• Das Leben und ich...

    Hallo ihr lieben, ich habe keine Probleme wenn man so will, sondern ich habe ein großes Problem: Das Leben an sich… Ich bin irgendwie gestört und daher zum Leben in der gegenwärtigen Welt schlichtweg unfähig. Ich bin im Prinzip hin und hergerissen zwischen Lebens- und Todestrieb. Irgendwas in mir sagt dauernd: Das Leben ist schei., die Menschheit…
  • 102 Antworten

    Also ich bin kein Politexperte, aber linke Diktatur, die funktioniert kenne ich nicht.


    Wie gesagt, wenn niemand arbeitet, woher kommt dann all das tolle Zeug, was du in deiner Freizeit aber auch nutzt?


    Wenn der Telekomtechniker sagt "Och heute hab ich keine Lust mehr...und jetzt mach ich auch erstmal 4 Wochen urlaub, ist mir alles zu anstrengend" Dann is bald nix mehr mit Internet.


    Wenn der Supermarkt um 12 zu macht, ist nix mehr mit "mal eben spaghetthi kaufen gehen".


    Wie stellst du dir denn so eine linke Diktatur vor?


    Bitte im Detail, dann kann ich dir den Zahn ziehen, dass das soooo viel besser wäre als jetzt.

    ...


    Dein Problem ist, dass Du Arbeit/Erwerb/Produktion etc.. negativ siehst. Wenn man den richtigen Job hat, macht man den auch gerne und nicht für Raffzähne, sondern für einen selbst. Und wenn der Job noch "richtiger" ist, kann man ihn auch nutzen um was zu verändern, sowohl in Industrie als auch in Ämtern.

    Zitat

    Wie stellst du dir denn so eine linke Diktatur vor?


    Bitte im Detail, dann kann ich dir den Zahn ziehen, dass das soooo viel besser wäre als jetzt.

    Ich meinte eher spaßeshalber, ne Diktatur will ich sicherlich nicht.


    Ne "linkere" Politik schon. Wer in einer Kommunismus-Diskussion mit der DDR kommt, hat den Kommunismus nicht verstanden.


    Grundsätzlich gehe ich einfach davon aus, dass jeder den gleichen Anteil an der Erde hat. Wir müssen also die Erde durch 7 Milliarden teilen und jeder bekommt eine entsprechende Parzelle Land. Das wäre wirklich gerecht.

    Zitat

    Dein Problem ist, dass Du Arbeit/Erwerb/Produktion etc.. negativ siehst. Wenn man den richtigen Job hat, macht man den auch gerne und nicht für Raffzähne, sondern für einen selbst. Und wenn der Job noch "richtiger" ist, kann man ihn auch nutzen um was zu verändern, sowohl in Industrie als auch in Ämtern.

    Ich sehe das nicht als grundsätzlich negativ, sondern die Ausgestaltung.


    Wir müssen zu viel Zeit für Arbeit aufwenden und in dieser Zeit auch noch immer mehr Leistung bringen. Das lehne ich ab. Ebenso das man das tun muss was der Chef sagt, auch wenn man es für falsch hält.

    Werd Aussteiger. Schließ dich einer Kommune in Spanien oder anderswo an und lass dir die Welt am Arsch vorbei gehen! Mein ich ernst. Ich würde es so machen, wenn mich alles so abnerven würde... (Hab allerdings nicht den ganzen Thread gelesen)

    Zitat

    Grundsätzlich gehe ich einfach davon aus, dass jeder den gleichen Anteil an der Erde hat. Wir müssen also die Erde durch 7 Milliarden teilen und jeder bekommt eine entsprechende Parzelle Land. Das wäre wirklich gerecht.

    Aber will denn in der Wüste leben, wo es schwer Wasser gibt...? Wer will auf dem nordpol leben?


    Und was, wenn mehr Menschen geboren werden? Dann wird einem prozentual Land weggenommen oder wie? Wie unfair ist das denn...da hat man sich sein Häuschen gebaut und auf einmal kommt wer auf die Welt und kriegt automatisch nen Stück meines Landes... uswusf.


    So KANN die Welt nicht funktionieren

    Zitat

    Ebenso das man das tun muss was der Chef sagt, auch wenn man es für falsch hält.

    In einer idealen und produktiven Konstellation, kann man das aber. Mein Chef regt mich sogar dazu an, Dinge zu hinterfragen und zu verstehen, warum denn dies und jenes gemacht werden muss. Und ich bin keine Studierte! Ich habe eine 3 jährige Ausbildung gemacht.

    Jetzt mal Butter bei die Fische:


    Was hast du schon gearbeitet?


    Kannst du umschulen oder eine neue Ausbildung beginnen, die mehr deinem Charakter entspricht?

