Depressiver Partner

    Guten Tag, dies ist mein erster Beitrag hier.

    Mein Mann ist leider depressiv. Mal ist es einige Zeit besser und man denkt, es ist weg und plötzlich taucht es wieder auf. Ich weiß ihm leider oft nicht zu helfen. Heute liegt er schon den 2. Tag komplett im Bett. Er will nicht mal essen oder noch schlimmer nichts trinken. Medikamente nimmt er derzeit auch keine und er schickt mich sofort aus dem Zimmer. Hat einer auch ähnliche Erfahrungen? Ich würde mich gern austauschen und auch wissen, wann es mit dem Trinken kritisch wird und wie ich dann vorgehen muss bzw sollte. Er tut mir sehr leid, aber ich bin auch traurig und versuche auch es von unserer Tochter, die 1 Jahr alt ist, fern zu halten. Danke für eure Beiträge!

  • 19 Antworten
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    Ist er in Behandlung? Krank geschrieben? Hat er eine Psychotherapie gemacht? Wenn ja, mit welcher Ausrichtung?


    Du schreibst er nimmt zurzeit keine Medikamente, hat er sie selbst ohne ärztliche Anweisung abgesetzt?

    Kannst du Kontakt zu seinem behandelnden Hausarzt/Psychiater aufnehmen um dich über das weitere Vorgehen abzustimmen? Ev. ist ein Hausbesuch des Hausarztes nötig um alles in die Wege zu leiten.


    Ich gehe davon aus das du ihm mehrfach am Tag anbietest, zu essen und zu trinken?

    Er klingt wirklich sehr krank und ich würde nicht darauf vertrauen dass er da selbst wieder raus findet. Auch eurer Tochter zuliebe.

    Wenn er mehrere Tage nichts isst und trinkt ist das selbst gefährdendes Verhalten, ich würde ihm dann androhen, den Rettungsdienst zu rufen, wenn er nicht bereit ist, mit dir zum Hausarzt zu fahren um sich helfen zu lassen.


    Ich würde dann wohl auch wirklich den Rettungsdienst rufen, allerdings weiß ich nicht, ob das Verweigern von Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme für eine Zwangseinweisung in die geschlossene Psychiatrie ausreicht. Lies dich dazu am besten im Internet vorsorglich ein.


    https://www.minilex.de/a/vorau…ine-psychiatrische-Klinik


    Es klingt wirklich als bräuchte er dringend Hilfe. Erwarte in seinem aktuellen Zustand keine aktive Mitwirkung an seiner Genesung von ihm, das kann er nicht.

    Ich möchte dir Mut machen, ich habe mehrfach schwer Depressive erlebt die wieder ganz gesund wurden und ein weitestgehend normales Leben führen konnten, meist nach langer (oft lebenslanger) medikamentöser Behandlung und begleitender Psychotherapie. @:)

    Rhelia schrieb:

    Lobby

    Du hast keine Ahnung von Depressionen.

    Einem schwer depressiven Menschen die Pistole auf die Brust zu setzen, kann einer Suizidaufforderung gleich kommen. Da kann man nur mit dem Koppf schütteln.

    So ein Krampf. Ich hatte selbst schon schwere Depressionen,


    und wenn ich da nicht gesagt bekommen hätte, entweder du raffst dich auf und holst dir Hilfe oder...


    würde ich heute vielleicht auch wie der Mann der TE im Bett liegen und nichts, null, ändern.


    Selber als Partner daran krank werden ist besser?

    Rhelia schrieb:

    Du hast keine Ahnung von Depressionen.

    Einem schwer depressiven Menschen die Pistole auf die Brust zu setzen, kann einer Suizidaufforderung gleich kommen. Da kann man nur mit dem Koppf schütteln.

    Dem möchte ich mich uneingeschränkt anschliessen.

    lobbie schrieb:

    Du solltest iuhm die Pistole auf die Brust setzen, entweder sich einweisen laassen, auf jeden Fall Hilfe suchen!,


    oder aber du bist konsequent und gehst mit eurem Kind.


    Wenn du das so weiterlaufen lässt, von alleine wird nichts besser werden.

    Ich kann dem nur zustimmen.:)^


    BettyLara schrieb:

    Er tut mir sehr leid, aber ich bin auch traurig und versuche auch es von unserer Tochter, die 1 Jahr alt ist, fern zu halten. Danke für eure Beiträge!

