Es versucht halt jeder, das beste für sich herauszuschlagen. Deshalb dieses Versteckspiel. Am besten sind ja noch die Leute, die anderen die Fehler anhängen wollen, die sie selber haben, um besser dazustehen.

    Zitat

    Wie meinst du das?


    Ich finde das nicht wirklich als Humor? Mich belastet das teilweise ganz schön, weil es mich aus dem sozialen Leben etwas rauskatapultiert. Zum Glück habe ich meine Impulskontrolle im Griff, zumindest überwiegend, weil manchmal hab ich Einfälle, die mein soziales Umfeld schockieren würden. Ich will das aber nicht...

    Galgenhumor ist ja auch kein fröhlicher Humor, er hat einen bitteren Beigeschmack, und er ließe sich auch so definieren:


    Ich meine: Statt zu weinen oder sogar zu verzweifeln, zieht man lieber etwas ins Lächerliche, offen oder still für sich. Sicher ist das Ganze nicht lustig. Man kann es aber auch als Abwehrhaltung einnehmen, damit man überhaupt irgendwie weitermachen kann.

    Zitat

    Nicht DAS Leben an sich ist lächerlich, sondern was wir daraus machen, wobei, wie ich finde, "lächerlich" ein Euphemismus ist.

    Das trifft es eigentlich schon sehr gut. Nicht das Leben ist lächerlich, sondern nur das, was wir daraus machen.


    Meiner Meinung nach erklärt und beantwortet sich vieles damit, wenn man sich nur genau genug betrachtet, wie der Mensch als Lebewesen funktioniert. Leider ist er dabei manchmal so sehr von seiner sogenannten Intelligenz verblendet, dass er den Wald vor Bäumen, von denen er einst herunter geklettert ist, nicht mehr sieht.


    Dann empfiehlt es sich zuweilen bei den "Nachbarn" nachzusehen. Unsere nächsten Verwandten im Tierreich unterscheiden sich gentechnisch gerade mal um 2%. Erstaunlich ist, was 2% alles ausmachen können. Bewusstsein, Denken, Sprache, Kunst, Kultur und ebenso eine schier unendlich erscheinende menschliche Dummheit.


    Ich würde sagen, dass Leben tut nichts anderes, als sich am Leben zu erhalten, der einzelne Mensch nichts anderes als seine gegenwärtige Existenz, alles andere sind "Lächerlichkeiten" und Eitelkeiten.

    Ich glaube jeder denkt mal so....


    Ich habe mich auch schon oft gefragt, wieso muss ich Abitur machen und dann studieren, um dann ein Beruf zu machen, der mich Zeit und Nerven kostet? Studiert hab ich dann wirklich nicht und ne Ausbildung in einem Beruf gemacht, der mir wirklich Spaß macht. Wofür muss man denn mehr Geld verdienen?Andere leben auch gut und glücklich, obwohl sie "nur" in einem Geschäft an der Kasse sitzen. Was nützt mir ein gut bezahlter Job, wenn mich die Verantwortung Zuhause belastet und ich rund um die Uhr erreichbar sein muss.Reicht es nicht, wenn ich gut über die Runden komme? Wofür die Lebenszeit mit Geld verdienen verschwenden? Wenn man stirbt, ist es egal ob man Schulden hat oder 2 Millionen aufn Konto. Ist es um in der Gesellschaft gut da zu stehen? Wozu muss ich überhaupt Geld verdienen? Um mir ein Auto zu leisten, damit ich zur Arbeit komme? Um Versicherungen zu bezahlen, die eventuell nie gebraucht werden, weil ich das Rentenalter vielleicht erreiche? Wieso kann man nicht einfach Leben, wie man möchte? Was soll das alles, wenn man sowieso irgendwann stirbt. Letztens ist meine Oma gestorben. Immer sparsam. Was wollte sie denn noch mit dem Geld? Mit über 90 hätte sie doch einfach kaufen können, was sie möchte. Alle Kinder stehen gut da. Keiner braucht wirklich das Geld,was da jetzt auf dem Konto liegt.Warum der ganze Stress?


    Wie man sieht, zieht eine Frage, die nächste hinterher. Und so richtig beantworten, kann man den ganzen Kram nicht.


    Erst durch die Geburt meines Sohnes hat mein Leben eigentlich einen Sinn bekommen. Jetzt ist es wichtig, dass ich da bin, damit ich ihn begleiten und unterstützen kann einen Platz in dieser verrückten Gesellschaft zu finde.

    Hallo Evoluzzer,


    die 2% machen nicht so viel aus, wie Du angegeben hast. Tiere haben auch ein Bewusstsein und


    sie können auch denken, wenn auch anders als der Mensch und sie haben auch eine Sprache.


