Depression/Burnout und Angst vor Medis und Klinik

    Hallo zusammen,


    ich leide unter einer arbeitsbedingten Erschöpfungs-Depression. Bin zur Zeit krank geschrieben und warte auf einen (teil-)stationären Therapieplatz. Ich mache mir große Sorgen, dass ich gezwungen werde Medikamente zu nehmen, obwohl ich das nicht möchte und auch denke ich schaffe es auf jeden Fall ohne. Sollte es teilstationär keinen Platz geben, soll über einen Klinikaufenthalt nachgedacht werden. Ich habe ziemliche Horror-Vorstellungen von der Psychiatrie (weggesperrt sein, zu Medikamenten gezwungen werden etc.). Kann man mich zum Klinikaufenthalt zwingen? Es besteht keinerlei Selbst- oder Fremdgefährdung, lediglich Arbeitsunfähigkeit...


    Hat jemand Erfahrungen auf dem Gebiet? Bin für jegliches beruhigendes Wort dankbar ;-).


    Gruß,


    alex-hase

  • 2 Antworten

    Hallo alex-hase,


    ich glaub, dass man dir deine Ängst komplett nehmen kann. Erstens wird keiner zu Medikamenten gezwungen, man kann es höchstens anraten, wenn es sinnvoll erscheint. Aber einen Zwang wird es in so einem Fall niemals geben.


    Zur Klinik kann ich dir sagen, dass man dort auf keinen Fall weggesperrt ist. Man kann dort frei ein und aus gehen. Auch in der Psychiatrie wird dich keiner zu Medikamenten zwingen. Wenn du denkst, dass du es so schaffst, dann wird dieser Weg auch weiter verfolgt. Je nach Klinikkonzept gibt es sowieso unterschiedliche Stationen und du würdest dort sicherlich psychotherapeutisch behandelt werden. Das bedeutet dann, dass dort nur Patienten mit ähnlichen Krankheitsbildern sind, das hat mit einer Akutstation nichts gemeinsam.


    Ich wünsche dir für die kommende Zeit alles Gute @:)

    Liebe alex-hase,


    auch ich denke, dass ich Dir die Angst zumindest ein Stück weit nehmen kann.


    Ich war selber mal in der gleichen Situation wie du. Aufgrund von langanhaltendem Stress in der Arbeit plus Abendstudium, das sich über 7 Semester zog hatte auch ich vor ein paar Jahren einen totalen Burnout und konnte eine Weile nicht mehr in die Arbeit gehen.


    Ich war zwar selber nie in einer Klinik, aber ich kenne einige (auch in meiner jetzigen Abteilung) die entweder eine stationäre oder aber auch teilstationäre Behandlung hinter sich haben. Alle sprechen darüber nur positiv und dass ihnen die Klinik geholfen hat wieder auf die Beine zu kommen und ihr Leben eigenbestimmt auf die Reihe zu kriegen.


    Was Deine Angst vor Medikamenten angeht, kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Die Zeiten in denen Leute die Psychopharmaka nehmen müssen wie ferngesteuerte Roboter rum laufen sind längst vorbei. Ich nehme selber nach wie vor Citalopram und komme damit wunderbar zurecht. Diese Medikamente sind nicht dazu da dich "auszuschalten" sondern dich wieder so "herzustellen" dass du nicht mehr unter den Symptomen des Burnouts zu leiden hast. Bei mir es so, dass nicht gleich die ersten Medikamente geholfen haben. Ich musste etwas rumprobieren. Aber Citalopram hat bei mir dann den Durchbruch gebracht.


    alex-hase, du musst absolut keine Angst haben. Weder vor der Klinik, noch vor Medikamenten. Wenn du denkst, du kommst ohne Medis klar, umso besser. Aber wenn nicht, dann scheue Dich nicht und nimm sie.


    Ich wünsche Dir eine schnelle und komplette Genesung.


    Wenn Du noch weitere Fragen hast oder was unklar ist, kannst Du Dich gerne auch per PN bei mir melden.


    Liebe Grüße


    firefighter80