    Du klingst auch sehr niedergeschlagen und passiv. Gehst du arbeiten oder bist du zu Hause? Ist dein Mann berufstätig oder kommen Existenzängste auch dazu?


    Wie schon erwähnt, kann ich lobbie nur zustimmen. Falls dein Mann nicht in Behandlung ist, dann ist es das mindeste, was er tun kann, eine Therapie zu machen. Du bist sowieso schon belastet und falls er nicht so schnell auf die Beine kommt, wohl die Verantwortliche, euch zu erhalten.


    Hast du eine Unterstützung? Freunde, Familie?


    So traurig es ist, dass dein Mann krank ist, so kann es ihm nur wieder besser gehen, wenn er sich behandeln lässt. Heißt aber für dich, jetzt mal das Zepter in die Hand zu nehmen, da wohl nicht wirklich beziehungsfähig ist und auch seine Verantwortung als Vater und Ehemann auszufüllen.

    @ lobbie:

    Ohne Worte! Du hast neulich sehr vehement in einem Faden Rücksichtnahme gefordert - vielleicht mal selber zeigen?

    Egoismus? Rücksichtslosigkeit? Energieräuber? Sorry, da fehlen mir die Worte. Ja, ein depressiver Partner belastet. Jede Krankheit belastet eine Beziehung, aber niemand tut es mirt Absicht oder aus Rücksichtslosigkeit.

    Ja es stimmt, dass der Kranke selber aktiv werden muss - aber manchmal muss ein Betroffener einfach an die Hand genommen werden. Der Weg gezeigt werden, den er selber nicht mehr sieht.



    @ Betty Lara:

    Deine Mann ist krank und es ist nachvollziehbar, dass Du Dir Sorgen machst. Gar nichts zu trinken ist auch eine Situation, die kritisch ist und ein vorsichtiges Vorgehen schwierig macht. Wäre es nicht so akut, würde ich vorschlagen: Hausarzt informieren. Sozialpsychiatrischen Dienst des örtlichen Gesundheitsamtes informieren und um Hausbesuch bitten. Die finden oft einen anderen Zugang, als man es als direkter Angehöriger kann.

    Allerdings würde das alles erste nächste Woche in Angriff genommen werden können, was bei komplettem Nichttrinken zu spät ist.

    Ich würde daher liebevoll, aber deutlich mit Deinem Mann reden. Im Sinne von "Ich weiß, es geht dir nicht gut, aber ich mache mir große Sorgen. Ich weiß, dass du gerade keine Kraft hast und keinen Ausweg mehr siehst, aber es gibt ihn. Bitte trink und iss etwas und lass und nächste Woche gemeinsam nach Hilfe schauen".

    Wenn er dann nicht reagiert, nicht trinkt: Wirklich über 112 den Rettungsdienst rufen und die Situation schildern. Evtl. geht Dein Mann freiwillig mit, evtl. nicht. Dann könnte eine Zwangseinweisung eine Option sein. KÖNNTE, denn die Einschätzung, wie stark die Selbstgefährdung gerade ist, variiert leider von Richter zu Richter (und der entscheidet).


    Kurzum: Du solltest tatsächlich handeln. Aber nicht böse, nicht vorwurfsvoll. Sondern mit Verständnis.


    Und EUCH BEIDEN möchte ich folgende Dinge empfehlen:

    1.


    2. https://www.hogrefe.de/shop/ratgeber-depression-86768.html

    3. https://www.amazon.de/Mein-sch…-1&keywords=schwarze+hund

    4. https://www.amazon.de/Mit-dem-…-2&keywords=schwarze+hund


    V.a. das Video solltet Ihr mal gemeinsam ansehen!

    sunflower.



    Ich rede von Depressiven, die es sich in ihrer Komfortzone bequem gemacht haben,


    denen es sehr gepflegt sch...egal ist, wie es den Partnern damit geht.


    Mit Teechen kochen und alle Stunde nachfragen, wie es ihm jetzt geht, ist das nicht getan!


    Da ist eine junge Mutter!


    Aber dass die Depressiven hier zusammenhalten und lieber der jungen Frau ein 2. Kind statt Partner zumuten würden, passt zu meiner Meinung mehr als sehr gut.

    Energievampire. Alles dreht sich nur um sie.


    Natürlich muss der Mann etwas tun gegen seine Depressionen!


