Depression, wie geh ich damit um??

    Hallo

    Das Ganze hier soll eine Art Tagebuch für mich werden um mich selber zu verstehen, aber auch als Erfahrungsaustausch mit anderen dienen.

    Die letzten zwei Wochen war ich im Krankenhaus wegen verschiedener Probleme Tier anderem Krampfanfälle. Da ich die Diagnose Epilepsie seit Geburt habe muss ich wegen dieser Situation wieder etwas nehmen. Die letzten 8 Jahre bräuchte ich nix. Ich weiß schon seit längeren, dass irgendwas nicht mit mir. Ich könnte nur noch sehr schwer die einfachste Alltagsroutine erledigen. Viele absolut notwendigen Dinge, wie Steuererklärung oder generell Bearbeitung der Post hab ich einfach liegen lassen. Es war einfach alles zu viel. Rückblickend kann ich für mich sagen, dass der Zustand schon einige Jahre besteht. Mal mehr mal weniger, aber vor allem in den letzten drei Jahren hat es sich massiv verstärkt.

    Momentan stell ich mir die große Frage warum???

    Ich könnte so glücklich sein. Ich habe einen Mann der mich liebt, wir haben ein sehr schönes Haus und vier wundervolle Katzen. Warum bin ich es nicht??

    Können Erlebnisse in der Vergangenheit dazu führen auch wenn sie schon 20 Jahre zurück liegen? Ich habe mit 18 meine Mama an Krebs verloren.

    Momentan bin ich noch am Grübeln.

    Ich werde immer mal wieder meine Gedanken niedrschreiben.

    Außerdem würde mich aber auch interessieren wie andere damit umgehen, wenn man an den Kopf geknallt bekommt, dass man eine Depression hat?

  • 19 Antworten

    Hast du eine offizielle Diagnose?

    Wenn nicht, solltest du das abklären lassen.

    Du leidest aber vermutlich an Überforderung, Antriebslosigkeit und Prokrastinatiion.

    Das können alles Symptome einer Depression sein.

    Das ist nichts wofür man sich schämen muss.

    Hallo, wer hat dir die Depression diagnostiziert? Du selbst? Dein Hausarzt? Neurologe?

    Ist sie mittelgradig, hochgradig (mit Selbstmordgedanken), nur leicht?


    Es wird wahrscheinlich das Beste sein, zweigleisig zu fahren. Zum Einen Psychotherapie, möglichst in kurzen Zeitabständen, zum Anderen vorübergehend medikamentöse Therapie, in Absprache mit einem Neurologen / Psychiater.


    Es gibt hier genug Esoteriker, die dir von einer medikamentösen Therapie abraten, ja sie hat Nebenwirkungen, aber auf der anderen Seite musst du es auch mal so sehen: du möchtest wieder auf die Beine kommen und das Leben genießen.


    Ich weiss nicht welches Trauma du in deiner Jugend hattest, aber alte Wunden können wieder aufreißen. Bei mir war es Mobbing in der Schule.


    Ich finde es schon wichtig, dass du ergründest, warum du gerade überfordert bist und entsprechend die offenen Baustellen anpackst. Sei es mangelndes Selbstbewußtsein, arbeiten bis zur Selbstaufgabe usw. Das doofe an Depressionen ist, dass sie sich auch verstärken können wenn man nicht einen Gang zurückschaltet.


    Aber: du hast zumindest das Problem Depression erkannt. Jetzt ist es wichtig die nächsten Schritte zu planen, mit der Zeit wird es auch wieder besser.


    Wünsche dir alles Gute @:)

    Außerdem würde mich aber auch interessieren wie andere damit umgehen, wenn man an den Kopf geknallt bekommt, dass man eine Depression hat?


    Könnte auch sein dass es noch keine offizielle Diagnose gibt aber jemand aus dem Umfeld das vermutet.

    Es macht ja nicht jeder Erkrankte seine Depression publik.

    ist die Diagnose Depressionen gesichert?


    Hallo erst mal. Bist Du in Therapie? Medikamente?


    Ich weiß von meinen Depressionen seit ich eine Therapeutin habe. War drei mal in einer Klinik.


    Wenn man eine Erkrankung hat, kann es zu Depressionen kommen, denn Körper und Geist gehören zusammen. Für mich liest es sich, als ob Du wegen der Depression auch ein schlechtes Gewissen hast. Das kenne ich.


    Ich habe ein krankes Kind und mit der Zeit nicht gemerkt, dass ich psychisch krank bin. Ich dachte immer, mein Zustand ist normal, bei den Sorgen.


    Du schreibst, dass Du Epilepsie hast, das hat mich aufhorchen lassen, denn seit 2 Wochen hat meine Tochter diese Diagnose zusätzlich. Heute geht es ins MRT und ich weiß nicht, was dabei rauskommt.


    Wäre schön, wenn ich mich in deinen Faden mit einklinken kann. LG

    Choclate schrieb:

    Momentan stell ich mir die große Frage warum???

    Was du da erlebst, sind Gedankenkreise. Eines der Leitsymptome einer Depression. Gedankenkreise und Grübeln immer um ähnliche Themen.
    Mein Therapeut brachte mir damals bei, wie ich diese unterbrechen kann, und das fände ich für dich auch sehr wichtig. Du musst sie unterbrechen.

