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    "Glaube" ist ein Gehirn-Effekt. Wie alles, von dem wir aufgrund physikalischer (lesbarer) Proklamationen zu wissen vermeinen (es existiere), wird es tatsächlich als bloßes Epiphaenomen (tut nichts) momentan und temporär im Gehirn hervorgerufen. Ein Teil unseres Bewusstseins. Bewusstsein ist Effekt, keine Ursache.

    Die Ursache für das was wir tun, das ist stattdessen das Gehirn "an sich".

    ACHTUNG! Wer mit meinen Proklamationen nicht einverstanden ist, der addiere in Gedanken zu jedem einzelnen meiner Sätze "ich bin der Meinung, dass..." anstatt mich unhöflich anzugehen, persönlich zu werden und zu beleidigen. Es ist ohnehin sinnlos, denn ich werde mein Bewusstsein TROTZDEM manifestieren, im Rahmen der Demokratischen Redefreiheit.

    mond+sterne schrieb:

    Ich habe gerade das umgekehrte Gefühl: Der Glaube an das Gute im Menschen macht mir das Leben schwer.

    Verstehe ich nicht. Kannst du das erläutern?


    Wenn ich nicht an das Gute im Menschen glaube, an was soll ich dann glauben - an das Schlechte?

    Das fände ich nicht gut, denn dann müsste ich jeden fremden Menschen erst mal als potentiell "gefährlich" einstufen, bis er mich vom Gegenteil überzeugt hat. Das fände ich nun weitaus zeitaufwendiger und anstrengender, als ich mit meiner Annahme des Guten falsch machen kann.

    Ich glaube daran, dass gut und böse zutiefst menschliche Konzepte sind, die in all ihrer Individualität und Wankelmütigkeit im Wandel der Zeit nicht abschließend definierbar sind. Als solches glaube ich nicht an die Einteilung in Schubladen. Zumindest nicht im Großen und Ganzen und auf die Allgemeinheit bezogen.

    Das Gute im Menschen ~
    Ja wenn man jung und naive ist dann glaubt man daran noch , ist zu jedem nett da man es von dem Gegenüber auch erwartet und wird dann irgendwann eines besseren belehrt.8-(
    Leben nach dem Motto : Was du nicht willst das man dir tut, das füg auch niemand anderen zu. Hatte meine Mutter immer zu mir gesagt als ich als Teen gemobbt wurde. Habe ich getan und wurde trotzdem weiter gemobbt, danke Mama. :)=
    Heute Vertraue ich kaum noch jemanden außer Sie beweisen mir das ich ihnen Vertrauen kann oder es dauert gar Monate bis Jahre bis ich zu jemanden sagt ich sehe ihn als Freund an. Ich habe so viele Menschen in meinem leben kennengelernt die am Anfang nett waren und am ende die größten Hinterlistigsten ...... (<---- hier beliebiges böses Wort einfügen) X-\Den du lernst eine Person erst mit der Zeit kennen und auch deren Abgründe im Charakter, einige verstecken die gut und man erfährt sie erst wenn man zu der Person schon eine Bindung aufgebaut hat und dann tut es besonders weh.
    Klar gibt es auch ganz Selten das Gegenteil die Menschen mit der Eigenschaft anderen Helfen zu müssen egal ob es sie da durch selber schadet und auch wenn sie dann gegen den Kopf gestoßen werden machen sie weiter und werden meist eben von anderen Ausgenutzt.
    Für mich ist es schwer jemanden den ich kennen lerne sofort als "Guter Mensch" zu betiteln im inneren Hofft man es wenn die Person einen Symphatisch ist das er es ist aber in meinem Kopf bleibt eine mahnende Stimme die warnt das ich aufpassen soll um nicht wieder verletzt zu werden.
    Ich denke in jedem Menschen war mal was gutes kein Mensch kommt böse zur Welt, Erziehung und der Weg des Lebens machen einen Menschen erst zu einem Schlechten Menschen meiner Meinung nach, es schlummert in ihnen ganz tief und vergraben durch Erlebnisse und Erfahrungen. Bei einigen ist es vielleicht sogar noch wach und aktiv aber das kann man ja nicht sehen. So trifft man viele deren gutes schläft und gibt denen deren gutes wach ist keine Chance :=o
    Jetzt hab ich wieder viel zu viel geschrieben. Aber ich hoffe man versteht worauf ich hinaus will :-)

    Jeder Mensch ist egoistisch und handelt letztlich zum eigenen Vorteil, und zwar zu 100%. Allerdings ist es in unserer komplexen Gesellschaft so, dass der eigene Vorteil oft stark mit dem Vorteil anderer korreliert.


    ich würde sagen, es gibt zwei Varianten des Egoismus - den "konstruktiven, sozial integrierten" Egoismus und den asozialen Egoismus, der zugunsten der eigenen Bedürfnisse den anderen schadet, was auf Dauer aber auch für einen selber keine guten Folgen hat.


