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    Ich wünschte, ich hätte den Mut aufgebracht, ein Leben getreu mir selbst zu führen – anstatt eines, das andere von mir erwarteten.

    Das werde ich auf meinem Sterbebett nicht sagen.

    Meine Absolution brauchst du wahrlich nicht, aber: Wenn du das tatsächlich nicht sagen musst, dann ist es gut, so wie es ist.

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    In magnis et voluisse sat est.

    Ich denke, der Ausspruch kann mehrere Dinge bedeuten.


    Bei dieser Übersetzung

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    In großen Dingen genügt es auch, sie gewollt zu haben.

    könnte man auf den ersten Blick vermeinen, dass es die Verwerflichkeit impliziert, nur gewollt, aber nichts dafür getan zu haben.


    Die treffend(er)e Bedeutung ergibt sich meines Erachtens aus dieser Übersetzung

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    Bei bedeutenden Vorhaben ist es genug, seinen guten Willen gezeigt zu haben.

    in Verbindung mit der englischen Übersetzung

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    To once have wanted is enough in great deeds.

    Ich denke – natürlich nur meine Interpretation -, es soll bedeuten:


    1) Es ist besser zu wollen, als nichts zu wollen.


    2) Es ist besser, etwas Gutes zu wollen, anstatt nur etwas zu wollen.


    3) Man zeigt seinen Willen durch seine Taten.


    4) Es ist nicht verwerflich, sondern entschuldbar, wenn man an den großen Dingen des Lebens scheitert bzw. sie nicht erreicht, solange man sich bemüht hat, einen guten Willen zu entwickeln und diesen auch zu zeigen.


    Ganz alltagssprachlich bedeutet es meiner Meinung nach, dass man sich nicht grämen oder kaputt machen soll, wenn man nicht erreicht, was man für gut und richtig hält, weil auch unter der Prämisse, dass man nach bestem Wissen und Gewissen handelt, das Leben in vieler Hinsicht unwägbar bleibt.

    Setzen6

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    Wie viel Ruck ist durch euer Leben gegangen durch all die theoretischen Erkenntnisse dieses Fadens?


    Haben die Worte dieses Fadens euer Handeln in irgendeiner Weise beeinflusst?

    Ich bin nicht in diesem Faden, um damit einen Ruck in meinem Leben herbeizufuehren. Mir ist genug, wenn er meine Vorstellungen bereichert. Was er immerhin hin und wieder mal tut.


    Im Uebrigen, wenn ich von bestimmten Beitraegen von dir "befremdet" bin, musst du das natuerlich nicht zu deinem Problem machen. Schon gar nicht, wenn du weisst, dass deine Beitraege auf Wissen beruhen, dass ich nicht habe.


    fragnurso

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    deine Reaktion hat auch mehr mit dir selber zu tun als mit....

    Bei welcher Antwort in welchem Faden trifft das nicht zu?

    Das mal als rhetorische Frage interpretiert, stimme ich dir zu. Allerdings habe ich nicht allzu haeufig die Vorstellung, dass es "passt", die Leute daran zu erinnern. Und wenn man es immer tun wuerde, waere es schliesslich bloss weisses Rauschen (akzeptierend, dass es vielleicht auch so nicht allzuweit davon entfernt ist... aber da kann man auch fragen, "fuer welchen Beitrag gilt das nicht?").

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    Ich wünschte, ich wäre mit meinen Freunden in Kontakt geblieben.

    Ich darf mich über meine Freunde glücklich schätzen. Über jene, mit denen ich keinen Kontakt mehr habe, genauso sehr wie über jene, mit denen ich nur sporadisch Kontakt habe. Die Treffen oder Kontakte finden statt, wenn die jeweiligen Lebensumstände, beiderseitige Motivation oder der Zufall es ergeben. Mein persönlicher Eindruck ist, dass es keinerlei Unterschied macht, wieviel Zeit seit dem bzw. den letzten Treffen vergangen ist – könnten Jahre sein. Die Treffen sind meines Erachtens von Herzlichkeit, Offenheit und Ehrlichkeit geprägt, gleichzeitig auch verbunden mit dem Wissen, dass man auf die Hilfe und Rückhalt des anderen, gerade in schwierigen Situationen, zählen kann. Und ich denke, darauf kommt es an. Meinungsverschiedenheiten und heftigere Auseinandersetzungen gehören übrigens dazu, aber scheinen der Freundschaft nicht geschadet zu haben. Ich fühle mich von meinen Freunden nicht vernachlässigt, und denke auch nicht, dass sie das tun. Auch wenn ich für längere Zeit wie vom Erdboden verschluckt bin. Dazu kennen sie mich und ich sie einfach zu gut.


    Freunde sind für mich sehr wichtig. Ich glaube auch deswegen, weil ich mich zu einem gewissen Teil über sie definiere und sie über mich.


    Wenn ich die von Bronnie Ware genannten Punkte Revue passieren lasse, dann ist mir der erste Punkt mit dem "sich selbst treu sein" der wichtigste, gefolgt von dem dritten Punkt mit den Freunden. Und ich glaube, dass ich mir auf dieser Grundlage meine Freunde aussuche bzw. sie mir geschenkt werden. Ich nehme sie, wie sie sind, und sie mich, wie ich eben bin. Kein Versuch und keine Notwendigkeit, den anderen zu ändern. Einfach das Wertschätzen der anderen Person mit ihren spezifischen Eigenheiten, das gespannte Fortschreiten in die Zukunft – jeder für sich und alle gemeinsam. Sie sind alle verschieden, sehr verschieden. Was ihnen jedoch allen gemein ist, ist, dass sie verlässlich sind, ggf. zu unglaublicher Härte fähig, Kleinigkeiten nicht auf die Goldwaage legen und so eine Art Ehren-Kodex haben.


    Wenn mich ein Freund jemals fragen würde, wie er denn sein soll, dann würde ich ihm sagen:

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    Sei nicht irgendwer, sei du selbst.