Der Kampf gegen die Generalisierte Angststörung

    Sehr geehrte Forenuser,


    ich bin ein 20 Jähriger Industriemechaniker und möchte euch von meiner Leidensgeschichte und dem Kampf gegen die Angststörung näherbringen.


    Seit dem 9 Lebensjahr leide ich an einer generalisierten Angststörung. Damals noch unerkannt und nicht bewusst was das überhaupt zu bedeuten hatte bekam ich abendliche Angstzustände bis hin zur Panikattacke. Dachte aber es sei normal und war am nächsten Morgen immer wieder der alte.


    Mir schien im abend immer alles unreal und ich hatte eine Depersonalisation, die mich auch bis heute noch begleitet aber mit meiner Haupterkrankung, der Angststörung einhergeht.


    mit 16 nach meinem Schulabschluss stand ich eines Morgens auf und hatte extreme Dauerangstzustände und Depressionen. Nach langem gerangel und untersuchungen bei vielen Ärzten stellte sich raus das ich kerngesund sei. Danach kam mir in den Sinn das es vielleicht was Psychisches ist und ich bin zu einem Psychiater. Dieser behandelte mich auch dementsprechend mit einem Psychiotherapeuten und Medikamenten. Es hat 3 anläufe gedauert bis wir das richtige gefunden haben was auch anschlug. Nach ca 4 wochen stetige Einnahme von Citalopram 20mg stabilisierte sich mein Geist wieder einigermaßen und es wurde immer besser, bis es dann ganz wegzuseinscheinte und ich es absetzte nach 3 Jahren.


    Ich kam schnell von dem Medikament weg und alles war soweit Klasse. Mein Leben verlief einigermaßen Perfekt, bis ich nach langen Gesprächen mit meinem HNO Arzt besprach mich einer Nasenscheidewand Operation zu unterziehen. Die OP Verlief eigentlich soweit gut nur hatte Starke schmerzen. Nach 2 Tagen stationären Aufenthalt kam ich nach hause und bekam noch am selben Abend eine Panikattacke und ab dem nächsten morgen schien alles wieder von vorne los zu gehen.


    Depersonalisation, Dauerangstzustand, Schreckhaft, Depressiv....


    Sobald ich das merkte bin ich natürlich gleich wieder zu meinem Psychiater, der mich auch sofort wieder mit 20mg Citalopram behandelte.


    Nach jetzt 8 Wochen dauerqualen scheint das Medikament endlich wieder zu wirken und mich in einen annehmbareren Zustand gebracht zu haben. Das dauerhafte grübeln und die dauerhafte Angst hat sich ziemlich gelegt und ich bin extrem froh darüber. Natürlich bin ich noch nicht in meinem Ausgangszustand aber ich arbeite weiter und kämpfe. Fange jetzt eine Kognitive Verhaltenstherapie an falls es wieder soweit kommen sollte und das denke ich wird es noch im laufe meines Lebens.


    Der grund warum ich diesen Text hier verfasse ist den Leuten die das gleiche Schicksal wie ich teilen mut zuzusprechen.


    Glaubt mir in meinem Kopf haben sich Gedanken im Kreis gedreht wie:


    Werde ich jetzt verrückt?


    Mir kann eh keiner mehr helfen.


    Was passiert wenn ich doch nichtmehr der alte werd?


    Ich hatte auch Angst vor mir selbst und das ich mir etwas antue und das hat mich wiederum auch in Panik versetzt.


    Diese Krankheit bzw dieser Dämon in dir drinnen der dich Niederstreckt und dich versucht in den Abgrund zu ziehen. Wo du absolut nicht den hauch einer chance hast... wo dich glauben lässt alles ist verloren und du bist ein niemand... wo dir das Gefühl gibt das alles schlecht ist... Wo dir zeigt und dich glauben lässt das er unbezwingbar ist...


    Ist er aber nicht. Ich habe es selbst durchlebt hatte mir zum zweiten mal nicht vorstellen können wieder normal zu sein .. hatte fast die Hoffnung aufgegeben.. aber ich bin auf dem Weg der besserung..


    Dieser Dämon verarscht euch von vorne bis hinten und zeigt euch eine Welt die eigentlich garnicht existiert. Eine andere Gefühlswelt quasi. Lasst euch nicht unterkriegen ihr seid nicht allein.


    Falls jemand ähnliches durchgemacht hat kann er hier gerne antworten


    "a little bit broken, but im not the only one".