allein. Und mit Kindern ist das nochmal ganz was anderes. Kannst du damit leben? Die Antwort auf diese Frage sollte nicht getragen sein von dem Wunsch nach einer Familie, weil du allein bist. Kannst du tatsächlich deine Interessen hinten anstellen?

    Das habe ich im vorherigen Beitrag gemeint, als ich fragte, ob deine Startup-Kollegen tatsächlich letztendlich bereit sind den Vollzeit-Job aufzugeben, vor dem Hintergrund, dass sie Familie haben.

    Wenn du deine Interessen ausleben willst, dann bräuchtest du meines Erachtens eine "Weltenbummler"-Frau. Wenn du Familie mit Kind willst, ist die wahrscheinlich eher ungeeignet. Und in dem Moment haben deine Freunde recht, dass du wählerisch bist. Du willst von allem etwas. Wenn du dann natürlich Frauen datest, die gerne sesshaft werden und Familie gründen möchten, dann passt das so nicht. Und da ist es nicht verwunderlich, dass du zu Studienzeiten immer in Beziehungen warst. Da ist das Leben doch eher locker. Du musst dich entscheiden, ob du das fortführst oder sesshaft wirst. Das muss aber vor allem deine Entscheidung sein. Womit fühlst du dich am wohlsten? Dann kannst du die passende Frau dazu suchen. Es wird dir niemand eine Frau backen, die all deinen "Wünschen" entspricht. Das liegt aber meines Erachtens nur daran, dass diese "Wünsche" abseits des Single-Lebens nicht kompatibel sind.

    Ich denke, dass du einen großen Schritt weiter kommst, wenn du dich für Startup oder USA entscheiden könntest. Angestellt sein in Deutschland scheint tatsächlich nicht dein Ding, das würde ich mal ganz kühn ausklammern. Und den gewählten Weg, dann konsequent verfolgen, weil du es willst. Das strahlt man dann auch aus.


    Den letzten Satz habe ich mal fett markiert, weil ich da herauslesen würde, dass du mit deinem derzeitigen Leben an sich und auch als Single ganz zufrieden bist. Woher kommt diese plötzliche Sehnsucht nach einer Partnerin? Willst du mit jemand das Leben mit allem drum und dran teilen, willst du Familie oder bist du einfach nur allein. Und die Antwort ist nicht, das du das brauchst, weil es alle haben und andere an dir herumnörgeln. Es ist dein Leben, deine Entscheidung. Und wenn du bis ans Ende deiner Tage allein oder mit Partnerin durch die Welt tingeln möchtest, dann tu das. Und wenn du aus Versehen im australischen Outback eine Frau kennen lernst, dann bleib halt da.

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    Bzgl. Partnerwahl würde ich eine Bodenständige Frau mit ähnlichen Vorstellungen (Kinder und Familie) wie ich toll finden. Ich lese aus deinem geschriebenen heraus, dass eine WG für mein Alter anscheinend wirklich einen Makel darzustellen scheint. Ich möchte eine Frau bei der gerade der Anfang wie ich es bisher kenne einfach abläuft ohne Spielchen, ohne sich zu verstellen. Jemand der über meine Ecken und Kanten hinweg sieht, so wie ich das bei ihr auch tun werde. Ohne Kompromisse auf beiden Seiten würden nur die wenigsten Beziehung funktionieren.

    Dein bisheriges Leben reflektiert aber diesen Wunsch so gar nicht. Es mag ja sein, dass sich dieser Wunsch jetzt erst eingestellt hat. Dann musst du aber jetzt auch Tatsachen schaffen, die diesen Wunsch realisierbar machen.

    Die WG ist nicht grundsätzlich ein Makel. Ich wollte nur sagen, dass du jetzt deswegen nicht in eine eigene Wohnung ziehen sollst und dort verkümmerst, weil du dich mutterseelenallein nicht wohlfühlst. Dann hättest du den nächsten Makel am Hals. Im Endeffekt kommt es darauf an, wie sehr die Frau dich mag. Und das kann man auch bei Dates außerhalb der eigenen vier Wände rausfinden. Wenn es nur an der WG scheitert, dann brauchst du die Dame wahrscheinlich tatsächlich nicht.

    Kompromisse zielen eben auch darauf ab, über die Ecken und Kanten des anderen nicht hinwegzusehen, sondern einen Konsens zu finden, wenn die Ecken und Kanten nervig werden. Du hast gemeint sie soll nicht rauchen. Auch wenn ich verstehen kann, dass das für dich ein Ausschlusskriterium wäre. Aber wie wäre es denn, wenn ihr euch einigt, dass sie nur auf dem Balkon oder in einem bestimmten Raum raucht? Das ist meines Erachtens so wie mit der WG. Ideal ist es nicht, aber da kann man eine Lösung finden.

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    In meinen alten Beziehungen war ich zu bedürftig, habe teils geklammert, war eifersüchtig und mich trieben Verlustängste um. Damit habe ich immer die gleichen Frauen angezogen. Frauen denen ich es nicht Recht machen kann. Wo ich nie genug bin. Wo ich mir liebe verdienen muss. (das hat mich viel Arbeit gekostet das zu erkennen) Ich möchte das Muster brechen und durch das zuviele hinterfragen bin ich echt unsicher geworden. Ich möchte so etwas nicht nochmal.

    Das hätte ich jetzt nicht vermutet. Ich gehe davon aus, dass die meisten Frauen einen Partner auf Augenhöhe möchten. Einen, der sie im Alltag unterstützt und mit dem sie das Leben teilen können. Jemand der immer um einen rumwuselt und einen betüdelt, würde ich zumindest furchtbar finden. Das ist nicht notwendig. Gerade in deinem Alter musst du eben auch berücksichtigen, dass die Frauen auch ohne dich ganz gut klar kommen. Eifersucht geht gar nicht. Hast du wahrscheinlich mittlerweile gemerkt. Und gerade dieses "recht machen wollen" befeuert meines Erachtens das, wovor du Angst hast - Verlust. Sei du selbst, steh zu dir. Wenn es zu Missverständnissen kommt, muss man darüber reden. Die Schuld dann einfach auf sich nehmen oder der Frau zuschustern, weil die ja alle vom gleichen Typ sind, ist ganz furchtbar. Und du bist genug, wenn du authentisch bist. Klar geht man auf die Bedürfnisse des Partners ein, aber du hast doch auch eigene. Du musst niemand alles recht machen. Interessant ist, wer du bist.

    Kann es sein, dass der Gedanke, dass man sich Liebe verdienen muss, nicht erst in der ersten sexuellen Beziehung entstanden ist, sondern viel früher?

    Die Erkenntnis, dass du nicht immer alles hinterfragen solltest, hilft dir vielleicht künftig. Beziehungen brauchen in erster Linie Vertrauen. Kannst du das?