    Und wenn er nichts macht, soll sie halt leiden, das ist euch dann egal???

    lobbie : bleib mal auf dem teppich (!)


    ziemlicher unfug was du da von dir gibst, milde ausgedrückt.


    erstmal muss sich der partner bewusst sein, dass er hilfe braucht, dann muss man auf ursachenvorschug gehen und nach lösungsmöglichkeiten suchen mit professionellen hilfe (psychotherapie, psychiater)


    bei mir hat es drei jahre gedauert um aus dem sumpf zu kommen und ich habe viele gut gemeinte tipps bekommen. letztendlich muss jeder seinen eigenen weg gehen in seinem eigenen tempo, nicht mit der brechstange :(v

    Ich habe nichts von Teechen kochen und alles tolerieren geschrieben. Wenn Du es so lesen willst: Bitte sehr. Ich lese Arzt, Rettungsdienst, Sozialpsychiatrischer Dienst und liebevller Druck.


    Ich bin beruflich in dem Bereich unterwegs und weiß, wie es Menschen geht, die es eben nicht mal mehr schaffen, aufzustehen. Zwei Tage depressiver Rückzug ins Bett hat NICHTS mit "in Komfortzone bequem machen" zu tun. Da ist jemand SCHWER krank (dann das gar nicht aufstehen ist Hinweis auf eine SCHWERE Depression). Und braucht Hilfe. Inkl. Hilfe, sich Hilfe zu holen.

    Das hat nichts mit "Partner als 2. Kind" zu tun. Sondern mit einem Partner, den man mit lliebevollem, auf Verständnis basierenden Druck dazu bringen muss, Hilfe zu holen. Der vielleicht nicht mal mehr erkennt, dass Hilfe Sinn macht. Das schuldet man einem Partner in der Situation.


    Wenn ich das "Energievampire" lese und den verächtlich-ignoranten Unterton, macht mich das sehr wütend. Denn der Mann liegt wohl kaum genüßlich-faul im Bett. Sondern er erkennt NULL Sinn mehr darin, aufzustehen. Hat NULL Kraft dafür. Erkennt vielleicht selber noch, dass er an so etwas Simplem wie "Aufstehen" scheitert - was die Negativspirale befeuert. Aber da kann man doch gerne noch nachtreten und ihn als rücksichtslosen Energiesauger betiteln.

    Es steht außer Frage, dass das so kein Dauerzustand ist. Aber das Leiden fängt beim Betroffenen selber an. Der leidet nämlich auch und räkelt sich nicht aus Faulheit im Bett. Er schickt die TE ja sogar raus und will gar nichts von ihr!

    Ob eine Nahrungsmittel und Trinken verweigerung ausreicht für einen Rettungsdienst zu holen ausreicht kann dir nur der Rettungsdienst am Telefon sagen.

    Ich finde es schon alamierend was du schreibst, zumal es schon zwei Tage so geht und es schon an einem Suizidversuch grenzt, du leidest ja schließlich mit.

    Ich möchte lobbie in Teilen zustimmen.


    Während der Trend früher "jetzt reiß dich mal zusammen du faule Sau" war, ist er heute eher "du hast eine Depression, also kannst du dich ja gar nicht (sic!) aufraffen".


    Ich finde beides nicht zielführend, denn das eine entmutigt und produziert zusätzlichen Stress, und das andere lädt dazu ein, es sich in seinem Elend so richtig bequem zu machen und darin zu suhlen.


    Ein Mittelweg wäre nicht schlecht. Oder noch besser - Kopfstreicheln oder ein Arschtritt jeweils zur richtigen Zeit.

    Sunflower_73 schrieb:

    Ich würde daher liebevoll, aber deutlich mit Deinem Mann reden. Im Sinne von "Ich weiß, es geht dir nicht gut, aber ich mache mir große Sorgen. Ich weiß, dass du gerade keine Kraft hast und keinen Ausweg mehr siehst, aber es gibt ihn. Bitte trink und iss etwas und lass und nächste Woche gemeinsam nach Hilfe schauen".


    Das Wischi-Waschi-Gerede sagt doch nichts anderes aus, als auch lobbie geschrieben hat.

    Und natürlich sind psychisch gestörte Partner Energieräuber, wenn die Partnerin plötzlich seine Mutter spielen muss. Ist natürlich auch unglaublich attraktiv für eine Ehefrau.


    Wenn sie anfängt Therapeutin zu spielen, wirds aber gefährlich, weil sie ist keine ist und deswegen kann hier nur ein Arzt helfen. Sie weiß eben nicht, ob er nicht schon dehydriert.