    Und sie sind natürlich auch intelligent !!!!!


    Damit meine ich jetzt nicht nur die Menschenaffen. Zwischen Tier und Mensch, ganz allgemein,


    besteht weitaus weniger Unterschied, als gewöhnlich angenommen. Und auch der Mensch ist


    diversen Instinkten unterworfen.


    Ich gehe noch einen Schritt weiter und behaupte, dass es kein Leben OHNE Bewusstsein gibt.


    Der Mensch sollte sich endgültig die Krone vom Kopf reissen und vom hohen Ross


    heruntersteigen. Der Mensch ist nur ein Lebewesen unter vielen. Nicht mehr und nicht weniger.

    Ich kann die Gedanken der TE vollkommen nachvollziehen. Ich bin mir aber erst seit gut 2 Jahren einigermaßen bewusst darüber, wie stark mich das in meinem Leben beeinflusst.


    Hätte ich meinen Mann und meine beiden Kinder nicht, wäre ich wohl so ein Mensch, der lieber unter der Brücke/im Wald schläft/mit dem Rucksack durch die Welt tourt, als irgendeinen dummen Job zu machen oder zum Arbeitsamt zu gehen.


    Ich will in dieser Tretmühle einfach nicht mitmachen. Selbstversorgermäßig, autark und abgeschieden leben - das wärs.


    Ich hab das Gymnasium verlassen, weil ich keinen Sinn darin sah, den Quatsch zu lernen und jede Ausbildung geschmissen - ich steh mir richtig selbst im Weg, meinen Platz in der Gesellschaft zu finden, weil ich das alles so lächerlich finde.

    @ Anka101

    Da hast du schon Recht, ich wollte es nur nicht so weit ausführen, damit es nicht off topic gerät.


    Die Kirche hat uns lang genug glauben lassen, der Mensch wäre das einzige Wesen mit Bewusstsein. Das ist aber nichts als Selbstüberhöhung. Gleichzeitig sorgte die Kirche mit ihrem Gottesglauben dafür, dass sich der Mensch lange zu wenig Gedanken über seine Existenz gemacht hat, den Menschen in Unwissen gehalten hat über Potentiale und Fähigkeiten, die naturgegeben in ihm stecken.


    Wir sind nicht nur arme kleine Sünder, sondern noch viel ärmere kleine Würstchen, die mit ihrer Existenz hadern und nach einem Sinn ihres Lebens suchend umher irren. Mangels anderweitiger Handlungs- und Verhaltensvorgaben mit der Qualität von natürlichen Instinkten, ist der Mensch dazu "verurteilt" nach Ideologien/Konzepten/Illusionen zu leben, will er seinem Leben eine Richtung/Orientierung geben.


    Den meisten ist nur gar nicht bewusst, dass sie lediglich ihrer Sozialisation entsprechend denken und handeln.


    Hinterfragt man das Ganze, stellt man verwundert fest, dass da gar nichts ist außer Essen, Trinken, Schlafen und Zeitvertreib bis zum Tod.

    Zitat

    Den meisten ist nur gar nicht bewusst, dass sie lediglich ihrer Sozialisation entsprechend denken und handeln.

    Ja.


    Wobei ich selbst hier nicht von Denken sprechen würde. Sie wiederholen, wählen aus von dem, was "angeboten" wird. Ich würde das nicht "denken" nennen.


    Sie suchen sich unter den Gedanken, die Andere vor ihnen gemacht haben, die aus, die "passen".


    Es wird aber nicht so bleiben.


    Wir, d.h. die Menschheit (ihr größter Teil), lebt kaum so, wie sie es rein theoretisch, von ihren Möglichkeiten her, tun könnte.


    Wir sind nicht "entwickelt".


    Von der Steinzeit haben wir uns entfernt. Aber nur einen Steinwurf weit und dieser Stein ist auch nur mit der Hand geworfen.


    Irgendwie ist das sehr traurig.


    Klar, wir erleben auch Schönes. Manchmal sogar große Freude. Als Einzelne.


    Aber schaut man sich den Globus an, die Welt als Ganzes, die Geschichte unserer Spezies, ist das sehr jämmerlich. Jämmerlich vor allem deswegen, weil wir das Potential hätten, aus diesem Planeten ein "Schiff" zu machen, das feiernd durch das Weltall zieht und das Leben besingt.


    Stattdessen morden wir oder lassen es zu, dass massenweise gemordet wird und kaum einer erhebt sich dagegen oder lassen zu, dass Massen im Elend leben und essen zur gleichen Zeit, während andere in diesem Elend leben, unsere Chips vor dem Fernseher und schauen irgendein Massenspektakel.


