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    Sagen wir so, die Berufe die mir Spaß machen würden, werde ich nicht machen können.

    Da geht es Dir wie 90 % der Bevölkerung.

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    Alles andere dient halt für den Lebensunterhalt, den man sich selber verdient.


    Das Arbeiten mit Tieren macht mir Spaß auch wenn man dafür keine Kohle bekommt.

    Was Du annehmen musst: Arbeit gehört zum Leben dazu. Das musst Du annehmen, und verinnerlichen.

    Hallo Tatze ;-) Ich bin auch schon seit 106 Seiten dabei. Anfangs kopfschüttelnd, inzwischen interessiert. Es ist schön zu sehen, dass und wie Du Dich weiterentwickelst und langsam, ganz langsam die Dinge anzupacken beginnst! Hut ab! Und geh den Weg weiter! :)^

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    Alles andere dient halt für den Lebensunterhalt, den man sich selber verdient.


    Das Arbeiten mit Tieren macht mir Spaß auch wenn man dafür keine Kohle bekommt.

    Gut zusammengefasst: Arbeiten, um den Lebensunterhalt zu verdienen, und in der Freizeit etwas tun, was einem Spass macht. Das machen fast alle Leute so :-)

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    Das glaube ich nicht. Jobmäßig siehnts halt momemtan schlecht aus.

    Nein, das ist eine billige Ausrede.


    http://www.focus.de/finanzen/news/arbeitsmarkt/rekord-bei-offenen-stellen-firmen-suchen-haenderingend-nach-mitarbeitern_aid_698787.html


    Bärentatze, es gibt JEDE MENGE JOBs zu erledigen. Würdest Du arbeiten, hättest Du es viel leichter, Dich und die Folgeprobleme Deines Nichtstuns in den Griff zu bekommen.


    Und wenn Du in den Garten gehst und ein Loch gräbst: Tu irgendwas, mach irgendwas. Das ist besser als Fressen, Rumhängen und auf Mitleid zu warten.


    Wieviele Stunden hast Du im Schnitt in den letzten 10 Jahren in der Woche mit Arbeit oder unentgeltlicher Beschäftigung verbracht?

    Da irrst du aber, als ich meine erste Lehre gemacht habe, habe ich 30 kilo zugenommen. Es geht hier auch nicht um die Arbeit. ich kenne selbst leute die studiert haben und nen spitzen Job haben, denenen es aber genau so geht, wie mir, weil ihnen gewisse Dinge fehlen.


    Außerden bin ich ja drann, nochmal ne Ausbildung zu finden, die ich auch noch mit meinen Einschränkungen machen kann und womit ich noch nen Job bekommen kann.

    Bärentatze

    ‎"Morgen werde ich mich ändern, gestern wollte ich es heute schon!" (Christine Busta)


    .... wenn es da nur nicht soooo viele Einschränkungen geben würde...


    Weisst Du, es bringt nichts, wenn Du Dich weiter an Deine Einschränkungen klammerst. Ja, sie sind da – das leugne ich nicht. Aber Du bestehst nicht aus ihnen. An und in Dir sind doch noch viele gesunde Anteile. Und DAMIT kannst Du eine Menge machen. Dass grundsätzliche Veränderungen Angst machen, verstehe ich durchaus – das habe ich hier und in vielen, Deiner anderen Fäden ja schon oft geschrieben. Aber Du stehst Dir selber im Weg, wenn Du immer wieder darin verharrst.


    Morgen ist Freitag – kleiner Vorschlag meinerseits, was Du – nebst der Arbeit – noch tun kannst:


    1. Deinen Betreuer um einen baldigen Gesprächstermin zwecks konkreter Planung bitten (dass Ihr Euch wirklich nächste Woche zusammen setzen könnt!)


    2. Eine genaue Liste machen, was Du mit ihm klären, bzw. gleich fest abmachen möchtest. Das wäre z. B.


    a) Mithilfe beim Finden eines Hausarztes in der Gegend (dringlich)


    b) Unterstützung für eine "Einweisung" in die Klinik für Essstörungen (per Therapeut/in oder Hausarzt)


    c) Einen Wochenplan, was Du wann die jeweils kommende Woche erledigen wirst (Praktikum eingeplant, aber das dauert ja jeweils nicht den ganzen Tag)


    3. Besorge Dir doch mal den Testbogen "Explorix" vom Hans-Huber-Verlag. Den kannst Du selber ausfüllen (dauert etwa 3 Stunden, wenn Du ihn "sauber" machst) und hast danach sehr gute Anhaltspunkte, wo wirklich Möglichkeiten sind. Diesen Bogen besprichst Du dann mit Deinem Betreuer und später mit Deinem Therapeuten. In dem Bogen sind auch Fragen, hypothetischer Natur (was würdest Du gerne können – auch wenn Du diese Fähigkeit im Moment noch nicht hast), da ist es wichtig, dass Du sie offen beantwortest und nicht einfach "nichts" hinschreibst, weil Dir wieder Deine Einschränkungen vor Augen sind. Die sind dort Nebenthema. Mit dem Bogen kann man echt spannende Entdeckungen machen.


