Ein paar schöne Zitate. Widersprüchlich wie das Leben.

    Zitat

    Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden.


    (Philip Rosenthal)

    Zitat

    Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage.


    (William Shakespeare)

    Zitat

    Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt.


    (Aristoteles)

    Zitat

    Es ist verdammt schwer, einen Menschen zu nehmen, wie er ist, wenn er sich anders gibt, als er ist.(Ernst Ferstl)

    Zitat

    Der Mensch ist frei geboren, und liegt doch überall in Ketten.


    (Jean-Jacques Rousseau)

    Setzen6


    (Im anderen Faden gesehen und hier auch schon mal Thema:) Warum ist dir das so wichtig, ob gestorbene Menschen gluecklich waren? Ist es wichtiger, wenn man im letzten Moment gluecklich ist oder in der letzten Woche, als zuvor?


    Glaubst du, diese "war gluecklich/war nicht gluecklich"-Unterscheidung macht Sinn, ueber ein ganzes Leben gesehen?


    (Ich frage das nicht, um implizit zu sagen, es sei nicht so – mich interessiert, wie du das siehst.)

    Zitat

    Warum ist dir das so wichtig, ob gestorbene Menschen gluecklich waren?

    Es würde mich beruhigen. Es sind egoistische Motive. Ich möchte gerne, dass die Menschen glücklich waren. Kann nicht erklären warum.

    Zitat

    Ist es wichtiger, wenn man im letzten Moment gluecklich ist oder in der letzten Woche, als zuvor?

    Ich glaube, mir ist wichtig, dass der Mensch versöhnt mit seinem Leben ist, egal wann es glücklich / unglücklich war. Dass der Mensch sagen kann: "Es ist ok jetzt zu gehen."

    Zitat

    Glaubst du, diese "war gluecklich/war nicht gluecklich"-Unterscheidung macht Sinn, ueber ein ganzes Leben gesehen?

    In dem Moment, wo es mich beruhigt, macht es für mich Sinn.

    Zitat

    Ich glaube, mir ist wichtig, dass der Mensch versöhnt mit seinem Leben ist, egal wann es glücklich / unglücklich war. Dass der Mensch sagen kann: "Es ist ok jetzt zu gehen."

    Das hiesse eher, der Mensch waere versoehnt mit dem Tod...


    Aber "versoehnt mit dem Leben" finde ich auch eine gute Beschreibung. Besser als "gluecklich/ungluecklich", was den Leuten vermutlich nicht gerecht wird.


    Also wenn ich gleich sterben muesste, wuerde ich jetzt jedenfalls denken, es wuerde mir nicht gerecht werden und meinem Leben.


    Aber wer weiss? Vielleicht sterbe ich mit 90 und dann denke ich auch, mein Leben war gluecklich. Oder ungluecklich. Insgesamt.

    Zitat

    Aber "versoehnt mit dem Leben" finde ich auch eine gute Beschreibung. Besser als "gluecklich/ungluecklich", was den Leuten vermutlich nicht gerecht wird.

    Ja, du hast Recht.

    Zitat

    Also wenn ich gleich sterben muesste, wuerde ich jetzt jedenfalls denken, es wuerde mir nicht gerecht werden und meinem Leben.

    Vielleicht ist das eine gute Erkenntnis für das weitere Leben.

    Zitat

    Aber wer weiss? Vielleicht sterbe ich mit 90 und dann denke ich auch, mein Leben war gluecklich. Oder ungluecklich. Insgesamt.

    Wir werden dann wissen, wenn die Bilanz sowieso nicht mehr zu ändern ist.




    Versuchen wir, Dinge zu tun, von denen wir hinterher sagen können: Gut, dass wir sie getan haben.


    Der Rest folgt dann im Abspann.

    Ist mir mal so eingefallen als ich mit meiner Liebsten in unserer Stammkneipe saß! x:)

    Der Tod, der Glaube und die Vorstellungskraft

    Naja, eigentlich geht's nur um den Tod. Erstmal denke ich, dass wir alle in Frieden sterben wollen und schon während unseren Lebzeiten mehr oder weniger bewusst darauf "hinarbeiten".


