Vergessen: klar gibt es immernoch schwierige Situationen, aber trotzdem bei weitem besser... Ich habe soviel über mich und mein Verhalten erfahren und es war so gut auch Menschen kennen zu lernen den es genauso geht wie mir, das ich damit nicht alleine bin und habe erfahren das mein verhalten, was immer als sonderbar bezeichnet wurde, garnicht so sonderbar ist... Jeden mit BPS zu empfelen...

    Hallo :)


    Vorneweg: Ich bin Borderliner, seit '03 diagnostiziert. Ich wollte mal meine Erfahrungen mit der DBT schildern. Im Gegensatz zu den meisten (allen?) anderen hier, habe ich absolut keine guten Erfahrungen gemacht.


    Erstkontakt hatte ich damit in einer speziellen DBT-Praxis, wo ich mit meiner Mutter war. Der Therapeut war mir von Anfang an unsympathisch, ein ziemlich schleimiger Typ (so meine Erinnerung, ist schon Jahre her). Er stellte mir einen Wochenplan vor, der beinhaltete, dass ich 3x/Woche (fand das extrem viel!) zur ambulanten Therapie kommen müsste und mich darüber hinaus gleich für 2 Jahre verbindlich anmelden müsste. Ich sagte, dass ich nichtmal wüsste, ob ich in den nächsten 2 Jahren in der Stadt bleiben würde (mein Freund wohnte 200km weit weg) und dass ich das daher nicht zusichern könnte. Darauf bestand er aber. Ebenso konnte ich nicht zusichern, mich nicht wieder zu schneiden. Wie auch - grade DABEI soll ein Therapeut ja eigentlich helfen... Ich fühlte mich absolut wütend und hilflos und sagte das auch, habe ich viel geheult dort. Dann meinte er quasi, dass ich nicht therapierbar bin, wenn ich auf seine "Angebote" (ein Witz!!!) nicht einginge. Dann bin ich ziemlich ausgeflippt, hab geheult und in angeschrien und bin raus. Auch meine Mama meinte, der Typ habe sich unmöglich verhalten und (zu dem Zeitpunkt) unmögliche Dinge verlangt. Ich meine.. die Diagnose war noch relativ frisch.


    Zwischendurch passierte noch einiges Andere, aber ca. ein Jahr später war ich nochmal in einer Klinik. Dort hat man auch DBT gemacht. Ich sollte auch direkt wieder so einen Vertrag unterschreiben. Was soll das? Warum soll ich etwas vertraglich zusichern, wovon ich garnicht weiss, ob ich es einhalten kann? Ich musste irgendwelche Bögen ausfüllen, wie ich mich grade fühle, verschiedene Emotionen einschätzen.... und einen haufen sinnloser Therapien und Skillsgruppen mitmachen. Ich fand es schrecklich, absolut sinnlos und es hat mir NICHTS gebracht. Zu dem Zeitpunkt hatte ich selbstständig schon seit 100 Tagen mit Schneiden aufgehört und das bis heute beibehalten. Das ist nun über 6 Jahre her. :)^ Da mir die Therapie nichts brachte, hab ich mich dann selbst entlassen.


    Jedesmal wenn ich jetzt etwas von DBT höre und lese, wenn ich diese Bögen sehe, was von Achtsamkeitsübungen und Skills lese, kommt mir irgendwie die Galle hoch und es macht mich irgendwie wütend. Nicht in dem Maße, dass es jetzt grosse Auswirkungen auf meine Laune hätte, aber genug, dass ich die Abneigung deutlich spüre. Ich fühle mich jedesmal, wenn ich mit DBT in Berührung kam, als wollten die mich dressieren, wie einen Hund. Das war und ist mir einfach zuwieder. :(v


    Ich glaube auch, dass dabei die Individualität enorm verloren geht. Jeder soll das gleiche lernen. Was ist, wenn das eine für den einen gut, für den anderen nicht so gut ist? Was ist, wenn es einem hilft, dem anderen nicht? Was ist, wenn man sich bei solchen Übungen pausenlos lächerlich vorkommt?


