Das werde ich tun, jedoch muss ich eine Arbeit finden, die ich im sitzen ausüben kann. Leider sind da auch nur Hilfstätigkeiten möglich, da ich in meinem gelernten Beruf keine Stelle mehr bekommen werde.


    Tja, das mit der Umzieherei hat einfach folgenden Grund, ich habe vor etwa 7 Jahren eine Stadt entdeckt, wo ich ein normales Leben führen kann und seit dem habe ich darum gekämpft, dort hin zu kommen. Letztes Jahr war es dann so weit, jedoch verfolgt mich das Pech förmlich und auf Grund der Wohnsituation musste ich wieder zurück ziehen.

    Zitat

    Wer von euch kennt das auch und hat erfolgreich was ändern können?

    Ich kenne das, ich habe es ändern können, und in irgendeinem Deiner alten Threads habe ich dir das auch schon mal geschildert (wahrscheinlich "Macht eine Therapie eigentlich Sinn?"). Da Du ja sicherlich immer noch viel Zeit hast, kannst Du es ja noch mal recherchieren (im alten Thread auf "Alle Benutzer des Threads" gehen und mich auswählen, dann ggf. noch mal "Alle Beiträge des Autors" auswählen) – oder hat das mit der Halbtagsstelle geklappt?


    Ansonsten die üblichen Tipps:


    - Sei offen für andere Menschen und ihre Themen. Wirkt z. B. ein Kellner im Restaurant gestresst, dann sag ihm, dass er sich ruhig Zeit lassen soll mit Deiner Bestellung, Du würdest sehen, dass es ein hektischer Tag für ihn ist. Die allermeisten Menschen fühlen sich verdammt wohl, wenn man gesprächstechnisch auf sie "zugeht".


    - Mach selbst mal den Mund auf und erwarte nicht nur, dass andere auf Dich "zugehen". Kommunikation ist keine Einbahnstrasse.


    - Probiere neue Dinge aus. Vielleicht nicht gleich Vereine, VHS-Kurse tun es für den Anfang auch. SO habe ich z. B. zum Tai Chi (eine asiatische Kampfkunst) gefunden, das ich jetzt mehrmals pro Woche ausübe.


    - Bilde Dich weiter, z. B. durchs Lesen von Büchern (die gibts in der örtlichen Bibliothek sogar fast kostenlos). Wer viel weiß, kann auch zu vielen Themen etwas sagen.


    - Arbeite an Deinem Selbstbewusstsein. Wie das geht? Nun, lies Deinen alten Thread noch einmal komplett durch und beherzige die Ratschläge. Hätte ich diesen Thread im Jahre 1999 als Lektüre gehabt, so wäre mein leben wahrscheinlich um einiges einfacher verlaufen (nicht unbedingt besser für mich, aber dieser Unterschied ist für Dich erst einmal irrelevant).

    Zitat

    Das werde ich tun, jedoch muss ich eine Arbeit finden, die ich im sitzen ausüben kann. Leider sind da auch nur Hilfstätigkeiten möglich, da ich in meinem gelernten Beruf keine Stelle mehr bekommen werde.

    Du suchst immer Nieschen, um dich herauszureden, oder? Wer wirklich eine Arbeit will, der bekommt auch eine, wenn es eben ein Hilfsjob ist, dann ist es das eben. Und das mit der Umherzieherei verstehe ich trotzdem nicht, man zieht dahin, wo man Arbeit bekommt, nicht wo es am "schönsten ist". Das kann sich niemand leisten, egal welcher Job. Du kommst mir etwas realitätsfern vor. ":/

    Es wäre auch wat schwierig, jemanden dass zu erklären. Nur so viel, es ist mir nicht möglich, wo anders zu leben. Hier wo ich momentan noch wohne, werden Behinderte menschenverachtend behandelt, so das an ein normales Leben nicht zu denken ist.


    In Süddeutschland hingegen kann ich leben und daher muss es das sein. Was nützt mir hier ein Job, wenn ich sonst nicht am sozialen Leben teilnehmen könnte?

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    Zitat

    Nur so viel, es ist mir nicht möglich, wo anders zu leben.