    Persönliches


    Meine praktischen Erfahrungen mit dem Tod: Null. Na ja, nicht ganz. Mein Vater ist bereits in den ewigen Jagdgründen – relativ jung gestorben. Habe sein Sterben nicht live miterlebt, sondern ihn erst danach sehen können. Meine "Trauerarbeit" dauerte etwa 10 Minuten – im letzten Jahrzehnt seines Lebens hatten wir kaum noch Kontakt. Er ist an Leberkrebs gestorben, was sicher auch durch seinen Lebenswandel "verschuldet" war. Ich glaube, dass er in den letzten Tagen seines Lebens ausgiebig sein Leben hat Revue passieren lassen. Und ich glaube, dass er nicht besonders "glücklich" darüber war. Mein Vater war Wissenschaftler und Atheist. Glaube, Religion und Philosophie waren die "Wissensfelder" mit denen er überhaupt nichts anfangen konnte, am Ehesten vielleicht noch mit Philosophie. Vielleicht hätte ihm eines von den Dreien in seinen letzten Stunden "geholfen" – schwierig zu sagen. Mein Vater hatte in seinem Leben ziemlich viel gemacht und das Leben in vollen Zügen genossen – ziemlicher Sturkopf in dieser Richtung. Meines Erachtens war mein Vater kein schlechter oder böser Mensch, aber viele Dinge hat er vernachlässigt bzw. einfach nicht gut hinbekommen, nicht so, wie er es im Rückblick wohl gerne gehabt hätte. Hinter seinen durchaus mit Bedacht getroffenen Entscheidungen stand er sicherlich jeweils, doch hätte sich im Nachhinein wohl ganz andere "Verläufe" gewünscht. Er war ein gebildeter, bewusster und reflektierter Mann. Hätte er also gewisse Dinge nicht vorher absehen und somit besser machen können? Offensichtlich – aus irgendeinem Grunde – nicht.


    Eine Besonderheit


    Eines Morgens in meiner Küche wurde mir bewusst, dass ich schon tot bin bzw. in Kürze sein werde.

    Im intensivsten Moment des Bewusstseins, dass ich schon
    tot bin, verlief auf einmal alles plötzlich wie im Zeitraffer und ich sah unzählige Orte und Abläufe gleichzeitig, und es machte Klick – besser kann ich das nicht beschreiben. Ich glaube, es war ein "Vorgeschmack" auf das, was passiert, wenn man wirklich stirbt.


    Allgemeineres


    Ich denke, man kann den Tod auf verschiedene Arten und Weisen sehen, wobei jede mehr oder weniger "legitim" ist. Ich selbst sehe den Tod nicht zwingend als Ende des Lebens. Eher sehe ich den Tod als Teil des Lebens, bzw. umgekehrt, das Leben als Teil des Todes. Gut, das geht in den Bereich des Metaphysischen – Gedankenspielerei, wenn man so will.


    Genaugenommen habe ich vom Tod an sich ein genauso unklares Bild wie viele andere auch. Doch wo das Wissen aufhört, da beginnt der Glaube, und den soll jeder so handhaben, wie er es für richtig fühlt bzw. empfindet.


    Ich glaube bzw. halte es für gut vorstellbar, dass man auf den letzten Metern bzw. den letzten Momenten des Lebens – wie auch immer Wahrnehmung und Zeit dann sind – ganz mit sich selbst und dem Leben ist. Ich glaube auch, dass man dann "alles loslässt", loslassen muss – also auch Dinge wie Schuld, Reue und Groll gegenüber sich selbst und anderen, weil man im Begriff des Übergangs in eine "absolute und natürliche Neutralität ist". Man lässt gleichfalls auch seine Träume, Wünsche und Begierden hinter sich. Manche würden es Frieden nennen.


    Ein Satz zu später Stunde

    Zitat

    Das Leben lehrt die Einzigartigkeit, der Tod die Gleichheit. Beides ist wahr.