Die Lächerlichkeit des Daseins

    Hallo ihr,


    vielleicht klingt der Titel des Threads etwas eigenartig, aber genau das ist es, was mir momentan immer wieder passiert: Ich überdenke, wie lächerlich alles ist.


    Mir macht das Angst, dass ich das Leben manchmal so unterschätze.


    Ich finde dann alles so lächerlich, die Liebe, das Leben. Nicht im depressiven Sinne, eher... hm, keine Ahnung?


    Alles Zwischenmenschliche verliert an Bedeutung und immer öfter schießen sich Gedanken ein, was passieren könnte, um die Situation zu verändern, mit welchem Verhalten ich plötzlich alles auf den Kopf stellen könnte, teilweise fast schon Gewaltphantasien.


    Kennt ihr das? Ist das auf irgendeine Art und Weise denn normal?


    *:)

  • 43 Antworten

    Hast grad Camus glesen? ;-)


    Wenn nicht, dann solltest du das nachholen. "Der Mythos des Sisyphos" - passt zu deinem aktuellen Gemütszustand. :)


    Ich wünsche dir viele hilfreiche Antworten.

    Nein, habe ich nicht, aber sollte ich vielleicht mal.


    Das ist halt voll das blöde Gefühl und das nicht nur gerade, sondern schon eine ganze Weile.


    Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich diesen meinen Zustand richtig beschreibe.

    Ich musste bei Camus erstmal nach den deutschen Titel suchen, weil ich die nur auf Französisch kenne.


    Der Fremde


    «Mir wurde klar, dass ich das Gleichgewicht des Tages zerstört hatte, die außergewöhnliche Stille eines Strandes, an dem ich glücklich gewesen war. Da habe ich noch viermal auf einen leblosen Körper geschossen, in den die Kugeln eindrangen, ohne dass man es ihm ansah. Und es war wie vier kurze Schläge, mit denen ich an das Tor des Unglücks hämmerte.»


    Die Geschichte eines jungen Franzosen in Algerien, den ein lächerlicher Zufall zum Mörder macht, wurde 1942 im besetzten Frankreich zu einer literarischen Sensation. Der Roman bedeutete den schriftstellerischen Durchbruch für Albert Camus und gilt heute als einer der Haupttexte des Existenzialismus.


    Bei Amazon zu finden - Links werden hier ja neuerdings gelöscht.

    @ Alis

    Ich hatte seit Mai eine sehr stressige Zeit und währenddessen sogar Derealisationsstörungen. Ich fühlte mich völlig fehl am Platz und alles erschien mir total unrealistisch um mich herum.

    Das mit der Derealisation und Depersonalisation kenne ich nur zu gut.


    Vielleicht sollte ich das wirklich mal lesen!

    @ Alias

    Camus kann einen runterziehen - "normal" war der auf jeden Fall nicht. Wie so viele Schriftsteller und Maler. ;-)


    Kafka ist auch noch so ein Kandidat, der einen runterziehen kann.

    Himmel, Derealisierung, Derealisation, Blabla, Depersonalisierung nicht Depersonalition :D.


    Kafka ist beim letzten Versuch massiv gescheitert und hat mir einen unfreiwilligen nächtlichen Spaziergang im Schlafzustand gebracht. War gar nicht gut, bin nämlich verunglückt und gerade so nicht aufgespießt worden, weil ich dachte, ich sei ein Käfer auf dem Rücken :-D.


    Aber dann bin ich ja schonmal nicht alleine?

    Mit dem Sinn meines Daseins habe ich ebenfalls Probleme.


    Ich frage mich, was das soll? Die längste Zeit seines Lebens ist man tot, bzw. die Zeit um dem Leben drumherum. Ich war im 14th Jahrhundert tot und werde es in rund 2 Jahrzehnten, wenn alles normal verläuft, wieder sein.


    Dazwischen lebt man ein anstrengendes Leben. Ich kapier auch nicht, was das soll. Jedenfalls kapiere ich es nicht, wenn man in der Tat nur einmal leben sollte und das wars.


    Ich kann es auch nicht formulieren, wie ich das meine...ich kapier einfach nicht, was das soll?


    So ein intensives Dasein für Nüsse, weil man ja wieder vergeht. Ich kapier es nicht.

    Ich meine ganz klar nicht die Suche nach dem Sinm des Lebens.


    Ich kann mittlerweile behaupten, dass ich mein Leben mag.


    Nur zwischendurch diese Gedanken machen mir Angst bzw erschrecken mich sehr.

    Alles ganz normal. Das blöde Bewusstsein lässt Mensch manchmal mit seinem Schicksal hadern.


    Und ich fürchte Camus war auch ganz normal und hat einfach mehr vom Leben verstanden als die meisten. - Verdammt. Wir werden alle noch zu Sisyphos :-)

    Ich kenne diese Gedanken auch und finde sie eigentlich vollkommen "logisch". Nichts jedenfalls, was einem Unbehagen bezüglich der eigenen Psyche bereiten müsste.


    Was mich manchmal am meisten fuchst, ist, dass ich nie wissen werde, wie sich das Weltgeschehen entwickeln wird. Ich würde so gerne wissen, wie die Erde in 100, 200 oder 500 Jahren aussehen wird und wie sich die Menschen weiterentwickeln. :-(