Depressionen und Gedächtnisstörungen

    Ich habe massive Probleme damit mir Informationen zu merken. Ich vermute, dass das durch Depressionen verursacht wird und hoffe, dass sich meine Gedächtnisleistung nach einer erfolgreichen Behandlung wieder normalisieren lässt.


    Ist eigentlich bekannt, ob eher die Aufnahme neuer Informationen durch psychische Probleme gestört wird, oder aber das Hervorrufen von bereits gespeicherten Informationen, oder doch beides?


    Ganz platt gefragt: Verschwinden all diejenigen Dinge, die man in depressiven Phasen liest, hört, lernt einfach im Nichts, weil man sie gar nicht erst richtig aufnimmt, oder kann man nach einer Normalisierung des Gesundheitszustandes auch verhältnismäßig normal auf sie zugreifen?

  • 30 Antworten

    Ich kann dir keine Antworten auf die Hintergründe geben, aber meiner Erfahrung nach würde ich sagen, dass die Info während depressiver Phasen gar nicht erst aufgenommen wird. Bei mir kam da nichts wieder hinterher. Ich stelle mir vor, dass das Hirn in so einer Phase so überlastet ist, dass die Info gar nicht wirklich ankommt. Ich weiß aber nicht, ob das bei allen so ist. Wenn es dir besser geht, wird aber auch das Lernen/Behalten wieder einfacher.

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    Ich kann dir keine Antworten auf die Hintergründe geben, aber meiner Erfahrung nach würde ich sagen, dass die Info während depressiver Phasen gar nicht erst aufgenommen wird.

    Ist auch meine Erfahrung - sozusagen links rein, rechts wieder raus, weg isses. Man nimmt nur eine generell bessere Erinnerung wahr, wenn man da allmählich raus kommt.

    Danke, dass ihr eure Erfahrungen teilt. Das demotiviert natürlich enorm. Schwere Depressionen sind somit wirklich nur verschwendete Lebenszeit :(v

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    Kognitive Einbußen sind typisch für Depressionen, nach Abheilen der Krankheit wird das wieder besser.

    Das hoffe ich so sehr! Man lebt sonst wie ein kompletter Idiot :-X

    Ja geht mir auch so. Wie ein Brett vorm Hirn. Wobei bei mir ein Trauma dazukommt und ich glaube deshalb ist mein Gehirn schlimmer k.o.. Muss zum Dr...

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    Das hoffe ich so sehr! Man lebt sonst wie ein kompletter Idiot :-X

    Keine Sorge, das merkst du auch schon, wenn du Antidepressiva einwirfst. Wenn das Zeug richtig wirkt, hat man gefühlsmäßig ein Gehirn wie ein Elefant! ;-D

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    Ja geht mir auch so. Wie ein Brett vorm Hirn. Wobei bei mir ein Trauma dazukommt und ich glaube deshalb ist mein Gehirn schlimmer k.o.. Muss zum Dr...

    Unbedingt! Ich hoffe dir kann schnell geholfen werden :)z

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    Keine Sorge, das merkst du auch schon, wenn du Antidepressiva einwirfst. Wenn das Zeug richtig wirkt, hat man gefühlsmäßig ein Gehirn wie ein Elefant! ;-D

    Ich habe schon ein paar ADs durch und bisher gab es keine Wirkung. Die Hoffnung bleibt!

    Escitalopram hilft. Sonst hat mir auch nichts geholfen. Ob das Gehirn dann besser ist. eher nein. Ich merk das dann auch selbst nicht so sehr wenn es kakt. Kennst Du das? so stell ich mir leichte Demenz vor. :[]

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    Keine Sorge, das merkst du auch schon, wenn du Antidepressiva einwirfst. Wenn das Zeug richtig wirkt, hat man gefühlsmäßig ein Gehirn wie ein Elefant!

    Im Ernst? Bei meinen hat das nicht funktioniert. Mir wurde aber auch ans Herz gelegt, noch was anderes zu probieren. Vielleicht sollte ich das doch tun. Aber bei den anderen hier klappt das ja nicht oder? ":/


    Was die verschwendete Lebenszeit angeht: Wenn es um kognitive Leistung geht, so gebe ich dir recht. Aber ich habe ein paar andere Dinge gelernt, die durchaus auch wertvoll waren. Auch wenn ich natürlich gerne darauf verzichtet hätte, und gerade auch wieder gerne verzichten würde. War aber nicht nur komplett verschwendet im Rückblick wollte ich damit sagen. Also ein bisschen motivieren @:)

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    Im Ernst? Bei meinen hat das nicht funktioniert. Mir wurde aber auch ans Herz gelegt, noch was anderes zu probieren. Vielleicht sollte ich das doch tun. Aber bei den anderen hier klappt das ja nicht oder? ":/

    Also bei mir hats schon geholfen, zumindest zu einem gewissen Grad. Bin auch deutlich aufmerksamer für meine Umwelt geworden, weil ich endlich wieder Ressourcen frei hatte. Vielleicht war das aber auch wirklich eine ganz individuelle Wirkung und deshalb nicht zu verallgemeinern? ":/

    Ich denke auch, dass das Gehirn in solch einem Zustand eher auf "Standby" steht oder einfach komplett überfordert ist. Letzteres tritt auf mich jedenfalls zu.


