Weiss nicht, ob das nun so richtig zu DBT passt - wollte es aber mal hier festhalten, vielleicht hilft es jemandem.


    Kennt sicher (fast) jeder - Gedankenkreisen. Womöglich sogar um ein Thema, das einen total runterzieht. Was tun?


    Meine Therapeutin hat mir den Gedankenstop aufgeschrieben. Dieser kann, wie alle Übungen dieser Art, etwas Training erfordern -heisst, dass man nicht enttäuscht/frustriert sein sollte, wenn es nicht auf Anhieb perfekt klappt.


    Und so geht es:


    1. Identifizieren des Gedankenkreisens. Das heisst, dass man erstmal merken muss, dass man überhaupt wieder in so einer Spirale feststeckt. Häufig ist man dabei ja so halb "weg" und kriegt das gar nicht mit. Also: Sich bewusst machen "ah, da ist wieder diese Gedankenspirale."


    2. Die Gedanken stichwortartig aufschreiben.


    3. Den Zettel gut wegsperren. Man kann ihn z.B. unter ein Tischbein klemmen (Da können die Gedanken quasi nicht "weg"), manche verbrennen ihn sogar (das ist mir persönlich zu heikel, will mir nicht meine Wohnung abfackeln..). Hauptsache, der Zettel ist ausser Sichtweite.


    4. Mit sich selber einen Termin vereinbaren, wann man sich wieder konstruktiv mit den Gedanken befassen möchte. Zum Beispiel kann das in der Therapiestunde sein. Der Termin sollte schon ziemlich genau sein, also z.B. ein "Montag, 16 Uhr" und nicht ein "ach, irgendwann am Montag halt mal, wenn ich dann Zeit habe..".


    5. Sich bewusst anders beschäftigen - am besten natürlich erstmal mit Dinge, die einen soweit fordern, dass man nicht mehr in Gedanken versinken kann.

    Bei uns gab es das nicht, allerdings ist das 2 Jahre her, in der Zwischenzeit kann sich einiges verändert haben. Vielleicht magst du ja mal ein bisschen mehr dazu schreiben, so im Stil des restlichen Fadens? Ich fände es interessant (eben weil ich es nicht kenne). Natürlich nur wenn du willst. @:)

    Danke für diesen Faden! Meine Schwester ist vor drei Tagen für ein dreimonatiges DBT-Programm in eine Klinik gegangen. Hier kann ich endlich einmal in Ruhe nachlesen, was das ist. Leider konnte ich noch nicht alles ausführlich durchlesen. Gibt es eigentlich auch ein empfehlenswertes Buch dazu?

    uff, gute Frage. :-/


    also gelesen habe ich keins, hab das Programm ja stationär und ambulant gemacht. Habe aber grad mal bei Amazon reingeguckt.


    Rein theoretisch könnte dieses Buch hier gut sein:


    http://www.amazon.de/Dialektisch-Behaviorale-stationären-teilstationären-DBT-stationär/dp/3170209965/ref=sr_1_3/275-6866272-5398164?ie=UTF8&s=books&qid=1246028987&sr=8-3


    Martin Bohus ist eigentlich der, der das Programm von Amerika nach Europa gebracht hat. Wie das Buch allerdings genau aufgebaut ist bzw. ob es gut ist weiss ich natürlich nicht.


    Das hier kriegt gute Bewertungen, scheint aber zumindest bei Amazon nicht mehr erhältlich zu sein:


    http://www.amazon.de/Dialektisch-Behaviorale-Therapie-Borderline-Persönlichkeitsstörung-Marsha-Linehan/dp/3980307484/ref=sr_1_7/275-6866272-5398164?ie=UTF8&s=books&qid=1246028987&sr=8-7


    Linehan ist die Erfinderin von DBT.