    Ich war dann noch mehrmals in einer Klinik, die zwar Verhaltenstherapie, aber keine DBT gemacht hat. Ebenso war meine spätere ambulante Therapie eine Verhaltenstherapie aber keine DBT. Ich kam mit der VT SEHR gut klar und habe sehr grosse Fortschritte gemacht. Mit DBT stehe ich nach wie vor auf Kriegsfuß.


    Das soll jetzt keinen demotivieren, ich bin mir sicher, dass DBT eine gute Sache für viele ist, zumal viele sehr positiv darüber berichten... ich möchte eigentlich nur sagen, dass es kein "Allheilmittel" ist, nicht jedem helfen muss (und kann) und dass es noch mehr als das gibt.


    Gibt es noch mehr Menschen da draussen, für die DBT nichts ist? ???

    Zitat

    Ich sollte auch direkt wieder so einen Vertrag unterschreiben. Was soll das? Warum soll ich etwas vertraglich zusichern, wovon ich garnicht weiss, ob ich es einhalten kann? Ich musste irgendwelche Bögen ausfüllen, wie ich mich grade fühle, verschiedene Emotionen einschätzen.... und einen haufen sinnloser Therapien und Skillsgruppen mitmachen.

    Einen Behandlungsvertrag muss man aber fast überall unterschreiben (hatte ich teilweise sogar auf der Geschlossenen), nicht nur bei DBT ;-) Das ist meiner Meinung auch ganz sinnvoll, denn eine Therapie funktioniert eben nur mit gewissen Regeln, sonst würden sicher viele kommen, gehen, abbrechen usw. wie er grad lustig ist, und das könnte dann gar nicht zu Erfolg führen, sondern zu einem riesigen Chaos.


    Das mit den Emotionen ist eben ein großer Bestandteil der DBT, da Borderliner nun mal unter einer Emotionsregulationsstörung leiden bzw. mit Emotionen nicht (oder nicht richtig) umgehen können und dadurch eben lernen sollen, ihre Emotionen besser wahrzunehmen und auch mit extremen Gefühlen besser klarzukommen. Und Skills beziehen sich ja nicht nur auf SVV, es gibt auch eine Menge anderer Skills für niedrigere Anspannungsbereiche bzw. um verschiedene Problemsituationen besser meistern zu können. Jeder ("gesunde") Mensch wendet Skills an im tägl. Leben, wenn auch unbewusst. Das ist also nichts BL- oder SVV-spezifisches.

    Zitat

    Ich war dann noch mehrmals in einer Klinik, die zwar Verhaltenstherapie, aber keine DBT gemacht hat. Ebenso war meine spätere ambulante Therapie eine Verhaltenstherapie aber keine DBT. Ich kam mit der VT SEHR gut klar und habe sehr grosse Fortschritte gemacht.

    Darf ich fragen, wie diese VT dann genau aussah? Also was du da so gemacht hast?

    Zitat

    Einen Behandlungsvertrag muss man aber fast überall unterschreiben (hatte ich teilweise sogar auf der Geschlossenen), nicht nur bei DBT ;-) Das ist meiner Meinung auch ganz sinnvoll, denn eine Therapie funktioniert eben nur mit gewissen Regeln, sonst würden sicher viele kommen, gehen, abbrechen usw. wie er grad lustig ist, und das könnte dann gar nicht zu Erfolg führen, sondern zu einem riesigen Chaos.

    Sowohl in der Klinik als auch in sämtlichen ambulanten Therapien musste ich nie einen solchen Vertrag unterschreiben. Ich sehe nach wie vor den Sinn darin nicht. Sind die überhaupt rechtlich bindend?


    Und nehmen wir meinen Fall: Wie soll ich so etwas für 2 Jahre unterschreiben, wenn ich noch nicht weiss, ob ich ggf zu meinem Freund (200km weit weg) ziehe? Wegen eines albernen Therapievertrages dann dort bleiben? Von so etwas sein Leben bestimmen lassen? Nein danke. Meiner Meinung nach können Regeln auch ohne Verträge ausgearbeitet werden und ebenso eingehalten werden.