    Ich habe enorme Probleme mir einfache Dinge zu merken


    z.B. wenn es heißt "schönen Gruß an deine Eltern"


    -ne minute später vergessen


    oder jemand am telefonat seinen Namen sagt


    - sekunden später keine Ahnung wie er heißt, wenn er unbekannt war


    im Club jmd kennenlernen


    - ne minute später: wie hieß sie gleich nochmal??


    Kannst du mal schnell das machen


    - ja mach ich gleich! - ne minute später: sch*** irgendetwas hätte ich machen sollen...


    Wenn ich glück habe, fällt es mir Tage später wieder ein, wenn es eh schon zu spät ist....


    Etwas hilfreich ist es für mich, dass ich mir oft Zettel schreibe oder etwas am Handy in ner Notizapp was notiere..


    Aber das soll kein Dauerzustand werden! :/


    Mein Kopf ist in Gedanken mit tausend anderen Dingen beschäftigt, selbst wirke ich oft abwesend...


    Schlimm ist es beim Autofahren, wenn man Gedanklich nicht auf der Straße ist.


    Ich muss mich oft wirklich anstrengen einen klaren Blick zu bewahren.


    Und es ist schwer, sich einem Arzt anzuvertrauen und mit ihm über so manches zu reden...


    Ich wünsch dir jedenfalls viel Glück, dass du da rauskommst aus deinem Tief!

    Depression kann sogar so starken kognitive Störungen mit sich bringen, das ältere Leute fälschlicherweise mit Demenz diagnostiziert werden.


    ADs alleine reichen nicht aus. Dazu gehört einer Psychotherapie.


    Man kann das Gedächtnis mit Strategien verbessern. Z.B. Gedächtnistagebuch (man schreibt alles auf was man gerade gemacht hat und liest es am nächsten Tag durch). Ein Kalender anschaffen, ist auch sinnvoll und nicht nur kurzen Einträge im Handy.

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    Escitalopram hilft. Sonst hat mir auch nichts geholfen. Ob das Gehirn dann besser ist. eher nein. Ich merk das dann auch selbst nicht so sehr wenn es kakt. Kennst Du das? so stell ich mir leichte Demenz vor. :[]

    Exakt! Ich denke mir auch immer, dass so eine beginnende Demenz-Erkrankung sein muss.


    Tatsächlich habe ich einen Erfahrungsbericht eines Mensch gelesen, dessen Partner Demenz hatte und diese Person schrieb, dass die ersten Symptome rückblickend schon Jahrzehnte zuvor erkennbar waren. Und die Beschreibung dort passt 1 zu 1 auf mich.


    Trotzdem glaube ich eher an psychische Probleme bei mir.

    Zitat

    Im Ernst? Bei meinen hat das nicht funktioniert. Mir wurde aber auch ans Herz gelegt, noch was anderes zu probieren. Vielleicht sollte ich das doch tun. Aber bei den anderen hier klappt das ja nicht oder? ":/


    Was die verschwendete Lebenszeit angeht: Wenn es um kognitive Leistung geht, so gebe ich dir recht. Aber ich habe ein paar andere Dinge gelernt, die durchaus auch wertvoll waren. Auch wenn ich natürlich gerne darauf verzichtet hätte, und gerade auch wieder gerne verzichten würde. War aber nicht nur komplett verschwendet im Rückblick wollte ich damit sagen. Also ein bisschen motivieren @:)

    Meinst du soetwas wie Bewältigungsstrategien?

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    Also bei mir hats schon geholfen, zumindest zu einem gewissen Grad. Bin auch deutlich aufmerksamer für meine Umwelt geworden, weil ich endlich wieder Ressourcen frei hatte. Vielleicht war das aber auch wirklich eine ganz individuelle Wirkung und deshalb nicht zu verallgemeinern? ":/

    Ich glaube Erkrankungen dieser Art verlaufen immer so individuell, dass man sowieso gar nichts verallgemeinern kann.

    Genau so geht es mir auch! Wobei ich zugeben muss, dass mich diese Alltags-Dusseligkeit weniger stört, als das Gefühl der Dummheit. Ich weiß einfach sehr sehr wenige Dinge, was das Allgemeinwissen angeht. Bei Themen, die ich eigentlich kenne, weiß ich immer nur "Da war doch was!", muss die Information aber doch immer wieder erneut nachschauen.


    Und dagegen kann man eben so gut wie gar nichts tun :-(

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    Schlimm ist es beim Autofahren, wenn man Gedanklich nicht auf der Straße ist.


    Ich muss mich oft wirklich anstrengen einen klaren Blick zu bewahren.

    Bei mir ist es sogar so, dass ich mir in diesem Zustand nicht zutraue Auto zu fahren. Und das ist schon so lange so, dass ich nichteinmal den Führerschein gemacht habe |-o

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    Und es ist schwer, sich einem Arzt anzuvertrauen und mit ihm über so manches zu reden...


    Ich wünsch dir jedenfalls viel Glück, dass du da rauskommst aus deinem Tief!

    Danke ich dir (euch allen, die das lesen) auch :)z