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    Ich würds einfach anders nennen, ein Mensch ohne Interessen. Wenn ich rausgefunden habe, wie ich mir ein soziales Umfeld aufbauen kann, so werde ich auch weiter kommen.

    Hat man Dir das in der Therapie eingebläut?


    Apropos Therapie: Ist diese seit gestern zu Ende oder hast Du noch verlängert?


    Was ist jetzt Dein Plan? Gehst Du zurück in den Ruhrpott oder bleibst Du in Stuttgart?

    So in etwa.


    Auch wenn ich immer mehr zum Ergebnis komme, wieder zurück zu gehen, so werde ich aber wohl noch ein Jahr hier bleiben, wo ich noch eine Maßnahme anstrebe.


    Wenn sich aber nicht nach diesem Jahr ein angekommen einstellen sollte und davon ist auszugehen, werde ich wieder zurück gehen.

    Na, was spricht denn dagegen, dass DU dich mal bei der Stellenausschreibung erkundigst, die ich Dir letzte Woche verlinkt habe?


    Selbst wenn der Job überhaupt nicht für Dich in Frage kommt, ist es doch vielleicht eine nette Abwechslung in Deinem Tagesablauf. Ruf da an, erkundige Dich und mach am besten einen Termin zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch aus. Nur so zum Spaß!

    Ich meinte das auch mehr im Freizeitbereich. Auch wenn ich ein Job hätte, müsste ich als Ausgleich noch was anderes machen, um mein Leben zu gestalten.


    Jobmäßig strebe ich erst mal eine Maßnahme an, das ich eine Auffrischung erhalte.

    Ey Mann! Willst Du uns verarschen? >:(


    Im Moment besteht Dein Tag zu 100 % aus Freizeit und Du weißt mit der ganzen Freizeit nichts anzufangen. Denkst Du nicht, dass Du mal versuchen solltest die freie Zeit etwas zu reduzieren? Vielleicht lernst Du dann Deine "Freizeit" auch zu schätzen und entsprechend zu nutzen.


    Ich hoffe Dir wird bewusst wie beleidigend Deine Aussage gegenüber Leuten ist, die nicht die Gelegenheit haben sich von früh bis spät die Eier zu schaukeln. :|N

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    Mir gehts darum, erstmal Interessen zu finden.

    Bärentatze, sei doch mal ehrlich – oder liege ich falsch (Antwort erbeten!):


    Dir geht es doch eher darum, jemand zum Pimpern zu finden.

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    Nö, man grenzt das Thema Job einfach aus.

    Was meinst Du damit? Das Leben ist kein Disney-Land.


    Es kann sein, dass Du niemals einen Job haben wirst, der wirtschaftlich Sinn macht. Aber Du solltest der Gesellschaft, die Dir Dein Essen spendiert, auch etwas zurück geben. Sprich: Du sollst arbeiten, und wenn es nur symbolisch ist.


    Und wenn es nur zB der Tafel helfen ist. Oder der Büro-Hilfsjob, den Rois Louis angesprochen hat.

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    Es kann sein, dass Du niemals einen Job haben wirst, der wirtschaftlich Sinn macht.

    Also soll er einfach "irgendetwas" machen ?


    Lohnsklave eben, ähnlich den armen Einzelhandelskaufleuten heutzutage.

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    Aber Du solltest der Gesellschaft, die Dir Dein Essen spendiert, auch etwas zurück geben. Sprich: Du sollst arbeiten, und wenn es nur symbolisch ist.

    Das man tun sollte, was man kann, ist selbstverständlich. Aber es ist nicht immer ersichtlich, was genau möglich ist oder warum es *nicht* möglich ist, von aussen.


    Soll er jetzt einfach irgendetwas machen, damit er sich nicht mehr von anderen hetzen lassen muss ?


    Er hat sich ja auch nicht seinen Zustand und die Rahmenbedingungen, unter denen er leidet, ausgesucht.


    Das man das Beste aus seinem Leben machen sollte, ok. Ob das aber jedem "so einfach" möglich ist, gerade dann, wie in Bärentatze's Fall ? Weiß nicht. Mal ein Jahr in seinen Schuhen gelebt ?


    { Phrasen-Alarm }


    Klar: Schmerz ist unausweichlich, Leiden nicht.


    Aber: "leben" ist nicht gleich "leben".


    ***********


    Ich kann Bärentatze übrigens gut verstehen. Ähnliche Probleme habe ich derzeit auch. Zwar bin ich nicht ganz so gravierend eingeschränkt, wie er, aber einfacher wird es dadurch auch nicht.


    Ich darf mich derzeit von einigen Mitmenschen ebenfalls "Belehren" lassen darüber, dass ich angeblich ja nur auf der Leistung meiner Mitmenschen mich ausruhen will, ich keine Eigenverantwortung und -initiative zeige, faul bin und noch einiges anderes, eher uncharmantes mehr.


    Das Lustige dabei ist, dass keiner dieser Mitmenschen mein ganzes Bild kennt und den Rattenschwanz an Vorgeschichte und VORLEISTUNG meinerseits versteht/sieht/kennt. Trotzdem meinen einige, mich ganz genau zu kennen und werfen mir ähnliches vor, wie hier dem Bärentatze.


    Krass finde ich, dass die Leute offensichtlich nicht verstehen, wie es ist, wenn man Eingeschränkt ist und man das auch von der Umwelt vermittelt bekommt, als Feedback, aber auf der anderen Seite sich dann, von oben herab quasi darüber Kommentare fängt, man müsse halt nur mal den Arsch hoch kriegen oder sich eben etwas passendes suchen. Meine Welt gerade. %:|


    Das Beste ist ja, das jeder meint, es ist ja alles so einfach. Arbeit liegt ja auf der Strasse und man kan ja ach so viel machen, wenn man nur will.