    Hier steht in einer der Bewertungen, dass es auch für Angehörige und Betroffene gut ist:


    http://www.amazon.de/Skills-Training-bei-Borderline-Posttraumatischer-Belastungsstörung/dp/3211717846/ref=sr_1_1/275-6866272-5398164?ie=UTF8&s=books&qid=1246028987&sr=8-1


    Ich denke, ein Buch ist auch deshalb besser, weil es in diesem Thread ja nur ziemlich kurz geschrieben ist. Ich habe jeweils die Arbeits-/Theorieblätter abgetippt und erst später dann selbst was geschrieben. :-/

    Danke!


    Meine Schwester hat allerdings kein Borderline, sondern ist depressiv mit diversen anderen "Störungen" (SVV, Essstörung, Panikattacken, Schlafstörungen) Man hat ihr dennoch diese Therapie nahegelegt. Ich werde mich zu den Büchern auf jeden Fall noch näher informieren.

    Gelesen hab ich jetzt nicht alles, aber was mich mal interessiert,


    ist die DBT immer 3-Monate lang oder varrirt das?


    Ich überlege nämlich, kann das nur wegen Schule nicht so wirklich wo rein packen (will vorerst auch ambulant anfangen)


    da, mich meine Stimmungsschwankungen momentan echt nerven, weiß aber auch erst seit 20.6 von Borderline, nach abbruch der Stationären Therapie

    Zitat

    Man hat ihr dennoch diese Therapie nahegelegt.

    das ist auch gut so; DBT kann man bei vielen Dingen anwenden. Meistens wird sie jedoch bei Borderline angewendet, deshalb auch die Titel der Bücher.

    @ Maiblüte:

    3 Monate sind nur so ein Richtwert, und das ist, wenn man die Therapie stationär macht. Ambulant dauert es länger. Man kann aber natürlich auch selbst sagen, wie lange man mitmachen will. Sollte die 90 für dein Geburtsjahr stehen ist die Diagnose sowieso nur auf Verdacht, da du noch zu jung bist. Die Symptome behandeln kann man natürlich trotzdem. ;-)


    ich habe die Diagnose ja auch nicht (mehr) und trotzdem fand ich die DBT hilfreich bzw. finde es auch heute noch.

    Ich habe eine DBT hinter mir und mir hat sie im allgemeinen sehr gut geholfen.


    Diese Art von Therapie wird stationär immer auf 3 Monate festgelegt, da diese Therapie darauf angelegt ist, das erlernte möglichst erfolgreich in den Alltag zu integrieren.


    Bei meiner Behandlung war es außerdem "pflicht" (sowie es denn ging) jedes Wochenende nach Hause zu fahren, sodass man 1. erlernte Skills gleich in der "Realen Welt" ausprobieren konnte und 2. evtl. akut auftretende Probleme im häuslichen Umfeld gleich in die THerapie einbeziehen kann.


    Normalerweise sollte es bei der DBT so sein, das man die 3 Monate stationäre Therapie macht, dann nach Hause entlassen wird und ggf. nach ca. 3 Monaten nochmal wiederkommt. Das soll sich widerholen, bis der Patient stabil genug ist um mit den gelernten Fähigkeiten ein gutes "normales" Leben führen zu können.


    Also so war es zu der Zeit, als ich diese Therapie gemacht habe.


    Leider konnte ich nach den ersten 3 Monatennicht zurück, da ich während der Therapie 18 geworden bin und es eine Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie war. Ich hätte dann in eine Erwachsenen Klinik gehen müssen und dazu war ich leider zu ängstlich.


    Aber wie gesagt die DBT hat mir in wesentlichen Punkten sehr weiter geholfen, von Heilung mag ich nicht sprechen, da bei der Art Erkrankung, die ich hatte/habe meistens eher eine Problemverlagerung stattfindet als eine "Heilung" in dem Sinne.


    Wer allerdings das Konzept ganz wahrnehmen kann und motiviert genug ist, sich auch helfen zu lassen, dem würde ich diese Therapie wirklich empfehlen.


    Liebe Grüße

    @ Gras-Halm

    :)^ Das hast Du ganz ganz toll gemacht.