    Wir schaffen es, vollkommen ungerührt vor dem Elend, in dem Millionen leben, zur gleichen Zeit, während andere Menschen kaum etwas zu essen haben, irgendwelche Weltmeisterschaften zu organisieren, Millionen Gelder werden in den Bau von Stadien und Co. investiert, dann setzen wir uns vor unsere Kisten, umgeben von Leckereien, während Andere in den selben Minuten, Sekunden kaum etwas zu essen haben. DAS wissen wir und blenden es mit hervorragendem "Erfolg" aus.


    DAS ist der heutige Mensch. DAS sind wir. DAS bin ich. Ich nehme mich da nicht aus. Täte ich es, wäre das Selbstbetrug.


    Andere, nach uns, irgendwann.. ich weiß nicht wie sie auf uns schauen werden.


    Mit Schaudern? Mit Entsetzen? Werden sie uns als Barbaren ansehen? Werden sie sich wundern, dass ausgerechnet wir ihre entfernte Vorfahren waren? Ich weiß es nicht.

    Alias, du scheinst mächtig viel Zeit zu haben, gesund zu sein und keinerlei materielle Sorgen zu haben, dass du dir solche Gedanken machen kannst. Die meisten Menschen kommen nicht einmal dazu, darüber nachzusinnen, ob sie sich lächerlich verhalten, weil sie sich nämlich sorgen müssen um ihre Existenz.


    Viel Spaß noch in deinem Elfenbeinturm.

    Man kann nicht sagen, dass früher alles besser war. Aber man kann sagen, dass sich der Mensch geistig nicht


    weiterentwickelt hat. Im Gegenteil. Klar, die technischen und medizinischen Errungenschaften sind


    grandios. Aber wir Menschen sind geistig im Mittelalter hängengeblieben. Die Schauplätze und Methoden


    haben sich geändert. Sonst aber nichts.


    Und was ich ganz besonders lächerlich finde ist, dass wir statt selbst zu denken, denken lassen.


    Und dass wir uns manipulieren lassen. Zum Beispiel werden immer neue Begehrlichkeiten geweckt.


    Und wir machen eifrig mit. Die Gesellschaft wird nach ihrer Konsumfreudigkeit beurteilt.


    Es wird behauptet, Sokrates hätte einmal, als er über den Marktplatz schlenderte, gesagt:


    "Ach es gibt so vieles was ich nicht brauch"


    Aber so darf man als nützliches Gesellschaftsmitglied heutzutage nicht mehr denken. Denn ohne Wirtschaftswachstum läuft gar nichts mehr.


    So sei es.

    Zitat

    Alias, du scheinst mächtig viel Zeit zu haben, gesund zu sein und keinerlei materielle Sorgen zu haben, dass du dir solche Gedanken machen kannst. Die meisten Menschen kommen nicht einmal dazu, darüber nachzusinnen, ob sie sich lächerlich verhalten, weil sie sich nämlich sorgen müssen um ihre Existenz.


    Viel Spaß noch in deinem Elfenbeinturm.


    Lomax

    Viel Spaß dann auch im Hamsterrad.

    Ich finde wahnsinni interessant, wie sich das hier entwickelt.


    Und Lomax, schön wärs ;-).


    Hast du vielleicht mal nachgedacht, dass ich genau zu der Gruppe gehöre und deshalb solche Gedanken habe?


    Überhaupt ging das alles irgendwie in eine ganz andere Richtung als gedacht und was ich eigentlich meinte, glaube ich.

    Wenn gesund sein,Zeit haben und relativ frei sein von materiellen Sorgen schon der "Elfenbeinturm" ist und ziemlich giftig kritisiert werden muss-wenn das alles wäre, hätte ich allerdings auch keine Lust mehr. :-o


    Vielleicht liegt darin die Lächerlichkeit und Abgestumpftheit unserer Gesellschaft,dass man uns die leblose Mühle reinen Funktionierens als alternativlose Normalität eingetrichtert hat.Das ist aber nicht so.


    Ich empfehle für Interessierte den Hirnforscher Gerald Hüther über das Spiel(en).


    Und Wikipedia über "wildes Denken-gezähmtes Denken" und die indigenen Völker im Amazonas.


    Und einen Achtsamkeitskurs.


    Nein,ich bin kein Aluhut! Mit Eso hat das überhaupt nichts zutun,Hüther ist amtierender Universitätsprofessor.


    (Erst recherchieren dann spotten!)


    Ich wünsche allen eine bezaubernde Reise zum ganz alltäglichen Wunder :)* ^^Murphilinus @:)