    Genau das meine ich mit realitätsfern! Man kann sich das v.a. heutzutage nicht mehr aussuchen, wenn man nicht wahnsinnig viel Glück hat und zudem einen sehr gefragten Job ausübt. Daher sucht man sich normal erst eine Arbeit und dann zieht man an diesen Ort, bzw. in die Nähe. Das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert, egal ob behindert oder nicht. %-|

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    Es wäre schön, wenn wir auf das eigentlich Thema zurück kämen. Um das andere was hier angesprochen wird, dreht sich das ganze nicht.


    Es geht hier um das Zwischenmenschliche, wie man es nachtreglich erlernen kann.

    Zitat

    Es wäre schön, wenn wir auf das eigentlich Thema zurück kämen. Um das andere was hier angesprochen wird, dreht sich das ganze nicht.

    Die meisten Leute hier (und in anderen Foren!) kennen Dich aber mittlerweile anhand Deiner alten Beiträge recht gut, und "das fehlende Zwischenmenschliche" kann man bei dir eben nur schwer isoliert betrachten. Vielleicht wäre es auch mal ein Ansatz für Dich, darüber nachzudenken, warum Deine Threads immer so verlaufen?

    Zitat

    Es geht hier um das Zwischenmenschliche, wie man es nachtreglich erlernen kann.

    Dazu habe ich Dir hier was geschrieben und auch auf meine älteren – recht ausführlichen – Ausführungen verwiesen. Was sagst Du denn dazu?

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    Du musst dich in eine Situation begeben, in der du mit einer anderen Person den gleichen Erlebnishorizont hast. In der ihr also das gleiche erlebt. Gleichzeitig sollte es eine Situation sein, in der nichts drängt, in der ihr beide keine dringenden anderen Aufgaben habt, am besten eine "Wartesituation".


    Das kann ein verspäteter Zug sein, ein plötzlicher Regenguss vor dem man in den Hauseingang flüchtet, ein furchtbar schräg spielender Strassenmusiker, ein besonders nerviges Plakat an der Strassenbahnstation...


    Könntest du dir weitere solche Situationen vorstellen? Mach doch mal einen Anfang und zähl ein paar solcher Situationen auf.


    Wenn du die erkennst, kannst du gezielt solche Situationen suchen, und dann hast du eine gute Chance, mit allgemeinen Floskeln – die erlernbar sind – ein unverbindliches Gespräch in Gang zu bringen. 99% aller solcher Gespräche enden aber doch damit, dass man auseinandergeht und sich nie wieder trifft.

    Wie geschieht denn Kommunikation?


    Was sind die äußeren Bedingungen?


    Was sind die inneren Bedingungen?


    Betrachten wir die Kommunikation zweier Menschen.


    Zunächst bedarf es einer Sprache, derer sich beide zu bedienen vermögen.


    Dann braucht es ein Thema, über welches die beiden verhandeln.


    Beide müssen gewillt sein, miteinander zu kommunizieren.


    Dies setzt etwas vorhandene Zeit und Interesse am Gegenüber sowie am Thema voraus.


    Auch in der Kommunikation gilt meist, nicht immer, die Regel vom Geben und Nehmen.


    Ich gebe etwas und empfange etwas.


    Ich dränge mich nicht auf und entziehe mich nicht.


    Problematisch sind solche Gespräche, die künstlich erzwungen sind, die sich nicht natürlich ergeben haben.


    Wenn einer nur bedürftig ist und den anderen vereinnahmt bzw. diesen zu vereinnahmen sucht, ob nun bewusst oder unbewusst.


    Daher hat ein Mensch zunächst danach zu streben, mit sich und seinem Leben im Reinen zu sein, um kommunizierfähig und dann auch beziehungsfähig zu werden, zu sein und zu bleiben.

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    In der Tat, alles beim alten geblieben. Jemand der seine Probleme nicht lösen kann weil er sich als Opfer seiner Umstände sieht und jede Menge kluger RatgeberInnen, welche ihm ihre eigenen Unzulänglichkeiten entgegenschleudern um sich daran abzuarbeiten.


    Beim Zwischenmenschlichen, da könnten wir wohl alle noch eine Menge lernen.


    Ich wünsche frohe Ostern.