    Der psychisch gesunde Mensch verhält sich konstruktiv sozial integriert egoistisch. Das wäre das Maximum an "Guten im Menschen" was ich für möglich halte.

    Ich glaube an das Gute im Menschen, auch mit Mitte 40 noch. Allerdings nicht naiv und unkritisch, sondern eher als grundlegendes Konzept.

    Ich schaue berufsbedingt in viele Abgründe, die Menschen zerbrechen lassen. Da ist von alltäglichen Banalitäten bis zum sprachlos machenden Horror alles dabei.

    Dennoch glaube ich an das Gute im Menschen. Nicht in jedem, aber in den allermeisten. Denn selbst in all dem Horror haben Menschen andere gute Menschen erlebt. Es gibt Ausnahmen, aber das sind die "unguten" Menschen für mich: Ausnahmen.

    Ich lasse mich nicht naiv blenden, ich bleibe wachsam - aber die Hypothese ist "Mensch gut bis zum Beweis des Gegenteils".

    Und wenn das Gegenteil eintritt, wird aussortiert, geflucht, getrauert - und es geht weiter. Weil es ja nicht nur den einen Menschen in meinem Leben gibt. Warum soll ich dann das Negative EINER Person all das Positive überschatten lassen? Da weigere ich mich, der Person so viel Macht über mich und mein Leben zu geben.


    Was konkret lässt DICH so hadern?

    Ich glaube an das Gute im Menschen und gehe zunächst davon aus, dass er es gut meint. Jedoch reicht es oft nicht, es nur gut zu meinen, wenn am Ende das "Böse" oder Schaden entsteht. Ich behaupte auch, dass Mensch im Grunde ein "Guter" ist, d.h. dass er am Anfang seines Lebens sehr sozial ist. Diese "Gute Seite" wird aber oft genug im Laufe des Lebens (oft schon innerhalb des ersten Lebensjahres) zerstört und der Mensch fängt oft genug an, anderen böse oder egoistische Absichten zu unterstellen und auch selbst so zu handeln, so dass das in Narzissmus umschlägt. Das liegt oft genug daran, dass bei zahlreichen Menschen böse Eigenschaften durch schlechte Erfahrungen ausgeprägt werden. Oft genug ist eine Umkehr von bösen Eigenschaften kaum noch möglich, weil sie im Laufe der Lebenserfahrung tief "eingebrannt" wurden. Insgesamt denke ich aber, dass das Gute im Menschen bei den meisten Menschen deutlich überwiegt- sonst wären Menschen vermutlich längst ausgestorben. Unter das "Gute im Menschen" verstehe ich Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft (sofern erforderlich und sinnvoll) und Aufmerksamkeit diesbezüglich. Gerade die soziale Ader des Menschen war für den Menschen selbst ein Überlebensvorteil- so entwicklelte sich das soziale Lernen und die gegenseitige Unterstützung und er konnte seine mangelnden körperlichen Stärken ausgleichen. Körperliche Schwäche wurde durch geistige und emotionale Stärke überkompensiert.

    Zitat

    Jeder Mensch ist egoistisch und handelt letztlich zum eigenen Vorteil, und zwar zu 100%.

    Das kann ich so nicht stehen lassen. Es ist Deine persönliche Ansicht, die Du als solche deklarieren solltest.

    Es wird Dich sicher nicht überraschen, dass ich Sensibelmann's Ansicht teile.

    "Glaube" ist halt ein Teil des illusionären Gehirn-Effektes "Bewusstsein" - ein Epiphaenomen anstatt eines kausalen Agenz'.

    Kausal für Aktion ist das Gehirn, bzw. die Aktivitäten, wo sich darin abspielen, welche zum allergrößten Teil ebendt KEIN Bewusstsein erzeugen.

    Das bedeutet, selbst wenn man das Leib (Physik) -Seele (Metaphysik) "-Problem" in der Frage kristallisiert

    "ist dass Bewusstsein die physikalische Gehirn-Aktivität höchstselbst

    ODER ist Bewusstsein ein resultierendes und dann NICHT-physikalisches Epi-Phaenomen VON der physikalischen Gehirn-Aktivität" -

    ändert sich nichts daran, dass man ein bestimmtes Bewusstsein, z.B Glaube, NICHT als kausales Agenz identifizieren kann.

    Ich möchte ergänzen:

    Zitat

    Jeder Mensch ist egoistisch und handelt letztlich zum eigenen Vorteil, und zwar zu 100%.

