@ Tsunami:

    Zitat

    Morgen werde ich Geld für ein Frühstück haben, aber keines mehr für ein Mittagessen.

    So ein Satz bewirkt absolute Ablehnung und Gegenwehr in mir. Nicht weil du arm bist, sondern weil du das einfach so feststellst, es in den Raum raushaust als sagtest du, es würde morgen regnen.


    Es mag sein, dass es für dich akzeptabel ist, mit dem Wissen kein Geld mehr für Mittagessen zu haben, ins Bett zu gehen. Es kann auch sein, dass es für dich auch inakzeptabel ist, aber du nimmst es halt so hin. Es kann als dritte Möglichkeit auch sein, dass es für dich inakzeptabel ist und du nimmst es nicht so einfach so hin.


    Was ich aber überhaupt nicht wahrnehme und für möglich halte, ist, dass du hinterfragst, ob das so sein muss und was du jetzt tun solltest, um das zu ändern.


    Bist du denn nie geschockt über diese Umstände? Hast du dich so sehr eingerichtet in diesem Zustand?


    Ich weiß, es hängt mit dem Sehen zusammen und ich weiß, du tust alles um das Sehen zu verbessern. Aber ich habe immer öfter -und das macht mich mittlerweile rasend- das Gefühl, dass du an der falschen Front kämpfst, und die Wohnungs-, Arbeits- und Lebensmittelfront zieht an dir vorbei, du wirfst mal kurz einen Blick rüber und sagst: "Ich komme gleich oder halt nicht" und kämpfst dann wieder an der Brillenfront weiter.


    Wäre es nicht an der Zeit, an anderen Fronten zu kämpfen, wenn auch schlecht sehend?

    Ot. Ich bin gerade in meinem Studium an einer Stelle angelangt, wo sich die Frage stellt, ob ich das Projekt jetzt abbreche (nicht das Studium, nur dieses Semester) oder ob ich weitermache. Irgendwie.


    Ich funktioniere noch ganz gut, aber ist das alles was im Leben und im Studium wichtig ist? Gut zu funktionieren?


    Nur bin nicht nur ich von meiner Entscheidung betroffen, sondern auch noch ein paar andere. Wenn ich in mich hineinhöre merke ich, dass es mich total erleichtern würde, hier einen Schlussstrich zu ziehen.


    ":/

    Zitat

    Ich funktioniere noch ganz gut, aber ist das alles was im Leben und im Studium wichtig ist? Gut zu funktionieren?

    Ich habe es mit Funktionieren sehr weit geschafft und bin heute froh, funktioniert zu haben. Es hat aber erhebliche Schäden hinterlassen und ich würde (trotz des Erfolges) mich heute nicht mehr für Funktionieren entscheiden.

    Zitat

    Nur bin nicht nur ich von meiner Entscheidung betroffen, sondern auch noch ein paar andere.

    Was ist der schlimmste, mögliche Schaden für andere bei diesem Projekt wenn du aussteigst?

    Zitat

    Wenn ich in mich hineinhöre merke ich, dass es mich total erleichtern würde, hier einen Schlussstrich zu ziehen.

    Das ist eine klare Ansage, die ich nicht unterschätzen würde.

    Das schlimmste für die anderen? Sich müssen sich alleine hinsetzen und arbeiten und ich werde ihnen keine Impulse mehr geben. Durchkommen werden sie wahrscheinlich, also den Schein können sie machen, das hängt nicht an mir.


    Die Kommunikation ist von Anfang an mies bis nicht vorhanden, es ist nie möglich gewesen alle zu einem Treffen zu bekommen, bei einem Teilnehmer weiß ich nicht mal, ob die Nachrichten überhaupt ankommen. Wir sind jetzt über die Halbzeit und es gibt kein Initiative, keinen Zeitplan, keinen Input, kein Feedback.


    Es gibt niemanden in der Gruppe, mit dem ich mir vorstellen kann produktiv zusammen zu arbeiten.


    Vielleicht muss ich ein Semester aussetzen, wenn ich jetzt abbreche, aber ich sehe jetzt gerade keine gute Lösung.

    Ich bin als Nachzügler dazu gekommen, da stand das allgemine Oberthema schon fest, dann warf noch jemand ein Stichwort in den Raum, die Mehrheit nickte und sagte okay, ich habe nicht laut genug Einspruch erhoben, weil das Thema mir nicht liegt und Quellen rausgesucht, Richtungen, in die wir gehen könnten, von niemand anderem kam etwas. Auch nicht von denen, die das Thema vorschlugen.