    Wenn jemand einen Vertrag braucht, um mir zu glauben, untergräbt das MEIN Vertrauen in die Person schonmal. Deshalb gibt es ja oft auch so ein Gefühls-Problem bei Eheverträgen.

    Zitat

    Das mit den Emotionen ist eben ein großer Bestandteil der DBT, da Borderliner nun mal unter einer Emotionsregulationsstörung leiden bzw. mit Emotionen nicht (oder nicht richtig) umgehen können und dadurch eben lernen sollen, ihre Emotionen besser wahrzunehmen und auch mit extremen Gefühlen besser klarzukommen. Und Skills beziehen sich ja nicht nur auf SVV, es gibt auch eine Menge anderer Skills für niedrigere Anspannungsbereiche bzw. um verschiedene Problemsituationen besser meistern zu können. Jeder ("gesunde") Mensch wendet Skills an im tägl. Leben, wenn auch unbewusst. Das ist also nichts BL- oder SVV-spezifisches.

    Ich hatte noch nie ein Problem meine Emotionen wahrzunehmen und zu benennen. Bei anderen wird das wohl oft als "Gefühlsbrei" beschrieben. Kenne ich so nicht. Auch wieder ein Punkt, wo die DBT meiner Meinung nach zu wenig Individuell ist. Ich sagte nirgends, dass sich Skills nur auf SVV beziehen. Aber ich bin generell dafür, dass da jeder seine eigenen Methoden entwickelt... Mir ist klar, dass jeder täglich Skills anwendet. Aber dieses Skillstraining habe ich mehr wie die Dressur eines Hundes empfunden als als individuelle Förderung der eigenen Skills-Entwicklung.

    Zitat

    Darf ich fragen, wie diese VT dann genau aussah? Also was du da so gemacht hast?

    Was meinst du mit "genau gemacht"? Eigentlich möchte ich den Ablauf meiner Therapie nicht hier ausbreiten. Wir haben einfach miteinander gesprochen.


    Ich sage nicht, dass das generell so sein muss in der DBT, noch dass meine Eindrücke davon allgemeine Gültigkeit besitzen. Es ist nur MEIN Eindruck und meine Erfahrungen.

    Zitat

    Gibt es noch mehr Menschen da draussen, für die DBT nichts ist? ???

    Ja, mich. Und diese Scheiss Bögen sind genauso ätzend. Ich definiere mich nicht gerne über mutiple choice ohne jegl. Zusammenhänge. Komme gerade von einem 8wöchigen Klinikaufenthalt. Ich habe diese Wochenbögen ganze 2 mal ausgefüllt. Beim ersten Mal hab ich es einfach mir für passend umformuliert. Auf die Fragen "Sie haben 3 Wünsche frei. Was wünschen Sie sich?"


    1. mehr Montage


    2. Sieben-Meilen-Stiefel, dann bin ich schneller durch


    3. wenn Fragen, dann sinnvoll.


    Beim zweiten Mal hab ich einfach nur fett draufgeschrieben:"Dieser Zettel macht mich aggressiv."

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    Ich mache momentan auch eine stationäre DBT-Therapie und hoffe, dass es auch was bringt. Emotiononal instabile Perönlichkeitsstörung- Borderline, Depression...


    Zusätzlich werde ich momentan noch auf verschiedenste Medis eingestellt (Erst Cymbalta, welches aber Nebenwirkungsbedingt umgestellt wird gerade auf Sertralin, dann bekomme ich seit einer knappen Woche Lithium. Außerdem bekomme ich morgens, mittags und Abends 25mg Melperon und zur Nacht 75mg und Zopiclon 7,5mg)


    Ich habe immer eine sehr sehr hohe Anspannung, starke Stimmungsschwankungen und bin insgesamt sehr Unruhig.


    Es ist nun meine zweite Therapie innerhalb von einem halben Jahr, die letzte hat leider nicht so funktioniert wie sie sollte....