    Ich habe zwar keine psychische Erkrankung, aber ich wende immer wieder auch etwas aus der DBT-Therapie an z.B. eine Pro und Contra Liste, das leichte Läches, u.s.w.


    Ich finde diese Verhaltenstherapie ganz große klasse. Meiner Cousine und meiner Freundin hat sie sehr geholfen.

    @ Gras-Halm

    Ich kann Dich leider nicht über PN erreichen. Daher schreibe ich das hier in den Faden. Vielleicht möchtest Du noch die Spannungskurven und das Wochenprotokoll erörtern?


    *:)@:)


    LG


    Kathleen

    Der Gras-Halm-Account ist gesperrt; Silber ist mein neuer Account. :-)


    Mit dem Wochenprotokoll meinst du, denke ich, die Diary Card? http://img7.imageshack.us/img7/7417/diarycard.jpg Sorry, die Version ist qualitativ schlecht und rechts abgeschnitten, das sollte eigentlich "Freude" heissen. Irgendwo habe ich noch eine schönere Version, aber weiss grad nicht wo. ;-D


    Da geht es halt darum, eine Übersicht über die Woche zu haben. Das ist auch für den Therapeuten hilfreich. Stationär war es bei mir damals so, dass abends jeder Patient die Diary Card bzw. den jeweiligen Tag mit dem Pfleger, der gerade Dienst hatte, besprechen musste. Am Morgen kamen dann die Therapeuten zur Visite und haben sich die Diary Card ebenfalls angeschaut.


    Die Formate variieren, d.h. die Version hier ist von 2007, ich weiss nicht, ob man das heute noch so verwendet. Manche Kliniken/Therapeuten/Gruppen verwenden sowieso abgeänderte Sachen.


    Das Protokoll ist an sich selbsterklärend; beim speziellen Problemverhalten kann man individuelle Problematiken eintragen, jemand mit Bulimie könnte z.B. eintragen, ob der Drang, eine Essattacke zu haben, da war, und ob eine Handlung (also die Essattacke) erfolgte.


    Positive Ereignisse soll man aufschreiben, damit man gerade in schlechten Zeiten auch einen Gegenpol hat und nicht alles nur schlecht ist. Ich habe damals oft gesagt, ach, heute ist gar nichts positives passiert - aber eigentlich kann man, wenn man darauf achtet, täglich irgendwas positives finden. Das können ganz kleine Dinge sein. Vielleicht hat ein Vogel besonders schön gezwitschert oder es roch so gut draussen oder was weiss ich. ;-)


    Spannungskurven kann ich nur von der Theorie her erörtern, bzw. so, wie ich es noch im Kopf habe, ist ja doch was länger her. ;-) da ich die Diagnose ja nicht mehr habe und sie bei mir eh nie zutraf, sind mir Spannungszustände unbekannt. Deshalb tat ich mich sehr schwer, als man mich zu Beginn bat, doch bitte eine Spannungskurve auszufüllen. ;-)


    Bei diesen Kurven geht es darum, zu lernen, die eigene Spannung einzuschätzen und auf die Symptome zu achten - herauszufinden, wie man bei sich selbst merkt, dass die Spannung steigt. Ab einem gewissen Punkt (70) geht die Kontrolle ja verloren und dann ist es zu spät; deshalb soll ein Anstieg der Spannung frühzeitig erkannt werden, zumal bei Borderline-Betroffenen die Grundanspannung häufig höher ist als beim "Gesunden" (man beachte die Anführungszeichen ;-) ). Weiss nicht, ob ich das richtig im Kopf habe, aber ich glaube, man soll bei dieser Kurve seine Spannung stündlich einschätzen, auf der Skala von 0-100. Ich schaue nachher mal, ob ich dazu noch irgendwas finde in meinem DBT-Ordner. Vermutlich nicht, weil es mich ja nicht betraf. :-/


    War das hilfreich oder hast du weitere Fragen? :-)