    Ich habe verschiedenes ausprobiert. Damals half mir in der akutphase allerdings, ein online Tagebuch. Dort schrieb ich meine Gedanken und Gefühle auf, genau so, wie sie in meinem Kopf waren. Und hinterher VERBOT ich mir, weiter darüber nachzudenken. Die Gedanken waren ja da, SOLLTE ich sie brauchen (tat ich nie...)



    Choclate schrieb:

    Außerdem würde mich aber auch interessieren wie andere damit umgehen, wenn man an den Kopf geknallt bekommt, dass man eine Depression hat?

    Ich war erleichtert. Damit will ich dich nicht verhöhnen oder so. Es war eine turbulente Zeit. Meine Schwester war an Krebs gestorben, ging sehr schnell. Innerhalb eines Monats war sie tot. Ich wollte eine Trauerbegleitung machen bei einer Therapeutin, wurde dann aber nach 2 Stunden "entlassen" mit den Worten "Lesen sie ein Buch übers trauern".

    Dann gings mir schlecht. Monatelang, bis zum kompletten Zusammenbruch. Überweisung zum Therapeuten mit "Anpassungsstörung", Krankschreibung.

    Ich ging dann zu einem andren Therapeuten und psychosomatischen Mediziner in einem. Der sagte mir nach einem Kurztermin (25Minuten) dann "Es ist nicht nur die Trauer. Sie haben eine mittelgradige Depression. Ich verschreibe ihnen etwas. nächste Woche Mittwoch wieder?".
    Und ich war erleichtert. Das Kind hatte einen Namen. IRGENDWER würde sich jetzt darum kümmern. IRGENDWER würde mich wieder zusammenpuzzeln.
    Ich war nicht mehr alleine mit der Last.

    Xirain schrieb:

    Ich habe verschiedenes ausprobiert. Damals half mir in der akutphase allerdings, ein online Tagebuch. Dort schrieb ich meine Gedanken und Gefühle auf, genau so, wie sie in meinem Kopf waren. Und hinterher VERBOT ich mir, weiter darüber nachzudenken. Die Gedanken waren ja da, SOLLTE ich sie brauchen (tat ich nie...)

    Ich habe dort übrigens neulich reingelesen... und mir tat die Person, die das geschrieben hat Leid. Ich konnte mich nicht mehr mit ihr identifizieren. Wenn ich das Tagebuch lese, ist es als würd ich einer Fremden dabei zusehen, wie sie im Leben scheitert.

    Einerseits ist das gut, denn das zeigt sehr deutlich, wie gut es mir jetzt geht.

    Andererseits hab ich auch nicht mehr die gleiche Empathie wie damals für solche Probleme. wenn ich dir also zu nahe treten sollte mit Worten, weil ich Probleme jetzt konkreter benenne oder so, gib mir einfach Bescheid, dann verpiesel ich mich aus deinem Thread. (Ich bin härter geworden durch die Therapie...viel härter.)

    Plüschbiest schrieb:

    Hast du eine offizielle Diagnose?

    Wenn nicht, solltest du das abklären lassen.

    Du leidest aber vermutlich an Überforderung, Antriebslosigkeit und Prokrastinatiion.

    Das können alles Symptome einer Depression sein.

    Das ist nichts wofür man sich schämen muss.

    vielen Dank für eure Antworten.

    Ich glaube dass der Hauptfaktor der Tod meiner Mama vor 20 Jahren war. Ich war damals 18. Ich habe ihr damals Briefe geschrieben. Zuerst täglich, irgendwann würde es weniger. Zeitgleich habe ich aber angefangen in mehreren Musikgruppen mitzuspielen. Das hat mir auch sehr viel Spaß gemacht, aber andererseits glaube ich, dass ich mich auch orgendwie betäubt habe. Als ich dann meinen Mann kennen gelernt habe bin ich zu ihm gezogen. Ich habe einen kompletten Neuanfang gemacht mit Job, neue Freunde usw. Das ist mir damals nicht leicht gefallen. Dann würde mein Mann schwerstkrank, er bekam eine Art chronische Leukämie. Die Zeit bis zur Diagnose war die Hölle. Ich hab mir immer gesagt bleib stark, damit er eine Stütze hat. Er hat auch seine Zeit gebraucht bis er das akzeptiert hat. Dann ist vor ca. Zwei Jahren eine Kollegin an Krebs erkrankt. Sie hat viel gekämpft, aber leider den Kampf verloren. In dieser Zeit hat noch eine Freundin gegen Den Krebs zu kämpfen. Sie gewann den Kampf, aber in dieser Zeit musste ich wieder häufiger an meine Mama denken. Ich hab mir immer vorgestellt wie mein Leben verlaufen wäre mit ihr. Sie hat alle Srztbesuche mit mir gemacht. Sie war DER Ansprechpartner für mich. Mein Papa war halt, da aber mehr nicht.

    So meinst das X-\

    Klar ich hab vom Neurologen einen Plan bekommen wie ich meine Medikamente aufdosieren muss. Das ist die eine Baustelle.

    Bisher hatte ich eine Sitzung beim Psych und das war erst mal eine BEstandsaufnahme. ER hat dann auch gemeint, dass ich es mir langsam angewöhnen muss bestimmten Kleinigkeiten eine gewisse Regelmäßigkeit zu verleihen.

    Das strengt mich momentan noch an, aber es wird langsam aber stetig.