    Wie klingt das für Dich?

    Wo sind eigentlich Rebelution und Beobachter2000 hin?


    Allgemeine Vorwürfe


    Ich denke, Bärentatze kennt die Vorwürfe nun – er hat sie oft gelesen. Und Vorwürfe lösen in so ziemlich allen Menschen Verteidigungstendenzen aus. Das ist normal. Ich denke, da macht niemand von uns eine Ausnahme. Bärentatze ist ein Gefangener seiner selbst. Die Kommunikation ist mitunter mehr als anstrengend – gelinde ausgedrückt – und zum Haare raufen. Bedenken wir aber, dass wir alle hier freiwillig schreiben. Wenn ich das Gefühl habe, mein Mass ist erreicht, mache ich Pause – habe ich ja schon einige male gemacht. Bärentatze braucht meines Erachtens Ermutigung, Ermutigung, Ermutigung, Ermutigung – für die vergangenen

    20 Jahre mit. Es ist so viel verpasst worden, das kann man nicht von heute auf morgen aufholen. Niemand kann das. Immerhin hat er es geschafft, in einem betreuten Wohnen unter zu kommen und mit einem fremden Hund gassi zu gehen. Er hat es geschafft, eine Mail an die Klinik zu schicken. Erste Schritte sind da – zwar Gänsefüsschen-weise zwei vor und einen zurück, aber immerhin.


    Ich staune immer wieder über eine gewaltige Stärke, die Bärentatze hat – Ausdauer. Wer über so viele Jahre sein (unglückliches) Dasein "verteidigen" kann – in Ermangelung echter Unterstützung, ohne die er nicht wirklich was zu erreichen scheint – hat eine grosse Stärke. Vielleicht gelingt es ihm eines Tages, diese Ausdauer und Beharrlichkeit FÜR statt gegen sich zu nutzen. Ich wünsche es ihm jedenfalls.

    Rebelution ist da, liest auch mit, war aber bis vor Kurzem erst im anstrengendsten Urlaub seines Lebens und hat heute wieder angefangen mit arbeiten ;-) da sich bisher keine größeren neuen Sachen ergeben haben, hatte ich bisher keinen wirklichen Grund wieder einzuhaken, aber ich stehe auch weiterhin mit Tatze im Kontakt. Keine Sorge ;-)

    Optimismus


    Was die Suche eines Hausarztes anbelangt, das habe ich ja schon angestoßen. Ist dieser gefunden, werde ich das Thema Therapie dort ansprechen.


    Meinst du dies mit den Einschränkungen bezüglich des Jobs oder im freizeitsbereich?


    Es ist doch ganz klar, das die Einschränkungen ein Arbeiten fast unmöglich machen. Ich habe mich diesbezüglich schon belesen, was Schwerhörige so beruflich machen und sie stehen da auch vor einem Rätsel.


    Wenn ich es zumindest schonmal schaffen kann privat fuß zu fassen, dann bin ich schon mal um einiges Weiter.

    Bärentatze

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    Was die Suche eines Hausarztes anbelangt, das habe ich ja schon angestoßen. Ist dieser gefunden, werde ich das Thema Therapie dort ansprechen.

    So aus der Ferne würde ich mal sagen, dass 'anstossen' nicht reicht. Du brauchst bald einen HA, damit was vorwärts geht.

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    Meinst du dies mit den Einschränkungen bezüglich des Jobs oder im freizeitsbereich?

    Ich meinte das bezüglich Deines gesamten Daseins. Vor allem meinte ich, dass Du nicht nur aus Einschränkungen bestehst, sondern dass das Gesunde eigentlich noch immer überwiegen würde, wenn Du es zulassen könntest/würdest.

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    Es ist doch ganz klar, das die Einschränkungen ein Arbeiten fast unmöglich machen.

    Fast korrekt – es setzt Grenzen, keine Frage. Aber von der Unmöglichkeit bist Du eigentlich weit entfernt, wenn man es genau betrachtet. Man müsste dazu allerdings den Blickwinkel etwas verändern.

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    Ich habe mich diesbezüglich schon belesen, was Schwerhörige so beruflich machen und sie stehen da auch vor einem Rätsel.

    Wie das? Da gibt es nichts zu rätseln. Du brauchst einen Hausarzt, der schaut, dass Du zum guten HNO-Spezialisten kommst, der seinerseits in die Wege leitet, dass Du gute Hörgeräte bekommst und evtl. sogar anderweitig auf medizinischer Seite eine Verbesserung hinbekommen kann.

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    Wenn ich es zumindest schonmal schaffen kann privat fuß zu fassen, dann bin ich schon mal um einiges Weiter.

    Stimmt – und um das hinzukriegen brauchst Du innere Festigung, eine gewisse Selbstsicherheit, Optimismus und den Glauben, dass nicht immer alles prinzipiell bei Dir nicht oder bei Dir schief geht, etc. pp. und das wirst Du vermutlich mit therapeutischer Hilfe, viel Zeit und noch mehr persönlichem Einsatz Deinerseits hinbekommen, wenn Du nicht (wieder) aufgibst.