    Komisch ist dann, wenn bei mehreren hundert Bewerbungen nur Absagen kommen, weil man doch nicht gut genug ist, obwohl ich eben nicht die Probleme von Bärentatze mitbringe ...


    Ich habe (nur) letztes Halbjahr gute 500 Bewerbungen verschickt und ganze drei (!!!) Zusagen für ein Bewerbungsgespräch erhalten, von denen bei zweien harte, für diese Stellen völlig überzogenen Tests gemacht wurden. Zwar habe ich eine Zusage und die Ausbildungsstelle bekommen, bin aber Anfang dieses Jahres gekündigt worden wegen meiner "Handicaps". So einfach ist das, etwas zu finden.


    Ich könnte jetzt ja auch Strassenfeger werden, oder Müllsortierer. Klar, kann ich machen, nur garantiert mir diese Tätigkeit keinen Lebensunterhalt und meine Selbstwürde auch nicht.


    Mein Job muss wenigstens vor anderen vertretbar sein, entweder durch den Verdienst, die Art der Tätigkeit oder eben dadurch, dass es mir Spass macht, wobei letzteres ja mehr Wunschdenken ist.


    Lohnsklave auf Restlebenszeit, nein danke. Zumindest wenn Aussicht darauf besteht, etwas "Vernünftiges" machen zu können.


    Ich bin jetzt seit gut drei Jahren auf Arbeitssuche, weil ich über eine Reha einen neuen Job lernen muss. In meinem Alter und mit den Ansprüchen des Marktes, ist das fast schon vergebene Mühe und das muss ich als jemand sagen, der eigentlich keinen Grund zum Klagen hat. Trotzdem ist es schon für mich ein Akt.


    Naja. Wollt ich nur mal loswerden.


    Bin dann mal wieder still und lese heimlich mit.


    Nicht persönlich nehmen, so ganz sachlich kann ich das nicht schreiben und als Angriff ist das nicht gemeint. :)_

    Unfreiwillig "100% Freizeit" ist nichts Wert, wenn man das Problemspektrum des TE hat. Du meinst sicherlich auch, Depressive müssen nur mal den Arsch hoch kriegen, oder ?


    Sicher, das du das richtig verstanden hast und ihr da nicht gerade aneinander vorbei gedacht habt ? ":/

    Für sein Möbiussyndrom die zunehmende Sehschwäche, Scherhörigkeit kann er nichts dafür. Das ist klar. Aber so andere gesundheitliche Problemchen von ihm sind nunmal hausgemacht und er gibt ja selber zu, dass er da zu bequem war, etwas zu unternehmen. Er verlässt sich da schon zu sehr auf Andere, dass sie ihm den Superarzt präsentieren, den Spitzentherapeuten etc.


    Auf dem Arbeitsmarkt wird er wirklich kaum noch Chancen haben. Sehe das bei mir selber ja auch mit meinen Handicaps.


    Bei Schwerhörigkeit gibts Hörgeräte und die Kassen müssen unter Umständen auch die richtig teuren zahlen, wenn mit den anderen Geräten kein optimales Hörvermögen erreicht werden kann. Da gab es vor ein paar Jahren ein Urteil dazu.


    Knieprobleme, Rückenprbleme, warum geht man da nicht zum Orhtopäden? Warum lässt man sich keine KG verschreiben?


    Sprachprobleme aufgrund zunehmender Kieferverschiebung. Warum ist man da nicht schon vor Jahren in Behandlung gegangen? Warum geht man nicht zum Logopäden?


    Es ist nicht gesagt, dass dadurch diese Wehwehchen besser werden, aber es wird ja nichteinmal versucht. Und das ist es, was mich so sauer macht. Nichts in dieser Richtung versuchen, aber rumjammern.

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    Du meinst sicherlich auch, Depressive müssen nur mal den Arsch hoch kriegen, oder ?


    Sicher, das du das richtig verstanden hast und ihr da nicht gerade aneinander vorbei gedacht habt ?

    Jede Therapie für Depressive beinhaltet das "Arsch hochkriegen", oder warum werden Menschen in psychosomatischen Kliniken zu Sport, Ergotherapie, Gesprächstherapie ect. angehalten?


    "Zusammenreißen" ad hoc bringt natürlich nichts, aber langfristig führt eben dieser Weg aus der Krankheit: Den negativen Gedankenstrudel so lange mit positiven Eindrücken zu bombardieren, bis er sich aufgelöst hat.

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    Unfreiwillig "100% Freizeit" ist nichts Wert, wenn man das Problemspektrum des TE hat.

    Das kannst du doch gar nicht beurteilen, welche Probleme die anderen Mitschreiber hier haben? ":/


    Ich glaube, die wenigsten hier schreiben unbelastet, sondern weil sie selbst schon eine Menge Scheiße gefressen haben und sich wieder hervorgewühlt haben.


    Meine Gesamtsituation ist der von Tatze gar nicht so unähnlich – nur dass ich nicht dauernd irgendwo rumjammere, sondern mich erstmal an meine eigene Nase fasse, wenn ich im Chaos versinke. Außerdem ist Tatze in Urteilen über andere und im Pauschalisieren auch ganz große Klasse, aber ihn darf man bitte nur Heiti-Deiti behandeln? Wir sind hier keine ausgebildeten Psychotherapeuten, sondern interessierte Leser eines Laien-Forums – daher wurde z.B. von Optimismus auf fachliche Hilfe im realen Leben gedrängt, es wurden genug Vorschläge und Anleitungen gegeben. Den ersten Schritt machen und seinen Arsch bewegen muss Tatze selber – aber dazu fehlt ihm die Selbstständigkeit und vor allem die Eigenverantwortlichkeit.