    Und dabei ist es geblieben. Niemand hat ergänzt, es wurde alles so hingenommen und der Weg des geringsten Wiederstandes gewählt.

    Zitat

    Das schlimmste für die anderen? Sich müssen sich alleine hinsetzen und arbeiten und ich werde ihnen keine Impulse mehr geben. Durchkommen werden sie wahrscheinlich, also den Schein können sie machen, das hängt nicht an mir.


    Die Kommunikation ist von Anfang an mies bis nicht vorhanden, es ist nie möglich gewesen alle zu einem Treffen zu bekommen, bei einem Teilnehmer weiß ich nicht mal, ob die Nachrichten überhaupt ankommen. Wir sind jetzt über die Halbzeit und es gibt kein Initiative, keinen Zeitplan, keinen Input, kein Feedback.

    Das klingt aber nicht so, als seist du alleine verantwortlich. Du könntest das Projekt zwar mit deinen Impulsen retten, aber es scheint mir, dass das nicht deine Aufgabe alleine sein sollte. Die müssen schon auch Initiative zeigen. Und da sie das nicht tun, kannst du das sinkende Schiff mE verlassen.

    Zitat

    Vielleicht muss ich ein Semester aussetzen, wenn ich jetzt abbreche, aber ich sehe jetzt gerade keine gute Lösung.

    Wäre das Aussetzen so schlimm?

    Argh. Widerstand. Ich verkaufe ein 'e'.


    Nein, aussetzen wäre eigentlich nicht so schlimm. Ich mag meine Dozentin, aber sie hat mir heute gesagt, dass ein Abbruch an dieser Stelle vielleicht ein Möglichkeit wäre. In eine andere Gruppe wechseln will ich nicht, dazu ist es zu spät, das Projekt zu weit fortgeschritten. Das wäre für mich zwar von Vorteil, aber ich würde dann von einer funktionierenden Gruppe profitieren, weil meine eigene nicht funktioniert, das scheint mir nicht fair.


    Ich kann mir gerade nicht vorstellen, noch produktiv mit meiner Gruppe zu arbeiten. Schade, aber ich seh's gerade nicht. ich kann ihnen noch meine Aufzeichnungen zukommen lassen und meine Energien anders konzentrieren, für mich wäre das momentan vermutlich besser.


    Auf die Antwort, ob ich tatsächlich erst nächstes Jahr im Sommer weitermachen kann, also das Wintersemester gesperrt wäre, wenn ich den Schein jetzt nicht mache, warte ich gerade. Ich weiß nicht, wie das meine Entscheidung ändern wird, aber ich gebe mir bis Montag, dann gebe ich entweder meinen Kommilitonen meine Papiere oder beiße die Zähne zusammen und ziehe das Projekt irgendwie durch.


    Keine einfache Entscheidung.

    Zitat

    Die Logik vom Glücklichsein ist für mich, dass man sich nicht mit der materiellen Welt identifiziert.

    Guter Punkt meines Erachtens. Das Identifizieren mit der materiellen Welt, obwohl das sehr nahe liegt, kann tödlich sein, nicht so sehr für den Körper, aber für den Geist, wobei es auch immer eine Frage ist, auf welche Weise man sich mit der materiellen Welt identifiziert. Denn das Identifizieren mit der materiellen Welt hat auch immer einen nicht-materiellen Aspekt.


    Asche zu Asche.

    Möchte mich an dieser Stelle nochmal für alle Teilnehmenden und Beiträge in diesem Faden bedanken. Ihr seid echt gut. :)^


    Soweit es mich selbst betrifft. Stehen hier im Faden 5% oder 95% meines Lebens? Beides ist wahr. ;-)

    Nicht zuletzt habt ihr mir geholfen, dass mein Kasten mit Plänen und Träumen voll ist bis zum Anschlag. Auch habt ihr mich gelehrt, dem Leben mit Skepsis und Zuversicht zu begegnen. Ich wäre ein Narr, wenn ich nicht auf die Konditionen hinarbeiten würde, zumindest einen Teil meiner Pläne und Träume in die Tat umzusetzen.

    Meine Möglichkeiten sind nicht eure, und eure Möglichkeiten sind nicht meine. Doch am Ende des Tages werden wir uns am Gipfel treffen, denn:

    Zitat

    Everything that rises must converge.

    Ways are different for different reasons.