Depression??

    Hallo zusammen,


    undzwar weiß ich nicht wie ich meinen Hausarzt darauf ansprechen soll, dass ich glaube, dass ich eine Depression habe?


    Ich weiß auch nicht, ob ich überhaupt jemandem davon erzählen soll. Irgendwie habe ich Angst vor den Konsequenzen, dass mich niemand ernst nimmt und ich schäme mich auch dafür. Ich möchte auch nicht mit einem Therapeuten reden oder Medikamente nehmen, aufgrund der Nebenwirkungen. Also wieso sollte ich dann jemanden davon erzählen?


    Ich weiß auch nicht was ich mir erhoffen soll...

  • 9 Antworten
    Zitat

    Irgendwie habe ich Angst vor den Konsequenzen, dass mich niemand ernst nimmt und ich schäme mich auch dafür.

    Was sollte das für Konsequenzen haben? Und schämen musst du dich auch nicht.


    Eine Depression ist eine Krankheit und keine Schande.

    Zitat

    Ich möchte auch nicht mit einem Therapeuten reden oder Medikamente nehmen, aufgrund der Nebenwirkungen.

    Niemand kann dich zwingen, Medikamente zu nehmen.


    Ob du ohne einen Therapeuten auskommst, weiß ich nicht.


    Viele Menschen haben mal eine depressive Phase, aus der sie aus eigener Kraft wieder heraus kommen.


    Wenn das nicht gelingt, sollte man sich Hilfe bei einem Therapeuten suchen.

    Was Du Dir erhoffen kannst? Dass es Dir besser geht und das Leben mehr Freude macht und Du wieder "wirklich lebst" - wie es Betroffene beschreiben.


    Als Diagnose für eine "Major Depression" gilt es, wenn man mindestens 2 Wochen lang 5 oder mehr der folgenden 9 Merkmale erlebt (Minor Depression, wenn 3 - 4 zutreffen):


    1. Tiefe Traurigkeit oder "Leere"


    2. Gleichgültigkeit oder Desinteresse gegenüber fast allem


    3. Gesteigerte Aktivität oder im Gegenteil geschwächtes, verlangsamtes Denken und Bewegen (beobachten meist Andere, nicht man selbst)


    4. Schlafstörungen (nicht einschlafen können oder zu früh (2-4h) aufwachen und nicht mehr schlafen können - wild kreisende nächtliche Gedanken


    5. Gewichts- oder Appetit-Änderungen (bei manchen Zu- bei anderen Abnahme)


    6. Konzentrationsschwäche


    7. Müdigkeit: vermehrtes Schlafbedürfnis bzw. ausgehende Energie: oft schon nach kurzer Zeit am Tag "Energie verbraucht"


    8. Gefühl der Wertlosigkeit


    9. Gedanken über den Tod: Nicht nur Suizidgedanken, generell häufiges Nachdenken über das Thema Tod, ohne dass es einen direkten Anlass gibt (z.B. Verlust eines Angehörigen).


    (WICHTIG: Dieses Forum gibt keine Diagnose für Dich!)


    Wenn einige Punkte zutreffen - warum nicht helfen lassen? Ein Arzt kann am ehesten beurteilen und helfen.


    Und wenn es nur eine vorübergehende Erschöpfung ist - um so besser.

    Zitat

    Irgendwie habe ich Angst vor den Konsequenzen, dass mich niemand ernst nimmt und ich schäme mich auch dafür.

    Wer Dich auf jeden Fall ernst nimmt, ist ein Arzt. Wenn es eine Depression ist, dann ist es eine Krankheit wie andere auch. Die Lebensqualität ist damit eingeschränkt - und es gibt einen Ausweg daraus! :-) Die Konsequenzen, wenn nichts unternommen wird, sind auf jeden Fall unangenehm. Versuch's einfach mal.

    Zitat

    Ich möchte auch nicht mit einem Therapeuten reden oder Medikamente nehmen, aufgrund der Nebenwirkungen.

    Du musst weder mit einem Therapeuten reden noch Medikamente nehmen - das ist freiwillig. Aber es wird sicher eine große Hilfe sein, wenn ein Fachmann / Fachfrau Dir sagen kann, was mit Dir los ist und welche Möglichkeiten der Hilfe es gibt - mit allen Vor- und Nachteilen.