    Da geht es mir wie Monsti , ich verstehe unter Egoismus das Streben nach dem eigenen Vorteil unter bewusster Inkaufnahme der Nachteile für andere. Wikipedia sieht das aber nur als einen Teilaspekt an:

    Zitat

    „Egoismus“ wird meistens abwertend als Synonym für rücksichtsloses Verhalten verwendet und als „unanständig“ beurteilt. Der Begriff beschreibt dann die Haltung, ausschließlich äußerliche persönliche Interessen zu verfolgen ohne Rücksichtnahme auf die Belange oder sogar zu Lasten anderer. Egoismus wird in diesem Zusammenhang als Gegenteil von Altruismus und Solidarität kritisiert, was allerdings nur dann zutrifft, wenn bei der Beurteilung des Handelns der innere Nutzen gar nicht in Betracht gezogen wird.

    Es gibt aber tatsächlich eine Sichtweise auf den E., die vor allem aus den (MaWi)-Wirtschaftswissenschaften kommt, und vielleicht ist dies die Sichtweise von rr2017 , den "Ethischen Egoismus":

    Zitat

    Ethischer Egoismus kann in einer starken oder in einer schwachen Form formuliert werden: Die starke Formulierung lautet, es sei ethisch verpflichtend, seinen Nutzen zu maximieren, die schwache Formulierung, es sei ethisch zulässig, seinen Nutzen zu maximieren. Wobei die starke Form weitgehend ungebräuchlich ist. Ein Grund ist der performative Widerspruch, dass derjenige, der ethischen Egoismus in seiner starken Form vertritt, anderen raten müsste, die gleiche Maxime zu verfolgen, wenn er seinen Prinzipien treu bleiben wolle. Mit diesem Rat schadet er aber wiederum seiner Möglichkeit, seine Interessen maximal durchzusetzen

    Zitat

    Die schwache Form des ethischen Egoismus ist die Grundlage der Vertragstheorie. Auch in der Wirtschaftsethik spielt ethischer Egoismus eine Rolle. Ökonomische Rationalität wird vielfach als reine Zweck-Mittel-Rationalität verstanden, die dem ökonomischen Prinzip folgt, wonach man mit vorhandenen Mitteln einen maximalen Nutzen erzielen oder ein bestimmtes Ziel mit minimalem Aufwand verwirklichen möchte. Die Konzentration auf eine rein instrumentelle Rationalität führt zu einem ethischen Egoismus, der andere Wertebenen (Gemeinschaft, Solidarität, Freiheit und Gerechtigkeit) und Zielsysteme (Sinn des Lebens, Frieden, Religion) ausblendet.

    Zitat

    Gestützt wird dies durch die Neoklassische Theorie, die belegt, dass unter verschiedenen Annahmen, darunter dem Verhalten der Menschen als Homo oeconomicus, ein Wohlfahrtsmaximum entsteht. Der Homo oeconomicus selbst ist in diesem Modell jedoch kein reiner Egoist. Auch altruistisches Verhalten (z. B. Geschenke) stiften Befriedigung und damit einen Nutzen. Der Homo oeconomicus wird daher solange altruistisch handeln, solange sein Grenznutzen des altruistischen Verhaltens niedriger liegt als dessen Grenzkosten. Daneben wird er auch die Interessen anderer berücksichtigen, aber nur dann, wenn er sich dabei selbst einen möglichen Nutzen verspricht – entweder unmittelbar oder auf lange Sicht. Die Grenze seines Verhaltens verläuft daher nicht zwischen Egoismus und Altruismus, sondern zwischen wechselseitiger oder nur einseitiger Besserstellung.Meine Meinung und Sicht auf die Welt ist das nun nicht. Wir sehen aber, dass vieles in unserer westlichen Gesellschaft, was ich auch gern und oft kritisiere, versucht wiurde und wird, mit wissenschaftlichen Thesen zu stützen.

    Ich selbst glaube an die altruistische Gemeinschaft und die Symbiose (Solidarität) und nicht auschließlich an das Individuum (Einzelwesen) in seinem "Kampf ums Dasein". Das wird ja auch von gleicher Seite offiziell so gemacht, indem, wenn es passt, von "Solidargemeinschaft" gesprochen wird, sonst aber von "Eigenverantwortung" (Lieblingswort der "Liberalen").

    Der Mensch kann mit absoluter Sicherheit nichts anderes, als zu 100% zum eigenen Vorteil zu entscheiden. Selbstverständlich ist das nur meine Sichtweise, aber ich habe daran nicht den geringsten Zweifel. Alles andere würde auch evolutionär gar keinen Sinn machen.


    Allerdings ist es dann in der Tat die Frage, wie man Egoismus definiert. Die etwas banale "Straßendefinition" ist natürlich nicht gemeint. Es ist nunmal in der komplexen menschlichen Gesellschaft so dass der eigene Vorteil zu einem großen Teil korreliert mit dem Vorteil der Gemeinschaft.Generell geht es ja ethisch handelnden, sozial integrierten Menschen besser als narzisstischen Egozentrikern, weswegen wohl ersteres Handeln auch eher zum eigenen Vorteil dient.