    Zitat

    Und was, wenn mehr Menschen geboren werden? Dann wird einem prozentual Land weggenommen oder wie? Wie unfair ist das denn...da hat man sich sein Häuschen gebaut und auf einmal kommt wer auf die Welt und kriegt automatisch nen Stück meines Landes... uswusf.


    So KANN die Welt nicht funktionieren

    Achso, es ist unfair?


    Da kommt jemand auf die Welt, der sich gar nicht entscheiden konnte ob er das will, und dann muss er eben ohne Land auskommen, weil du halt schon dein Häuschen gebaut hat?


    Oder hast du halt glück, weil du zuerst da warst?


    Wenn also teilen ungerecht ist, dann kommen wir in dieser Welt tatsächlich nicht weiter.


    In der Bibel gibt's nen spruch: Das was Gott für gerecht hält, unterscheidet sich von dem, was Menschen für gerecht halten. (So in der Art)


    Und solange die Menschen das nicht überdenken, wird diese Welt ungerecht bleiben.

    Zitat

    Jetzt mal Butter bei die Fische:


    Was hast du schon gearbeitet?


    Kannst du umschulen oder eine neue Ausbildung beginnen, die mehr deinem Charakter entspricht?

    Ich bin Langzeit-Student, hab die meiste Zeit nebenher an der Uni gearbeitet, aber auch schon in Unternehmen. Letzteres empfand ich ganz schrecklich.

    Zitat

    Grundsätzlich gehe ich einfach davon aus, dass jeder den gleichen Anteil an der Erde hat

    Und was machst Du dann mit Deinem Anteil ? Beackerst Du ihn, damit Du was zu Essen anbauen kannst ?


    Ist denn der Anteil eines Jeden groß genug, um ihn/ sie zu ernähren ? Und was, wenn nicht ? Bekommen dann die,


    die überleben, den Anteil der Verhungerten ?


    Fragen über Fragen ":/

    Zitat

    Und was machst Du dann mit Deinem Anteil ? Beackerst Du ihn, damit Du was zu Essen anbauen kannst ?


    Ist denn der Anteil eines Jeden groß genug, um ihn/ sie zu ernähren ? Und was, wenn nicht ? Bekommen dann die,


    die überleben, den Anteil der Verhungerten ?

    Es geht hier doch nicht um die konkrete Ausgestaltung einer kommunistischen Utopie...


    Ich wollte nur deutlich machen, dass wir einen sozialeren, gerechteren Gegenentwurf brauchen.


    Mich regt auf, dass alle Menschen in ihren Köpfen Extremisten sind, da gibt's nur schwarz oder weiß.


    Die meisten denken so polarisiert, dass sie glauben, nur weil der Kommunismus nicht funktioniert, müssen wir die neoliberale Schiene bis zum bitteren Ende durchziehen.


    Einen dritter Weg, etwas graues, etwas neues, kommt in den köpfen vieler nicht vor...


    Aber lasst uns jetzt mal weg von der Politik...

    Du verstehst mich nicht...


    Sagen wir mal du hast ein A4 Blatt. Darauf sind 300 gleichgroße Quadrate. Auf jedem quadrat lebt ein Mensch.


    Was passiert, wenn es 301 Menschen gibt? oder 305 oder 900 Menschen? nehmen wir 900 Menschen Da hast du dir dein schönes Stück land bebaut, hast es eingerichtet und sollst dann 1/3 davon abgeben, vllt nimmt dein Haus aber 2/3 deines Quadrats in Anspruch.


    Wie unfair ist es denn, dass du dein hart erarbeitetes haus zum Teil abgeben sollst, weil Land zum Leben brauchst du ja auch.


    Du denkst nicht weit genug. Die Welt ist dynamisch und mit dieser Dynamik funktioniert dein "Jeder kriegt ein Teilchen Land" nunmal nicht.


    Wer in der Wüste sein Quadrat kriegt, ist zBsp ziemlich am Arsch.


    Wer im fruchtbaren Land sein Quadrat kriegt kann anbauen und hat einen Brunnen.


    Und schon sind wir wieder bei "arm" und "reich".


    Wie unfair wäre das denn?

    Ok, weg von der Politik.


    Nehmen wir an, Dir und allen anderen, die Deine Einstellung bzgl. der Unzumutbarkeit


    von geregelter Arbeit teilen, wird gestattet, nach ihrer Facon zu arbeiten bzw. auch nicht.


    Wie sieht es aus, wenn Du dringend einen Notarztwagen brauchst, die kp. Besatzung aber


    grad ihre wohlverdiente 2-stündige Mittagspause macht ?


    Oder wie vorher jemand schrieb, alle möglichen Dienstleister und Produzenten nicht wie


    gewohnt zur Verfügung stehen sondern nur noch nach eigenem Gusto.


    Das ist dann nicht Kommunismus sondern Chaos....