    Auch ist es überhaupt nicht ausgeschlossen, dass ein Satz wie: heb den Hintern und werde gesund bei ihm nicht genau das richtige ist. Bei dem einen ist es das wischi-waschi-gerede und beim anderen eine Ansage. So, wie die TE selbst schreibt, wäre so eine Ansage gar nicht so verkehrt. Sie scheint ihn ja bisher eher darin unterstützt zu haben. Zumindest kenne ich Depressive, die genau diesen Ton brauchen, um in die Gänge zu kommen.

    Sunflower_73 schrieb:

    Ich bin beruflich in dem Bereich unterwegs und weiß, wie es Menschen geht, die es eben nicht mal mehr schaffen, aufzustehen. Zwei Tage depressiver Rückzug ins Bett hat NICHTS mit "in Komfortzone bequem machen" zu tun. Da ist jemand SCHWER krank (dann das gar nicht aufstehen ist Hinweis auf eine SCHWERE Depression). Und braucht Hilfe. Inkl. Hilfe, sich Hilfe zu holen.

    Tja, das kann man glauben oder nicht, ob du beruflich in dem Bereich tätig bist oder nicht. Hier bist du aber genauso Laie wie jeder andere hier. Aber wenn du in diesem Bereich tätig bist, dann wirst du wissen, dass es kein Pauschalrezept gibt. Du denkst an die wischi-waschi-Gerede-Lösung und lobbie an die klare Ansage. Beides ist je nach Person die richtige Lösung. Du kannst aber einfach nicht ausschließen, dass bei einigen, der ARschtritt die richtige Lösung ist. Deswegen sollte sich die TE zuerst mal selbst Hilfe suchen.

    Sunflower_73 schrieb:

    Wenn ich das "Energievampire" lese und den verächtlich-ignoranten Unterton, macht mich das sehr wütend.

    Dann frage ich mich, ob du dich in die Situation der TE hineinversetzen kannst, denn mit einem depressiven zu leben zerrt an der Energie und ich finde es absolut fraglich, der TE nicht zu raten, auf sich zu schauen und zu reflektieren, wofür sie überhaupt Kraft hat, anstatt sie mal einzuschulen, sanft mit dem Partner umzugehen. Was, wenn sie die Kraft gar nicht mehr hat? Sie schreibt doch selbst, dass sie nicht einschätzen kann, wann es für ihn gefährlich wird, wenn er nicht isst und trinkt. Du kannst dich noch so darüber aufregen, er ist ein Energievampir.

    Sunflower_73 schrieb:

    Denn der Mann liegt wohl kaum genüßlich-faul im Bett. Sondern er erkennt NULL Sinn mehr darin, aufzustehen. Hat NULL Kraft dafür. Erkennt vielleicht selber noch, dass er an so etwas Simplem wie "Aufstehen" scheitert - was die Negativspirale befeuert. Aber da kann man doch gerne noch nachtreten und ihn als rücksichtslosen Energiesauger betiteln.


    Es steht außer Frage, dass das so kein Dauerzustand ist. Aber das Leiden fängt beim Betroffenen selber an. Der leidet nämlich auch und räkelt sich nicht aus Faulheit im Bett. Er schickt die TE ja sogar raus und will gar nichts von ihr!

    Wo steht, dass das hier niemand weiß? Nur geht es um die TE und du ignorierst es, weil das Leiden ja beim Betroffenen anfängt. Andere sehen da vielleicht die TE und das Kind, wofür sie die Verantwortung trägt und fangen dort an.

    Joschi68 schrieb:

    Ob eine Nahrungsmittel und Trinken verweigerung ausreicht für einen Rettungsdienst zu holen ausreicht kann dir nur der Rettungsdienst am Telefon sagen.

    Naja, vielleicht ist es ja unterschiedlich, aber hier heißt es in der Ersten Hilfe, dass man da den Arzt rufen muss, wenn man diese Dinge nicht weiß. Für mich also klar - ich rufe die Rettung.

    Melete : „psychisch gestörter partner“ bedeutet für mich „krank“ sein. als ehepartner in einer intakten beziehung steht man seinem partner bei, egal wie sexy oder unsexy die situation sein mag.


    eine psychisch kranke person ist auch kein „energievampir“, er befindet sich in einer ausnahmesituation.


    es gibt keinen grund sich abschätzig über depressive zu äußern