    Vorallem ist es völlig wurscht ob der eine Angestellte meint es besser zu wissen. Das tun etliche und überschätzen damit ihre eigene Kompetenz. Das hat oft schon seinen Grund warum der eine der Chef ist bzw. ihm die Firma gehört und der andere der Angestellte ist. Als Angestellter hast du das zu tun was dein Vorgesetzter dir sagt, selbst wenn du es gerne anders machen würdest. Du kannst ja deine eigene Firma aufmachen.

    Okay, ich beantworte das jetzt einmal abschließend und gründlich, was ich mir genau vorstelle.


    Ich habe lediglich ein Beispiel für eine kommunistische Utopie gebracht. Das dies nicht unmittelbar umsetzbar ist, gehört zum Wesen einer Utopie


    Dennoch will ich eine Kurskorrektur in vielen Bereichen:


    1) Einführung der 30-Stunden-Woche. Den Menschen wird die Zeit gestohlen.


    2) Deckelung der Renten. Wir müssen Altersarmut bekämpfen und das geht nur, wenn wir aufhören, die Bessergestellten zu protegieren.


    Da heißts immer: Man muss seinen Lebensstandard im Alter halten. Nein, muss man ab einem gewissen Punkt eben nicht.


    Wenn der Bankdirektor zu Erwerbszeiten eine S-Klasse fuhr, muss er im Rentenalter eben auf eine E-Klasse umsteigen, weil wir das Geld für die Armen brauchen.


    Das System sollte wie folgt sein:


    Basisrente 1000 Euro. Diese bekommt jeder, der gearbeitet hat.


    Dann gibt es Zuschläge in Höhe von 30 Prozent. Jemand der 2000 Euro verdient hat, bekommt also 1000 Euro Basisrente plus 600 Euro zuschlag. Jemand der 4000 Euro verdient hat, bekommt 1200 Euro zuschlag, also 2200 insgesamt.


    So wird Altersarmut bekämpft. Natürlich auf Kosten der Bessergestellten, aber da hält sich mein Mitleid sehr in grenzen.


    3) Alle Sozialleistungen werden zusammengefasst, nennen wir dann, was weiss ich, Sozialgeld.


    Das bekommt der Arbeitslose sowie der Student.


    Und der Student bekommt noch einen Bildungszuschlag, schließlich ist Bildung auch gesellschaftlich wichtig.


    Der Arbeitslose kann diesen Bildungszuschlag auch bekommen, wenn er eine Weiterbildung irgendeiner Art macht.


    4) Ein "zweite Chance" - Programm. Jemand der im Leben völlig gescheitert ist, also Obdach- und Mittellos, vielleicht sogar noch hoch verschuldet, bekommt einen Reset. Es kann nicht sein, dass man für Fehler ein leben lang büßen muss.


    Dieser Reset sieht eine komplett-hilfe vor: Arbeit, Wohnung, Klamotten und Hilfe bei Schulden.


    Das Problem ist, wir haben 1000 Stellen, die dir ein bisschen helfen, aber nirgends wird wirklich umfassend und abschließend geholfen.


    Hier ist übrigens eine Analogie zu Griechenland:


    Die Neoliberalen glauben, man könne Griechenland mit Sparen und Mini-Krediten (also keine Investitionskredite, sondern lediglich Kredite um die Altzinsen zu zahlen) aus der Krise helfen.


    Mit Sparen kurbelt man aber kein Wachstum an, sondern mit Investition. So ist es auch beim Individuum.


    5) Eine grundlegende Änderung der Arbeitsmarktpolitik. Bisher funktioniert das nach dem Zusammenhang, dass man der Wirtschaft die Füße küsst, nur damit sie arbeitsplätze schafft. Der Markt soll das regeln.


    Hier muss es ein Umdenken geben. Wer arbeiten will, muss arbeit bekommen. Daran muss sich die Wirtschaft anpassen, nicht umgekehrt.


    Grundsätzlich: Wir müssen aufhören, zu glauben, dass System sei ein Gott mit regeln, denen wir uns unterwerfen müssen. Das System kann man verändern. Man kann es an die Menschen anpassen.


    Das sind so die gröbsten/wichtigsten Punkte die ich mir vorstelle.

    Zitat

    Vorallem ist es völlig wurscht ob der eine Angestellte meint es besser zu wissen. Das tun etliche und überschätzen damit ihre eigene Kompetenz. Das hat oft schon seinen Grund warum der eine der Chef ist bzw. ihm die Firma gehört und der andere der Angestellte ist. Als Angestellter hast du das zu tun was dein Vorgesetzter dir sagt, selbst wenn du es gerne anders machen würdest. Du kannst ja deine eigene Firma aufmachen.

    Und du gibst mir gleich die Geschäftsidee plus das Startkapital?


    Prinzipiell ist die Idee der Selbstständigkeit gut, aber dann bitte nicht im Dienstleistungsgewerbe. Auf Knopfdruck freundlich sein zu müssen, löst bei mir Magengeschwüre aus...